Online-Abo
  • Login
  • Registrieren
Games World
  • For Honor auf der E3 gespielt: Das Epische aus Ryse, das Kampfsystem aus Dark Souls
    Quelle: Ubisoft

    For Honor auf der E3 gespielt: Das Epische aus Ryse, das Kampfsystem aus Dark Souls

    Die inszenatorische Epik aus Königreich der Himmel und den Belagerungen von Ryse, der Kampfstil aus Dark Souls 3: For Honor überrascht uns im Hands-On-Test auf der E3 mit schnittigen Katanas und Wikingeräxten, die mächtig reinhauen, aber auch lange ausholen müssen. Doch hat es genug Spieltiefe und Ideen in der Kampagne? Ubisoft Montreals For Honor im Preview. • v. Benjamin Kratsch / Ryan Southardt

    Katanas treffen auf Kriegsäxte, kalter Stahl schneidet in warmes Fleisch, Soldaten fallen, Shogun-Festungen brennen. For Honor kombiniert gewaltige Massenschlachten gegen K.I.-Recken mit einem sehr taktisch geprägten Kampfsystem, das an Mittelalter-Simulationen wie Kingdom Come Deliverance oder gar Dark Souls 3 erinnert. Als wagemutiger Wikingerfürst Raider führen wir unsere Truppen auf hölzernen Langschiffen in die Schlacht, doch die Armee des Shogun erwartet uns bereits. Hunderte Pfeile zischen durch die Nacht, dutzende brennende Geschosse fliegen auf unsere Mannen zu. Stoisch ertragen die Wikinger den Beschuss. Selbst als ein Boot in den Flammen untergeht und Explosionen Männer des eigenen Schiffes von Bord schleudern, recken sie lediglich ihre Schilde vor den Helm und freuen sich auf den Kampf. Sie haben auch keine andere Wahl, denn ihre Familien hungern nach einem verheerenden Erdbeben, das Königreich der Samurai hingegen gilt als reich.

    Zeit, die Festung zu nehmen, auch wenn etliche Boote an mächtigen ins Ufer gerammten Holzblöcken zerschellen und der Sand bereits mit Wikingerbrüdern gepflastert ist, als wir mit einem Sprung an Land gehen. Es sind Szenen, wie sie uns nur all zu gut an Ryse erinnern, Cryteks Action-Adventure rund um den Fall des Römischen Reichs. Die Nordmänner jedoch sind aus anderem Holz geschnitzt als römische Legionen, das Surren der Pfeile, die sich in ihre Kameraden bohren, hält sie nicht vom Sturmangriff ab. Die Schlacht tobt, doch die ersten K.I.-Massen an feindlicher Infanterie sind mehr Opfer, denn Gegner. Mit unserer Axt zertrümmern wir Leiber und lassen Japaner fliegen, die einfachen Ashigaru haben keine Chance. Man gebe unserem Schwert etwas zu tun, eine Herausforderung. Wird For Honor etwa ein zweites Ryse?

    03:51
    For Honor: Martialischer Cinematic-Trailer zum Mittelalter-Spektakel

    Kein zweites Ryse, sondern Schwertkampf mit Köpfchen

    Nein. Ryse war zwar ein technisch und inszenatorisch beeindruckendes Werk, doch der eigentliche Kampf war zu anspruchslos, die Bosse zu repetitiv, Crytek schaffte es nicht den richtigen Drive im Gameplay zu entwickeln. Das ist bei For Honor anders, schon als sich uns die ersten Katana-Samurai entgegenstellen, fühlt sich Ubisoft Montreals Titel deutlich anspruchsvoller an. In glänzender Rüstung, mit Drachen-Emblemen verziert und einem Helm, der nur Kopf und Ohren schützt, für das Gesicht ist eine stählerne Maske zuständig. Sie führen lange, dünne Katanas, rollen auf uns zu, setzen den ersten Stich, Blut tropft auf den Boden.

    Die Kunst des Krieges ist das perfekte Timing. "Die Kunst des Krieges ist das perfekte Timing", erklärt Creative Director Jason Vanderberge. Ein wilder Mann mit wildem Bart und einer Stimme, die so voluminös ist wie die eines Wikingers. Die Idee zu For Honor kam ihm in seinem Dojo in San Francisco, wo er privat seit Jahren den Kampf mit Katanas trainiert. For Honor überträgt wie Dark Souls 3 sehr schön das Gewicht von Rüstungen und Waffen auf das Spiel. Selbst ein Kerl mit Muskeln wie Baumstämmen, kann eine lange, schwere Stahlaxt nicht kreisen lassen wie einen Tennisschläger. Feldherr Raider muss spürbar Kraft aufwenden, um mit seiner Waffe auszuholen und entweder mit Drehungen mehrere Soldaten gleichzeitig zu treffen oder harten Schlägen die Deckung des Feindes zu durchdringen. Auch unter den Samurai gibt es unterschiedliche Klassen und immer wieder in die Kampagnenmission gemixte Mini-Zwischenbosse. Kerle mit schwerer Rüstung und einer Waffe namens Kanabo. Der Elitesoldat gehört der Klasse der Shugoki an, erinnert von seiner Kampfhaltung her aber durchaus an die mutierten Unholde der düsteren Dungeons von Dark Souls. Er ist langsam, aber wenn er uns erwischt, zieht er uns mit einem Volltreffer die Hälfte der Lebensenergie ab.

    Dieser stetige Wechsel von Herausforderungen macht die Kampagne spannend und abwechslungsreich. Kaum haben wir dem Shugoki mit der Axt den Bauch aufgeschlitzt, stellt sich ein Ronin vor uns. Er schlägt sehr schnell und präzise zu, ist ständig in Bewegung, duckt sich geschickt unter unserer Axt hinweg. Das Katana des Samurai ist sehr leicht und scharf, die K.I. versucht uns mit schnellen Hieben jeweils ein bisschen Lebensenergie abzuziehen und ist damit ziemlich erfolgreich. Auch, weil es gar nicht so einfach ist das Zielsystem von For Honor anzuwenden und seine Finger darauf zu trainieren.

    Zwischen Ryse-Schlachtplatte und taktischen Bosskämpfen

    Wie in Dark Souls, müssen Sie einen Gegner erst mit dem Stick anvisieren und bewegen sich dann kreisförmig um ihn, jeweils abwartend und planend. For Honor ist kein Spiel, wo Sie einfach voll auf Angriff schalten, nicht selten ist eine abwehrende Haltung, um die Bewegungsmuster des Feindes studieren zu können, deutlich smarter. Die Kanadier unterscheiden zwischen drei unterschiedlichen Schwertpositionen. Sie können den rechten Stick nach oben, nach links oder rechts drücken. In die Richtung, in die Sie Ihre Axt richten, blocken Sie automatisch. Es geht also sehr stark darum den nächsten Schritt des Gegners zu antizipieren, denn nur wenn Sie in die richtige Richtung respektive nach oben oder unten blocken und damit die rechte oder linke Flanke respektive Torso oder Kopf schützen, können Sie Schläge abwehren.

    Von der technischen Seite her gefällt der plastische Regen und die Detailverliebtheit der Rüstungen, die Texturen dürfen aber gerne etwas höher aufgelöst sein. Von der technischen Seite her gefällt der plastische Regen und die Detailverliebtheit der Rüstungen, die Texturen dürfen aber gerne etwas höher aufgelöst sein. Quelle: Ubisoft Ob sich das mit Maus und Tastatur auch so gut spielt, können wir aber leider nicht verifizieren. In der Ubi-Lounge sind Gamepads vorgesehen. Diese Mischung aus taktischem Schwertkampf und Partikel-schwangerer Inszenierung macht aber schon jetzt Lust auf mehr, schließlich brennen um Sie herum Türme, schlagen Pfeilhagel ein und massakrieren sich Hundertschaften der eigenen und feindlichen Armee. Das Spiel unterscheidet dabei jeweils zwischen offenem Kampf und Duell. Ob aus einem Gefühl der Ehre heraus oder dem Kampfsystem zu Liebe, können Sie sich voll und ganz auf die Zwischenbosse konzentrieren. Deren Untergebene greifen nicht in das Duell ein, sondern dienen lediglich für das Schlachtengemälde, das durchaus Richtung Ridley Scotts Königreich der Himmel geht.

    Das Pacing von For Honor gefällt, weil die Duelle durchaus anstrengend und herausfordernd sind, es sich also gut anfühlt danach einfach mal wieder die Sau rauszulassen. Raider ist eine Ein-Mann-Armee wie Marcus Titus. Umspielt von schick gemachten, plastisch wirkenden Regen nimmt er mit seiner Pranke so einen schmächtigen Japaner hoch und zerteilt ihn einfach mit seiner Axt oder greift sich einen Samurai und schubst ihn gegen eine Nagelwand, die eigentlich für einen der Wikinger gebaut wurde. Als Raider wüten wir so brutal, dass sich die einfachen Stadtwachen schon bald zurückziehen und sich uns nur noch die persönlichen Leibwächter des Shogun entgegenstellen. Als die erledigt sind, stürmen wir in den Palast, das Eisentor geht runter, Zeit für den Showdown gegen Shogun Saburo.

    E3-Fazit: For Honor

    For Honor ist sicherlich eine der Entdeckungen der E3. Es spielt sich nicht ganz so taktisch wie Kingdom Come: Deliverance, sondern ist etwas mehr auf flüssige Action ausgerichtet. Aber es bietet nicht weniger Facetten, weil Sie auch die Richtung Ihres Angriffes mit dem Stick ausbalancieren müssen. Sie können dabei die jeweiligen Richtungen auch nur anschneiden, also beispielsweise auf halber Höhe den Hals zwischen Schulter und Kopf anvisieren. Insgesamt fühlt sich das sehr gut an, ist aber offen gestanden deutlich schwieriger, als es diese Zeilen hier vermuten lassen. Es gibt eine Menge zu beachten, Sie müssen lernen, den Feind zu lesen und letztlich die Attacken der K.I. antizipieren. Die Kampagne hinterlässt auch auf Grund der starken K.I. einen sehr guten Eindruck, das Herz des Spiels dürfte aber der Multiplayer werden. Richtige Duelle gegen richtige Menschen, mit britischem Breitschwert, Wikingeraxt oder Katana? Wird spannend.

    Reklame: For Honor jetzt bei Amazon bestellen

    Werbefrei auf PCGH.de und im Forum surfen - jetzt informieren.
    10:18
    For Honor: Gameplay-Video - 10 Minuten Wikinger-Action
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von BiJay
        Immerhin sieht man nur 2 Arten von Gegnern im Video (die Creeps, die mit einem Schlag sterben, und die anderen, die dem Spieler ähneln) und man kämpft auch nur mit der selben Waffe. Sehr viel Abwechslung ist das tatsächlich nicht. Und war auch schon mein Hauptkritikpunkt im Multiplayer. Kann mir schon vorstellen, dass da schnell die Luft raus ist.
        In Ryse kämpf man auch immer mit derselben Waffe. Hat mich trotzdem viele Stunden lang gut unterhalten.
      • Von BiJay Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Immerhin sieht man nur 2 Arten von Gegnern im Video (die Creeps, die mit einem Schlag sterben, und die anderen, die dem Spieler ähneln) und man kämpft auch nur mit der selben Waffe. Sehr viel Abwechslung ist das tatsächlich nicht. Und war auch schon mein Hauptkritikpunkt im Multiplayer. Kann mir schon vorstellen, dass da schnell die Luft raus ist.
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Schlafit
        Es kommt zu eintönig rüber im Singleplayer, wie eine Einbahnstraße (Du greifst an und sollst das und das erobern, fertig und dann wieder von vorn). Das schreit ja förmlich "juhu ich darf wieder und wieder das gleiche machen und das auch noch mit 3 Fraktionen".

        Anders gefragt, in wie fern ist dieses Spiel denn bitte fordernd oder abwechslungsreich? Warum sollte man dieses Spiel kaufen? und zu diesem Preis? eine Ideenlose Singleplayerkampange einbauen, wo sich alles im Grunde wiederholt, nur anders aussieht um einen Vollpreisspiel zu rechtfertigen?
        Hast du die ganze Kampagne schon gespielt, oder woher weißt du, dass die "ideenlos" ist?

        Abwechslungsreich sind übrigens die wenigsten Spiele. Bei einem FPS macht man auch immer dasselbe, bei einem 3rd Person Slasher ebenso, nur mal so am Rande. Auch bei einem Dark Souls oder einem Witcher 3 usw. macht man praktisch immer dasselbe, abrollen/ausweichen/blocken, auf die Lücke warten, zuschlagen und alles wieder von vorne. Jedes Spiel hat eine sehr begrenzte Anzahl von Mechaniken, die sich immer wiederholen.

        Aber es muss dir ja nicht gefallen. Wenn es dich nicht anspricht, einfach nicht kaufen und was anderes zocken. Mich persönlich spricht es aber an. Mir hat auch z.B. ein Ryse prima gefallen, so gut, dass ich es mehrmals durchgespielt habe und auch im Arenamodus schon einiges an Zeit verbracht habe. Abwechslungsreiches Gameplay ist nicht alles. Mir gefällt an solchen Spielen vor allem auch die Inszenierung und die grafische "Intensität" des Kampfes. Da ist vielleicht ein bisschen Gore-Porn dabei, aber ich habe kein Problem, das zuzugeben. Ich fand eine schön animierte und wuchtige Melee-Kampfmechanik immer schon befriedigend, auch wenn es gameplaytechnisch wenig anspruchsvoll bzw. abwechslungsreich war, sei es nun in einem AC3, einem Ryse oder eben einem For Honor. Es gefällt eben nicht jedem dasselbe und das ist auch gut so.
      • Von Schlafit Komplett-PC-Käufer(in)
        Es kommt zu eintönig rüber im Singleplayer, wie eine Einbahnstraße (Du greifst an und sollst das und das erobern, fertig und dann wieder von vorn). Das schreit ja förmlich "juhu ich darf wieder und wieder das gleiche machen und das auch noch mit 3 Fraktionen".

        Anders gefragt, in wie fern ist dieses Spiel denn bitte fordernd oder abwechslungsreich? Warum sollte man dieses Spiel kaufen? und zu diesem Preis? eine Ideenlose Singleplayerkampange einbauen, wo sich alles im Grunde wiederholt, nur anders aussieht um einen Vollpreisspiel zu rechtfertigen?
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Schlafit
        Also von dem was man bisher so gesehen hat, überzeugt das spiel nicht!
        Und warum nicht? Und wer ist "man"?
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games Hardware 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016
    PCGH Magazin 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1198722
For Honor
For Honor auf der E3 gespielt: Das Epische aus Ryse, das Kampfsystem aus Dark Souls
Die inszenatorische Epik aus Königreich der Himmel und den Belagerungen von Ryse, der Kampfstil aus Dark Souls 3: For Honor überrascht uns im Hands-On-Test auf der E3 mit schnittigen Katanas und Wikingeräxten, die mächtig reinhauen, aber auch lange ausholen müssen. Doch hat es genug Spieltiefe und Ideen in der Kampagne? Ubisoft Montreals For Honor im Preview. • v. Benjamin Kratsch / Ryan Southardt
http://www.pcgameshardware.de/For-Honor-Spiel-55721/Specials/E3-Vorschau-1198722/
15.06.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/06/ForHonor_Aufmacher_01-pcgh_b2teaser_169.jpg
specials