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  • Enemy Front: Cryengine seziert - Benchmarks und Technik-Analyse des Weltkriegshooters

    Der polnische Entwickler City Interactive bewies in der Vergangenheit mit Sniper: Ghost Warrior und Alien Rage nicht immer ein glückliches Händchen. Der Weltkriegsshooter Enemy Front lässt aber zumindest einen gewissen Lernprozess erahnen. Die technische Basis des Spiels bildet die Cryengine. Wie gut ist die Umsetzung gelungen? Unsere Benchmarks samt Analyse verraten, ob CI Games die Engine im Griff hat.

    Enemy Front (50) Enemy Front (50) Quelle: PC Games Hardware In Enemy Front übernimmt der Spieler die Rolle des amerikanischen Kriegsberichterstatters Robert Hawkins, der sich - entsetzt von den Gräueltaten der Nazis - dem Widerstand anschließt. Das Spiel beginnt mit dem Warschauer Aufstand 1944, als sich die polnischen Kämpfer der Armia Krajowa erheben und dann über 63 Tage erbitterte Gefechte gegen die deutschen Besatzer führen. Während des Aufstandes werden aus Sicht der Spielfigur Rückblenden erzählt, die den Spieler an andere europäische Schauplätze führen, wo er an Seiten der französischen Résistance, der norwegischen Widerstandsbewegung und auch auf Seiten der Deutschen gegen die Nazis kämpft.

    Enemy Front - Schöne Lichteffekte, sonst durchwachsene Grafik

          

    Interessant bei den wechselnden Schauplätzen ist, dass sich Look und Feel des Spieles ändern: In den engen, zerbombten Gassen Warschaus und der Kanalisation, die dem Widerstand als Zufluchtsort und dem Spieler als zentraler Hub zwischen den Missionen dient, verbreitet der für Weltkriegsspiele und -filme typische grau-braune Look düstere Stimmung. Die erste Rückblende führt den Spieler dann ins besetzte Frankreich. Dort lässt Enemy Front das saftige Gras und die lila Lavendelbüsche in kräftigen Farben erstrahlen, später wird durch den jeweiligen Farbfilter das schneebedeckte Norwegen in einem kühlen Blau und Deutschland in einem Stahlgrau dargestellt. Dies ist durchaus gelungen, wie auch die Lichteffekte: Enemy Front nutzt einige der Features der Cryengine wie Global Illumination und HDR-Rendering sowie einen hochqualitativen Bloom. Letzteres wirkt allerdings wie auch die starken Lens-Flares etwas zu dick aufgetragen. Doch insgesamt ist die Beleuchtung sicher der lobenswerteste Teil der Grafik. Im Untergrund wirft das Licht der Petroleumlaternen schöne dynamische Schatten, in Gebäuden strahlen bleiche Lichtfinger durch die Fenster nach innen und dann und wann, wie bei dem Kampf um die Johanneskathedrale, beweisen die Entwickler, dass sie mit der Engine umgehen können.

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    Enemy Front - Technikanalyse des Weltkriegsshooters auf Basis der Cryengine
    Spielecover zu Enemy Front
    Enemy Front

    Leider ist das nicht immer gelungen. Viel zu oft bleiben die Fähigkeiten der Cryengine ungenutzt. Die Qualität der Texturen ist beispielsweise eher durchschnittlich, zudem wirken diese durch oft fehlende Parallax-Maps sehr flach. Und: Wie bei der restlichen technischen Umsetzung - mit Ausnahme der Lichteffekte - liegen gute wie negative Beispiele meist dicht beieinander. So finden sich extrem matschige Pixeltapeten direkt neben den besser gelungenen und schmälern so den Eindruck Letzterer. Gleiches gilt etwa auch für Objekte: Wir stießen bei unserem Test auf einige tessellierte Modelle. In direkter Nachbarschaft fand sich ein ähnliches Objekt, bei dem die Direct-X-11-Technik dagegen nicht angewandt wurde. Auch bei den Animationen wurde viel Mühe in die gelungenen Waffenmodelle gesteckt, hier gibt es sogar Unterschiede, ob das Magazin einer Waffe vor dem Nachladen leergeschossen wurde oder nicht. Sogar der Laufwechsel eines stationierten MG42 wurde schön animiert. Die Bewegungen von Gegnern und NPCs wirkt dagegen hölzern und puppenhaft. Insgesamt hinterlässt Enemy Front einen zwiespältigen Eindruck. Vor allem aber die polygonarme Leveldarstellung wirkt nicht mehr zeitgemäß. Sicher spielt die Entscheidung CI Games', neben dem PC auf die Last-Gen-Konsolen zu setzen, eine Rolle. Der kleine Entwickler kann wahrscheinlich eine umfassende grafische Aufwertung für den PC nicht schultern und muss zu großen Teilen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner setzen.

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    Enemy Front Benchmarks 1080p 20140624104441-pcgh

    Enemy Front - Gute Nutzung der Ressourcen

          

    Erfreulich dagegen: Auf dem PC wird die vorhandene Hardware gut genutzt. Enemy Front fühlt sich schon mit 40 Fps flüssig an, daher gibt's mit einer Mittelklasse-Grafikkarte in Full HD bereits gut spielbare Bildraten. Dabei bleibt das Spiel frei von starken Einbrüchen und favorisiert keinen der Hersteller auffällig. Stärkere GPU-Leistung wird praktisch 1:1 in höhere Fps umgesetzt. In Ultra HD brechen die Fps sehr stark ein, selbst die High-End-Grafikkarten GTX 780 Ti und R9 290X schaffen hier keine spielbaren Bildraten mehr. Das liegt wohl daran, dass die Shader nicht für höhere Auflösungen optimiert wurden, sondern mit dieser skalieren und so für eine überproportional wachsende GPU-Belastung sorgen. Die Speicherbelegung der Grafikkarte steigt in UHD auf etwa 2,7 GiByte an, verursacht aber noch keine nervigen Einbrüche bei 2-GiByte-Modellen. In Full-HD reichen Letztere völlig aus. Die CPU wird nur gering belastet. Enemy Front nutzt dabei alle acht Threads unseres Core i7. In 720p bestimmt immer noch die GPU die Bildraten, erst nach dem Abschalten von zwei Kernen und Hyperthreading brechen die Fps etwas ein und das Spielgefühl wird durch kleinere Ruckler getrübt.

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    EnemyFront Low-pcgh


    Die technische Basis von Enemy Front macht also einen guten Eindruck, was CI Games aus der Engine grafisch herausgeholt hat, ist allerdings sicher nicht das Optimum. Allerdings kann wohl auch nicht jeder Entwickler die Kosten für einen optischen Kracher wie Crysis 3 oder Ryse schultern. Der Einsatz der Cryengine ist daher kein Garant für eine mit diesen Titeln vergleichbare optische Brillanz. In Enemy Front kommt hinzu, dass die Grafik oft eine zwiespältigen Eindruck macht und den Entwicklern offensichtlich auch einige handwerkliche Fähigkeiten fehlen, um zu den Großen aufzuschließen. Dennoch kann sich der Weltkriegsshooter von CI Games durchaus sehen lassen, ja, im Prinzip ist er sogar einer der hübschesten Vertreter seines Genres - viele aktuelle Weltkriegsshooter gibt es schließlich nicht.

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    City Interactive zeigt mit Enemy Front, dass sie nicht nur mäßige Spiele abliefern können. Sicher - ein Hit ist der Weltkriegsshooter gewiss nicht, aber er spielt sich flott und frisch, die technische Umsetzung ist solide und nutzt die vorhandene Hardware ordentlich. Ein paar interessante Ideen wie die wechselnde Farbstimmung und spielerische Freiheiten beim Level-Design lassen uns hoffen, dass beim Entwickler ein Lernprozess vonstatten geht und wir in Zukunft hoffentlich noch bessere Spiele von dem polnischen Entwickler erwarten können.
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  • Enemy Front
    Enemy Front
    Publisher
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Developer
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Release
    13.06.2014

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    Es gibt 23 Kommentare zum Artikel
    Von Monsjo
    Sind das nicht diese unbekannten Indiespiele?
    Von Scholdarr
    Schon mal was von Kingdom Come Deliverance und Star Citizen gehört?
    Von Snoozle
    super geiles spiel, sehr geile grafik, trotz nicht 100% genutzten cryengine potentials ! genau mein fall, ich liebe es…
    Von SphinxBased
    das game is gar nicht so schlecht und sieht relativ gut aus...........besser als die dieser bf,cod kack..............
    Von bazooexcalibur
    einer der schlechtesten Games, Sound klingt wie Blech, keine Atmosphäre...und frezzt und was weis ich noch trotz i5…
      • Von Monsjo
        Sind das nicht diese unbekannten Indiespiele?
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Rollora
        jepp, stimmt schon, die Engine läuft inzwischen bei gutem Aussehen flüssig.
        Die Frage, wie immer bei der Cryengine: aber kann die noch was außer schön?
        Wieviele gute Spiele kamen damit denn schon, also welche die vom Gameplay her was "anderes" machen und auch noch gut sind? Warum haben alle wirklich unterhaltsamen Spiele eine andere Engine?

        Schon mal was von Kingdom Come Deliverance und Star Citizen gehört?
      • Von Snoozle PC-Selbstbauer(in)
        super geiles spiel, sehr geile grafik, trotz nicht 100% genutzten cryengine potentials !

        genau mein fall, ich liebe es ! So soll ein WWII SHooter sein. WOlfenstein, ja sehr sehr geil, super story und umsetzung, aber es fehlt die authentizität, es ist kein WWII Shooter sondern rein fiktiv, das hier ist genau das was ich mir von so einem spiel wünsche. stealht mechanik meistens sehr gut umgesetzt ! funktioniert hier sehr gut, und die enemy AI ist auch nur vereinzelt so doof, wie man überall liest, ich wurde schon flankiert und von der seite angegriffen, wenn sie dich entdeckt haben etc. nur selten komplett aussetzer.
      • Von SphinxBased Freizeitschrauber(in)
        Zitat von bazooexcalibur
        einer der schlechtesten Games, Sound klingt wie Blech, keine Atmosphäre...und frezzt und was weis ich noch trotz i5 4670K, und GTX 780...da zock ich lieber Call of Duty zum Xmal


        das game is gar nicht so schlecht und sieht relativ gut aus...........besser als die dieser bf,cod kack..............
      • Von bazooexcalibur Kabelverknoter(in)
        einer der schlechtesten Games, Sound klingt wie Blech, keine Atmosphäre...und frezzt und was weis ich noch trotz i5 4670K, und GTX 780...da zock ich lieber Call of Duty zum Xmal
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Enemy Front
Enemy Front: Cryengine seziert - Benchmarks und Technik-Analyse des Weltkriegshooters
Der polnische Entwickler City Interactive bewies in der Vergangenheit mit Sniper: Ghost Warrior und Alien Rage nicht immer ein glückliches Händchen. Der Weltkriegsshooter Enemy Front lässt aber zumindest einen gewissen Lernprozess erahnen. Die technische Basis des Spiels bildet die Cryengine. Wie gut ist die Umsetzung gelungen? Unsere Benchmarks samt Analyse verraten, ob CI Games die Engine im Griff hat.
http://www.pcgameshardware.de/Enemy-Front-Spiel-22627/Specials/Cryengine-Benchmarks-und-Technik-Analyse-1125992/
24.06.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/06/Enemy_Front_PCGH_01-pcgh_b2teaser_169.jpg
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