Cannon Lake: Intel setzt erstmals Cobalt in der 10-nm-Fertigung ein

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Cannon Lake: Intel setzt erstmals Cobalt in der 10-nm-Fertigung ein
Quelle: Intel

Im Rahmen des IEEE International Electron Device Meeting (IEDM) 2017 hat Intel ein kleines, aber feines neues Detail zu seiner Chipfertigung in 10 Nanometer verraten. Die unteren sogenannten Metal-Layer zur Verdrahtung der Transistoren bestehen nicht mehr aus Kupfer, sondern erstmals aus Cobalt. Das bringe einige Vorteile mit sich, könnte aber die Produktion erschweren.

Vergangene Woche fand das IEEE International Electron Device Meeting (IEDM) statt, bei dem unter anderem Halbleiterhersteller über aktuelle Technologien sprachen. Intel war ebenfalls vertreten und hat einen Einblick in seinen anlaufenden 10-nm-Prozess gewährt. Dabei sorgte vor allem ein Detail für Aufsehen, das so bislang nicht bekannt war: Der Chiphersteller setzt zum ersten Mal Cobalt in seiner Halbleiterfertigung ein.

Verwendung findet es in den untersten Metal-Layer, die bislang aus Kupfer bestanden. Die Metalllagen in den Chips dienen zur Verdrahtung der Transistoren, wobei die untersten Schichten die kürzesten Wege übernehmen. Laut Intel soll die Elektromigration von Cobalt gegenüber Kupfer um den Faktor 5 bis 10 sinken, darüber hinaus nehme der Widerstand der Durchkontaktierungen ("Vias") um den Faktor 2 ab. Das Material sei deutlich längerlebig, was im Endkundenbereich allerdings kaum von Belang sein dürfte.

Was eine bessere CPU-Performance verspricht, hat in der Theorie allerdings auch seine Schattenseiten. Neue Elemente in der Halbleiterfertigung stellen immer ein Risiko dar, da die Reinräume umgestellt werden müssen. Die 10-nm-Fertigung setzt Intel erstmals bei der CPU-Generation Cannon Lake ein, die sich gerüchteweise aufgrund des Prozesses gegenüber den ursprünglichen Zielen seit mindestens zwei Jahren verspätet und künftig zuerst als 15-Watt-Prozessoren (Cannon Lake-U) in Notebooks debütieren soll. Problematisch könnte zudem die inzwischen notwendige Vierfachbelichtung sein.

Quelle: via eetimes.com, computerbase.de

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    • Kommentare (58)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gerry1984 Software-Overclocker(in)
        Angenommen, es wird 0,01g Cobalt pro CPU benötigt und es werden 10.000.000 Cannon Lake CPUs produziert, dann bedeutet das, dass Intel für die gesamte Cannon Lake Generation ganze 100kg Cobalt benötigen würde. Auch wenn das jetzt nur eine grobe Annahme ist, die Größenordnung wird sich wohl schlimmsten Falles im Bereich einiger Hundert Kilogramm bis zu einigen wenigen Tonnen bewegen.

        Zum Vergleich, 2016 wurden weltweit 120.000t Cobalt gefödert. Die Menge die für CPUs benötigt wird ist also absolut zu vernachlässigen und damit auch die Frage, wo man das Cobalt her bekommt, stellt sich demnach eigentlich auch nicht mehr.

        Cobalt – Wikipedia
      • Von Gerry1984 Software-Overclocker(in)
        Angenommen, es wird 0,01g Cobalt pro CPU benötigt und es werden 10.000.000 Cannon Lake CPUs produziert, dann bedeutet das, dass Intel für die gesamte Cannon Lake Generation ganze 100kg Cobalt benötigen würde. Auch wenn das jetzt nur eine grobe Annahme ist, die Größenordnung wird sich wohl schlimmsten Falles im Bereich einiger Hundert Kilogramm bis zu einigen wenigen Tonnen bewegen.

        Zum Vergleich, 2016 wurden weltweit 120.000t Cobalt gefödert. Die Menge die für CPUs benötigt wird ist also absolut zu vernachlässigen und damit auch die Frage, wo man das Cobalt her bekommt, stellt sich demnach eigentlich auch nicht mehr.

        Cobalt – Wikipedia
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        Nun ist nur die Frage, wo Intel das Cobalt besorgt. Ist schließlich ein Konfliktmetall.
      • Von Axcyer Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich kenne Sputtern persönlich nur aus der Elektronenmikroskopie. Da ist die Abriebsfestigkeit miserabel.
        Kommt halt immer darauf an wo man sich im Zonenmodell nach Thornton befinde und welches Wachstum vorherrscht. Da in der Elektronenmikroskopie normalerweise Gold aufgesputtert wird, kann die Schichthaftung aber leiden, da erstens in der EM oftmals nicht unter Argon sondern Luft gesputtert wird, zweitens die Stoßübertragung der leichten Gasionen auf Goldatome schlecht ist und drittens die Proben nicht immer erhitzt werden können um kleinere Kristalle zu fördern.
        Das Problem mit schlechter Schichthaftung besteht bei galvanischen Abscheidungen aber genauso wenn zu schnell abgeschieden wird und keine dispersive Schicht entsteht. Das ist ja das Problem beim Schnelladen von Lithiumionenakkus. Da bilden sich bei jedem Ladezyklus Dentrite welche irgendwann zum Kurzschluss der Zelle führen. (Heutzutage nicht mehr das Problem da die Lithuiumionen gebunden sind.)
      • Von lutari Software-Overclocker(in)
        Zitat von Tim1974
        Wobei diesmal ja Intel mit schlechter Verfügbarkeit der großen Coffeelake-CPUs enttäuscht hat, weswegen die Preise ja nun auch so doll gestiegen sind.
        Die CPU kam 6 Monate früher als geplant. Außerdem war es doch bei den beiden Vorgängern ähnlich. Für mich wenig überraschend.
      • Von Tim1974
        Wobei diesmal ja Intel mit schlechter Verfügbarkeit der großen Coffeelake-CPUs enttäuscht hat, weswegen die Preise ja nun auch so doll gestiegen sind.
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