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  • Ausprobiert auf der CES: Spiele per Augenbewegung steuern, Kailh-Schalter besser als Cherry?

    Eigene Spiele dafür sind allerdings Zukunftsmusik. In erster Linie will Steelseries messen, wie gut Ihre Hand-Augen-Koordination funktioniert. Quelle: PC Games Hardware

    Mit dem Sentry steuern Sie Spiele per Augenbewegung und lernen durch Heatmaps von Profis, Dota 2 zu spielen. Außerdem im Check: die mechanische APEX MX 800 mit speziellen Kailh-Schaltern. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt.

    Die Augen suchen den Bildschirm ab, achten auf heranfliegende Drachen und Gnome mit Äxten, die Blut sehen wollen. Es ist eine Situation wie in jedem x-beliebigen Rollenspiel, doch den Unterschied hier macht die CES-Enthüllung Steelseries Sentry Eye-Tracking-Kamera. Gespielt wird hier nicht mit der Maus, sondern nur mit den Augen. Schauen Sie länger auf einen Punkt, wird der Gegner anvisiert. Magie steht Ihnen nicht zur Verfügung, dafür liegen dicke Felsbrocken in der Wüste. Ähnlich wie mit der Gravity Gun aus HL2 - und so Gabe Newell will auch Half-Life 3 - können Sie Objekte aufheben und werfen. Nur benutzen Sie hier ausschließlich Ihre Augen. Sie fokussieren also einen Felsbrocken an und bewegen Ihre Augen dann langsam nach links. Durch ein Blinzeln wird der Stein auf die Gnome geschleudert. Etwas schwieriger gestaltet sich die Action gegen fliegende Gegner, denn hier müssen Sie längere Zeit auf den Feind starren, um weit genug zu werfen.

    Die Technik: Sehr präzise, aber schwierig bei Müdigkeit

    Drei Infrarot-Sensoren scannen die Bewegung Ihres Augapfels und bewegen so Ihren Spielhelden. Willkommen in der Welt des Eye-Tracking. Drei Infrarot-Sensoren scannen die Bewegung Ihres Augapfels und bewegen so Ihren Spielhelden. Willkommen in der Welt des Eye-Tracking. Quelle: PC Games Hardware Steelseries arbeitet mit Tobii Technologies zusammen, die vorher vor allem Eye-Tracking-Systeme für medizinische Forschungsinstitute entwickelt haben. Die Sentry-Bar an sich nimmt in etwa die Hälfte eines 27 Zoll-Monitors ein, ist flach wie ein Macbook Pro und recht schmal. Am Gehäuse befinden sich drei Infrarot-Sensoren, die die Bewegungen Ihres Augapfels 50 Mal in der Sekunde scannen und eine NIR-Kamera, die für die Aufnahme zuständig ist. Die Technologie funktioniert beim Anspieltermin bereits sehr gut und fühlt sich präzise an, problematisch ist nur die stark variierende Reaktionszeit des menschlichen Körpers und der Augen. Es mag an den langen Messe-Tagen in Vegas und kurzen Nächten liegen, aber gefühlt ist das lange Fokussieren auf einen Punkt auf dem Bildschirm durchaus anstrengend, zumindest wenn man es für eine längere Zeit macht. Das Spielen erfordert deutlich mehr Konzentration, weil Sie die Augen nicht vom Bildschirm abwenden und sich auch nicht ablenken lassen dürfen. Letztlich dürfte das allerdings Gewöhnungssache sein.

    Durch Heatmaps von den Profis lernen

    Spannend: Wer Sentry kauft, bekommt Heatmaps und Reaktiondaten von ProGamern der Clans Natus Vincere sowie Fnatic. Spannend: Wer Sentry kauft, bekommt Heatmaps und Reaktiondaten von ProGamern der Clans Natus Vincere sowie Fnatic. Quelle: PC Games Hardware Die wichtigste Funktion des Sentry ist aber ohnehin die Fähigkeit, Augenbewegungen von Spielern sehr präzise zu erfassen und in Statistik-Tools auszuwerten. Man arbeitet dafür intensiv mit den eSport-Clans FNatic und Natus Vincere zusammen. Die sollen allerdings anders als bei den meisten Kooperationen nicht nur am Feintuning mitarbeiten und beratend zur Seite stehen, sondern Daten liefern, die Steelseries an seine Kunden weitergibt. Daniil "Dendi" Ishutin beispielsweise gilt als einer der derzeit besten Dota-2-Spieler und arbeitet laut Steelseries mit 200 Fixierungen pro Minute. Von einer Display-Fixierung spricht man im E-Sport, wenn die Augen länger als 50 Millisekunden auf einem Punkt weilen. Daraus ergibt sich eine Statistik und eine Heatmap, die von den Clans nach Turnieren ausgewertet wird.

    Zu CS, Dota 2, LoL und Starcraft 2 werden Pro-Gamer-Daten mitgeliefert

    Solche Eye-Tracking-Systeme sind nämlich schon lange Standard im Training der E-Sport-Profis und diese Daten plant Steelseries, für Sentry-Kunden zu veröffentlichen. Sie können ergo eine Karte in Dota 2 wählen, Ihre Augenbewegungen aufnehmen, anschließend Ihre eigene Heatmap mit der eines Pro Gamers vergleichen und so lernen, welche Wege er geht, welche Tricks er benutzt und letztlich können Sie so die eigene Effizienz steigern. Das funktioniert tatsächlich ziemlich zuverlässig, weil Sie im Replay genau sehen, wo Sie einen Fehler gemacht und Zeit verschwendet haben. Rote Flecken zeigen an, wo Sie mit den Augen sehr lange verweilt sind. Grüne stehen für kürzere Fixierungen. Hat sich ein Gegner von der Flanke aus dem Osten angeschlichen und Sie haben Ihn nicht mit den Augen fixiert, wird er markiert und die Software listet hinterher mit Screenshots auf, wo Ihnen Fehler unterlaufen sind. Ein Massenmarkt-Produkt wird das Sentry sicherlich nicht, für ambitionierte Spieler von Dota 2, Starcraft 2, League of Legends und Counter-Strike (zu diesen Spielen sollen Pro-Gamer-Daten verfügbar sein) ist es aber mit 199 Euro ein bezahlbarer Einstieg in die technologisierte eSport- Trainingswelt. Genau so viel kostet übrigens auch die frisch enthüllte mechanische Tastatur Apex M800.

    SteelSeries Apex M800: eigene Switches, zwei Mikroprozessoren

    Für die Apex M800 hat Steelseries zusammen mit Kailh ganz neue Switches entwickelt, die an Cherry Reds erinnern, aber flacher designt sind. Für die Apex M800 hat Steelseries zusammen mit Kailh ganz neue Switches entwickelt, die an Cherry Reds erinnern, aber flacher designt sind. Quelle: PC Games Hardware Nach Razer baut jetzt auch Steelseries seine eigenen Schalter in Kooperation mit dem chinesischen Key-Spezialisten Kailh und tauft sie auf den Namen QS1. Der Auslösepunkt liegt hier bei 1,55 Millimetern (bei Cherry sind es 0,45 Millimeter mehr), das Signal wird also minimal früher übertragen. Wie hoch der Auslösewiderstand ausfallen wird, tüftelt Steelseries gerade noch aus, möchte sich aber zwischen die Typen Cherry Black und Cherry Red setzen, also zwischen 60 - und 45 Gramm Federwiderstand. Das CES-Modell lief bereits mit 45 Gramm Anpressdruck und erinnerte vom Spielgefühl stark an die Cherry Reds. Die Auslösedistanz beträgt 1,5 Millimeter, der Tastenhub wiederum 3,0 Millimeter. Die Schalter sind linear aufgebaut, das macht die Apex M800 zum starken Spielpartner für Shooter wie Counter-Strike: Global Offensive. Hier macht sich der deutlich verkürzte Hubweg auf 3 Millimeter sichtlich bemerkbar, Ihre Hände fliegen fast über die Tastatur. Da zudem die Keys deutlich flacher sind als Cherrys, fühlt sich die neue Apex an wie eine Kombination aus komfortabler Mac-Tastatur (die ja perfekt zum Tippen geeignet ist) und mechanischem Gaming-Experte.

    Interessant wird auch sein, ob sich im Test zum Release die zwei Mikroprozessoren bemerkbar machen. Der eine kümmert sich nur um die Tasteneingaben, der andere regelt die Beleuchtung. Anders als bei den Vorgängern können Sie jetzt wie bei der Razer Chroma Black Widow jede Taste einzeln beleuchten. Das ist sicherlich interessant für Spieler, die sich gerne die Nächte um die Ohren schlagen und sich nicht von Lichtquellen stören lassen wollen. Gerade für komplexere Titel wie Starcraft 2 ergibt es durchaus Sinn, nur die relevanten Keys zu beleuchten. Die Apex M800 hat nur noch sechs Makrotasten, die sich dafür fünffach belegen lassen. Sie können ergo mit der Steelseries-Software je ein Keybinding für Counter-Strike, Starcraft, Dota & Co. anlegen, entsprechende Kolorierung zuweisen und direkt per Tastendruck laden. Der Preis liegt bei 199 Euro, das Release-Datum stand auf der CES aber noch nicht fest.

    02:52
    Steelseries und Tobii stellen Eye-Tracking-Controller EyeX vor
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Ausprobiert auf der CES: Spiele per Augenbewegung steuern, Kailh-Schalter besser als Cherry?
Mit dem Sentry steuern Sie Spiele per Augenbewegung und lernen durch Heatmaps von Profis, Dota 2 zu spielen. Außerdem im Check: die mechanische APEX MX 800 mit speziellen Kailh-Schaltern. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt.
http://www.pcgameshardware.de/Eingabegeraet-Hardware-154122/Specials/Ausprobiert-Sentry-Eye-Tracker-Apex-MX800-1147740/
13.01.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/01/SteelSeries_03-pcgh_b2teaser_169.jpg
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