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  • Project Nova ausprobiert: Anleihen bei Star Citizen und Crysis 3
    Quelle: CPC

    Project Nova ausprobiert: Anleihen bei Star Citizen und Crysis 3

    Die Macher von EVE Online wollen mit Project Nova einen Free-to-play-Shooter entwickeln, der als geistiger Nachfolger zu Dust 514 konzipiert ist und das vor zwei Jahren vorgestellte, aber mittlerweile eingestellte Projekt Legion weiterführen soll. Klingt kompliziert, ist es aber nicht: PC Games Hardware stellt das große Potenzial von Project Nova vor.

    Project Nova arbeitet mit der Philosophie von Tom Cruise' Edge of Tomorrow, basiert auf der Geschichte von Dust 514 und sieht nach unseren ersten Eindrücken so gut aus wie Crysis 3. Mit knackscharfen Texturen, gekonntem Lichtspiel und volumetrischem Rauch, der Ihnen auf dem Carrier der Chimera-Klasse schon mal die Sicht vernebelt. Aktuell ist Project Nova nur ein kompetenter Taktik-Shooter mit bis zu 16 versus 16 Spielern, aber in Zukunft soll es deutlich mehr werden. Nur wohl kein Battlefield 5 im EVE-Universum, wie PC Games Hardware auf dem EVE-Fanfest herausgefunden hat. Doch vorher blicken wir auf EVE Online zurück.

    Sie wollten immer schon ihre eigene Starkiller-Base haben? Eine Raumstation, groß wie ein Planet, mit Platz für tausende Schiffe und Waffenplattformen, mächtig genug, um den Orbit zu reagieren? Dann sollten Sie EVE Online spielen, denn mit der neuen Erweiterung Citadel werden die Zitadellen eingeführt. Gigantische Festungen, die selbst den Todesstern wie einen Spielball aussehen lassen. Das Prunkstück darunter ist "The Palentine", eine planetenförmige Station, die sich wie ein Pyramide nach oben schwingt und stattliche 200 Billiarden ISK in EVEs InGame-Währung kostet, das ist ein Fünfzehntel der gesamten EVE-Weltwirtschaft. "Ein wahrlich schönes Hauptquartier für eine Corporation", meint CCPs CEO Hilmar Veigar Pétursson. "Schade nur, dass es wohl nie gebaut wird". Der gemütliche Isländer lacht, denn EVE-Spieler sind die Tony Starks unter den Nerds. Es sind Hardcore-Fans, die Ihnen bis ins kleinste Detail erklären können, wie die Antriebe ihrer Schiffe funktionieren und woher ihre Waffen ihre Energie beziehen. Wer sich während des EVE-Fanfests im Harpa Center oder den Bars von Reykjavíki aufhält, der trifft auf Flugzeugingenieure von Boing, pensionierte Sterne-Generäle der US-Army, NASA-Wissenschaftler und echte CEOs von echten Konzernen, die wiederum virtuelle Konzerne leiten, um mit tausenden anderen Schiffskommandanten virtuelle Kriege zu führen und sich Wünsche zu erfüllen, die nicht mal die Vereinigten Staaten von Amerika umsetzen können. So wie Charles White, der in Island zwar als "Seine Heiligkeit" im Space-Priesteroutfit der Amarr unter seinem Nickname "Max Singularity" über die Flure wandelt, im echten Leben aber Raketentriebwerke für Space Shuttles entwickelt und als Chefingenieur von JPL (Jet Propulsion Laboratory) gerade die neue Mission zum Mars überwacht. "Die NASA träumt davon, auf dem Mars eine Kolonie zu errichten. In EVE träumen wir ein bisschen größer, das gefällt mir", wie uns der passionierte Gamer erzählt, der seit dem Start am 06. Mai 2003 dabei ist.

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    Groß träumen, das ist ein Motto, was ziemlich verbreitet ist im kleinen Island. Mit 30 Millionen an Investorengeldern im Rücken und über einer halben Million Abonnenten, die monatlich zwischen 10 und 15 Euro je nach Paket zahlen, ist CCP gewappnet für die nächsten Jahre. Ein Wunschprojekt seines CEOs: Welten zu vereinen, die Welten von EVE Online, EVE: Valkyrie und dem gerade frisch enthüllten Taktik-Shooter Project Nova. Chris Roberts plant ja etwas Ähnliches, die Kombination von Star Citizen u. a. mit dem Shooter-Modul Star Marine. Und ähnlich wie Roberts Space Industries wird wohl auch CCP noch ein paar Jahre an der Vollendung arbeiten.

    Project Nova: Erst ein Taktik-Shooter, dann das große Ganze

    Als wir Project Nova ein paar Stunden lang in Island spielen, sind wir zunächst von der technischen Komponente überrascht: Unreal Engine 4, sauber programmiert, auf 60 Bilder pro Sekunde. Das Waffendesign geht in Richtung Crysis, die Texturenschärfe auch. Die erste Karte ist herrlich detailliert designt, mit herumstehenden Wraith-Raumschiffen, die Sie auch in EVE: Valkyrie mit Oculus auf der Nase fliegen. Und hübschen Ideen wie austretendem Dampf aus Rohren, flackerndem Licht in Schächten und generell einer Detailtiefe, die den ersten Szenen von Roberts hauseigenem Star Marine in nichts nachstehen. Lediglich etwas heller ist es hier und der Look ist eher klinisch rein. Auch das Gameplay macht Laune, Project Nova entpuppt sich schnell als kompetenter Taktik-Shooter mit Matches von 6 gegen 6 respektive 16 gegen 16 Spieler und sechs Klassen, die sich sehr unterschiedlich anfühlen.

    Der Vanguard ist ein Schock-Trooper, der sich mit Jump-Pack durch die Gegend katapultiert und auch aus der Luft mit seinen Dual-Rail-Rifles ordentlich aufräumt. Deutlich behäbiger bewegt sich der Sentinel, ein Panzer auf zwei Beinen, der dank Gatling aber auch die größte Feuerpower mit in die Schlacht bringt und gefühlt etwas übermächtig wirkt. Die Minigun ist nämlich auch auf Distanz erstaunlich präzise, aber gut, CCP hat in Island ja auch erst eine sehr jungfräuliche Alphaversion präsentiert. Der Supporter hingegen arbeitet mit der Tactical Rail Rifle, die der Marksman-Kategorie von Call of Duty: Infinite Warfare entspricht. Sie können damit sehr schnell zielen und präzise treffen, erhalten aber nicht den extremen Zoom eines klassischen Scharfschützengewehres wie der Thunderbolt Sniper Rifle, die dem Sharpshooter vorbehalten ist. Während sich die Sniper eher bedächtig und langsam vorwärts bewegen, weil ihre Waffen recht schwer sind, sind Infiltratoren deutlich flotter unterwegs, nutzen ebenfalls Jetpacks und machen sich unsichtbar, um über die Karte Flagship zu sneaken. Eine fiese Klasse, weil Sie hinter einen Gegner schleichen und ihn dann gleich per One-Hit-Kill mit der Nova-Shotgun abservieren können. Zumindest, wenn Ihr Gegner noch keinen Scanner als Konter installiert hat, denn das anfängliche Loadout lässt sich beliebig mit Gadgets und Perks erweitern.

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    Gespielt wurde auf dem Eve Fanfest auf einem Chimera Carrier der State War Academy in der Region Molden Heath, der für unseren Kunden im Modus Akquisition wertvolle Informationen auf seinen Servern gespeichert hat. Sie spielen nämlich keine Soldaten, sondern Söldner, die aus einem illegalen Klonprogramm entstanden sind, wie uns Senior Director Snorri Árnason verrät. "Die Geschichte basiert auf Dust 514 und einigen Büchern, die wir dazu geschrieben haben, speziell Templar One." Project Nova spielt damit in der gleichen Zeitlinie wie Eve Valkyrie. Genau wie die Piloten speichern die Söldner ihr Gehirn in einer digitalen Kapsel, einem Infomorph, ab und senden lediglich ihr digitales Ich in die Schlacht. Vorteilhaft, so können sie zu Hause Golf spielen, während der Klon die Kohle ranholt. Außerdem ergibt dadurch das Progressionssystem innerhalb der Lore Sinn: "Es ist ein bisschen wie The Edge of Tomorrow: Jedes Mal, wenn Ihr Klon stirbt, nimmt er eine Erfahrung mit, aus der er lernt und so immer ein bisschen besser wird." Wer also viel Scharfschütze spielt, der schaltet viele Erfahrungspunkte im Bereich Sniping frei und kann sich hier auf die unterschiedlichen Fraktionen spezialisieren: "Je nachdem, ob Sie auf Amarr, Caldari, Gallente oder Minmatar leveln, schalten Sie unterschiedliche Waffen frei. Die Caldari stehen auf Railguns, die Amarr eher auf Laser." Ein Caldari-Sniper muss seine Waffe also aufladen, würde aber mehr Schaden anrichten und könnte auf höhere Distanz operieren. Die unterschiedlichen Rassen sollen sich zudem sehr unterschiedlich anfühlen: "Wir schauen uns an, wie die einzelnen Rassen im Eve-Universum ticken und richten sie entsprechend aus. Auf Grund seiner Größe könnte ein Amarr-Sniper weniger gut darin sein, sich zu verstecken, aber durch seine fortschrittliche Rüstung mehr Hitpoints einstecken als ein Minmatar-Scharfschütze, der deutlich schneller ist."

    Sie können jede der sechs Klassen entweder auf Amarr, Caldari, Gallente oder Minmatar techen. Je nach Rasse schalten Sie dadurch Sniper-Railguns oder Scharfschützengewehre mit Laser frei. Sie können jede der sechs Klassen entweder auf Amarr, Caldari, Gallente oder Minmatar techen. Je nach Rasse schalten Sie dadurch Sniper-Railguns oder Scharfschützengewehre mit Laser frei. Quelle: CPC

    Eher Entermanöver auf der Zitadelle, weniger Battlefield im Eve-Universum

    CCP fasst Project Nova ein bisschen an wie Star Citizen, man will mit Modulen arbeiten, die letztlich aufeinander aufbauen: "Zunächst einmal brauchen wir einen fantastischen Shooter, der sich richtig gut anfühlt", erklärt Árnason. Erst wenn Project Nova als Shooter funktioniert, will sich CCP den großen Herausforderungen stellen: Der Verbindung mit Eve Online und Eve Valkyrie, mit großen Raumschlachten, in denen Sie als Söldner vielleicht sogar feindliche Zitadallen entern? Es wäre schließlich fantastisch, wenn draußen der Krieg tobt und die Geschosse in die fliegenden Festungen einschlagen, während Sie drinnen wie Luke Skywalker, Han Solo & Co. verwundbare Punkte mit Ihrem Team angreifen. Auch die Kombination mit Valkyrie ist durchaus denkbar, schließlich launcht CCP noch diesen Sommer Carrier Assault für Eve Valkyrie, in dem Sie quasi 1:1 den Angriff auf den Todesstern nachspielen. Auch hier müssen Sie zunächst die äußeren Hauptgeschütze ausschalten und anschließend durch eine Art Korridor zirkeln, um mit einem letzten Angriff den Kern und damit den ganzen Carrier zu zerstören. "Wir wissen noch nicht genau, wie es ablaufen wird, aber wir werden tendenziell eher die Ökonomie von Eve-Online durch Nova erweitern und bereichern", so der Chefentwickler.

    CCP hat gerade erst bei Dust 514 auf die harte Tour gelernt, wie schwer es ist, ein Battlefield im Eve-Universum zu etablieren: "Rein strukturell gesehen ist der Kampf von Infanterie gegen Fahrzeuge ein Balance-Massaker und eine riesige Herausforderung. Nicht umsonst gibt es außer DICE keinen einzigen Entwickler auf der Welt, der das Triumvirat aus Infanterie, Luftwaffe und Panzern am Boden bisher gemeistert hat." Wobei CCP auch bewusst ist, wie wenig intelligent es war, einen Exklusivdeal mit Sony für einen Eve-Shooter einzugehen. Denn die ursprüngliche Idee war es, dass Dust-Spieler ihren Eve-Kollegen Ziele für Angriffe vorgeben, was aber in der Praxis eher leidlich funktionierte. Die Schnittgruppe zwischen PS3-Shooter-Spielern und Eve-Profis, die zudem Teil einer Corporation im Planetary Conquest sein mussten, war dann doch zu gering. "Es ist unser Traum, all diese Spiele zu einer Welt zusammenfließen zu lassen, aber wir müssen dafür smartere Wege finden als in Dust 514."

      • Von DatSephe Komplett-PC-Käufer(in)
        Als evespieler mal eine kleine korrektur: Diese absurd große Zitadelle heisst nicht "The Palentine" sondern "Upwell Palatine Keepstar" - Oder eben nur Palatine, wenn man so will.
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Dust 514
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Die Macher von EVE Online wollen mit Project Nova einen Free-to-play-Shooter entwickeln, der als geistiger Nachfolger zu Dust 514 konzipiert ist und das vor zwei Jahren vorgestellte, aber mittlerweile eingestellte Projekt Legion weiterführen soll. Klingt kompliziert, ist es aber nicht: PC Games Hardware stellt das große Potenzial von Project Nova vor.
http://www.pcgameshardware.de/Dust-514-Spiel-22336/Specials/Project-Nova-1194575/
06.05.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/05/ProjectNova_04-pcgh_b2teaser_169.jpg
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