FIFA 19 im Technik-Test mit Benchmarks - Gibt es so etwas wie zu viel Performance?
Das alljährliche FIFA-Update erfindet - wie zu erwarten - den Ball nicht wirklich neu - weder vom Gameplay noch der genutzten Technik her. Bei Letzterer kommt wiederholt die potente Frostbite-Engine zum Einsatz, die mit einer durchaus schicken Grafik samt ansehnlicher Modelle und Animationen der digitalisierten Spieler aufwarten kann, generell aber eher unterfordert wirkt. Auf der Habenseite können extrem hohe Bildraten erzielt werden, sogar mit schwächerer Hardware.
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FIFA 19 soll nach dem etwas kontrovers aufgenommenen FIFA 18 wieder Spieler und Fans beglücken. Dazu wurde das Gameplay behutsam angepasst und etwas anspruchsvoller gestaltet, darüber hinaus wurden die Spielmodi erweitert und optimiert. Neben der Fortsetzung des Journey-Modus, quasi der Story-Kampagne von FIFA 19, der die Geschichte um den Engländer Alex Hunter aus den beiden Vorgängern fortsetzt, wurde der Anstoß-Modus überarbeitet. Zudem wurde die Champions League in den Karriere-Modus integriert. Eine detaillierte Abhandlung des Gameplays sowie der spielerischen und inhaltlichen Neuerungen lesen Sie bei den Kollegen der PC Games. Ebenfalls wieder enthalten ist zudem der Ultimate-Team-Modus, auf welchen wir an dieser Stelle noch einmal gesondert hinweisen möchten. Denn dieser ist laut EA nicht nur "der beliebteste Spielmodus des Spiels", sondern aufgrund der in diesen Modus zentral integrierten Lootbox-Mechanik samt kaufbarer, virtueller Währung außerdem für den Publisher extrem lukrativ, aber auch tendenziell Pay-2-Win und außerdem der Grund, weshalb Electronic Arts mit FIFA 19 in Belgien ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das dortige Glücksspielgesetz droht.
FIFA 19 - Überzeugende Fußball-Atmosphäre, gute Grafik, hohe Performance
Bei der technischen Umsetzung von FIFA 19 zeigt sich die seit FIFA 17 eingesetzte Frostbite-Engine von ansehnlicher Seite - auch wenn es grafisch keine allzu großen Schritte gegenüber den beiden technisch eng verwandten Vorgängern gibt. Doch insbesondere bei Nahaufnahmen und hohen Auflösungen kann die Grafik mit detaillierten, schick animierten Spielermodellen und glaubhafter Umsetzung der verschiedenen Stadien punkten, unterschiedliche Witterungsumstände wie Sonnenschein, Regen oder Nebel sowie Tageszeiten und Beleuchtung bringen optische Abwechslung. In den Nahaufnahmen lassen sich zudem einige feine Details bestaunen, darunter die mit Physikmodellen ausgestatteten Trikots und die hübsche Grasdarstellung. Letztere interagiert mit Spielern und Ball, Grashalme werden von Stollen oder rundem Leder niedergedrückt, mit steigender Spielzeit mehren sich im Grün hinterlassene Spuren und an den Trikots von Spielern verunzierende Grasflecken - nett.
Auch das Publikum wurde gut umgesetzt und reagiert dynamisch auf den Spielablauf, schwenkt Fahnen oder bejubelt bekannte Spieler mit Plakaten, auf denen deren Konterfei prangt. Einige hübsche Partikeleffekte für Regen- oder Konfetti-Schauer sind ebenfalls zu bestaunen. Dazu bietet FIFA 19 eine überzeugende Beleuchtung und Verschattung (die allerdings etwas feiner und hochauflösender ausfallen könnte) sowie eine schicke Tiefenschärfe. Die selbstablaufenden Nahaufnahmen, welche die Fußball-Atmosphäre sehr gut einfangen und überzeugend eine Fernsehübertragung mimen, sind definitiv das grafische Aushängeschild von FIFA 19. Die Frameraten liegen in diesen Szenen deutlich niedriger als beim tatsächlichen Spielen, häufig fällt die Bildrate gegenüber den Gameplay-Szenen um mehr als die Hälfte ab - mit einer AMD-GPU werden diese Szenen zudem auf 30 Fps begrenzt, selbst wenn Vsync und Bildratenbegrenzungen in Spiel und Treiber deaktiviert wurden. Ärgerlich, denn insbesondere der Übergang zwischen samtig-flüssigem Gameplay und stockend-trägen Zwischensequenzen ist auffällig und immersionsstörend.Auch während des eigentlichen Gameplays, wenn Sie die Figuren tatsächlich steuern dürfen, wirkt FIFA 19 gefällig und setzt die Thematik authentisch um. Allerdings wäre hier von grafischer Seite deutlich mehr drin gewesen. Insbesondere bei hohen Auflösungen wie UHD - oder gar darüber hinaus, die Leistung wäre vorhanden - fällt ins Auge, dass der Detailgrad gegenüber den selbstablaufenden Nahaufnahmen wesentlich niedriger ausfällt. Bei sehr hohen Pixeldichten wirken die Spielermodelle etwas flach und kantig, die Detaildichte nicht ganz ausreichend, um detailverwöhnte Augen zu befriedigen. Auch die von den Spielern geworfenen Schatten sind etwas arg grob und pixelig. Zumindest an diesen Stellen sollte EA beizeiten aufrüsten, schließlich sind nun auch die Konsolen UHD-fähig und hohe Auflösungen somit im Mainstream angekommen. Auf dem PC werden des Weiteren während des Gameplays geradezu lächerlich hohe Bildraten erzielt und dies bereits mit Mittelklasse-Hardware. Schon eine GTX 1050 Ti knackt in Ultra HD mit vollen Details - abseits der grafisch deutlich anspruchsvolleren, selbstlaufenden Sequenzen - relativ problemlos 60 Fps. Eine RX 580 erzielt bei den gleichen Settings knapp 140 Fps, eine RTX 2080 Ti wird selbst in UHD mit Frameraten jenseits von 300 Bildern pro Sekunde noch leicht von unserem auf 5,0 GHz übertakteten i7-8700K ausgebremst. Solch hohe Performance braucht es nun wirklich nicht, und bezahlbare 8K-Displays sind noch in weiter Ferne, aktuelle PC-Hardware ist somit stark unterfordert. Auch beim Speicher ist FIFA 19 genügsam, in Ultra HD samt voller Detailstufe werden kaum mehr als 3 GiByte Videospeicher belegt.
FIFA 19 - AMD mit Vorteilen im partiellen CPU-Limit
Was die Performance angeht, so gibt es neben dem mit AMD-Hardware einsetzenden 30-Fps-Lock in den Zwischensequenzen einen weiteren Punkt, in dem AMD auffällig dasteht: Die Radeon-GPUs erzielen in niedrigen Auflösungen eine höhere Leistung als vergleichbare Nvidia-GPUs. Tatsächlich kann sich AMD in Full HD sogar an die Spitze der Benchmarks setzten: Nicht nur die flotte Sapphire RX Vega 64 Nitro+ schlägt in Full HD Nvidias in Form der ebenfalls tüchtig werksübertakteten EVGA RTX 2080 Ti XC Ultra, sondern auch das kleinere Vega-Modell in Form der Powercolor RX Vega 56 Red Devil. Erst bei höheren Auflösungen rückt sich das zu erwartende Leistungsbild langsam zurecht. Wie schon erwähnt, ist aber selbst Ultra HD nicht ausreichend, um die RTX 2080 Ti voll auszulasten, sie wird noch immer leicht von der CPU ausgebremst. Beim Wechsel von Full HD auf Ultra HD büßt die extrem schnelle Nvidia dann auch gerade einmal 5 Prozent Leistung ein. Wenn Sie die Benchmarks betrachten, beachten Sie also, dass die potenteren Geforce-GPUs etwas früher von unserem Prozessor limitiert werden als die Radeon-Grafikkarten, einzige Ausnahme im Testfeld ist dabei die Hawaii-Architektur in Form der R9 390.
Für unsere Benchmarks haben wir im Grafik-Menü maximale Details und die Direct-X-11-Schnittstelle genutzt. Probemessungen unter Direct X 12 zeigten zwar eine flüssige Darstellung ohne auffällige Ruckler, doch fiel die Leistung mit allen für die Stichproben genutzten Grafikkarten (Pascal, Turing, Vega, Polaris) niedriger als unter DX11 aus. Dann haben wir manuell ein Spiel erstellt, das Olympiastadion gewählt und die Witterungsumstände, Tages- und Jahreszeit festgelegt. Wir nutzen Schauer, 18:00 Uhr und Herbst. Noch vor dem Anpfiff geben wir den Grafikkarten einige Minuten Zeit, mit den vor dem Spiel ablaufenden, grafisch anspruchsvollen Sequenzen ihre Betriebstemperatur zu erreichen, um die Messungen nicht durch unrealistisch hohe Boost-Taktraten zu beeinflussen. Die in den Benchmarks angegebenen Taktraten haben wir in Ultra HD ermittelt, in niedrigen Auflösungen liegen sie insbesondere bei Pascal, Turing und Vega tendenziell noch etwas höher. Um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, bolzen wir den Ball im Anschluss in der Spielfeldmitte hin- und her.
Anzumerken sei hier nochmals, dass die Nvidia-GPUs früher als die AMD-Grafikkarten von dem Prozessor eingebremst werden, die Bildraten daher in Full HD zugunsten AMD ausfallen. Wenn Sie ein ausgewogeneres, weniger stark von der CPU beeinflusstes Performance-Bild begutachten wollen, wechseln Sie bitte im Drop-Down-Menü auf die Ultra-HD-Auflösung mit 3.840 × 2.160 Pixeln.
FIFA 19 - Fazit des Technik-Test
Prinzipiell gibt es an der Grafik und Performance von FIFA 19 nicht allzu viel auszusetzen. Insbesondere in den Nahaufnahmen ist die Optik hübsch und detailliert, wobei an dieser Stelle mit AMD-Hardware das erzwungene 30-Fps-Lock stört. Mit einer Nvidia-GPU sind die Bildraten auch in diesen freigeschaltet. Eventuell gibt es analog zu FIFA 17 und 18, in denen mit Radeons ebenfalls ein Framelock in Sequenzen vorlag, einen Fix, um dies zu umgehen. Wünschenswert wäre es aber, wenn EA das Problem zumindest im dritten Frostbite-FIFA endlich beheben würde. Auch wäre es lobenswert, wenn Electronic Arts zumindest dem PC zu weiteren, die Grafik verbessernden Detailstufen verhelfen würde - die Optik in den Sequenzen ist schick, die Modelle sind detailliert, Feinheiten wie das Gras oder die Falten der Trikots würden in hohen Auflösungen auch während des regulären Spielens Vorteile bringen und die Performance wäre wohl selbst mit einem deutlich höheren Detailgrad noch sehr gut. Dazu müssten mit einiger Gewissheit nicht einmal neue Assets erstellt, sondern einfach ein höheres Level-of-Detail gefahren werden. Also EA: PCler würden es euch danken, wenn sie ihre Hardware zugunsten der Optik auch einsetzen könnten - wenigstens Supersampling in Form einer Renderskalierung hätte man ohne größere Umstände ins spärliche Grafik-Menü integrieren können - schließlich unterstützt die Engine eine solche bereits.

Normal ist bei Sowas das Anlegen von 2 Renderpfaden - Wolfenstein 2 mit Option: on/off= vorbildlich!
Defered ist auf Konsolen nicht gescheit nutzbar.Das blockiert zu sehr die ROP`s.
Am Ende sind die Konsolen maßgebend, rein durch Ihre Stückzahl!
(nicht ne Minderheit dedizierte Grakas, geschweige denn ein kleiner UE4-Dev)
Von daher ist es für mich OK, wenn AMD nicht auf Defered eingeht.
(Ausnahme PUBG, wo anscheinend der Dev mitzieht)
Werde da lieber 1-2 exotische defered Games weglassen.
Ansonsten ist es in fast jedem Spiel optional an/aus schaltbar ....
optimalerweise von einem Veganer eingestellt werden sollte.
Das können Wir dann im Vega-Thread auf S.1 setzen.
Danke Vorab.