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Games World
  • Dirty Bomb gespielt: Hardcore-Shooter für Profis

    Das Movement aus Quake, die Missions-basierte Spielstruktur aus Quake Wars. Doch hält das Gameplay, was das Rezept verspricht? PC Games Hardware hat einen Tag Probe gespielt. Quelle: Splash Damage

    Dirty Bomb ist ein Hardcore-Shooter für Profis: Ein wilder Mix aus dem zackigen Movement von Quake, mit der Waffenvielfalt eines Unreal Tournament und den Missionszielen von Quake Wars. Von den gleichen Machern kommt der Taktik-Shooter auch, in dem Teamplay groß und mit leuchtendem Edding geschrieben wird.

    Dirty Bomb ist schnell, extrem schnell. Call of Duty ist dagegen ein Kindergeburtstag mit Schlafpillen. Sie springen wie ein Flummy durch die Gänge, schnellen auf Treppen, um schnell einen Kopfschuss abzugeben, springen übers Geländer, rennen zu einem Missionspunkt, stellen dort eine Selbstschussanlage auf und hüpfen wieder in Deckung – wenn Sie nicht längst auf dem Weg zum Ziel erschossen wurden. Dirty Bomb ist von seinem Pacing her sehr viel mehr Unreal Tournament als Enemy Territory: Quake Wars, das Sie wohl am ehesten mit dem britischen Traditionsstudio Splash Damage verbinden.

    Und doch hat es das Multiplayer-Design von Quake Wars, weil es sehr stark auf Missionsstrukturen getrimmt ist. Sie müssen innerhalb recht radikaler Zeitlimits ein Tor sprengen, einen Giftstoff sicherstellen und in einen Sicherheitscontainer bringen oder einen Panzer reparieren. Das stellt Sie vor große Herausforderungen, weil Sie ähnlich massiv auf Teamplay angewiesen sind wie bei den Heists aus Battlefield: Hardline. Denn besagter Panzer steht auf einem offenen Platz und die Reparatur-Prozedur nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Zeit, in der Sie jederzeit von einem Scharfschützen weggesnipert oder einem Soldaten mit dicker Gatling weggemäht werden können. "Wir wollten einen richtigen Hardcore-Shooter für Profis machen", sagt auch Paul Wedgewood. CEO von Splash Damage und ein alter Hase der Industrie, der ursprünglich mal unter dem Nick "Locki" Quake 3: Arena-Mods gebastelt hat, so ins Team von Quake 3: Fortress rutschte und schließlich mit Kumpels Splash Damage gründete, die für so große Serien wie Wolfenstein, Enemy Territory, Doom 3 und eben Quake Wars stehen.

    Ein Spiel für Profis, denen Battlefield zu mainstreamig geworden ist

    Hat Dirty Bomb das Zeug zum erfolgreichen F2P-Shooter? Spielerisch ja, technisch nein. Es sei denn Sie gehören zur Puristen-Zielgruppe, die schon in UT alle Effekte abgestellt hat. Hat Dirty Bomb das Zeug zum erfolgreichen F2P-Shooter? Spielerisch ja, technisch nein. Es sei denn Sie gehören zur Puristen-Zielgruppe, die schon in UT alle Effekte abgestellt hat. Quelle: Splash Damage Dirty Bomb ist ein Shooter für Spieler, die nicht nur schnell am Abzug sind und auf wildes Movement stehen, sondern vor allem auch gerne mal drei Schachzüge vorausdenken. Denn das Schützen von Missionszielen wie einem reparaturbedürftigen Panzer ist gar nicht so einfach, wenn es keine fest definierten Klassen gibt. In Battlefield: Hardline wissen Sie ungefähr, gegen welche Waffengattungen Sie antreten, in Dirty Bomb hingegen stehen neben Klassikern wie Sturmgewehren, Maschinenpistolen, Scharfschützengewehren und Shotguns auch Gatling-Guns, Dual-Revolver, Flammen- und Granatwerfer zur Verfügung. Zudem arbeitet das Spiel mit einem Kartensystem, das entfernt an Hearthstone erinnert. Sie spielen jeweils zufällige Decks aus, aus denen Sie immer drei Kämpfer/innen mitnehmen und zwischen denen dann jederzeit in der Schlacht wechseln können.

    Das sorgt für sehr viel Abwechslung, aber auch für Verwirrung, weil jeder Charakter auf Q und E völlig unterschiedliche Spezialangriffe aktiviert. Sergeant Bushwacker bringt eine Selbstschuss-Mini-Gun mit, während der nächste Char Raketenangriffe befiehlt und wieder andere ihre Schussfrequenz für kurze Zeit erhöhen, sich unsichtbar machen oder schneller sprinten. Das klingt zwar eigentlich recht casual, macht die Schlachten aber sehr schwer planbar. Generell haben die Missionsziele alle unterschiedliche Stufen: auf der ersten wird ein weißer Panzer mit Minigun auf dem Dach repariert, auf der zweiten fährt er los und muss zum Ziel eskortiert werden. Der Reparaturvorgang dauert allerdings ziemlich lange und als Team müssen Sie sich auf heranschnellende Ninjas mit Katanas gefasst machen, genau so wie Cowboys mit Granatwerfern oder Generälen, die mit Zigarre im Mundwinkel einen Luftangriff ordern.

    01:31
    Dirty Bomb: Trailer zum Start der zweiten Beta-Phase

    Ein spaßiger Taktik-Shooter, bei dem ausschließlich Free2Play funktionieren kann

    Dirty Bomb ist ein Shooter, der ausschließlich mit F2P-Mechanismen eine Chance im Markt hat. Denn technisch hängen die Briten hinterher und arbeiten mit einer abgespeckten Unreal Engine 3. Es gibt keine Kampagne, keine grafisch atmosphärischen Highlights, sondern Splash investiert seine Ressourcen und sein Herzblut komplett in ein großes Portfolio aus Multiplayer-Karten. Die erinnern am ehesten an Brink, sind allerdings nicht ganz so knallig und nicht ganz so dominiert von Signalfarben. Auch das Spielkonzept ist zu wenig griffig, als dass Sie dafür mal eben 60 Euro auf den Tisch legen würden. Sogar CEO Paul Wedgewood ist sich bewusst, "dass Dirty Bomb ganz sicherlich kein Spiel für Jedermann ist." Es sei ein Titel für Shooter-Profis, die Lust haben, sich ein bisschen reinzugraben in Spielmechaniken, Karten zu studieren und vor allem im Team zu spielen. Das sollte doppelt unterstrichen werden, denn Dirty Bomb steht und fällt mit einem guten Team. Das hier ist kein Spiel für Public-Server, wo Shooter-Veteranen sich regelmäßig über "CoD-Kiddies" aufregen. Also jene leider recht große Spielerklientel, die eigentlich nur ein bisschen ballern will, sich mit Granaten ankündigt und jegliche Taktik zunichte macht. Spaß macht das hier nur, wenn Sie mit ein paar Kumpels regelmäßig über mehrere Stunden spielen.

    PC Games Hardware hatte im Team mit anderen Journalisten in der ersten Stunde keine Chance gegen ein französisches eSport-Team, die zwar auch wenig Zeit mit dem Titel verbracht hatten, deren interne Kommunikation aber viel besser funktionierte als bei uns. Wer das Konzept aber einmal verstanden hat, der wird hier eine richtig gute Zeit erleben. Weil es eben nicht nur um den nächsten Abschuss geht, sondern darum, als Gruppe Bereiche zu sichern, Spawnpunkte zu erobern, Rushes zu planen, Gebiete zu schützen. Ob die Free2Play-Mechaniken mit den freispielbaren Kartenpacks fair ablaufen und nicht die Balance gefährden, lässt sich aktuell schwer sagen. Auf jeden Fall ist es eine brillante Mohrrübe, die da die ganze Zeit vor Ihrer Nase rumbaumelt. Denn Sie wollen den Gold-Bushwacker, dessen Minigun so eine höhere Chance auf kritischen Schaden erhält und die Chancen für Ihr Team erhöhen. Sie sind also motiviert, immer neue Karten freizuspielen und entweder mit dem System zu tauschen oder über einen Spielermarktplatz zu handeln. Splash Damage verspricht dabei, dass alle Charakter-Karten prinzipiell mit Erfahrungspunkten erspielt werden können, allerdings nur in der Rotation. Wer die Rotation anhalten und mit der Figur dauerhaft in die Schlacht ziehen will, muss wie in Fable: Legends ein paar Euro springen lassen. Das klingt fair und wer mag kann sich jetzt für die Closed Beta bewerben, Splash Damage willl möglichst viele Interessenten reinholen. Alternativ kann man auch direkt in die Closed Beta über das Merc Starter Pack für rund 20 Euro, das fünf dauerhafte Figuren und 35.000 Spielcredits beinhaltet. Von den Testern auf Steam wurden zum Zeitpunkt des Artikels bisher knapp 850 Wertungen hinterlassen. Die Zustimmung liegt bei 79 Prozent.

  • Dirty Bomb
    Dirty Bomb
    Publisher
    Nexon
    Developer
    Splash Damage
    Release
    02.06.2015

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    Es gibt 14 Kommentare zum Artikel
    Von phila_delphia
    Ich stimme Dir grundsätzlich zu. Das ganz dürfte noch etwas "eigener" wirken; BRINK scheint deutlich durch. Zugleich…
    Von dynastes
    Jop, ist eben auch von Splash Damage Ich hoffe, dass sie diesmal größeren finanziellen Erfolg haben werden als mit…
    Von Zybba
    An sich ist es ein tolles Spiel.Leider stört mich, dass es zu oft zu Pattsituationen kommt.Die Frontlinie frisst sich…
    Von FreiherrSeymore
    Gar nicht uebel..ich schau mal rein
    Von iago
    Dirty Bomb ist quasi der Nachfolger von Wolfenstein: ET und ET: Quake Wars, von denen v.a. ersteres damals im Shooter…
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Dirty Bomb
Dirty Bomb gespielt: Hardcore-Shooter für Profis
Dirty Bomb ist ein Hardcore-Shooter für Profis: Ein wilder Mix aus dem zackigen Movement von Quake, mit der Waffenvielfalt eines Unreal Tournament und den Missionszielen von Quake Wars. Von den gleichen Machern kommt der Taktik-Shooter auch, in dem Teamplay groß und mit leuchtendem Edding geschrieben wird.
http://www.pcgameshardware.de/Dirty-Bomb-Spiel-54384/Specials/gespielt-1155138/
31.03.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/03/DirtyBomb_01_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.jpg
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