Online-Abo
Login Registrieren
Games World
  • Razer Wildcat Hand's-On-Test mit FIFA 16: Großangriff auf Microsofts Elite-Controller

    Während Microsofts Elite-Controller mit 348 Gramm fast so viel wiegt, wie zwei übereinander gestapelte iPhone 6s Plus, ist der Razer Wildcat mit 260 Gramm nicht schwerer als das Xbox-One-Original. Und das obwohl die Kalifornier Karbon-Stahl-Sticks sowie mechanische Trigger verwenden. Quelle: PC Games Hardware

    Ende August hat Peripherie-Hersteller Razer ein neues Gamepad für die Xbox One angekündigt. Das Razer Wildcat soll insbesondere für E-Sport-Zwecke eingesetzt werden können. Damit greift man direkt den Elite Wireless Controller von Microsoft an. Doch geht dieser Angriff auf? PC Games Hardware konnte sich auf einem Event mit FIFA 16 einen ersten Eindruck verschaffen. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt

    Razer greift den Xbox-One-Elite-Controller an: mit Tastenwechsel on-the-fly, 25 Prozent weniger Gewicht, mechanischen Tasten, optionalem Palmgrip-Überzug an den Seiten und jeweils zwei zusätzlichen frei konfigurierbaren Aluminium-Triggern an der Unterseite, statt Pedals wie beim Elite. Mit gerade mal 260 Gramm wiegt das Gamepad deutlich weniger als vergleichbare Produkte. Zum Vergleich: der bald erscheinende Xbox One Elite Controller wiegt rund 348 Gramm. Die Stabilität des Razer-Gamepads wird durch Karbon-verstärkte Analog-Sticks erreicht. Ein 3,5-Millimeter-Audio-Output und -Mikrofon-Input sollen Teamabsprachen in taktischen Spielen ermöglichen. Doch was bringt das für Ihren Alltag, Ihre Turniere und sind die Premium-Features 180 Euro wert? PC Games Hardware hat auf einem Event vor Ort Probe gespielt.

    00:57
    Razer Wildcat: Profi-Xbox-One-Controller im Video vorgestellt

    Razer Wildcat: des Kaisers Premium-Schlappen

    Das Tor im Blickfeld, den Abwehrspieler im Augenwinkel dribbeln Sie heran, lassen die Pille in FIFA 16 lässig durch die Beine rollen. Sie springen von einem Fuß auf den anderen, täuschen einen Ausfallschritt links vor, ziehen rechts vorbei. Noch ein Abwehr-Hüne, noch eine Herausforderung, dann ist der Weg frei. Sie schieben das Leder sanft nach hinten, machen es ihm unmöglich zu grätschen, ohne zu foulen, lassen den Ball nach vorne schnippen, ziehen die Pille mit dem linken Stollenschuh mit. Sie lassen den letzten Mann ins Leere tacklen, legen sich das Leder vor und schnippen die Kugel mit einem eleganten Heber in die Kiste. Ungefähr so hat Lewandowski gestern quasi im Alleingang ganz Wolfsburg ausgetänzelt und selbst dem größten Maus-Liebhaber dürfte klar sein, das für ein richtiges FIFA-Match auch ein richtiger Controller her muss. Mit PC und Tastatur geht's zwar theoretisch auch, gemacht ist der virtuelle Fußball aber für Pad-Akrobaten. Stellt sich natürlich die Frage, ob es der gute alte Logitech-Controller respektive 360-Pad noch tut oder es Zeit wird für eine Neuanschaffung. Vielleicht ja sogar im Ultra-Premium-Bereich? Denn während das Xbox-One-Pad für Windows 10 49 Euro kostet, ruft Microsoft für seinen Elite-Controller 149 Euro auf und Razer greift sogar noch höher in der Preisliste und will satte 179,99 Euro - immerhin: eine Schutzhülle für den Transport liegt der Verpackung bei. Wir haben uns mal angeschaut, was Sport- Renn- und Shooter-Spieler fürs Geld bekommen.

    Razer Wildcat: der FIFA-16-Check - leichter tricksen

    In FIFA 16 gibt's eine ganze Menge Tricks, die viel Übung erfordern, weil Sie sehr viele Tasten kombinieren müssen. Eine der effizientesten Methoden ist der Fake-Trick-Pass. Dabei täuschen Sie den Ball an, in dem Sie einen Ausfallschritt machen, spielen die Kugel jedoch nicht, sondern kontrollieren ihn nur mit dem Fuß. Im realen Fußball wir das sehr häufig gemacht, um Verteidiger ins Leere laufen zu lassen oder Zeit zu gewinnen, bis sich der Mitspieler in eine bessere Position bringt. In FIFA 16 können Sie das mit einem Trickpass kombinieren, sprich den Gegner tunneln. Die Tastenkombination lautet dafür: rechten Trigger halten, erst die X-Taste drücken, dann schnell die A-Taste streicheln. Linker Stick nach unten, dann links, unten, rechts. Ganz schön kompliziert, weil Sie viel umgreifen müssen, das braucht Erfahrung. Die vier zusätzlichen Multi-Funktions-Trigger des Razer Wildcat sind hier insofern von Vorteil, weil Sie sich wie eine Maus völlig frei belegen lassen. Wenn Sie den Weg zwischen Aktionstasten und Triggern respektive Bumpern umgehen wollen, legen Sie einfach die Tasten A und X auf die beiden mittleren Bumper. Die liegen für den Mittelfinger gut erreichbar direkt zwischen dem jeweiligen Trigger sowie Bumper, nur eben nach Innen verschoben. Wenn also Ihre Daumen auf den Sticks liegen und Sie mit den Zeigefingern RT sowie RB respektive LT und LB bedienen, können Sie mit dem Mittelfinger gleichzeitig komfortabel die zusätzlichen Tasten in der Mitte erreichen. Alternativ gibt's noch zwei Pedal-Trigger an der Unterseite, die sich mit Hilfe eines mitgelieferten Schraubenziehers austauschen lassen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Razer in seinem Store noch weitere Versionen anbieten, mitgeliefert werden aber nur die zwei bereits eingesetzten Modelle.

    Razer Wildcat: für Shooter-Spieler - schneller oder kontrollierter feuern?

    Generell ist Modularität ein großes Stichwort beim Wildcat. Da allerdings nicht alle Entwicklerstudios die Umbelegung von Tasten erlauben, hat Razer einen Switch eingebaut, der die Veränderung direkt emuliert. Um den Schuss in FIFA 16 auf die Trigger-Pedals zu legen, drücken Sie auf den Switch-Button, dann die B-Taste, dann wieder auf Switch und dann auf das entsprechende Trigger-Pedal – fertig. Mit Hilfe von zwei mechanischen Switches können Sie außerdem aus sehr weichem oder hartem Anschlag für die Trigger wählen und den Federweg verändern. Wollen Sie mit einem einfachen Tipper Feuern ohne durchzudrücken, legen Sie den Stoppmechanismus ein, in dem Sie den Regler nach links schieben. Wollen Sie hingegen einen maximal langen Federweg, um die Schussfrequenz besser kontrollieren zu können, legen Sie den Stopper wieder raus. Mathematisch gesehen können Sie zwischen einer Neigung von 18 oder 5 Grad wählen. Generell hebt sich Razer durch die Qualität seiner Komponenten ab: die Sticks sind aus Karbonstahl, verschleißen also nicht so schnell wie die Plastik-Alternative, die aktuell im Standard-Xbox-One-Controller verwendet werden. Auch die Trigger sind mechanisch, Sie können den Anschlag also nicht nur spüren, sondern auch hören.

    Razer Wildcat: erstes Fazit

    Ob nun der Xbox-One-Elite-Controller oder Razers Wildkatze sich den ersten Platz holen, muss erst ein umfangreicher Test zeigen. Interessanterweise wirkt das Microsoft-Produkt deutlich edler, weil es ein Aluminium-Finish für die Oberseite verwendet und eine Art Rubber-Material für den Body. Das Wildcat hingegen wirkt viel mehr wie ein Standard-Xbox-Controller von seiner Verarbeitung her. Dafür punktet Razer aber klar beim Handling: Die Kalifornier verwenden Aluminium-Trigger, die sich sehr viel wertiger und griffiger anfühlen als bei Microsoft. Zudem sind die Pedals beim Elite sehr schmal und nach außen gebogen, also keine richtigen Trigger wie bei der Wildkatze. Dadurch können Sie in Rennspielen schalten wie in einem echten Rennwagen, in Shootern- sowie Sportspielen wie FIFA 16 dürfte aber Razer die Nase vorne haben. Vom ersten Eindruck her wird der Elite ein Designer-Controller, der richtig schick aussieht und sich gut auf dem Wohnzimmer-Tisch macht sowie durch die Form seiner Pedale optimal für Rennspieler geeignet ist. Er ist außerdem kabellos, also eher für Wohnzimmer-Zocker geeignet, die zusätzlich eine Xbox One besitzen. Die Wildkatze wirkt ein bisschen nerdiger und funktioniert nur mit Kabel, bietet dafür aber hochwertiger verarbeitete Trigger sowie Sticks aus Aluminium für Shooter-Spieler und Fußball-Fans, die gerne mal ihren Frust am Spielgerät auslassen. Man darf nach dem Release gespannt auf den Vergleichstest sein. Bis dahin hilft nur der Vergleich des Wildcats mit unserem Hands-On-Test des Wireless Elite Controllers für die Xbox One und den PC.

  • Es gibt 9 Kommentare zum Artikel
    Von guaneri
    Ich hatte bislang zwei der Razer Xbox (360) Pads, sowohl den Onza als auch den Sabertooth, und die Qualität war bei…
    Von Christoph1717
    Im Angezeigten Preisvergleich gehen die Preise sogar von 202 - 223 €
    Von oldsql.Triso
    Jap, freu mich schon den Elite Controller endlich zu testen.
    Von Yaso
    Nachdem ich den Artikel gelesen habe ist mir nun auch klar geworden warum ich mich so schwer mit der Fifa Demo getan…
    Von Nuallan
    Ich hab nur bis "180 Euro" gelesen. Razer hat sich mal wieder selbst übertroffen.
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games Hardware 05/2017 PC Games 05/2017 PC Games MMore 05/2017 play³ 05/2017 Games Aktuell 05/2017 buffed 12/2016 XBG Games 04/2017
    PCGH Magazin 05/2017 PC Games 05/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1172171
Gamepads
Razer Wildcat Hand's-On-Test mit FIFA 16: Großangriff auf Microsofts Elite-Controller
Ende August hat Peripherie-Hersteller Razer ein neues Gamepad für die Xbox One angekündigt. Das Razer Wildcat soll insbesondere für E-Sport-Zwecke eingesetzt werden können. Damit greift man direkt den Elite Wireless Controller von Microsoft an. Doch geht dieser Angriff auf? PC Games Hardware konnte sich auf einem Event mit FIFA 16 einen ersten Eindruck verschaffen. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt
http://www.pcgameshardware.de/Gamepads-Hardware-255540/Specials/Razer-Wildcat-Hands-On-Test-1172171/
24.09.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/09/RazerWildcat_Aufmacher_01-pcgh_b2teaser_169.jpg
specials