Western Digital: HDDs mit MAMR-Technik und bis zu 18 TB Kapazität kommen 2019
Dieses Jahr wird Western Digital die ersten Festplatten veröffentlichen, die Gebrauch von MAMR machen. Somit sollen mit acht Magnetscheiben Kapazitäten von 16 und 18 Terabyte erreicht werden, wodurch sich die Firma wieder den Rekord für die speicherstärkste Festplatte sichern kann. Toshiba wird auch MAMR verwenden, während Seagate auf die HAMR-Technik setzen will.
Der Festplattenhersteller Western Digital hat bekanntgegeben, dass sich aktuell Festplatten mit einer Kapazitäten von 16 Terabyte und 18 Terabyte in der Sampling-Phase befinden und noch 2019 veröffentlicht werden sollen. Sie basieren auf der MAMR-Technik und verfügen über acht Magnetscheiben. Bei MAMR (Microwave-Assisted Magnetic Recording) wird zusätzlich zur herkömmlichen Methode ein Magnetfeld mittels Mikrowellen erzeugt, wodurch die Speicherscheibe genauer magnetisiert werden kann - die Fläche pro gespeichertem Bit sinkt, die Packdichte der Daten und somit die Kapazität steigt.
Dank MAMR: Neuer Kapazitätsrekord bei HDDs
Nur Toshiba bietet momentan Festplatten mit neun Magnetscheiben an, jedoch liegt die maximale Kapazität bei nur 14 Terabyte. Seagate erreicht mit alter Technik ebenfalls 14 Terabyte, benötigt aber nur acht Speicherscheiben. Western Digital schafft es also, die Erfolge von 2017 und 2018 zu wiederholen, indem die Firma wieder den Rekord für das größte HDD-Fassungsvermögen knackt. Letztes Jahr gelang dies aber nur mit einer Festplatte für Server, bei welche überlappende Datenspuren verwendet wurden - dies schränkt die Anwendungsbereiche und den Nutzen eines Festplattenlaufwerks massiv ein.
Neben der bisher vorgestellten 16-Terabyte-HDD soll noch eine 18-TB-Festplatte folgen. Weitere Kapazitätsgewinne sollen mit der MAMR-Technik möglich sein, wie viel Daten die Festplatten des nächsten Jahres speichern sollen können, weiß Western Digital derzeit noch nicht; die Obergrenze soll aber mindestens auf 20 Terabyte angehoben werden. Zudem sollen die HDDs ab 2020 eine deutliche Steigerung der Lese- und Schreibraten mit sich bringen,was durch die Nutzung von zwei Aktoren für Lese- und Schreibköpfe möglich werden soll - theoretisch ist somit eine Verdoppelung der Leistung möglich, auch Konkurrent Seagate setzt auf diesen Ansatz.
Mehr zum Thema: WD Ultrastar DC HC620: Western Digital stellt erste 15-TByte-Festplatte vor
Toshiba wird wie Western Digital in Zukunft auf die MAMR-Technologie setzen, Seagate hingegen arbeitet an HAMR (Heat-Assisted Magnetic Recording), wobei ein Laser im Schreibkopf eingesetzt wird, um während des Schreibvorgangs die Speicherscheibe zu erwärmen. Die Wärme reduziert benötigte Stärke des Magnetfelds, wodurch die Packdichte der Daten erhöht werden kann. Western Digital forscht auch an dieser Technik, doch ging mit MAMR einen Zwischenschritt, den Seagate nicht machen wollte - eventuell war diese Entscheidung ein Fehler: Seagate musste wegen Schwierigkeiten bei der HAMR-Technik die geplante Serienfertigung von HDDs mit gesteigerte Kapazität (aktuelle Planung gehen von 20 Terabyte oder mehr aus) um ein Jahr nach hinten verschieben.
Quelle: Western Digital via AnandTech, ComputerBase


In ihrer Gesamtheit sind die Konzerne natürlich nicht bedroht. Wenn keine HDDs mehr benötigt werden, muss Toshiba deswegen ja nicht den Verkauf von Atomkraftwerken einstellen.
Nur weil andere in der Firma Produkte bauen, die nachgefragt werden, heißt das nicht, dass die Festplattenfertigung weitermacht wie bisher.
In ihrer Gesamtheit sind die Konzerne natürlich nicht bedroht. Wenn keine HDDs mehr benötigt werden, muss Toshiba deswegen ja nicht den Verkauf von Atomkraftwerken einstellen.
Naja, und dann muss in "ein paar Jahren" natürlich auch der Preis für SSDs max. noch auf dem Preis von HDDs liegen. Mal sehen, wann es die ersten 8 TB SSDs für Consumer im 2,5" (oder zur Not 3,5") Format für <180 € gibt. Selbst mit den neuen FABs in China und USA zweifele ich da in den kommenden Jahren noch dran.
Auf die Datenhaltbarkeit bin ich bereits in meinem letzten Post eingegangen: Es gibt keine Berichte über Probleme und bei kaum einem Anwender ein Bewusstsein dafür. Die Leute haben ihre Daten auch bereitwillig auf CD-R und DVD-R "gesichert" und erst lange nach dem Verlust bemerkt, warum das eine schlechte Idee ist. Sie werden auch SSDs bedenkenlos verwenden; bereits heute glauben viele dass USB-Sticks und SD-Karten geeignete Langzeitspeichermedien wären. Im Vergleich zu diesen haben SSDs den Vorteil, dass sie immer noch mehrheitlich intern verbaut werden und ihre Refresh-Logik somit regelmäßig mit Strom versorgt wird.
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