"100% Indie": Oldschool-RPG-Deathfire kommt auf jeden Fall auch auf Deutsch - Interview Teil 2

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Guido Henkel, der mit seinem Oldschool-RPG Deathfire im Moment auf Kickstarter Unterstützer sucht, spricht im zweiten Teil des Interviews mit PCGH über die Komplexität von Kickstarter-Kampagnen, über deutsche Fans und darüber, ob er auch mit Publishern spricht.

Der aus Deutschland stammende Entwickler-Veteran Guido Henkel, der in den 90er-Jahren bereits an der "Das Schwarze Auge"-Nordland-Trilogie als Produzent, Programmierer und Komponist (damals unter Attic) und als Produzent bei Planescape: Torment beteiligt war, will mit den G3 Studios ein neues Oldschool-Rollenspiel schaffen. Dafür sucht er im Moment auf Kickstarter nach Unterstützern. Im zweiten Teil des Interviews mit Guido Henkel wollen wir wissen, was eine gute Kickstarter-Kampagne ausmacht und ob es eine deutsche Fassung von Deathfire gibt.

PCGH: Du versuchst Dich an Deinem zweiten Kickstarter-Projekt, nachdem das erste nicht erfolgreich war. Was sind Deiner Erfahrung nach die größten Fehler, die man machen kann mit seiner Kampagne?

Guido Henkel: Mangelnde Vorbereitung ist wahrscheinlich die größte Sünde, aber eben auch die, die man am schnellsten begeht. Es ist sehr einfach, den Arbeitsaufwand einer Kickstarter-Kampagne zu unterschätzen. Nicht nur vor dem Start, sondern auch während der Laufzeit. Wir fingen mit unseren Vorbereitungen acht Wochen vor dem Start an, sehr konzentriert, mit allen sechs Teammitgliedern, und am Ende ging uns dann doch immer noch die Zeit aus - obwohl man das unserer Kampagne zum Glück nicht ansieht, denke ich.

Es ist einfach unglaublich wichtig, genügend Material vorzubereiten und bereitzustellen, sodass potenzielle Interessenten wirklich einen sehr konkreten Eindruck davon bekommen können, was die Kampagne zu bieten hat. Wenn man so nahe an der Materie ist wie wir, ist es oftmals einfach, Dinge zu vergessen oder zu übersehen, weswegen es auch sehr wichtig ist, gelegentlich einfach einen Schritt zurückzunehmen, und sich das einmal ganz unverblümt anzusehen. Ist die Information klar? Ist sie komplett? Kann man etwas vielleicht besser illustrieren - in Wort oder Bild?

Kickstarter-Kampagnen sind überraschend komplexe Geschehen, da man sich mit einem einzigen Mausklick der Meinung und Kritik zahlloser Leute öffnet. Jeder dieser potenziellen Backer sieht das Projekt mit anderen Augen und hat seine eigenen Prioritäten, Ideen und Vorstellungen, wie dieses Projekt aussehen sollte, oder wie die Kickstarter-Kampagne am besten durchgeführt werden sollte. Darauf muss man vorbereitet sein.

PCGH: Hand aufs Herz: Hast Du mit einem Publisher über Deathfire gesprochen?

Guido Henkel: Nein, habe ich nicht, ganz ehrlich. We are 100% Indie!

PCGH: Wird es auch eine deutsche Fassung geben?

Guido Henkel: Aber klar doch. Schließlich ist ja eigentlich fast jeder in unserem Team der deutschen Sprache mächtig. Da wäre es schon eine Schande, wenn wir keine deutsche Version hervorbrächten. Außerdem bietet Deutschland einen sehr guten Rollenspielmarkt, in dem eben schon auch sehr viele Spieler meine früheren Werke, und die meiner Teamkollegen, kennen und über die Jahre unterstützt haben. Schon alleine aus Dankbarkeit würden wir da ohne mit der Wimper zu zucken eine deutsche Version machen. Das stand eigentlich von Anfang an als selbverständlich auf dem Programm.

PCGH: Im Moment stockt die Kampagne ja etwas, aber das ist bei den Projekten im Mittelteil oft so. Machst Du Dir Sorgen, dass der Schlussspurt nicht reicht?

Guido Henkel: Sorgen macht man sich immer. Lange schon bevor die Kampagne an den Start geht. Das gehört dazu. Sehr viele unvorhersehbare Dinge können während des Verlaufs einer Kampagne passieren, und positive Wendungen sieht man immer wieder. Insofern bin ich offen gesagt nicht übermäßig besorgt, sondern voller Hoffnung. Wir werden es einfach abwarten müssen.

PCGH: Gibt es einen Plan B, falls die KS-Kampagne wider Erwarten doch nicht klappt?

Guido Henkel: Nein, bisher nicht, doch ist die Gleichung an sich ganz einfach. Ohne Geld werden wir das Spiel nicht realisieren können. Das ist ja letztlich der Grund, warum wir eine Kickstarter-Kampagne angefangen haben.

Nicht verpassen: Interview zu Deathfire Teil 1

Deathfire unterstützen: Kickstarter

Hintergrund: Deathfire - Ruins of Nethermore

Für die Grafik von Deathfire soll die Unity-Engine zuständig sein, während eine eigene Rollenspiel-Engine Charaktere mit mehr als vierzig Attributen versieht, von denen viele nicht sichtbar sind. Dazu gehören beispielsweise auch Ängste und Phobien oder Eigenschaften wie Jähzorn oder Gier. Damit sollen die Charaktere eigene Verhaltensweisen und Meinungen besitzen und auf überraschende Weise auf Aktionen des Spielers reagieren. Viele Charaktere lassen sich auch für die eigene Gruppe anwerben und reagieren dort ebenfalls aufeinander. Die interaktive Spielewelt soll sowohl Innen- als auch große Außenbereiche, rundenbasierte Schlachten, Rätsel und Aufgaben, Crafting, Verzauberungen, verschiedene Fraktionen samt Intrigen, Dialoge und eine "verwobene und adaptive Geschichte mit vielen Schlüsselpersonen und Wendepunkten" bieten. Wer die Nordland-Trilogie gespielt hat, kann sich auch auf Käsetoast freuen. Die Kickstarter-Kampagne soll es G3 Studios ermöglichen, das Team zu erweitern und das Spiel auf diese Weise fertigzustellen. Das Finanzierungsziel von 390.000 US-Dollar würde dies ermöglichen.

Aktuell soll das Spiel, das ab einer Zusage von 25 US-Dollar als Download erhältlich sein wird, im Dezember 2014 erscheinen. Die Kampagne läuft noch bis zum 7. Dezember 2013.

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      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        AW: "100% Indie": Oldschool-RPG-Deathfire kommt auf jeden Fall auch auf Deutsch - Interview Teil 2

        20$ sollten da doch eigentlich für jeden Spieler der klassischen CRPGs drinnen sein---kaum Risiko, aber gute Chancen, ein tolles Spiel zu erhalten!
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        AW: "100% Indie": Oldschool-RPG-Deathfire kommt auf jeden Fall auch auf Deutsch - Interview Teil 2

        20$ sollten da doch eigentlich für jeden Spieler der klassischen CRPGs drinnen sein---kaum Risiko, aber gute Chancen, ein tolles Spiel zu erhalten!
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