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  • Test: Samsung Galaxy Tab 10.1N - der iPad-2-Rivale geprüft

    Test Samsung Galaxy Tab 10.N: Das Galaxy Tab 10.N ist eine Neuauflage des Galaxy Tab 10.1, die erste Version durfte aufgrund eines Rechtsstreits mit Apple, bei dem der Gebrauchsmusterschutz des iPad 2 bestätigt wurde, nicht verkauft werden. Samsung musste das 10.1 vom Markt nehmen und hat mit dem leicht veränderten 10.1N nachgelegt. PCGH macht den Test.

    Das Galaxy Tab 10.1N von Samsung wird derzeit noch mit Android 3.2 ausgeliefert, Samsung hat aber bereits ein Update auf Android 4.x (Ice Cream Sandwich) für Anfang 2012 angekündigt. Mit dem Update könnten sich die Leistungsfähigkeit und die Akkulaufzeit des Galaxy Tab 10.1N verbessern. Auf den meisten Märkten verkauft Samsung statt dem Galaxy Tab 10.1N das Galaxy Tab 10.1, da Samsung einen Geschmacksmuster-Streit mit Apple verloren hat. Der iPad-2-Hersteller beschuldigte Samsung, in Sachen Design zu offensichtlich vom iPad abzukupfern - das zuständige Gericht gab Apple diesbezüglich Recht. Samsung hat daraufhin das Design des Galaxy Tab 10.1 abgeändert und es als Galaxy Tab 10.1N neu auf den Markt gebracht. Neben einigen Design-Änderungen besitzt das 10.1N auch ein leicht verändertes Display.

    Samsung Galaxy Tab 10.1N - Chassis und Verarbeitung:
    Die Vorderseite des Tablet-PCs wird durch ein großes 10,1-Zoll-Display dominiert. Bei der vorliegenden 10.1N-Version hat Samsung das rückwärtige Chassis bis auf die Einfassung der Glasscheibe auf der Vorderseite herumgezogen und links und rechts zwei kleine Lautsprecher positioniert. Das sichtbare Bild ist mit schwarzen Rahmen umfasst, diese sind oben und unten rund 18 Millimeter, rechts und links rund 15 Millimeter breit. Fast mittig im oberen Rahmen ist eine 2-Megapixel-Kamera eingebaut, daneben kann man den Lichtsensor erkennen - beide Bauteile werden durch die stabile Glasabdeckung über dem Display geschützt.

    Auf der linken und die rechten Seite des Galaxy Tab 10.1 hat Samsung keine Sensoren oder Bedienelemente positioniert. Unten im Rahmen sitzt die Multifunktionsbuchse, der beiliegende Stecker kann entweder mit dem Netzteil verbunden werden, ohne Netzteil können Sie den USB-Stecker an einem PC anschließen und so Daten mit einem Desktop-Gerät austauschen. Darüber hinaus ist die Buchse auch für diverse Dockingstationen nötig. Das kleine Loch neben dem Anschluss beherbergt ein kleines Mikrofon.

    Oben im Rahmen sitzt ganz links der Power-Schalter, daneben liegt die Lautstärke-Wippe. Auf der rechten Seite des oberen Rands sitzt die 3,5-Zoll-Buchse zum Anschluss eines Kopfhörers oder Headsets. Bei unserem 3G-Modell ist der Kartenschacht für die SIM-Karte ebenfalls oben im Galaxy Tab 10.1N positioniert. Auf der Rückseite besitzt der Tablet-PC zusätzlich noch eine 3-Megapixel-Kamera samt LED-Beleuchtung.

    Die Verarbeitung des Galaxy Tab 10.1N ist zweckmäßig und funktional. Samsung verzichtet allerdings auf Alu-Bauteile, wie sie beispielsweise beim iPad 2 zum Einsatz kommen. Fern ab von den technischen Herausforderungen, die ein Chassis aus Metall darstellt, vermittelt die Apple-Lösung doch ein etwas höheres Qualitätsniveau. An der Verarbeitung des Galaxy Tab 10.1N gibt es aber nichts auszusetzen, alle Übergänge sind abgerundet, die Spaltmaße passen einwandfrei und auch die Display-Einfassung ist gelungen. Die verschiedenen Knöpfe sind zwar ebenfalls aus Plastik gefertigt, bieten aber ein gutes Feedback und muten nicht billig an. Um es auf den Punkt zu bringen: Das Galaxy Tab 10.1N von Samsung verwendet zwar kein High-End-Chassis, für den Alltagseinsatz ist das Design aber funktional und schick genug. Leider besitzt das Galaxy Tab 10.1N keinen Slot für eine Speicherkarte.

    Das Galaxy Tab 10.1N von Samsung ist mit rund 570 Gramm im Vergleich zu anderen Tablets relativ leicht, es liegt gut in der Hand und ist auch mit nur einer Hand sicher zu halten. Das Gerät besitzt die Abmessungen 257 x 175 x 8,6 Millimeter.

    Samsung Galaxy Tab 10.1N - die Hardware:
    Herzstück des Galaxy Tab 10.1N ist ein Tegra-2-SoC von Nvidia. Der Chipsatz besitzt zwei CPU-Kerne mit einer Taktrate von 1 GHz. Als GPU kommt eine Ultra-low power (ULP) GeForce-GPU von Nvidia mit einer Taktrate von 333 MHz zum Einsatz. In der Praxis können Sie damit die meisten derzeit erhältlichen High-End-Spiele für Smartphones und Tablets genießen, aber schon in wenigen Wochen werden Geräte mit deutlich leistungsfähigeren Grafikchips auf den Markt kommen - dann finden Sie sich mit dem Galaxy Tab 10.1N im Mittelfeld der Tablet-Grafikleistung wieder. Der Arbeitsspeicher des Galaxy Tab ist mit 1 GByte durchaus gut bemessen. Da Sie allerdings keine Speicherkarte als Erweiterung nachschieben können, sollten Sie besser schon vor dem Kauf wissen, ob Sie eine Version mit 16 GByte, 32 GByte oder 64 GByte Speicherplatz benötigen. Selbst bei größeren Musiksammlungen und einigen Videos auf dem Gerät sollten 16 GByte in den meisten Fällen ausreichen - sicherlich auch eine Kostenfrage. Wer günstig einkaufen will, aber gleichzeitig auch SD-Karten verwenden will, findet im Zubehör ein Adapter-Set für USB-Kabel und SD-Karten. Kostenpunkt: rund 25 Euro. Angesichts der kommenden Generation sollten Sie bei mehr Platzbedarf vielleicht noch einige Monate warten, bis das Galaxy Tab 10.1N im Preis fällt - und dass wird es mit Sicherheit.

    Samsung verbaut beim Galaxy Tab 10.1N ein 10.1-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Bildpunkten. Die Pixeldichte ist mit 149 ppi im Vergleich zu Smartphones eher Mittelmaß, mit Tablet-Maßstäben geht die Pixeldichte aber noch in Ordnung. Allerdings werden im März erste Tablets mit höherer Auflösung und deutlich höherer Pixeldichte von Samsung und Apple erwartet. Das Display basiert auf der IPS-Technik, die im Vergleich zu herkömmlichen TN-Panels bessere Einblickwinkel und größere Farbräume bietet, Samsung verwendet beim Galaxy Tab allerdings ein Super PLS-Display, diese verbesserten IPS-Panels bieten noch bessere Einblickwinkel und höhere Helligkeit. In der Praxis ist die Darstellung auf dem Display durchaus gut, auch wenn auf weißen Hintergründen ein leichter Farbstich durchkommt - dies ist aber bei der alltäglichen Arbeit kein Manko und fällt selten auf. Das verspiegelte Display fällt hingegen sehr wohl auf, zumindest bei dunklen Hintergründen in Verbindung mit unglücklich positionierter Deckenbeleuchtung. Fällt direkter Sonnenschein auf das Display, muss man die Helligkeit des Galaxy Tab 10.1N auf die Maximaleinstellung anheben, so erkennt man noch die meisten Bildinhalte. Unsere Messungen haben eine maximale Beleuchtungsstärke von bis zu 300 Candela ergeben, auch die Einblickwinkel sind gut bis sehr gut - erst sehr spät sind Farbverfälschungen zu sehen. Auch die Kontraste des verbauten Displays sind gut. Unterm Strich zählt das Display des Galaxy Tab 10.1N zu den besseren auf dem derzeitigen Tablet-Markt. Laut Datenblatt kann man mit dem Galaxy Tab auch HD-Inhalte wiedergeben, einen HDMI-Ausgang besitzt das Galaxy Tab allerdings nicht. Auch hier kann man mit einem Adapter für rund 30 Euro nachhelfen.

    Das Galaxy Tab 10.1N besitzt zwei Kameras, eine 2-Megapixel-Variante auf der Vorderseite für Videotelefonie und eine 3-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Bei ausreichender Beleuchtung können sich die Bilder mit der Hauptkamera durchaus sehen lassen. Zwar fehlen im Vergleich zu Modellen mit mehr Megapixeln einige Details, dafür schafft es die Samsung-Kamera recht gut, die Farben lebensecht und lebendig einzufangen. Grundsätzlich gilt aber wie bei nahezu allen Tablet-Kameras: für Schnappschüsse gut geeignet, als Hauptkamera für Aufwendige Shots mehr als diskussionswürdig. Videos in 720p-Auflösung sind akzeptabel, bei schnellen Bewegungen kommt es aber zu einigen Rucklern. Bei schlechten Lichtverhältnissen wird das Bild deutlich verrauschter. Vom App-Start bis zum ersten Bild vergehen in der Regel (und bei guter Beleuchtung) 3 Sekunden. Ein Bild aus der App ist mit rund 2 Sekunden erledigt.

    Die restliche Ausstattung des Galaxy Tab umfasst Bluetooth 3.0, WLAN, HSPA+ mit 21 MBit/s und einen Akku mit 7000 mAh. In unseren Tests konnten wir mit dem Galaxy Tab 10.1N bei wechselnder Belastung durch Surfen, Videos und Spiele eine Laufzeit zwischen 5 und 6 Stunden erreichen. Werden nur Videos abgespielt, erhöht sich die Laufzeit auf 8 bis 9 Stunden. Für ein Tablet der jetzigen Generation gutes Mittelmaß, kommende Tablets werden hier vermutlich deutlich besser performen.

    Samsung Galaxy Tab 10.1N - die Software:
    Auf dem Samsung-Tablet ist derzeit Android 3.x installiert, ein Update auf Android 4.x wurde aber bereits offiziell bestätigt. Samsung verfeinert das Google-Betriebssystem mit der eigenen TouchWIZ-Oberfläche. Diese ist stark an die originale Google-Oberfläche angelehnt und bietet noch einige eigene Samsung-Anwendungen. Im Prinzip nichts, was man in Derivaten nicht auch über den offiziellen Android Market erhält.

    Grundsätzlich ist das Galaxy Tab 10.1N samt Android für alle relevanten Tablet-Aufgaben geeignet, allerdings merkt man dem Gerät ab und an die etwas angestaubte Hardware an. Verstehen Sie uns nicht falsch, wir jammern hier auf hohem Niveau. So ist zwar die Leistung beim Scrollen über große Webseiten durchaus alltagstauglich, im Vergleich zu den brandneuen Chipsätzen ruckelt das Galaxy Tab 10.1N aber ab und an vor sich hin - man bemerkt es, aber die Bedienbarkeit wird dadurch praktisch nicht eingeschränkt. Darüber hinaus scheint der Ruckel-Effekt im Landscape-Modus seltener als in der Portrait-Ansicht aufzutreten. Mit Android 4.x könnte Samsung hier noch einige Optimierungen ins Spiel bringen. TouchWIZ erweitert übrigens die Standard-Bedienelemente, die immer unten links am Touchscreen positioniert sind, mit einer Screenshot-Funktion. Auch eine Quickstart-Leiste für den schnellen App-Start hat Samsung hinzugefügt.

    Samsung Galaxy Tab 10.1N - Fazit:
    Das Galaxy Tab 10.1 ist ein solides Tablet von Samsung. Robust, durchaus mit ansprechendem Design und trotz der fehlenden Schnittstellen ist man notfalls durch die verfügbaren Adapter nicht zu stark eingeschränkt. Der einzige Vorwurf, dem man dem Galaxy Tab 10.1 machen kann, ist sein Alter - die neue Tablet-Generation steht vor der Tür. Diesbezüglich dürfte der Kaufpreis für viele Käufer das ausschlaggebende Kriterium sein. Interessant wird vor allem, wie sich das Galaxy Tab 10.1 mit ICS schlägt, doch Wunder brauchen Sie nicht zu erwarten. Unser PCGH-Preisvergleich listet das günstigste Galaxy Tab 10.1N mit WLAN-only und 16 GByte Speicher bei rund 410 Euro. Die kleine 3G-Version schlägt mit 520 Euro zu Buche. Unser Tipp: Der Preis ist in Anbetracht der kommenden Generation und der Konkurrenz etwas zu hoch. Angemessen, aber der Kaufzeitpunkt ist ungünstig. Wenn möglich, sollten Sie sich das Galaxy Tab 10.1N ab März zulegen, dann hat der MWC 2012 seine Pforten geschlossen und das Preis-Karussell hat sich dann vermutlich wieder gedreht.

    Die PCGH-Preisvergleich-Preise des Galaxy Tab 10.1N:
    - Samsung Galaxy Tab 10.1N (16GB): ab 410 Euro
    - Samsung Galaxy Tab 10.1N (32GB): ab 470 Euro
    - Samsung Galaxy Tab 10.1N (64GB): ab 550 Euro
    - Samsung Galaxy Tab 10.1N WiFi (16GB): ab 520 Euro
    - Samsung Galaxy Tab 10.1N WiFi (32GB): ab 550 Euro
    - Samsung Galaxy Tab 10.1N WiFi (64GB): ab 660 Euro

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    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von Iceananas
    Mal ehrlich, das Touchwiz da drauf ist so potthässlich und lahm dazu. Nacktes Android und ADW Launcher ist imho die…
    Von INU.ID
    Bei Cyberport gibts das "Samsung Galaxy Tab 10.1N 3G + WiFi 16 GB" gerade für 369€.Samsung Galaxy Tab 10.1N Wi…
      • Von Iceananas BIOS-Overclocker(in)
        Mal ehrlich, das Touchwiz da drauf ist so potthässlich und lahm dazu. Nacktes Android und ADW Launcher ist imho die beste Kombi momentan. Ansonsten ein schönes Tablet, muss man sagen.
      • Von INU.ID Moderator
        Bei Cyberport gibts das "Samsung Galaxy Tab 10.1N 3G + WiFi 16 GB" gerade für 369€.

        Samsung Galaxy Tab 10.1N Wi-Fi + 3G, 16GB, weiß (GT-P7501UWDDBT)

        Das passende USB+SDCard Adapterset gibts für ca. 18€ inkl. Versand bei Amazon.
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Test Samsung Galaxy Tab 10.N: Das Galaxy Tab 10.N ist eine Neuauflage des Galaxy Tab 10.1, die erste Version durfte aufgrund eines Rechtsstreits mit Apple, bei dem der Gebrauchsmusterschutz des iPad 2 bestätigt wurde, nicht verkauft werden. Samsung musste das 10.1 vom Markt nehmen und hat mit dem leicht veränderten 10.1N nachgelegt. PCGH macht den Test.
http://www.pcgameshardware.de/Galaxy-Tab-Tablet-239803/Tests/Tablet-864155/
19.01.2012
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2011/11/Galaxy_Tab_10.1N_white_180_32_GB.jpg
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