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  • Vor Crysis 3: Die Crysis-Serie im Wandel der Zeit - Grafikwunder, gefallener Stern, neue Hoffnung

    Vor Crysis 3: Crysis steht als Marke für kompromisslose PC-Optimierung und zeigte einst deutlich, wie groß der Unterschied zwischen Konsolen und PC-Hardware ist. Doch der Stern sank bereits mit dem zweiten Teil, als man bei Crytek eine neue Cryengine entwickelte und auf Crossplattform-Entwicklung setzte. Obwohl immer noch technisch im oberen Feld unterwegs, fühlten sich PC-Spieler verraten und dem hohen Anspruch konnte man nicht mehr gerecht werden. Wir beleuchten heute die Geschichte des deutschen Shooters.

    Der Leistungsunterschied zwischen PC und den Konsolen wurde erstmals im Jahr 2007 eindrucksvoll demonstriert. Die Grafikperle Crysis zauberte bisher ungeahnt schöne Bilder auf die Monitore der Spieler und zeigte deutlich, welche Power im Personal Computer stecken kann. Gut fünf Jahre später gilt Crysis immer noch als Aushängeschild für PC-Grafik, während seine Nachfolger verzweifelt versuchen, neben Call of Duty und Battlefield einen eigenen Platz auf dem profitablen Konsolenmarkt zu ergattern. Der Wandel der Crysis-Serie ist Grund genug für PC Games Hardware, sich alle Teile der Shooter-Reihe genauer anzuschauen und Unterschiede, aber auch alle Gemeinsamkeiten der Titel herauszuarbeiten.

    Die Grafikpracht für den PC - Crytek veröffentlicht Crysis

    Schon nach dem Release von Far Cry im Jahr 2004 hatten sich Spielepresse und Shooter-Fans bei der Ankündigung von Crysis 2006 einiges erhofft: Der Entwickler Crytek überzeugte bei seinem ersten Inselausflug mit einer bombastischen Grafik, actionreichen Kämpfen und einer interessanten Story. Die Erwartungen an Crysis waren demnach hoch, vor allem bei der Optik musste das Studio nach drei Jahren Entwicklungszeit noch eine Schippe drauf legen.

    Nach dem Release des Shooters am 16. November 2007 dürfte dann jedem das Wasser im Munde zusammengelaufen sein. Crysis beeindruckte durch eine unglaubliche Grafikpracht, die bis zu diesem Zeitpunkt, manche behaupten sogar bis heute, noch nicht gesehen wurde. Der Shooter zelebrierte seine Optik geradezu, das Inselsetting, die coolen Interaktionsmöglichkeiten des Nano-Suits sowie das Design der Aliens luden dazu ein, bestaunt zu werden. Ähnlich zu einer Grafikdemo krachte es an allen Ecken und Enden, jeder Palmzweig war messerscharf ausgearbeitet, Licht- und Schatteneffekte waren auf dem allerhöchsten Niveau.

    Nur war Crysis keine Grafikdemo, sondern ein fertiges Spiel, das durch seine starke Optik nicht nur sich selbst ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte, sondern auch den PC als den leistungsstarken großen Bruder von Playstation 3 und Xbox 360 präsentierte. Technisch nutzte der Shooter nämlich das gesamte Repertoire, das der Computer 2007 zu bieten hatte: Die CryEngine 2 bot eine unglaubliche Weitsicht über die Inselidylle, 4.0 Shader-Effekte, volumetrische Wolken, eine zerstörbare, offene Spielwelt sowie Antialiasing und anisotropische Filter. Zudem war Crysis eines der ersten Spiele, das vor fünf Jahren bereits DirectX 10 unterstützte.

    Die Explosionen der Crysis-Serie
    crysis Explosion


    Die starke Grafik, die weitläufige Spielwelt und die zerstörbare Umwelt forderten natürlich auch ihren Tribut: So konnten zu Release nur wenige Spieler Crysis in voller Pracht genießen, immerhin empfahl der Shooter einen 2,2 Ghz Dual-Core-Prozessor, 2 GiByte RAM und die Geforce 8800 GTS, um bei hohen Grafikeinstellungen zu laufen. 2007 konnten aber nur die Wenigsten solche Hardware-Voraussetzungen ihr eigen nennen. Viele Grafik-Fans wollten aber noch mehr aus Crysis heraus kitzeln: Ein gutes Beispiel hierfür liefert unser PCGH-Crysis-Special, in dem wir den betagten Shooter mit einer Auflösung von 6.400 x 4.000 Pixel noch einmal in den Ring geschickt haben. Mit Downsampling kriegt man heute noch aktuelle Grafikkarten an den Rande ihrer Leistungsfähigkeit.

    Crytek setzte aber nicht nur grafisch neue Maßstäbe, sondern konnte auch mit einigen neuen Ideen im Gameplay ihres Shooters die Fans von sich überzeugen: Neben den eher kleinen Levels von Call of Duty 4 Modern Warfare, Bioshock oder Medal of Honor Airborne bot Crysis 2007 eine weite und offene Spielwelt, die zum Erkunden einlud. Die offenen Basen der Nordkoreanischen Volksarmee konnten auf sehr unterschiedliche Weise gestürmt werden, dazu sorgten Fahrzeuge für kurze Wege zwischen den Stationen auf der Insel. Diese war zwar weitläufig und schön zu betrachten, bot aber viel zu wenig Erkundungsmöglichkeiten: Außerhalb der feindlichen Basen war meistens wenig los und so musste der Spieler immer wieder den vorgegebenen Pfad folgen, um etwas interessantes zu erleben.
    Crysis, 2007 Crysis, 2007
    Dieser spielerische Mängel fiel aber kaum auf, vor allem wenn sich der Elite-Soldat Nomad mit Hilfe seines Nanosuits durch feindliche Basen schleicht, durch Gegnerhorden sprintet oder seine Feinde durch die Luft schleudert. Die Fähigkeiten des Hauptcharakters waren das i-Tüpfelchen auf den spielerischen Neuerungen des Shooters, denn der Anzug vermittelte dem Spieler nicht nur ein Allmachtsgefühl, sondern sorgte auch für unterschiedliche Vorgehensweisen gegen die Gegner: So waren die KVA-Soldaten für den Spieler schnell kein Hindernis mehr, lediglich die Alien-Truppen konnten Nomad noch ernsthaft Paroli bieten.

    Crysis entwickelte sich zu einem echten Geheimtipp auf dem PC und verkaufte sich über eine Million Mal auf dieser Plattform. Die späteren Xbox- und PS3-Versionen mussten nicht nur grafisch einige Einschnitte hinnehmen, sondern konnten auch den Erfolg ihres PC-Pendants nicht nachahmen.

    Einfaches Addon oder echtes Sequel? - Crysis Warhead mit leichten Verbesserungen

    Crysis Warhead, 2008 Crysis Warhead, 2008 Eigentlich als Add-On gedacht, veröffentlichten Crytek und EA Crysis Warhead im Jahr 2008 als Standalone-Titel. Der große Umfang der Erweiterung habe Entwickler und Publisher zu dieser Entscheidung gebracht. Warhead sollte ursprünglich die Fehler seines Vorgängers ausbessern und punktete so mit einer überarbeiteten KI, neuen Waffen und Fahrzeugen sowie einer komplett frischen Kampagne rund um den Elite-Soldaten Psycho. Auch an der Grafikschraube hat Crytek noch einmal gedreht und lieferte uns mit wuchtigeren Explosionen, feineren Texturen und dem verbesserten Parallax Occlusion Mapping wichtige Updates zu der ohnehin schon starken Optik des Ur-Titels.

    Da die Handlung von Warhead mit der Geschichte rund um Nomad und der Alieninvasion verknüpft wurde, bot der neue Shooter vor allem für alle Crysis-Veteranen neues Ballerfutter. Serien-Neulinge hingegen wurden durch die verzahnten Storystränge eher abgeschreckt, wogegen das Bundle-Angebot mit Crysis und Crysis Warhead Abhilfe schaffen sollte. Trotz der offensichtlichen Verbesserungen in Grafik und Gameplay konnte Crysis Warhead nicht die Traumbewertungen seines Vorgängers erreichen. Die Neuerungen im Spiel und der frische Anstrich wirkten dann doch nur wie ein kleiner Sprung zu dem bereits erschienenen Crysis und bei dem hohen Preis von 30 Euro überlegten sich einige Fans den Kauf.

    Panorama-Ansicht in der Crysis-Serie
    crysis Weitsicht

    Playstation 3 und Xbox 360 lassen grüßen - Crysis 2 sorgt für schlechte Stimmung im PC-Lager

    Die Erwartungen an Crysis 2 waren vier Jahre nach dem Release des ersten Teils sehr hoch. Für PC-Spieler sollte der Shooter wieder alle Normen der PC-Grafik sprengen und für eine unglaubliche Optik auf dem heimischen Rechner sorgen. Die ersten Screenshots unterstützten diese Annahme, Crysis 2 könnte dank CryEngine 3 und DirectX-11-Unterstützung wieder das Aushängeschild für den PC werden. Allerdings machte sich schnell Unruhe im PC-Lager breit als angekündigt wurde, dass der Titel auch für Xbox 360 und Playstation 3 erscheinen sollte. Grafik-Fans befürchteten, dass Crysis 2 für Konsolen optimiert werden würde und die PC-Version dafür abgespeckt erscheint. Nachdem die DirectX-11-Unterstützung zum Release des Shooters gestrichen wurde, hatten die Fans umso mehr Angst um die Qualität von Crysis 2.
    Crysis 2, 2011 Crysis 2, 2011 Quelle: crysis.4thdimension.info
    Zum Release konnte der Shooter diese Ängste nicht wirklich zerstreuen, auch wenn Crytek bei seinem neuesten Streich auf jeden Fall gute Arbeit leistete. Grafisch konnte Crysis 2 durchweg überzeugen, die Beleuchtung wurde im Vergleich zu seinem Vorgänger sogar noch verbessert. Dennoch blieb ein fader Beigeschmack für alle PC-Fans, denn Crysis 2 war an allen Ecken und Enden der Konsoleneinfluss anzumerken: Optisch konnte sich der Titel zwar sehen lassen, verlor aber seine Ausnahmestellung im Vergleich zu anderen Shootern.

    War Crysis 2007 noch eine echte Offenbarung in Sachen PC-Grafik, konnte der Nachfolger lediglich mit aktuellen Titeln mithalten. Ein Aushängeschild für die Hardware-Power des Computers, die in den vergangenen Jahren im Vergleich zu den stagnierenden Konsolen ja noch weiter angestiegen war, war Crysis 2 nicht mehr. Neben der grafischen Enttäuschung mischten sich noch einige Gameplay-Entscheidungen, die eindeutig für die Konsolenspieler getroffen wurden. Die offene Spielwelt wurde größtenteils gestrichen, dafür wurde auf engere Areale gesetzt, die mit geskripteten Spielinhalten gespickt waren.

    Das Spieltempo erhöhte sich dadurch enorm, Explosionen und Schusswechsel waren nun dichter gestaffelt, der Spieler konnte kaum noch durchatmen. Ob der Schritt hin zum Konsolen-Shooter richtig oder falsch für Crysis 2 war, ist hier schwer zu beurteilen. Allerdings verlor der zweite Teil der Serie durch die Entscheidung des Entwicklers sein Alleinstellungsmerkmal im Shooter-Genre, Crysis 2 war nun einfach nicht viel mehr als ein optisch schöneres Call of Duty: Die Story des Titels war durchschnittlich, die Verbesserungen am Nanosuit fielen nur im Detail auf und die Gegnervielfalt hielt sich in Grenzen.
    Crysis 2, 2011 Crysis 2, 2011 Quelle: PC Games Hardware
    Nichtsdestotrotz heimste Crysis 2 gute Bewertungen unter der Fachpresse ein, was vor allem an dem immer noch hohen grafischen Niveau lag, der brachialen und gut inszenierten Action und dem ungewöhnlichen Setting mit New York als verwilderter Naturlandschaft. Der Titel konnte auch einige Wochen nach dem Release noch ein kleines Ausrufezeichen in Sachen Gafik setzen, denn Entwickler Crytek versorgte seine Spieler mit dem Patch 1.9, der endlich die ersehnte DirectX-11-Unterstützung bot und das Spiel durch Tessellation, Parallax Occlusion Mapping, Echtzeit-Reflektionen, Contacts Shadows und einigen weiteren Spielereien verschönerte. Viele Details zur Cryengine haben wir auch im speziellen Engine-Artikel.

    Endlich konnte die Crysis-Serie wieder mit seiner Grafik überzeugen und so manchen Titel seines Jahrgangs in die Schranken weisen. Der Erfolg der Shooter-Serie hielt hingegen auch durch die neue Ausrichtung auf Konsolen an, immerhin verkaufte sich Crysis 2 über drei Millionen Mal und setzte so einen neuen Rekord für die Spiele-Reihe.

    Umgebung in der Crysis-Serie
    crysis Umgebung

    Back to the roots? - Eine Vorschau auf Crysis 3 Crysis 3, 2013 Crysis 3, 2013 Quelle: EA/Crytek

    Nach den Problemen mit Crysis 2 schauen alle PC-Fans mit gemischten Gefühlen auf den Release des neuesten Titels der Shooter-Serie. Entwickler-Interviews, erste Gameplay-Trailer und persönliche Eindrücke stimmen das ganze Bild rund um Crysis 3 dann aber doch positiver: Crytek scheint sich wieder auf seine Wurzeln, nämlich dem PC, zu konzentrieren und will für den neuen Teil der Serie anscheinend auch wieder grafisch ein echtes Ausrufezeichen setzen.

    Auch wenn die Unterschiede zu anderen Spielen wohl nicht so groß ausfallen wird wie noch in Crysis, dürfen sich alle PC-Fans auf den 21. Februar 2013 freuen. Nach den Systemanforderungen zu urteilen, scheint Crytek dieses Mal ernst zu machen, immerhin verlangen die Entwickler für eine High-End-Grafik auch das höchste Maß an derzeit verfügbarer Hardware: Um die volle Grafikpracht von Crysis 3 genießen zu können, muss Ihr PC mit einer neuen Quad-Core-CPU, 8 GiByte RAM und der Geforce GTX 680 ausgerüstet sein. Die bisher vorgestellten Trailer zeigen eine interessante Vermischung von städtischen Gebäuden und dem Urwald, die für einige starke Grafik-Effekte, aber auch Gameplay-Neuerungen sprechen. Crysis 3, 2013 Crysis 3, 2013 Quelle: EA/Crytek

    Da passt Prophet, der Hauptcharakter von Crysis 3, als Einzelkämpfer im Dschungel inklusive Ramo-Tech-Bogen perfekt in das Setting. Nach der Enttäuschung von Crysis 2 scheint der Nachfolger also tatsächlich wieder seine ursprünglichen Fans ansprechen zu wollen und diese wollen vor allem ein optisches Feuerwerk auf ihrem Bildschirm erleben. Vielleicht kann Crysis 3 ihnen diesen Wunsch schon im Februar erfüllen und sich schon einmal im Voraus den Titel "schönstes Spiel des Jahres" sichern.

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    01:00
    Crysis 3: Die Sieben Wunder der CryEngine im Video (Teaser)
  • Crysis 3
    Crysis 3
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Crytek
    Release
    21.02.2013

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    Es gibt 13 Kommentare zum Artikel
    Von strelok
    Und hoffentlich nicht zu ÜBERTEUERT verkauft. Den 60€ (derzeit laut Amazon) zahlt ich sicher nicht. Das können…
    Von Anchorage
    Jo hofentlich wird Crysis 3 echt wieder ein gutes Spiel von Crytek werden .
    Von Ob4ru|3r
    Ich bin da überskeptisch inzwischen, nachdem Crysis 2 so ein Schlag ins Gesicht war ... wird erstmal bis zu den ersten…
    Von Rizzard
    Wie das jetzt verteilt wurde weis ich auch nicht genau, aber zumindest verbraucht der Sprintmodus keine Energie mehr.…
    Von Elloco
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Crysis 3
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Vor Crysis 3: Crysis steht als Marke für kompromisslose PC-Optimierung und zeigte einst deutlich, wie groß der Unterschied zwischen Konsolen und PC-Hardware ist. Doch der Stern sank bereits mit dem zweiten Teil, als man bei Crytek eine neue Cryengine entwickelte und auf Crossplattform-Entwicklung setzte. Obwohl immer noch technisch im oberen Feld unterwegs, fühlten sich PC-Spieler verraten und dem hohen Anspruch konnte man nicht mehr gerecht werden. Wir beleuchten heute die Geschichte des deutschen Shooters.
http://www.pcgameshardware.de/Crysis-3-Spiel-20599/Specials/Crysis-3-Geschichte-1040063/
17.12.2012
crysis
specials