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      • Von Mr_Minister Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Deathmachine
        Das ist doch eine sehr naive Einstellung, nach der Logik dürfte es in keinem Berufsstand Betrüger geben - generell geht aber jeder Betrüger davon aus dass es ihn schon nicht erwischen wird.

        Das Problem ist doch dass die schwarzen Schafe in dieser Thematik ihre Kanzleien komplett auf das Verschicken von Abmahnungen spezialisieren und reihenweise (teils computergenerierte) Abmahnungen rausschicken. Damit machen zwar die betrügerischen Anwälte nur einen kleinen Teil aus (so wie bei den meisten Berufsständen), die falschen Abmahnungen hingegen sind aufgrund dieses "Arbeitseifers" ein nicht geringer Teil aller Abmahnungen.
        Und dass es bei all dieser Problematik, die alles andere als unbekannt ist, jetzt noch schwerer wird sich zu verteidigen steht einfach in keinem Verhältnis zu der (häufig gar nicht begangengen) Straftat und der problematischen Beweisführung.
        Das war auf die Antwort von Kusanar bezogen. Ich hatte ja zunächst von kriminellen Anwälten geschrieben und Kusanar sagte dann, dass geldgierig schon ausreiche. Das muss man also im Kontext verstehen. Natürlich gibt es auch kriminelle Anwälte, aber längst nicht jeder geldgierige Anwalt ist auch kriminell.

        Und ich hab mir früher auch illegal Zeugs geladen, ich kann das daher auch durchaus nachvollziehen. Gerade als Schüler, wenn man keine Kohle hat. Aber ein Freund von mir zum Beispiel verdient echt gut und macht das immer noch. Und genau dafür hab ich dann überhaupt kein Verständnis mehr. Jugendsünden kann ich dagegen jedem zugestehen. Wenn man dann allerdings erwischt wird, muss man auch den Arsch in der Hose haben und das aushalten.

        Ansonsten bin ich auch gar nicht weit weg von euch, ich habe mich halt ziemlich darüber geärgert, dass es so dargestellt wurde, dass das Rechtssystem immer nur den Bonzen Recht gibt und man als Privatperson sowieso immer nur den kürzeren zieht, weil das System korrupt ist. Und das ist einfach nicht richtig. Das es in Einzelfällen zu solchen Exzessen kommt, habe ich nie bestritten, im Gegenteil. Und natürlich ist es als Privatperson, die nichts mit der Juristerei zu tunt hat, total ätzend, wenn man dann Post von solchen Betrügeranwälten bekommt. Das ist keine Frage und diese Anwälte gehören eben auch bestraft bzw. denen sollte ihre Zulassung entzogen werden, wenn die sowas machen wie in der Redtube Abmahnaffäre.
      • Von Mr_Minister Komplett-PC-Aufrüster(in)
        sorry, Doppelpost.
      • Von Deathmachine Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Mr_Minister
        Aber wie gesagt, auch ein geldgieriger Anwalt wird sich nicht durch ein Faken von irgendwelchen Logs strafbar machen wollen. Weil dann ist er ganz schnell die Anwaltszulassung los und dann war's das mit Geld verdienen.
        Das ist doch eine sehr naive Einstellung, nach der Logik dürfte es in keinem Berufsstand Betrüger geben - generell geht aber jeder Betrüger davon aus dass es ihn schon nicht erwischen wird.

        Das Problem ist doch dass die schwarzen Schafe in dieser Thematik ihre Kanzleien komplett auf das Verschicken von Abmahnungen spezialisieren und reihenweise (teils computergenerierte) Abmahnungen rausschicken. Damit machen zwar die betrügerischen Anwälte nur einen kleinen Teil aus (so wie bei den meisten Berufsständen), die falschen Abmahnungen hingegen sind aufgrund dieses "Arbeitseifers" ein nicht geringer Teil aller Abmahnungen.
        Und dass es bei all dieser Problematik, die alles andere als unbekannt ist, jetzt noch schwerer wird sich zu verteidigen steht einfach in keinem Verhältnis zu der (häufig gar nicht begangengen) Straftat und der problematischen Beweisführung.
      • Von Kusanar Software-Overclocker(in)
        Ich glaube auch nicht dass das Hauptproblem unser Rechtssystem ist.

        Das Hauptproblem ist doch nach wie vor, dass Rechtsprechung und Alltag eine immer noch größere Schere bilden und den Entwicklungen des täglichen Lebens einfach keinerlei Rechnung getragen wird. Ich kenne in meiner Bekanntschaft jedenfalls keinen, der sich nicht mindestens einmal irgendwo was unerlaubterweise aus dem Netz geladen hat (mich eingeschlossen).
        Einerseits gibt es das Recht auf eine Privatkopie, für die wir auch löhnen dürfen und müssen (sei es direkt in Form der Urheberrechtsabgabe, oder indirekt über GEMA oder GEZ). Andererseits wird es einem dann an allen Enden und Ecken schwer gemacht, dieses Recht auch wahrzunehmen. Die Bild lässt sich sowas simples wie einen Adblocker-Blocker als "wirksamen Kopierschutz" einklagen, Produkte ohne DRM sind mittlerweile gang und gäbe, DRM umgehen ist unter Strafe gestellt weil ja wieder ein wirksamer Kopierschutz vorhanden ist, blablablabla ich könnte an dieser Stelle noch so einiges aufzählen

        Solange diese Ungleichheit besteht, wird der ein oder andere Konsument immer wieder das Gefühl haben, nur abgezockt zu werden.

        Ja, natürlich hat man als Urheber oder Verwerter auch ein Anrecht auf eine entsprechende Entlohnung für das vollbrachte Werk. Solange aber nur die Geldgier obsiegt und teils horrende Summen von Privatpersonen eingeklagt werden, hab ich für diese Forderungen nur bedingt Verständnis.
      • Von Mr_Minister Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Kusanar
        Ding dong! Die meisten deiner Fragen beantwortest du dir ja schon selbst. Sorry für die Kürzung, aber dein Text ist einfach zu lang (für manche sicher schon TL;DR), die Ziffern habe ich eingefügt:

        1) Als "konkreter Beweis" reicht eine Liste (ausgedruckt oder als Word-, PDF- oder sonstige -Datei vorliegend) mit meiner IP-Adresse drauf. Woher diese IP-Adresse kommt, ist NICHT nachvollziehbar. Könnte genausogut ausgewürfelt worden sein, wie du sagst. Es reicht schon, dass ein "Techniker" bei meinem Provider behauptet, er habe dieses Log mitgeschnitten. Ob das den Tatsachen entspricht, kann keiner nachprüfen.

        2) Als "kriminelle Anwälte" würde ich sie jetzt nicht unbedingt betiteln, aber definitiv als geldgierige Anwälte ohne Anstand, die ihren Berufsstand in den Schmutz ziehen. Schließlich nutzen sie ja nur die Lücken aus, die unsere löchrige Gesetzeslage bietet.

        3) Hab ich also recht gehabt, dass du da auch mit drinsteckst Nicht als Vorwurf sehen, das war nur ironisch gemeint. Wenn man selber in der Berufsgruppe steckt, die mit Dreck beworfen wird, ist man immer fleißiger in der Verteidigung, verstehe ich auch. Aber wenigstens gibst du selbst zu, dass es schwarze Schafe in deinem Business gibt.

        4) ... und das möchte ich auch nie von innen sehen.

        5) Gekauft muss ja nicht sein. Aber da man sich die Sachverständigen ja quasi aussuchen kann, beauftrage ich einfach den Sachverständigen, der mit mir auf einer Linie liegt. Problem erledigt

        6) Och, da läuft noch genug hintenrum. Absprache §212 StPO, Strafbefehl, etc...

        Schön dass du hier eindeutig klar gemacht hast, dass es nicht immer perfekt läuft und es auf beiden Seiten (Mandanten <> Anwälte / Richter) Idioten, schwarze Schafe und berufliche Nullen gibt. So hört sich das schon nicht mehr nach der "Rosa Brille" an
        Natürlich gibt es schwarze Schafe. Sollte ich vorher den Eindruck erweckt haben, dass bei der Juristerei im Gegensatz zu allen anderen Lebenslagen keine Fehler passieren, so bitte ich höflich um Entschuldigung.

        Selbstverständlich passieren überall dort, wo Menschen tätig sind, auch Fehler. Und vermutlich gibt es in Einzelfällen auch korrupte Richter, das werden aber sicherlich wirklich nur absolute Einzelfälle sein. Geldgierige Anwälte gibt es da schon erheblich mehr. Aber wie gesagt, auch ein geldgieriger Anwalt wird sich nicht durch ein Faken von irgendwelchen Logs strafbar machen wollen. Weil dann ist er ganz schnell die Anwaltszulassung los und dann war's das mit Geld verdienen.

        Auf alle einzelnen Punkte will ich jetzt nicht eingehen, eventuell heute Abend noch, aber nur kurz dazu, dass du kein Gericht von innen sehen willst. Das kann ich erstmal verstehen, aber es kann tatsächlich sehr interessant sein. Und man verliert dadurch die Distanz und eventuell auch die (Ehr-)Furcht vor der Justiz. Man kann ja als juristischer Laie zum Beispiel auch Schöffe werden und hat dann bei einer Urteilsfindung die gleichen Stimmrechte wie die Berufsrichter. Der bzw. die Berufsrichter können einen dann noch nichtmal überstimmen. Da kann man ernsthaft mitentscheiden. Und da geht es auch richtig um etwas.

        So ein Strafbefehl ist letztlich nur eine Verfahrensvereinfachung, da kann man dann einfach Einspruch einlegen und dann gehts in die mündliche Verhandlung.

        Lange Rede kurzer Sinn: Im Großen und Ganzen funktioniert unser Rechtssystem, auch wenn es natürlich teilweise Fehler hervorbringt.
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