Festplatten: Grundlagentipps zu Einbau, Einrichtung und Pflege - mit Infos zu GPT-Datenträgern

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Festplatten: Tipps zum Einbau, Einrichtung und Pflege (1)
Quelle: Western Digital

Festplatten mussten zwar Marktanteile an SSDs abtreten, sind aber noch lange nicht aus unseren PCs verschwunden, bieten sie doch viel Speicher zu einem günstigen Preis. Wir zeigen Ihnen deshalb, wie Sie ihre Festplatte richtig anschließen und pflegen und welche Fallstricke es bei der Einrichtung von HDDs jenseits der 2 TByte geben kann. Wir behandeln dabei Themen wie Defragmentierten, Partitionieren (GPT), Geschwindigkeit und mehr.

Festplatten: Tipps zum Einbau, Einrichtung und Pflege (1) Quelle: Western Digital Festplatten: Tipps zum Einbau, Einrichtung und Pflege (1) Festplatten benötigen aufgrund ihrer Eigenschaft als mechanischer Speicher eine spezielle Pflege. Zudem müssen einige Dinge im Betrieb beachtet werden. Und nicht zuletzt leiden Festplatten unter einigen Problemen, die bei SSDs aufgrund ihrer zu kleinen Kapazität gar nicht kennen. Zu nennen wäre hier die 2-TByte-Grenze. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Frage: Welche Festplatte soll ich wählen?

Neben der Größe ist die Drehzahl die wichtigste Eigenschaft einer Festplatte: Aktuell sind Festplatten ab 5.400 U/min bis 7.200 U/min gängig. Naturgemäß bieten letztere wesentlich bessere Datenübertragungsraten, erstere sind leiser und sparsamer. Bei Festplatten hängen die Zugriffszeiten maßgeblich von der Rotationsgeschwindigkeit ab. Im Durchschnitt dauert es nämlich eine halbe Umdrehung, bis die gesuchten Daten unter dem Schreiblesekopf vorbeihuschen. Das dauert bei einer Festplatte mit 5.400 U/min 5,56 ms, bei einer Festplatte mit 7.200 U/min 4,17 ms. Festplatten werden diese durchschnittlichen Zugriffszeiten also nie unterbieten können, egal wie ausgefeilt die Technik ist. Nur eine höhere Drehzahl senkt diesen Wert. Hierbei setzen den Festplatten aber wiederum Lautheit, Energieverbrauch und die physische Belastbarkeit der Platten Grenzen.

Nutzen Sie eine Festplatte vor allem als Datenlager im PC, reicht eine langsam rotierende Festplatte. Im NAS sollte es ebenso eine solche sein, zusätzlich aber mit einer 24/7-Eignung. Nutzen Sie die Festplatte als Systemlaufwerk oder verschieben/lesen Sie häufig große Datenmengen, sollten Sie zu einem flotten Modell mit 7.200 U/min greifen.

Frage: Wie schließe ich eine Festplatte richtig an?

Im Vergleich zu SSDs gelten Festplatten als langsam. Meist stimmt das auch: In unserem letzten Test erreichten die schnellsten Modelle eine durchschnittliche sequenzielle Schreib-/Leserate von knapp unter 150 MByte/s. Damit sollte ein SATA-1,5-GBit/s-Anschluss also ausreichen, oder nicht? Die Antwort ist nein: Die durchschnittliche Geschwindigkeit gibt eben nur den Durchschnitt wieder. Da Festplatten ein mechanisches Speichermedium sind, variiert die Geschwindigkeit, je nachdem, wo die Daten gespeichert sind. So liegen die langsamsten sequenziellen Schreib-/Leserate an der Platter-Innenseite bei nur 90 MByte/s, in den schnell rotierenden äußeren Randbereichen der Magnetscheiben aber bei über 180 MByte/s.

Ein SATA-1,5-GBit/s -Anschluss würde hier also schon limitieren. Zudem gibt es nicht nur die Magnetscheiben, sondern auch den Cache-Speicher. Dieser lässt sich mit mehreren Hundert MByte/s lesen, sodass auch schon ein SATA-6-GByte/s-Port einen Vorteil darstellt, da sich erst so mehr als ~ 300 MByte/s transferieren lassen. Schließen Sie eine Festplatte also genauso wie eine SSD an den schnellsten vorhandenen SATA-Ports an. SSDs haben bei der Verteilung der flotten SATA-Anschlüsse aber Vorrang, da nur sie die Bandbreite wirklich ausnutzen können.

Frage: Wie betreibe ich eine Festplatte richtig?

Ein weiterer Unterschied zu SSDs ist, dass Festplatten empfindlich auf die Lage reagieren, in der sie ihre Arbeit verrichten. Achten Sie darauf, dass Sie die nur mit dem Aufkleber nach oben, in der Seitwärtslage oder stehend montieren. Kopfüber hängend oder in einer Schräglage sollte die HDD dagegen nicht verwendet werden. Zudem sollten Festplatten während des Betriebs nicht verrückt werden: Durch die Massenträgheit könnten die Schreib-Leseköpfe die Platter berühren und dadurch Daten und Hardware beschädigen.

Im Gehäuse sollten Sie zwischen den Festplatten mindestens einen Einschub frei halten, damit sie von möglichst allen Seiten von Luft umflossen werden. Festplatten sind auf diese Kühlung angewiesen und werden ohne ihr teilweise sehr heiß, wodurch die die Lebenserwartung der Speicher sinkt.

Frage: Lässt sich meine 3-TByte-Platte (oder größer) nur mit zwei Partitionen betreiben?

Festplatten: Tipps zum Einbau, Einrichtung und Pflege (2) Quelle: PC Games Hardware Festplatten: Tipps zum Einbau, Einrichtung und Pflege (2) Nein, sie lässt sich auch mit einer einzigen großen Partition nutzen. Das Problem dahinter ist der sogenannte Master Boot Record (MBR), ein Relikt aus den Tagen des BIOS, welches bei Windows aber immer noch standardmäßig eingesetzt wird. Der MBR lässt pro Laufwerk maximal 4 Partitionen mit (bei Standard-Sektorgröße von 512 Byte) bis zu 2 TByte zu. Ist das Laufwerk größer, müssen mehrere Partitionen angelegt werden um es voll auszunutzen.

Die Lösung ist der mit dem UEFI-Standard eingeführte MBR-Nachfolger GPT (GUID Partition Table), ein neuer Standard für Formate von Partitionstabellen, über welchen Sie jede aktuelle Festplatte als eine Partition nutzen können. Um die Festplatte zu einem GPT-Datenträger zu konvertieren, öffnen Sie die Datenträgerverwaltung, rechtsklicken dort das Bezeichnungsfeld der Festplatte auf der linken Seite und wählen "Zu GPT-Datenträger konvertieren" aus. Damit kann die HDD aber nicht mehr mit Windows XP 32 Bit verwendet werden. Die x64-Variante kann GPT-Datenträger immerhin noch als Datenlaufwerk nutzen, genauso wie die 32-Bit-Versionen von Windows Vista, 7, 8 und Server 2008. Nur die x64-Bit-Versionen der vier letztgenannten Betriebssysteme können auch von GPT-Datenträgern booten.

Frage: Wie warte ich meine Festplatte?

Festplatten: Tipps zum Einbau, Einrichtung und Pflege (3) Quelle: PC Games Hardware Festplatten: Tipps zum Einbau, Einrichtung und Pflege (3) Bei Festplatten ist es relevant, wo auf dem Speicher sie sich befinden: Die Scheiben müssen vom Motor in die richtige Stellung gebracht werden, genauso wie die Schreibleseköpfe. Damit das möglichst selten gemacht werden muss, sollten Datenfragmente, welche zusammengehören, auch möglichst zusammen auf der Magnetscheibe vorliegen. Das ist beim erstmaligen Beschreiben einer Festplatte fast immer der Fall.

Befindet sich die Festplatte aber schon länger in Betrieb, beginnen sich die Daten langsam aber sicher zu fragmentieren. Wird beispielsweise eine 10 MByte große Datei gelöscht, entsteht auf der Festplatte eine ebenso große Lücke. Wenn nun eine 15 MByte große Datei geschrieben werden soll, werden 10 MByte in die Lücke und die restlichen 5 MByte an anderer(n) Stelle(n) auf der HDD gespeichert. Zum Lesen dieser Datei muss die Festplatte also zweimal oder öfter die Platter- und Schreiblesekopfposition korrigieren. Diese Zugriffe kosten erheblich Zeit und verlangsamen die Nettodatenrate. Je mehr solche fragmentierten Dateien auf der Festplatte gespeichert sind, desto langsamer arbeitet und desto schneller verschleißt sie.

Beim Defragmentieren wird die Festplatten auf solche zerteilten Dateien hin durchsucht und sie werden an anderer Stelle zusammengefügt. Das Defragmentieren sollten Sie etwa einmal pro Monat durchführen. Das Programm dafür finden Sie, indem Sie im Startmenü nach "Defragmentierung" suchen, die Software unterstützt automatisches Defragmentieren nach einem Zeitplan. Boot-Optimierer arbeiten auf eine ähnliche Art und Weise: Diejenigen Daten, welche beim Systemstart benötigt werden, werden an einer Stelle des Laufwerkes zusammengefasst, damit die Festplatte sie in einem Rutsch lesen kann.

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RealMadnex Freizeitschrauber(in)
        AW: Festplatten: Grundlagentipps zu Einbau, Einrichtung und Pflege - mit Infos zu GPT-Datenträgern

        Nur leider voller Fehler.
      • Von RealMadnex Freizeitschrauber(in)
        AW: Festplatten: Grundlagentipps zu Einbau, Einrichtung und Pflege - mit Infos zu GPT-Datenträgern

        Nur leider voller Fehler.
      • Von Kryptoo Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Festplatten: Grundlagentipps zu Einbau, Einrichtung und Pflege - mit Infos zu GPT-Datenträgern

        Find ich richtig cool solche Anleitungen. Weiter so!
      • Von ΔΣΛ Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Festplatten: Grundlagentipps zu Einbau, Einrichtung und Pflege - mit Infos zu GPT-Datenträgern

        @Reinhard Staudacher, wiedereinmal ein guter Artikel, wirklich feine Sache, weiter so
        Das mit dem MBR-Nachfolger GPT hatte ich auch noch nicht gewusst, ist auch nicht überraschend da ich nie ein Datenmessie war
        Über mehr solcher Artikel würde ich mich nicht beschweren
      • Von drebbin BIOS-Overclocker(in)
        Immer wieder toll wie das wissen gehäuft und weitergegeben wird

        Mfg Drebbin
      • Von IronAngel BIOS-Overclocker(in)
        AW: Festplatten: Grundlagentipps zu Einbau, Einrichtung und Pflege - mit Infos zu GPT-Datenträgern

        Zitat von macskull
        Mal eine blöde Frage...wie öffne ich die Datenträgerverwaltung?
        Ich wollte mir nächste Woche meinen neuen Rechner (inklusive 3TB Platte) zusammenschrauben und wollte jetzt mal schauen, wo ich das Menu finde um mir bei meinem neuen Rechner unnötigen Stress zu ersparen.

        Mfg
        wenn du die neue Festplatte das erstmal formatierst, wirste von Windows automatisch gefragt ob GPT oder MBR genutzt werden soll.

        Ansonsten super Artikel
      Direkt zum Diskussionsende
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