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  • Dual Universe: Der ambitionierteste Konkurrent zu No Man's Sky kommt aus Paris
    Quelle: Nova Quark

    Dual Universe: Der ambitionierteste Konkurrent zu No Man's Sky kommt aus Paris

    Wir verraten Ihnen, warum No Man's Sky nicht auf der E3 war und werfen einen ersten ausführlichen Blick auf den größten NMS-Konkurrenten namens Dual Universe, die mit ähnlichen Mechaniken arbeiten, aber voll auf Multiplayer-MMO-Gesellschaften setzen und Sie Raumschiffe im Legosystem bauen lassen. Die sollen gerne auch mehrere Decks haben und von mehren Menschen gesteuert werden, wie in Star Citizen. Dual Universe ist ohne Frage das ambitionierteste Spiel der gesamten E3. • v. Benjamin Kratsch / Ryan Southardt

    Die E3 war immer auch schon eine Messe der Träume und eine Show, in der Indies ihre Ambitionen zeigen können. Das wohl beeindruckendste Indie-Spiel war definitiv Dual Universe vom französischen Studio Nova Quark, auch wenn wir uns auch nach einer längeren Demo-Session nebst Interview noch nicht sicher sind, ob dieses Spiel wirklich so je erscheinen wird. In seinen Grundfesten ist es eine Art No Man's Sky, zumindest insofern, dass Sie nahtlos und ohne Ladezeiten von jedem Planeten in ein Raumschiff steigen und in den Weltall fliegen können.

    Auch sein Designstil geht durchaus in die Richtung von Hello Games Weltraumabenteuer, von dem wir aus zwei Gründen leider nichts in Los Angeles gesehen haben. Zum einen soll das Spiel am 10. August erscheinen, das Team ist also in einer Hardcore-Crunch-Phase und hatte definitiv keiner Zeit für eine Messe wie die E3. Zum anderen gab es einen Rechtsstreit mit dem Pay-TV-Anbieter Sky, der seine Namensrechte verletzt sah. Wie der deutsche Youtuber Elca herausgefunden hat, war zur E3 noch nicht klar, ob das Team ihr Spiel umbenennen muss. Wie Studiochef Sean Murray auf Twitter schreibt, hatte Sky bereits 2007 Microsoft gezwungen "Skydrive" in "Onedrive" umzubennen, weshalb man die Situation sehr ernst nahm.

    Hello Games hat die juristische Schlacht jedoch gewonnen und dürfen ihr Spiel jetzt offiziell No Man's Sky nennen. Entschuldigen Sie den kleinen Diskurs, wir hielten das für eine nützliche Information, auch weil NMS ein großes Thema in der PCGH-Community ist. Zurück zum Konkurrenten Dual Universe, das ursprünglich auf der Unreal Engine 4 basieren sollte, sich dafür aber als zu komplex entpuppte und jetzt auf der Unigine 2 läuft.

    01:20
    Dual Universe: Teaser-Trailer zum ambitionierten Sci-Fi-Rollenspiel


    Raumschiffe im Lego-Baukastensystem

    Eines der interessantes Features von Dual Universe ist die Möglichkeit seine eigenen Raumschiffe mit Hilfe von Bausteinen selbst zu designen. Sie wählen aus einer Basisform, beispielsweise der eines X-Wings, der vorne spitz zu läuft und ziehen sie mit der Maus breiter oder länger. Um nicht aus der Sci-Fi-Atmosphäre zu reißen, visualisiert Entwickler Nova Quark den Prozess mit einer futuristisch wirkenden Hand, deren lederumhüllter Arm direkt auf uns als Spieler verläuft. Eine Methodik, die in VR bei Oculus und Vive gerne genutzt wird, aber eher selten in klassischen Spielen. Das System nennt sich Nanoformer, damit können Sie bauen, aber auch Ressourcen abbauen. Haben Sie genug zusammen, können Sie diese in Bauteile investieren und beliebig anpassen. Das ist schon ziemlich beeindruckend, vor allem weil die Entwickler in der Demo auch Blocks setzen und vergrößern, auf denen letztlich die Antriebsdüsen platziert werden.

    Anschließend wählen Sie aus einem Flügeldesign, ziehen alles in Position und entscheiden sich für ein Cockpit. Diese lassen sich nicht beliebig stretchen, wohl auch weil weil das Cockpitfenster wie in einem X-Wing genau mit dem Body abschließen muss. Sie springen ins Raumschiff, werfen die Triebwerke an und los geht's. Das UI-Design der Cockpit-Anzeigen ist deutlich futuristischer als in No Man's Sky und geht mehr Richtung Elite Dangerous oder Eve: Valkyrie. Es gibt eine digitale Kugel, die im Raum andere Städte auf dem Planeten anzeigt. Entscheiden Sie sich hin zu fliegen, wird die Distanz links unten eingeblendet. Gleiches gilt natürlich dafür, sollten Sie lieber ins Weltall düsen und in einer Weltraumstation Handel treiben wollen, die aussieht wie der Todesstern aus Star Wars. Um Spieler nicht zu überfordern, gibt es sogenannte "Noobie-Zones", in denen sich Anfänger mit den Mechaniken vertraut machen. Anders als in No Man's Sky gibt es keine NPC-Gegner, Dual Universe versteht sich im ersten Schritt als pazifistisches Spiel.

    Ein Multi-Crew-System wie in Star Citizen

    "Höchstwahrscheinlich launchen wir die Alpha ohne Kampfsystem", erklärt Chefentwickler Jean-Christophe Baille. Er ist studierter K.I.-Ingenieur, arbeitete vorher für das französische Militär und hat wohl gutes Geld mit seiner K.I.-Firma verdient. "Die FPS-Systeme kommen später und werden gerade für den Weltraum wichtig. Aber wir legen mehr Wert darauf, dass Sie zu Beginn erstmal die Grundzüge lernen." Da Sie in der Alpha als Überlebender starten, der in einer Kyro-Kammer aufwacht, müssen Sie eine Unterkunft bauen." Es ist kalt, das Raumschiff hält sie nur für eine bestimmte Zeit warm. Sie sammeln also Holz und bauen erstmal eine Hütte mit Hilfe des Nanoformers. "Wir planen mit einer flachen Lernkurve: Sie starten mit einer Reihe von Blaupausen, mit denen Sie Objekte aus Ressourcen in 3D ausdrucken, beispielsweise ein Hovercar um die Gegend zu erkunden und mehr Rohstoffe zu suchen." Die investieren Sie in ein Upgrade Ihrer Hütte in einen Handelsposten, um andere Spieler anzulocken. Mit den Profiten bauen Sie dann richtige Raumschiffe, "die zunächst vom Format her Richtung Millenium Falcon gehen, später aber auch gerne hundert Mal größer sein dürfen, so Sie das wollen", wirft der Studiochef ein.

    Ursprünglich war die Unreal Engine 4 vorgesehen, die war aber laut Entwicklern nicht flexibel genug für die Anforderungen des Spiels. Man arbeitet jetzt mit der Unigine 2, die zumindest auf ihren Beispiel-Screenshots einen vielversprechenden Eindruck macht. Dual Universe selbst befindet sich noch in einer frühen Phase, die Early-Access-Alpha startet erst 2017. Ursprünglich war die Unreal Engine 4 vorgesehen, die war aber laut Entwicklern nicht flexibel genug für die Anforderungen des Spiels. Man arbeitet jetzt mit der Unigine 2, die zumindest auf ihren Beispiel-Screenshots einen vielversprechenden Eindruck macht. Dual Universe selbst befindet sich noch in einer frühen Phase, die Early-Access-Alpha startet erst 2017. Quelle: Nova Quark Allerdings, und das ist der Haken, fehlen Baille bereits in diesem Grundkonzept eine Menge Antworten. Ein kleines Schiff zu bauen ist keine große Sache, aber es stellt sich die Frage, wie sich große Schiffe balancieren und antreiben lassen. "Wir wollen ein intelligentes Spiel designen, in dem Sie ein bisschen nachdenken müssen. Beispielsweise wie viele Reaktoren das Schiff braucht, wie viele Düsen etc." Keine ganz so kleine Sache, schließlich muss das Spiel wissen, wie schnell das Raumschiff fliegen kann. Und wenn es nach Baille geht, soll sogar ein Crew-System implementiert werden: "Ich hatte immer das Gefühl es sei doch eigentlich langweilig alleine ein Schiff zu fliegen", erzählt der Franzose. "Wäre es nicht interessant eine richtige Crew zu haben? Einer ist der Captain, es gibt Waffenoffiziere und Technikspezialisten, die sich um Warpantrieb & Co. kümmern. Dieses Gefühl von Raumschiff Enterprise, das wollen wir in Dual Universe mit integrieren und das sind ja alles Skills, die sich wunderbar mit Rollenspielmechaniken leveln lassen." Letzteren Part glauben wir erst, wenn das Team diese Meisterleistung wirklich schafft. "Mir schwebt ein System vor, mit dem sich Räume und Decks an Bord bauen lassen, in denen sich die Spieler treffen und sozial interagieren können, wenn Sie nicht gerade "arbeiten". Wie auf einem realen Flugzeugträger, nur im Weltraum." Nur das die Raumschiffe nicht wie in Star Citizen in Monate-langer Arbeit von Profis mit einem unendlichen Budget bei Cloud Imperium Games entworfen werden, sondern mit Ingame-Editoren von Spielern gebaut werden sollen.

    E3-Fazit

    Es ist schön, wenn Entwickler träumen können und wir drücken Nova Quark die Daumen, aber wenn das 25 Mann kleine Team nicht noch einen Kickstarter auf die Beine stellt, der auf Star-Citizen-Gigantismus wächst, dann können wir uns kaum vorstellen, wie das alles funktionieren soll. Wenn es klappt, wäre es großartig. No Man's Sky konnte sich vorher auch keiner vorstellen, nach unseren Hands-On-Terminen sind wir aber guter Dinge.

    Dual Universe geht allerdings weit darüber hinaus in Sphären, die sich sehr schwer in Spielen umsetzen lassen. Ein Haus wie in Die Sims bauen ist schon Tool-technisch anspruchsvoll für ein Team. Aber ein großes Raumschiff, mit mehreren Decks, was ja auch noch fliegen können muss? Wo das Spiel wissen muss, wie stark es beschleunigen kann? Holla, die Wald-Fee. Was Nova Quark plant, sprengt jegliche Vorstellungskraft, auch weil Sie nicht nur eigene Weltraumstationen bauen sollen können, wie in Eve-Online - dort schließen sich Corporations zusammen und schaffen damit gigantische Zitadellen. Sondern es auch einen Skill im Spiel gibt, der sich A.I. Learning nennt. Wer den maximiert, bekommt Zugriff auf den Spielcode und kann dann seine eigenen K.I.-Routinen basierend auf LUA schreiben. Der Studiochef erhofft sich beispielsweise, dass fleißige Modder Physiksysteme für Schiffstypen schreiben, mit denen sich einzelne Decks abschotten lassen, um physikalisch korrekt ausbreitendes Feuer zu verhindern. Wir sind skeptisch, aber gespannt und bleiben dran.

    No Man's Sky sprengt schon ein wenig die Vorstellungskraft, Dual Universe will eher einige der Kernfeatures von No Man's Sky mit den Zitadellen aus Eve Online und einigen Ideen von Star Citizen kombinieren. Glauben Sie dran?

      • Von tris0x Komplett-PC-Aufrüster(in)
        @xDave78
        besser hätte ich es nicht in Worte fassen können. KI ist das, was den Welten halt fehlt. Ich meine aber nicht nur "invasion" sondern eben auch, dass Städte entstehen, eventuell dann eben auch Kolonien und Gesellschaften, in die man sich ggf. sogar einfinden kann.

        Das wäre halt das i-Tüpfelchen - daher sage ich: die Spiele entwickeln sich in die richtige Richtung. Dadurch, dass aber noch viel mit Planetarem kram experimentiert wird, leidet zurzeit dieser Content-Aspekt. Ich hoffe mal, dass man mit sowas irgendwann rechnen kann.
      • Von uka PCGH-Community-Veteran(in)
        Was ist denn das für nen grässlicher 1. Abschnitt in dem Artikel?

        Soll das Dual Universe nun am 10. August kommen oder bezieht sich das auf NMS? Wenn ja warum ist das die Einleitung zu einem anderen Thema und keine Randnotiz am Ende?
      • Von xDave78 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von tris0x
        Für die meisten Spieler wirds auf dauer langweilig - das sehe ich ebenfalls so. Bei Vertretern wie Empyrion und Space Engineers gibt es auf lange Sicht einfach nicht genug Abwechslung. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass es für SE durchaus Mods geben kann, die etwas mehr Flair ins Spiel bringen.

        Ansich geht das Genre aber in die richtige Richtung. Klar "bigger is better" zählt dann halt nicht - man muss auch abseits eines massiven Universums was bieten können. Das ist was Star Citizen dahingehend sehr vielversprechend für mich erscheinen lässt. Wobei ich da auch erst cash investiere, wenn das Spiel im Umfang released wird.

        Ich denke daher, dass sich das Genre Schritt für Schritt weiterentwickeln wird. In dieser Form ist es ja noch relativ Jung (da in meinen Augen nicht mit früheren Space-Games vergleichbar)

        Ich bin gespannt!
        Also was mich stört ist, dass die Games meist auf PvP als Endcontent (ich sag das jetzt mal so) ausgelegt sind. Also "der Spieler bekommt den Baukasten" und soll zusehen. MmN fehlt aber der Mix. Bei ARK haben sie es ganz ordentlich angeleiert mit den ganzen timesinks und zusätzlich noch PvE Inhalte (Alphas, Bossarenen, Höhlen). So haben die Leute auch was zu tun ohne sich gegenseitig aufs Mowl hauen zu MÜSSEN (wobei das sicher auch Spaß macht^^). Bei sonem Weltraumspiel fehl irgendwie sone KI Macht. Bei Empyrion haben sie ja Aliens eingebaut aber deren Auftreten ist eher sporadisch und auch bislang nicht in dem Ausmaß, dass sie tatsächlich gefährlich wären. In ARK greift son Alpha deine Base und deine Tiere an wenn Du offline bist und Du das nicht klärst. In Empyrion greift nix deine Base an - was wirklich Schaden anrichten kann. Ich finde diese Space-Sandboxen wirklich sehr cool- insbesondere da man sich echt allen Mist bauen kann und damit rumheizen - aber wenn man auf nem kleinen Server mit Kumpels einfach nur koopen will wird es schnell lame. Ich hoffe mal, irgendwer macht mal noch diesen kleinen Schritt - Empyrion hat imo die besten Voraussetzungen, da es Vieles (feindliche Drohnen, Dropships, Basen etc) ja schon gibt - die nur noch nicht so agieren wie man sich das vorstgellt.
        Dual Universe sieht natürlich nochmal ne Ecke genialer aus...bleibt halt zu schauen, wie gut Baukasten und drumherum am Ende sind und auch hier wieder - wie gut man zusammenarbeiten kann und wo die Grenzen sind. Ich behalts auf jeden Fall im Auge.
      • Von tris0x Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Für die meisten Spieler wirds auf dauer langweilig - das sehe ich ebenfalls so. Bei Vertretern wie Empyrion und Space Engineers gibt es auf lange Sicht einfach nicht genug Abwechslung. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass es für SE durchaus Mods geben kann, die etwas mehr Flair ins Spiel bringen.

        Ansich geht das Genre aber in die richtige Richtung. Klar "bigger is better" zählt dann halt nicht - man muss auch abseits eines massiven Universums was bieten können. Das ist was Star Citizen dahingehend sehr vielversprechend für mich erscheinen lässt. Wobei ich da auch erst cash investiere, wenn das Spiel im Umfang released wird.

        Ich denke daher, dass sich das Genre Schritt für Schritt weiterentwickeln wird. In dieser Form ist es ja noch relativ Jung (da in meinen Augen nicht mit früheren Space-Games vergleichbar)

        Ich bin gespannt!
      • Von slasher Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Nun ja Empyrion hat tatsächlich am Anfang Spaß gemacht, allerdings sobald man ins Weltall konnte und alle Planeten mal besucht hatte, wurd's schon irgendwie ätzend.
        Irgendwie ist alles etwas zu klobig, auch Space Engineers. Anfangs lustig, aber irgendwann stehts einem bis zum Hals.
        Bei No Man's Sky wird es vermutlich auch so sein, Anfangs lustig, etwas zu entdecken, irgendwann aber wird's Öde.

        Und das eigentlich Problem ist, dass ich hier nicht von Dutzenden Stunden Aktivität im Spiel spreche, sondern von knapp 10 Stunden Spielzeit.

        Haben irgendwie alle etwas von den Online RPG's, man schaut rein, spielt's und stellt dann fest," Och sind ja doch irgendwie alle gleich".
        Die Langzeitmotivation fehlt da bei allen Titeln finde ich.

        Und ich glaube auch, das die bevorstehenden Spiele (No Man's Sky und Dual Univers usw.) da keinen großen Unterschied machen werden
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Dual Universe
Dual Universe: Der ambitionierteste Konkurrent zu No Man's Sky kommt aus Paris
Wir verraten Ihnen, warum No Man's Sky nicht auf der E3 war und werfen einen ersten ausführlichen Blick auf den größten NMS-Konkurrenten namens Dual Universe, die mit ähnlichen Mechaniken arbeiten, aber voll auf Multiplayer-MMO-Gesellschaften setzen und Sie Raumschiffe im Legosystem bauen lassen. Die sollen gerne auch mehrere Decks haben und von mehren Menschen gesteuert werden, wie in Star Citizen. Dual Universe ist ohne Frage das ambitionierteste Spiel der gesamten E3. • v. Benjamin Kratsch / Ryan Southardt
http://www.pcgameshardware.de/Dual-Universe-Spiel-57410/Specials/E3-2016-Vorschau-1199589/
26.06.2016
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