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  • Ingenieurs-Taktik-Shooter Fortnite: Wie Minecraft, nur wilder, schneller und durchgeknallter

    Fortnite ist wohl der erste Ingenieurs-Taktik-Shooter der Welt. Und ein ungewöhnliches, aber sehr spaßiges Showcase für die Unreal Engine 4. PC Games Hardware hat sich den Titel angesehen und fasst alles Wissenswerte zusammen.

    Die Idee zu Fortnite ist bei einem internen Game Jam von Epic Games entstanden. Einem Event, bei dem jeder nach der harten Crunchtime für Gears of War 3 einfach mal seiner Kreativität freien Lauf lassen sollte. Es ging darum, die Batterien aufzuladen, ruhig mal ein bisschen rumzuspinnen, nicht zu fragen, sondern einfach zu machen. Und diesen Geist transportiert Fortnite auch heute noch. Es ist im Grunde eine wilde, actiongeladene Ingenieurs-Simulation. Das klingt komisch und ungewohnt, doch genau das will der erste Titel für die hauseigene Unreal Engine 4 auch sein. Was in anderen Shootern gegen Konventionen verstoßen würde, können wir hier einfach machen. Es kostet uns ein paar Klicks und ein paar Bewegungen mit der Maus, um in einer Situation eine Holzwand um uns hochzuziehen. Unsere Munition ist alle, die Husk genannten Aliens können uns so nicht mehr treffen. Wohl aber im Nahkampf attackieren und da auch unsere Lebensenergie ganz schön im Keller ist, wagen wir einen Blick auf die kleine Holzanzeige neben unserem Avatar. Okay, ein paar Balken haben wir noch, setzen wir eben ein Dach auf die Konstruktion. Ruckzuck sitzt PC Games Hardware in seinem eigenen Holzbox-Fort und ist verblüfft, wie leicht das eigentlich von der Hand ging.

    Unreal Engine 4-Showcase? Ja und Nein!

    Epic Games im Jahre 2014 ist eine andere Firma. Galionsfiguren wie Cliff Bleszinski (hat sich selbstständig gemacht und arbeitet an einem Unreal-Tournament-ähnlichen Projekt, exklusiv für PC) und Rod Fergusson (wechselte zum Bioshock Infinite-Team, leitet heute grotesker Weise die Entwicklung des nächstens Gears of War bei einem anderen Studio) sind abgesprungen und seit Gears of War: Judgment ist es sehr ruhig geworden um das einstige Vorzeigestudio aus Raleigh. Epic hat sich von innen heraus revolutioniert; anstatt Lizenzen für seine Unreal Engine 4 wie sonst für zig Millionen Dollar an die Großen der Branche zu verkaufen, kostet der Grafikmotor nur einen Apfel und ein Ei pro Monat, ist also auch für kleine Indies problemlos bezahlbar. Erst wenn die dann richtig viel Geld mit ihrem Spiel verdienen, holt sich Epic einen nicht ganz kleinen Anteil. Das dürfte ein Grund dafür sein, dass Epic sogar bereit war, sein Baby – Gears of War – abzugeben. Statt Locust-Schaschlik im Partikel-Feuerwerk liegt der Fokus neben einem noch nicht angekündigten Next-Gen-Titel mit Fortnite auf einem Quasi-Indie-Spiel von einem kleinen Team. Wir sind uns sicher, dass Epic auf der E3 auch die Technik-Muskeln spielen lassen wird, aber dieses Spiel hier soll eher zeigen, wie schnell sich mit der UE4 Prototypen erstellen und wild experimentieren lässt. So ist Fortnite auch mehr Spielplatz als ein Produkt mit fest definierten Regeln. Hier gilt eigentlich nur ein Motto: "Geht nicht, gibt's nicht."

    Im Vier-Spieler-Koop gegen die Sturmmonster

    Bei der Basis-Spielart setzt Epic auf die sichere Schiene: Ressourcen sammeln am Tag, um eine Art Festung hochzuziehen, am Abend greifen dann die Monster an und aus dem Konstruktions-Gameplay wird eine Art Horde-Modus, wie wir ihn aus Gears of War kennen. In GoW gab es aber immer nur rudimentäre Verteidigungsstrukturen, in Fortnite dürfen wir uns hingegen richtig austoben. Zu Beginn steht uns nur eine Spitzhacke zu Verfügung, damit reißen wir ruckzuck eine ganze Polizeistation ein und sammeln so genug Holzbalken, um damit beispielsweise diese lustige Holzbox um uns herum zu bauen. Oder ein Fenster zu verbarrikadieren, eine Tür zu verstärken oder eine Treppe zu einem höheren Punkt zu schreinern, von dem wir besser auf anstürmende Aliens schießen können. Die strategische Komponente ergibt sich aus der Qual der Wahl der Ressourcen: Holz lässt sich schnell abbauen, dient aber nur zur Konstruktion. Einen gepanzerten Einsatzwagen der Polizei-Spezialeinheit auseinander zu nehmen, erfordert mehr Zeit, bringt dafür Stahl, aus dem wir wiederum Geschütze zur Verteidigung der Basis basteln können. Das klingt alles sehr nach Echtzeitstrategiespiel und funktioniert nur so gut, weil die Menüs des Titels auf ein Minimum reduziert sind und wir nur angezeigt bekommen, was wir gerade bauen können. Ergibt Sinn: Wer keinen Stahl hat, dem muss das Spiel ja nicht anbieten, einen MG-Turm zu bauen, ergo wird der ausgegraut. Jedes Objekt erfordert eine Blaupause, die wir durch Erfahrungspunkte freischalten und mit der wir Verteidigungsstrukturen immer wieder upgraden können. Mopsen wir irgendwo eine Batterie, können wir das Geschütz in eine Selbstschussanlage verwandeln. Müssen wir es nicht mehr manuell bedienen, können wir an anderen Punkten kämpfen, so steigern wir nach und nach die Effizienz unserer Verteidigungsmaschinerie.

    Sims 4 im Schnelldurchlauf, Klassen und clevere K.I.

    Die Brillanz und Innovationen des Spiels zeigen sich vor allem bei der Klasse des Konstrukteurs, denn mit dem ziehen wir in sehr kurzer Zeit große Gebäudekomplexe hoch. Wie funktioniert das? Kurz gesagt wie Sims 4 auf Speed, wir wählen zwischen verschiedenen Bauformen, die wird dann als digitales Schema in die Welt projiziert. Klicken wir beispielsweise in die Mitte, wird dieser Bereich ausgelassen und automatisch eine Wand mit Fenster gebaut. Ziehen wir den Bereich in der Mitte länger, wird daraus eine Tür. Ähnlich wie in Strategiespielen lassen sich Wände jederzeit aufwerten: Einfach Holzkonstruktion anklicken, auf Stein wechseln, schon hält das Gebäude auch heftigeren Angriffen statt. Die künstliche Intelligenz arbeitet dabei mit einer Art K.I.-Direktor, wie wir es aus Left 4 Dead kennen. Sind unsere Wände sehr stabil, ergibt es für die K.I. keinen Sinn, Armeen von leichter Husk-Infanterie gegen uns zu entsenden, stattdessen setzt sie auf die Flinger – größere Wesen, die ihre kleineren Kollegen über unsere Mauern werfen. Passiert das, muss die Teamabstimmung passen und die Klassen müssen harmonieren. Der Ninja wirft Rauchgranaten und "stunnt" so den Feind, so lässt er sich leichter via Katana filetieren. Der Commando packt währenddessen seinen Raketenwerfer aus und tötet die Flinger. Der Scavenger hingegen ist die schnellste und wendigste Klasse, wer ihn gut beschützt, kann auch während eines Angriffs noch schnell Stahl im Umland besorgen und damit ein Geschütz gegen die nächste Welle zimmern.

    Fazit: Fornite

    Von dem kunterbunten Looney-Tunes-Stil sollte man sich nicht ablenken lassen, da kommt etwas Großes auf uns zu. Es ist wirklich faszinierend, wie Epic es schafft, das Häusle-Bauen aus Sims 4 in seinen Möglichkeiten zu adaptieren, aber sehr viel schneller und zugänglicher zu machen. Das hier wird ein Titel, für alle denen Minecraft ein bisschen zu langatmig ist. Festungen lassen sich mit vereinten Kräften recht schnell aus dem Boden stampfen, Holz später durch Beton und Spanplatten-Tore durch Stahl ersetzen. Das ganze Crafting hat Tiefe, ist aber auch schnell umsetzbar und Epic schafft es, dieses schöne Teamgefühl "Einer für alle, alle für einen" aus Left 4 Dead zu transportieren. Das hier ist kein Titel für Eigenbrödler, sondern für kreative Köpfe, die Lust haben, ihre Klassenfähigkeiten aufeinander abzustimmen, gerne aber auch mal unorthodoxe Wege zu gehen und dabei mehr im Vorbeigehen riesige Festungen hochzuziehen.

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    02:17
    Unreal Engine 4: Video zur Reflection-Techdemo
  • Fortnite
    Fortnite
    Developer
    Epic Games

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Fortnite
Ingenieurs-Taktik-Shooter Fortnite: Wie Minecraft, nur wilder, schneller und durchgeknallter
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http://www.pcgameshardware.de/Fortnite-Spiel-16272/Specials/Fortnite-angespielt-Wie-Minecraft-1123998/
06.06.2014
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