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  • Eve: Valkyrie mit Oculus Rift angespielt - Läuft es auf einer 970?
    Quelle: CCP Games

    Eve: Valkyrie mit Oculus Rift angespielt - Läuft es auf einer 970?

    Top Gun im Weltall, der Star-Wars-Simulator, die VR-Revolution: Eve: Valkyrie wurde mit vielen Vorschusslorbeeren überhäuft, doch wie gut ist die erste Triple-A-Erfahrung für Oculus? Und läuft sie auch auf einer GTX 970 mit 90 FPS oder bleibt Virtual Reality betuchten Gamern vorbehalten? Eve Valkyrie im Test. • v. Benjamin Kratsch, Ryan Southardt

    "Virtual Reality wird unsere Art Spiele zu erleben grundlegend verändern", schwärmte John Carmack, als wir ihn das letzte Male trafen. Und er hatte Recht, denn Eve: Valkyrie zu erleben, lässt sich mit kaum einem anderen Spielgefühl vergleichen. Eigentlich wissen wir zu jeder Zeit, wo wir uns befinden. Die orange Couch ist noch an ihrem Platz, der Fernseher steht noch im TV-Rack, der Gaming-PC mit Core i7 6700K, 32 GiByte RAM und GTX 980 Ti direkt daneben. Doch das Gefühl von Realität schwindet von Minute zu Minute. Valkyrie schafft es mit seinen detaillierten Apparaturen, den blinkenden Lichtern und scharfen LED-Anzeigen uns direkt in seine Welt zu katapultieren und nicht mehr loszulassen. Alles bildet eine Einheit, nichts stört die Immersion. Die Texturen sind scharf, die Elemente wirken wie in einem Film. Nicht zu aufdringlich, nicht mit zu vielen Leuchtdioden - Valkyrie will ein authentisches Sci-Fi-Spiel sein.

    Mit der Hand haben wir den HOTAS Pro X-56-Flightstick fest umschlossen, das Spiel führt jede unserer Bewegungen in Echtzeit aus. Senken wir den Blick mit der Oculus Rift auf der Nase nach unten und neigen den Stick nach rechts, tut das auch unser virtueller Pilot und zwar völlig ohne Verzögerung. Es ist nur ein kleiner Trick, aber er tut viel für die Immersion. Überhaupt ist es bemerkenswert, wie gut Entwickler CCP Games dieses Gefühl umsetzt in einem Raumschiff zu sitzen und sich gefechtsbereit zu machen. Nach wenigen Augenblicken fängt die Röhre, in der wir uns befinden, an zu leuchten. Einen Augenblick später werden wir ins All geschossen, aber nicht ohne vorher einen Blick auf die Ausmaße unseres Mutterschiffes geworfen zu haben. Wer die Andeutungen der Geschützlandschaften sieht, der fühlt sich wie Han Solo, wie er gerade von einem Sternenzerstörer flieht.

    Sterben, Experimentieren, der Genuss des Neustarts

    Das Sterben gehört in Eve Valkyrie zum Geschäft, es ist kein leichtes Spiel. Es ist eines dieser Werke, das Ihnen kurz seine Grundlagen erklärt und dann all seine Abtauch-Manöver, seine Rollen und Tricks im Trial-and-Error-Verfahren herausfinden lässt. Es ist nicht zwingend ein Spiel für den schnellen Kick, den nächsten Fighter nach dem Startraumschiff freizuschalten, dauerte im Test gute drei Stunden. Es ist auch recht grinding-lastig, Sie brauchen viele, viele Abschüsse um neue Waffensysteme freizuschalten und weil das Spiel wenig erklärt, werden Sie oft sterben. Aber das fühlt sich nicht als Bestrafung an, zu genussvoll ist der Respawn. Denn jedes Mal werden sie wieder aus dieser Röhre in einem Affenzahn in den Weltraum geschossen. Und als würde Oculus unserem Hirn einen Streich spielen, erwischen wir uns immer wieder dabei eine besondere Körperspannung einzunehmen, uns in den Sessel zu pressen und den Joystick fest zu umschließen, wenn wir von unserem kleinen Mikro- in den Makro-Kosmos der tobenden Schlacht katapultiert werden. Nicht ganz so gut funktioniert dieses Gefühl übrigens mit dem mitgelieferten Xbox-One-Pad, weil Ihre Hände den Fremdkörper spüren und Ihr Hirn daraus schlussfolgert, dass das hier doch nur ein Spiel ist. Mit was Sie spielen hängt stark vom eigenen Können ab: Mit dem Xbox-Pad erreichten wir eine bessere Abschussquote, das HOTAS-System fühlt sich aber deutlich besser und authentischer an.

    Battlefield 5 im Weltraum: 12 Schiffe, drei Klassen

    Die Abschussvorrichtugen dienen als visualisiertes Loadout, bis zu vier von aktuell neun Schiffen können wir hier gefechtsbereit parken und nach dem Ableben beliebig wechseln. Zwischen dem blitzschnellen Wraith Mark II, der mit seiner Gatling-Gun-Cannon und den Lenkraketen ein guter Allrounder ist, quasi die Assault-Klasse von Eve. Besonders spannend sind hier die Look-to-Lock-Raketen: Per Tastendruck wird der Suchmodus aktiviert, mit den Augen visieren Sie einen Gegner an. Das ist schwierig und fordernd, aber die beste Möglichkeit um diesen 110-Grad-Blick auszureizen, den Oculus bietet. Valkyrie ist ein zackiges Spiel, Sie werden nicht selten erleben, wie Sie gerade einen Gegner anvisieren, der plötzlich auf Sie zuhält, an Ihrem linken oder rechten Cockpitfenster vorbeischießt und Sie wild den Kopf verrenken, um ihn im letzten Moment noch in den Lock zu kriegen - die Raketen finden ihr Ziel schon automatisch.

    Diese Funktion wird auch zum Heilen verwendet, wenn Sie mit dem Support-Schiff Banshee Mark I in die Schlacht ziehen: Per Blick auf den Kameraden laden Sie sein Schild wieder auf, können den Energiestrahl aber auch auf einen Gegner lenken, um sein Schild runterzufressen. Daraus entstehen schöne Teamdynamiken in Multiplayer-Modi wie Control, in dem wir drei Bereiche kontrollieren müssen und der sich wie Conquest im Weltall anfühlt. Der Spectre Mark I hingegen ist ein klassischer Heavy: Stark gepanzert, der Shotgun-Blast macht viel Umgebungsschaden und die Waffen sind auf eine 360-Grad-Abdeckung ausgerichtet. Besonders spaßig ist dabei der Micro-Warp-Drive, mit dem wir uns immer wieder direkt in die Action katapultieren, aber auch schnell zurückziehen können. Spannend: Jede Klasse (Fighter, Heavy, Support) bringt jeweils drei Alternativen mit sich, die das Design verändern, mitunter aber auch die Ausrichtung. Der Storm beispielsweise konzentriert sich mehr auf ein starkes Schild um die Frontpartie zu schützen, während beim Spectre die gesamte Hülle gleich gepanzert ist.

    Performance-Check: Läuft es auf einer GTX 970?

    Mit der ersten Testwelle für Oculus wird es Zeit die Karten auf den Tisch zu legen: Ja, Eve: Valkyrie läuft mit einer GTX 970, aber eben nur in mittlerer Detailstufe. Es sieht gut aus, aber nicht so fantastisch wie in Ultra-Details. Die Effekte wirken nicht so knackig, die Texturen sind nicht so scharf - Virtual Reality braucht aber eigentlich das Maximum an Texturschärfe, weil sonst die Immersion nicht so gut funktioniert.

    Der aktuell einzige Triple-A-Exklusivtitel unterschreitet die für VR nötigen 90 Fps auf mittlerer Detailstufe nur selten. Eventuell ist das Gewöhnungssache, beim Wechsel von einer 980 Ti auf die 970, fühlte sich Valkyrie plötzlich weniger wie ein Simulator an, mehr wie ein gewöhnliches Spiel. Während klassische 3D-Titel wie The Witcher 3 oder Star Wars Battlefront durch höhere Details lediglich dezent an Atmosphäre gewinnen, ist es nach unserem ersten Eindruck für VR essentiell. Einen positiven Testeindruck hinterlässt die Performance: Der aktuell einzige Triple-A-Exklusivtitel unterschreitet die für VR nötigen 90 Fps auf mittlerer Detailstufe nur selten, eine GTX 970 reicht also in der Tat für Oculus aus, wenn Sie bereit sind Abstriche zu machen. Ohnehin waren wir sehr positiv überrascht, dass Valkyrie trotz seiner extremen Manöver nicht zu Übelkeit führt. Wir konnten das Top Gun in Space mehrere Stunden problemlos spielen, während uns in beispielsweise Adr1ft bereits nach 45 Minuten so flau im Magen war, dass wir eine Pause einlegen mussten.

    Fazit: Der erste VR-Blockbuster, aber mit Schwächen im Missionsdesign

    Valkyrie ist kein perfektes Spiel, aber eines der beeindruckendsten Spielerlebnisse der letzten Jahre. Es gibt ein paar Punkte zur Beanstandung, etwa weil CCP keine Geschichtenerzähler sind. Man bemüht sich um einen Plot, der gut zu Virtual Reality passt: Wir erleben darin die Gedankengänge von verstorbenen Piloten und die Schlachten, in denen sie ihr Leben gaben. So richtig zündet das aber nicht, offensichtlich fehlte es hier an Budget. Auch Battlestar-Galactica-Star Katee Sackhoff wird lediglich für Audiologs verwendet, für ein richtiges Triple-A-Gefühl fehlt es an echten Zwischensequenzen. Eve Valkyrie bewegt sich damit dramaturgisch eher knapp über dem Niveau von Star Wars: Battlefront. Das ist okay, aber ein bisschen schade, denn so wirken die Gefechte recht lose, ein narrativ gestütztes Missionsdesign würde aus Valkyrie einen Top-Titel machen. Letztlich ist aus der einstigen Tech-Demo aber ein sehr überzeugendes VR-Erlebnis geworden, das wir uns ohne Oculus nur schwer vorstellen können. Sie fühlen sich nicht in einem Arcade-Space-Shooter Marke Star Wars: Battlefront, wo ja gerade die Luftschlachten leider echtes Mittendrin-Gefühl vermissen lassen. Valkyrie fühlt sich an, als würden Sie selbst an Bord eines Wraiths, Storms oder Banshees klettern und es gibt aktuell keinen besseren Titel um die ersten Schritte im VR-Reich zu unternehmen.

    Haben Sie eigentlich Oculus Rift vorbestellt und ist der Versand bereits eingetroffen? Sagen Sie es uns in den Kommentaren.

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    01:36
    Eve: Valkyrie: Actiongeladener Launch-Trailer
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Eve: Valkyrie
Eve: Valkyrie mit Oculus Rift angespielt - Läuft es auf einer 970?
Top Gun im Weltall, der Star-Wars-Simulator, die VR-Revolution: Eve: Valkyrie wurde mit vielen Vorschusslorbeeren überhäuft, doch wie gut ist die erste Triple-A-Erfahrung für Oculus? Und läuft sie auch auf einer GTX 970 mit 90 FPS oder bleibt Virtual Reality betuchten Gamern vorbehalten? Eve Valkyrie im Test. • v. Benjamin Kratsch, Ryan Southardt
http://www.pcgameshardware.de/EVE-Valkyrie-Spiel-22835/Specials/Test-GTX-970-GTX-980-Ti-1191623/
09.04.2016
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