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Games World
  • Fallout 4 auf der Gamescom- Technisch noch kein The Witcher 3, aber unendlich detailverliebt

    Fallout 4 spielt auch vor dem Atomkrieg, also auch noch vor dem Abschluss eines Vertrags für den Vault-Bunker. Sie lernen Ihre Familie also richtig kennen. Quelle: Bethesda

    Die Gamescom-Demo wurde eher von Blut und Morden, Fatmens und Power-Armor-Mechs dominiert. Ein bisschen wenig, Grund genug sich die deutlich Quest- und Charakter-zentriertere Quakecon-Demo nochmal genauer anzuschauen, die unter anderem Journalistin Piper, den Fenway-Park und Jedi-Tricks in Diamond City einführt.

    Schon viele Minuten schlurfen wir rund um das Eingangstor zu Diamond City. Klar, wir könnten dem Wachposten auf dem Turm mit der Sniper Laser Rifle einen Kopfschuss verpassen und die zwei anderen Typen direkt an der Pforte nacheinander mit der modifizierten Ak-47 abknallen. Doch würde das funktionieren? Die Soldaten tragen schwere Kevlarrüstungen sowie Helme. Außerdem würde das der Lady, die hier als General das Sagen hat, gar nicht schmecken und mit der wollen wir schließlich noch Geschäfte machen respektive ihr Informationen entlocken. Wir könnten aber natürlich auch einen Security-Bot etwas weiter vorne hacken, ihn zum Tor schicken, so die Milizen ablenken und einfach reinschleichen, quasi auf die Big-Boss-Tour. Doch in der Quakecon-Demo müssen wir gar nicht ballern oder schleichen, wir können auch einfach ein wenig die Gegend erkunden und einer Journalistin namens Piper einen Gefallen tun. Die Waffe eines jeden Medienmenschen ist sein Mund und so nimmt uns Piper bei der Hand, schleppt uns zum Tor und legt los: "Sag bloß, du bist ein Händler aus Quincy? Und du hast Vorräte dabei, die für einen ganzen Monat reichen könnten?" Sie zwinkert uns zu und baut sich vor dem Wachmann auf: "Hey Danny, hast du das gehört? Beweg deinen Hintern und mach' das Tor auf, sonst musst du Verna erzählen, warum sie auf all das gute Zeug verzichten muss." Kaum gesprochen, öffnet sich das mechanische Tor und wir sind drin, in Diamond City.

    Fenway Park: kein The Witcher 3, aber unendlich detailverliebt

    Fallout 4 wird kein The Witcher 3, da müssen wir uns nichts vormachen. Die Texturen sind nicht so scharf, die Lichtstimmung nicht so perfekt und es wird auch kein PBR (Physical Based Rendering) auf die gesamte Szenerie angewendet, sondern nur punktuell. Auch sind die Animationen nicht so geschmeidig, dafür schreit jedes einzelne Detail Atmosphäre und Fallout. Generell ist der technische Eindruck deutlich besser, als ursprünglich befürchtet und Bethesda hat jetzt noch mehrere Monate Zeit fürs Polishing. Laut Bethesdas Marketingchef Pete Hines war Fallout 4 bereits zur Enthüllung Feature-Complete. Bethesda ist unglaublich gut darin unnatürlichen Welten Authentizität zu verleihen. Das machen sie durch Detailverliebtheit, aber dieses Mal auch kräftigere Signalfarben. Bethesda ist unglaublich gut darin unnatürlichen Welten Authentizität zu verleihen. Das machen sie durch Detailverliebtheit, aber dieses Mal auch kräftigere Signalfarben. Quelle: Bethesda Verna regiert vom Fenway Park aus, dem Baseball-Stadion der Boston Red Sox. Auffällig ist, wie viel Liebe Bethesdas Designer in jedes einzelne Gebäude stecken. Von der Nudel-Bar im Zentrum schießen auf dem Dach Blitzableiter gen Himmel und das Dach ist nicht einfach nur ein durchgängiges Konstrukt, sondern wild aus irgendwelchen Metallteilen, Abwasserrohren und Stangen zusammengehalten. Insgesamt sieben Stromleitungen verlaufen vom Dach zu anderen Gebäuden, weil die Power-Nudel-Bar den Hauptgenerator für dieses Areal beinhaltet. Sonst würde es ja nicht Power Noodles heißen, richtig? Manchmal fällt der übrigens aus, dann flackern die Lampions, die das Kabelgewirr verschleiern sollen und die beleuchtete Werbung. Weiter geht's mit den Charakteren, wo wir beispielsweise auf den Nudelverkäufer treffen, der diesem ganzen neumodischen Gerede von null Strahlen-belastung keinen Glauben schenkt. Er hat sich einen massiven, weißen Robo-Anzug gebaut mit dicker Windschutzscheibe und bedient seine Gäste nur aus dem Schutzanzug heraus. In jedem Areal sind außerdem die Wachposten so angezogen, wie es für die Szenerie Sinn macht: Fenway Park wird von mal mehr, mal weniger muskulösen Männern geschützt, die Catcher-Rüstungen aus dem Baseball tragen. Im Shop Swatters können Sie dann auch normale Schläger kaufen oder gleich mit Nägeln verfeinert. Wer etwas mehr Feuerkraft braucht, geht aber wohl eh eher in den Commonwealth Weapon Store.

    Piper, Dogmeat, Preston und das SPECIAL-System

    Fallout 4 wird wieder eine radikale Erfahrung, die Sie auf Entscheidungen festnagelt, Ihnen aber nichts aufdrängt. Theoretisch können Sie diesen liebenswerten, wenn auch leicht schmuddeligen Hund namens Dogmeat (Sie können ihn auch umbenennen!) einfach ignorieren, wenn sie gerade aus Vault 111 steigen. Doch dann verlieren sie einen treuen Begleiter, der sehr gut darin ist in der ungesicherten Geisterstadt Lexington Guhlangriffe vorherzusehen und sich auch für Sie in den Kampf wirft. Sie können sogar Mr. Handy ins Gesicht schießen, wie Creative Director und Skyrim-Koryphäe Todd Howard verrät, allerdings ist er dann für gewisse Zeit eingeschnappt und meidet Sie. Prinzipiell können Sie eh immer nur einen Begleiter mitnehmen, also entweder das Hundchen, einen Security-Bot, den Sie später kennenlernen, die sprachgewandte Piper oder Preston Garvey, der zwar ein geübter Scharfschütze des Boston Commonwealth ist, aber eher ungern Befehle annimmt und lieber sein Ding durchzieht. Er ist eher der Typ für eine Zweck-Kameradschaft. Jeder Charakter entspricht unterschiedlichen Spieltypen, Piper beispielsweise empfiehlt sich für pazifistische Spieler. Generell ist das ganze Rollenspiel auch von seinem SPECIAL (Strength, Perception, Endurance, Charisma, Intelligence, Agility, Luck)-System völlig auf Freiheit ausgelegt. Noch immer investieren Sie eine gewisse Zahl an Startpunkten, können die aber jetzt in beliebiger Höhe auf jede Kategorie verteilen. Wer beispielsweise auf Waffen weitestgehend verzichten möchte, setzt 9 Punkte in Intelligenz. Sie sehen dann in einer Art kleinem Bunker, wie das Vault-Männchen sich von Raum zu Raum bewegt, ein bisschen wie in Fallout Shelter für iOS und Android. Investieren Sie also in Intelligenz, können Sie so ziemlich Jeden dazu bewegen, zu tun, was immer Sie wollen. Das ist fast wie die Gedankenkontrolle der Jedis. Sie könnten aber auch voll auf Stärke setzen, um möglichst viel tragen zu können. Dann machen Sie einen auf Schrotti, klauben alles auf, was rumliegt, verhökern den Kram und investieren in bessere Rüstung und Waffen. Ach ja und sollten Sie sich fragen, warum in den ganzen Promo-Videos zu Fallout 4 Kreaturen und Menschen platzen wie eine mit C4 gefüllte Melone? Das Geheimnis ist auch ein Perk und heißt Bloody Mess.

    Gamescom-Fazit

    Fallout 4 mag zwar nicht die Eleganz und technische Brillanz eines The Witcher 3 haben, dafür atmen vor allem die Städte pure Fallout-Atmosphäre, allerdings in sehr viel farbenfroherem Design als in Fallout 3. Die Texturen sind ingesamt zumindest in Fenway Park doch recht scharf, das PBR sorgt in den Fabrikhallen rund um Lexington für Atmosphäre, insbesondere wenn es anfängt zu regnen und das volumetrische Licht drückt sich durch jede noch so kleine Einschussscharte in Ihrem alten Familienhaus, dort wo Sie auch Ihren Robo-Butler wiedertreffen. Außerdem erwartet Sie eine Menge Spieltiefe: satte 275 Fähigkeiten lassen sich in unterschiedlichen Stufen freischalten und via Crafting lässt sich aus einer Standard-Pistole ein Laser-Scharfschützengewehr basteln. Oder Sie schrauben einen Blubber-Tank an einen Granatwerfer und feuern fortan Plasmagranaten. Die Möglichkeiten sind hier ziemlich grenzenlos und das war ja noch lange nicht alles: Sie können mitten im Spiel eine komplette Basis hochziehen und zwar mit allem, was physikalisch gesehen notwendig ist. So eine Selbstschussanlage feuert nicht von alleine, die braucht Strom. Ergo müssen Sie Leitungen zu einem Generator legen und ein Computer-system dazwischen schalten, was der Anlage sagt, was zu tun ist. Sie können Gasfallen bauen um Raider zum Barbecue einzuladen und, und, und. Die Story ist noch etwas undurchsichtig, aber wenn Piper ein Indikator für die neuen Charaktere ist, dann hat Bethesda deutlich bessere Synchronsprecher angeheuert. Oh Sie können jetzt übrigens auch auch Dates gehen, Beziehungen führen, vielleicht ja sogar Kinder kriegen. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Artikel.

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    04:13
    Fallout 4: Technik-Details von der E3 nachgereicht
    Spielecover zu Fallout 4
    Fallout 4
  • Fallout 4
    Fallout 4
    Publisher
    Bethesda Softworks
    Developer
    Bethesda Softworks
    Release
    10.11.2015

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    Es gibt 37 Kommentare zum Artikel
    Von Scholdarr
    Kommt halt drauf an, wie wichtig einem die Story in einem Spiel/RPG ist. Jeder spielt Spiele aus unterschiedlichen…
    Von MfDoom
    Keiner kann inbrünstiger hassen, aus den nichtigsten Gründen, wie Gamer
    Von Scholdarr
    Was für Beweise willst du denn haben? Das ist doch offensichtlich, wenn man Skyrim mal länger als 5 Minuten gespielt…
    Von Owly-K
    Echte globale Auswirkungen gab es auch in NV kaum und wenn es sie hätte geben sollen, dann war irgendwas buggy. Ich…
    Von M4xw0lf
    Wenn man nur ballernd durch die Gegend läuft bemerkt man vielleicht keine Unterschiede... aber in New Vegas lässt sich…
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Owly-K
        Auch ich mochte Teil 3 ein bisschen mehr als NV, aber nur aufgrund von Details. Beide waren gute Spiele und einander sehr ähnlich - mir hat sich nie erschlossen, wo überhaupt so ein Unterschied zwischen Teil 3 und New Vegas gelegen haben soll, dass man einen Teil lieben und den anderen hassen oder auch nur nicht mögen kann.

        Aber egal. Jeder, wie er meint.
        Kommt halt drauf an, wie wichtig einem die Story in einem Spiel/RPG ist. Jeder spielt Spiele aus unterschiedlichen Gründen...
      • Von MfDoom BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Owly-K
        Auch ich mochte Teil 3 ein bisschen mehr als NV, aber nur aufgrund von Details. Beide waren gute Spiele und einander sehr ähnlich - mir hat sich nie erschlossen, wo überhaupt so ein Unterschied zwischen Teil 3 und New Vegas gelegen haben soll, dass man einen Teil lieben und den anderen hassen oder auch nur nicht mögen kann.

        Aber egal. Jeder, wie er meint.
        Keiner kann inbrünstiger hassen, aus den nichtigsten Gründen, wie Gamer
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Owly-K
        dass Bethesda keine Ahnung von World Design hat.
        Was für Beweise willst du denn haben? Das ist doch offensichtlich, wenn man Skyrim mal länger als 5 Minuten gespielt hat.

        Zitat
        Fallout 4 soll mir eine gute Geschichte erzählen, interessante Charaktere vorstellen,
        In einem Bethesda-Spiel? Hahaha...
      • Von Owly-K F@H-Team-Member (m/w)
        Echte globale Auswirkungen gab es auch in NV kaum und wenn es sie hätte geben sollen, dann war irgendwas buggy. Ich hab die Storyline pro-NCR durchgespielt und ihr letztlich zum Sieg verholfen und was war? Ich wurde immer noch dauernd von Legionärspatrouillen angegriffen, lediglich die Lager der Legion waren leer. Im Endeffekt änderten die „großen Entscheidungen“ in meiner Wahrnehmung nur, wer gerade Siedlung X oder Haus Y bewohnte; im Ödland hat sich nix davon bemerkbar gemacht. Und das gab es auch schon in Fallout 3. Megaton, Tenpenny Tower, dann war noch was in so einem Wasserwerk.... ach, diese Demenz...
        Alles AFAIR übrigens ohne aktive Gewalt lösbar. Und ob es solche Situationen nun öfter wie in NV oder eben ein bisschen weniger gibt, macht für mich nicht den Reiz des Spiels aus.
        Und nein, ich laufe nicht nur ballernd durch die Gegend. Dafür könnte ich ja auch <insertrandomshooter> spielen, aber das ist definitiv nicht mein Genre. Fallout 4 soll mir eine gute Geschichte erzählen, interessante Charaktere vorstellen, ein clveres Skill- und Perksystem bieten und wenn durch den Siedlungsbau noch ein Hauch Strategie mit an Bord kommt, bin ich auch dafür offen. Ganz sicher ist eins: Wenn das Prädikat „unendlich detailverliebt“ aus der Überschrift zutrifft, bin ich eine glückliche Eule.
      • Von M4xw0lf Lötkolbengott/-göttin
        Wenn man nur ballernd durch die Gegend läuft bemerkt man vielleicht keine Unterschiede... aber in New Vegas lässt sich beispielsweise praktisch alles auch ohne Waffeneinsatz lösen und es gibt fast immer unterschiedliche Arten, eine Quest zu lösen, und damit tatsächlich den Zustand der Spielwelt nach eigener Vorliebe zu beeinflussen. In Fallout 3 gibt es genau eine solche Situation: Bombe bumm oder Bombe nicht bumm (und eine sinnvolle Motivation hinter dem Ganzen sucht man auch vergebens).
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Fallout 4
Fallout 4 auf der Gamescom- Technisch noch kein The Witcher 3, aber unendlich detailverliebt
Die Gamescom-Demo wurde eher von Blut und Morden, Fatmens und Power-Armor-Mechs dominiert. Ein bisschen wenig, Grund genug sich die deutlich Quest- und Charakter-zentriertere Quakecon-Demo nochmal genauer anzuschauen, die unter anderem Journalistin Piper, den Fenway-Park und Jedi-Tricks in Diamond City einführt.
http://www.pcgameshardware.de/Fallout-4-Spiel-18293/Specials/Gamescom-Preview-Vorschau-1167551/
11.08.2015
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