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  • CoD: Infinite Warfare durchgespielt - Schlägt der Uncharted-Regisseur Battlefield 1?
    Quelle: PC Games Hardware

    CoD: Infinite Warfare durchgespielt - Schlägt der Uncharted-Regisseur Battlefield 1?

    Die Regie in Call of Duty: Infinite Warfare führte Taylor Kurosaki, einer der wichtigsten Köpfe der Uncharted-Reihe. Entsprechend mehr "Screentime" bekommen die Protagonisten, aber Fans dürfen sich trotzdem auf ein adrinalinhaltiges Highspeed-Action-Abenteuer mit dem Krawallfaktor von "Roland Emmerich meets J.J. Abrams" freuen, das sich auch stark von Mass Effect hat inspirieren lassen. Ist es besser als Battlefield 1? Call of Duty : Infinite Warfare: Die Kampagne im Test.

    Call of Duty: Infinite Warfare ist spielerisch so ziemlich genau das, was sich der Autor gewünscht hat: Schnell und quirlig, explosiv und cineastisch. Ein echtes Call of Duty eben, mit seinen üblichen Stärken und Schwächen. Allerdings mit sehr viel mehr Überraschungsmomenten, als bisher von der Serie gewohnt und der besten Kampagne seit dem ersten Modern Warfare.

    Infinity Ward versucht gar nicht erst, die Subtilität eines Battlefield 1 zu kopieren, was sich ja mitunter sehr viel Zeit lässt. CoD bleibt CoD und das fühlt sich gut an. Gleich die erste Mission in Genf ist ein spielbarer Roland Emmerich-Film. Sie mögen die neuen Star-Trek-Streifen von J.J. Abrams und hatten auch Gefallen an 2012? Dann werden sie hier abgeholt und in ein bildgewaltiges Chaos aus schwebenden Flugzeugträgern gestürzt, die aus dem Himmel fallen und in typischer Hollywood-Manier haarscharf an Bürotürmen vorbeischrammen und alle Fenster effektvoll zerstören. Minuten des Adrenalinrausches, in denen Sie mit dem Sturmgewehr einfach nur draufhalten und während eines Großangriffs auf die Fleet Week - und damit die gesamte Regierungsflotte - möglichst viele Köpfe der Soldaten der Settlement Defense Front zum Platzen bringen, während von rechts eine Yacht auf Sie zu geschleudert kommt und gefühlt kaum noch ein Zentimeter am Firmament nicht in Flammen steht.

    Währenddessen wird geballert und experimentiert, etwa mit Anti-Gravitationsgranaten, die in uns ein schelmisches Grinsen hervorrufen. Es ist eine Schande, dass Activision nicht endlich mal Geld in die Hand nimmt und seinen CoD-Teams eine Engine spendiert, die diesen spielbaren Hollywood-Film auf das technische Niveau eines Battlefield 1 hebt. Es fehlt einfach an physikalischer Zerstörung. Vielleicht ändert sich das jetzt, schließlich steht mit der PS4 Pro eine signifikant leistungsstärkere Generation als Lead-Plattform in den Startlöchern, wovon insbesondere der PC profitieren wird.

    Wichtig allerdings zu sagen: Die PC-Fassung wird erst zum Launch aktiviert, entsprechende Impressionen und Benchmarks müssen wir nachliefern. Wir bemühen uns, sie noch im Laufe des kommenden Wochenendes mit den ersten Ergebnissen zu versorgen. Unsere Eindrücke aus der Kampagne basieren daher auf der PS4-Version. Wir gehen von knackigeren Texturen und sehr viel schöneren Licht- sowie mehr Partikeleffekten auf dem PC aus. Sehr viel mehr Zerstörung wird es aber auch hier nicht geben. Das ist schade, denn die Technik ist nach wie vor eine der größten Schwächen der Serie: Es ist einfach merkwürdig, wenn Sie im Jahr 2016 noch auf Büsche schießen und die Kugeln dringen nicht durch. Schon Crysis hatte 2007 eine dynamische Flora mit zerschossenen Ästen und umherfliegenden Blättern, CoD tut sich damit auch heute noch schwer.

    Mut zur Überraschung und eine Verneigung vor Modern Warfare

    Call of Duty: Infinite Warfare hat insgesamt ein sehr schöne Erzählgeschwindigkeit, weil die Kalifornier gekonnt zwischen gerade auch Sound-technisch beeindruckendem Effektgewitter und hartem Run & Gun sowie experimentelleren Passagen wechseln. Gerade noch war es ein Michael-Bay-Actionporno, da stehen Sie plötzlich auf einer dicken Eisscholle und am Firmament zeichnet sich Jupiter in seiner ganzen Schönheit ab. Ein bisschen wie in No Man's Sky oder Destiny. Wer übrigens gerne mehr Dogfights an Bord der Jackal-Space-Fighter erleben will, der kann neun optionale Operationen annehmen, die jeweils Upgrades und Perks im Multiplayer-Stil in die Kampagne einfließen lassen (schneller und länger sprinten, noch größere Magazine) und Prototypenwaffen bringen, wie ein Elektro-Katana sowie die Eraser-Waffe, die ähnlich wie im Schwarzenegger-Streifen Gegner pulverisiert.

    Außerdem rüsten Sie so die Jackal auf, etwa mit besserem Antrieb oder präziseren Waffensystemen. Zudem gibt es eine ähnlich atmosphärische Sniper-Mission wie "All Ghillied Up" aus Modern Warfare, nur mit anderem Spin. Mehr verraten wir mal lieber nicht. Besonders angetan hat es uns auch ein Level in einer Minenkolonie auf einem Asteroiden, der auf die Sonne zuschießt und sich dabei so schnell dreht, dass es jeweils nur 30 Sekunden kalt ist, dann wieder 2.000 Grad heiß. Sie müssen sich also immer mal wieder zurückziehen und Deckung nehmen, werden aber parallel von umprogrammierten Minenarbeiter-Robotern angegriffen, die dummerweise mit Solar laufen, sprich durch die extrem direkte Sonneneinstrahlung eine Art Rage-Modus aktivieren. Hier brennt sprichwörtlich die Luft, Sie springen über Lava, die halbe Karte schaukelt hin und her. Kurze Zeit vorher hingegen baut das Spiel eine herrlich finstere und gruselige Atmosphäre auf, die an gewisse Filme von Ridley Scott erinnern. Schatten scheinen förmlich nach uns zu greifen und in den Luftschächten kratzt und faucht es ständig. Eine schöne Idee, weil sie dazu dient, die Charaktere ein bisschen mehr zu porträtieren. Selbst Salter, eine beinharte Libanesin, die weniger Lady und mehr Elitesoldat ist, entfährt hier ein Schrecken und hat ganz offensichtlich Schiss.

    Mehr Story-Struktur und die Handschrift des Uncharted-Machers

    Erwarten Sie hier kein Uncharted oder The Last of Us, aber die Handschrift von Taylor Kurosaki ist im Spiel unverkennbar. Kurosaki war für die Choreographie der Schauspieler in Uncharted 1 - 3 verantwortlich und ist dann ins Team von Infinity Ward gewechselt, was sich vor allem an der erheblich gestiegenen Screentime und einer klareren Struktur in der Geschichte zeigt. Es gab ja mitunter CODs, insbesondere die Black-Ops-Spiele, die haben die Charaktere so schnell durchrotiert, dass man als Spieleredakteur hinterher seine Notizen bemühen musste, um überhaupt die Struktur der Geschichte zu durchdringen.

    Und dann ist da noch Eth3n: Ein schlagfertiger Roboter, der gerne Sprüche spuckt ('Ich weiß eh alles, aber ich lausche gerne ihrer Stimme'). Mitunter aber auch verwirrt ist ob der grausamen Brutalität der Menschen. Und dann ist da noch Eth3n: Ein schlagfertiger Roboter, der gerne Sprüche spuckt ("Ich weiß eh alles, aber ich lausche gerne ihrer Stimme"). Mitunter aber auch verwirrt ist ob der grausamen Brutalität der Menschen. Quelle: PC Games Hardware So ist Infinite Warfare nicht, es gibt deutlich weniger Charaktere, die dafür alle eine spezielle Rolle spielen: Die USS Retribution kollidiert zu Beginn mit dem Super-Carrier von Kit Harrington, denn Jon Snow spielt mit Admiral Kotch das personifizierte Böse. Ergo braucht es eine Art Chekov, der halb verzweifelt versucht die Kontrolle über das havarierte Schiff zu behalten. Und wir selbst spielen eine Art Chris Pine alias Captain Kirk - einen Jungspund, der plötzlich Verantwortung übernehmen muss. Das funktioniert ganz gut, endlich sind wir mal nicht nur der belanglose Befehlsempfänger, sondern müssen immer mal wieder überlegen, ob uns das Schicksal der Crew oder der Druck der Regierung und damit die Mission wichtiger ist.

    Erstaunlicherweise wirkt Harrington aber nicht so charismatisch wie Kevin Spacey. Vermutlich auch, weil Letzterer es eher gewohnt ist, die Rolle des Bösen zu spielen. Jon Snow macht seinen Job gut, aber nicht großartig - wie bei jedem COD sollten sie im US-Original spielen, die dt. Sprecher kommen bei Weitem nicht an ihre amerikanischen Kollegen ran. Es mag am eher jüngeren Zielpublikum liegen, aber Infinite Warfare ist doch sehr krass auf Schwarz/Weiß-Malerei getrimmt. Harrington spielt einen verblendeten Faschisten, der mehr schreit als redet und uns dadurch die meiste Zeit über ziemlich fremd bleibt. Das ist schade, ein COD mit dem Charme und der Intelligenz eines Game of Thrones oder gar House of Cards wäre toll gewesen, aber so richtig hat das ja nicht mal Kevin Spacey in Advanced Warfare hinbekommen. So bleibt es dann doch eher bei der Qualität eines klassischen James-Bond-Streifen.

    Fazit zur Kampagne von Call of Duty: Infinite Warfare:

    Call of Duty: Infinite Warfare liefert mit weitem Abstand die beste COD-Kampagne seit dem ersten Modern Warfare ab. Aber ist es auch besser als Battlefield 1? Schließlich hat auch DICE ziemlich zugelegt. Technisch können wir noch keinen Vergleich ziehen, weil uns für den COD-Test lediglich die PS4-Version vorliegt. Aber es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn Infinite Warfare auf dem PC die Zerstörungswucht und enorme Texturschärfe von Battlefield 1 schlagen würde.

    Spielerisch und atmosphärisch? Schwer zu sagen, schließlich stiehlt sich DICE gekonnt aus der Affäre, in dem sie aus mehreren Geschichten die Zuckerstücke an einer Schnur langziehen, während Infinite Warfare eine durchgehende Story erzählt. Qualitativ würden wir dezent zu Infinite Warfare tendieren, weil es ein sehr viel ambitionierteres Spiel im Singleplayer ist. In BF1 ist es doch etwas merkwürdig, wie schnell der schüchterne Neuankömmling und Panzer-Padawan plötzlich zum meisterlichen Sniper avanciert. Infinity Ward gibt sich schon sichtlich mehr Mühe, eine große Geschichte zu erzählen und viele Elemente einzubauen, die in Richtung Mass Effect gehen. So fühlt sich unser Flaggschiff, die UNSA Retribution, an wie eine 1.000 Mann starke Normandy. Es ist schon schön, hier als Captain entlangzulaufen, Soldaten salutieren zu lassen, aber auch Gesprächen von verzweifelten Crew-Mitgliedern zu lauschen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Sie fühlen sich wirklich verantwortlich für dieses Schiff, welches sich im Laufe der Kampagne stark verändert. Vom Wrack zur Mega-Enterprise.

    Spielerisch gesehen bieten beide Titel sehr viel Abwechslung, am Boden und in der Luft. Ob im Dogfight oder groß angelegten Schlachten und im COD-Fall auch als Sniper und in anderen Stealth-Varianten. Die erste Schlacht geht knapp an COD, mal schauen wer letztlich im Multiplayer-Vergleich die Nase vorne hat. Den müssen wir aber erst intensiv unter Live-Bedingungen testen für eine finale Bewertung.

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    22:49
    Call of Duty: Infinite Warfare - Die ersten 20 Minuten der Kampagne - Gameplay im Video
    Spielecover zu Call of Duty: Infinite Warfare
    Call of Duty: Infinite Warfare
      • Von GTA 3 BIOS-Overclocker(in)
        Ich fand die Kampagne endlich mal wieder gut. Es kommt zwar nicht an MW1 und MW2 ran, jedoch ist diesmal deutlich besser gewesen als BOIII, AW und Ghost. Vorallem E3N hat mir super gefallen. Die Kampagne hat diesmal aber Ähnlichkeiten mit Mass Effect.
      • Von Emiterr123 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Welche Kampagne ist besser, die von Titanfall 2 oder CoD?
      • Von Benjamin_Kratsch Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von Rollora
        Ok, interessant, vielleicht, wenn sie mitm Leveldesign mal wieder in den 90ern angekommen sind probier ichs mal.
        Ist eigentlich noch immer das Kindgerechte-Autoheal ein Feature, oder wird man wieder wie ein Erwachsener behandelt? Ist die Kampagne denn diesmal länger als 4-5h?

        Wenn man mit "Cineastisch" meint, Michael Bay hätte den Film geschrieben, dann ja.
        Ich bin Film/Kinoliebhaber. Ich habe knapp 2000 Original-DVDs und BDs, und da schaue ich aber nicht Transformers, Avengers oder sonstwas, sondern da sind halt echte Filme dabei (mit Story und/oder Schauspielerischer Leistung), sowie auch eher unbekannte Sachen.

        Soetwas wie Michael Bay oder halt eine COD ähnliche Story würde sich ein "Cineast" wohl nicht im Kino ansehen


        Hi,
        @Spielzeit: Es gibt die Hauptkampagne plus 9 Sidequests. Wenn du alles erledigst und deinen Suit sowie Jackal-Raumjäger maximal upgradest,
        biste gut 9 Std. beschäftigt.

        @Michael Bay: Es ist Transformers meets 2012 meets Star Trek (die von J.J. Abrams). Viel Lens-Flare, abstürzende Raumschiffe, Explosionen am laufenden Band,
        eingebettet in einen Katastrophenfilm. Zumindest in der ersten Std.
      • Von maulwurf_ms Schraubenverwechsler(in)
        Keine Ahnung wie gut die Einzel bei Cod , die von BF finde ich mehr
        als Einweisung in den wichtigsten Dingen. Erklärt das Spiel
        damit sehr gut. Habs aber selber noch nicht durch
      • Von Blackfirehawk Schraubenverwechsler(in)
        kein Cheatschutz...
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Call of Duty: Infinite Warfare
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Die Regie in Call of Duty: Infinite Warfare führte Taylor Kurosaki, einer der wichtigsten Köpfe der Uncharted-Reihe. Entsprechend mehr "Screentime" bekommen die Protagonisten, aber Fans dürfen sich trotzdem auf ein adrinalinhaltiges Highspeed-Action-Abenteuer mit dem Krawallfaktor von "Roland Emmerich meets J.J. Abrams" freuen, das sich auch stark von Mass Effect hat inspirieren lassen. Ist es besser als Battlefield 1? Call of Duty : Infinite Warfare: Die Kampagne im Test.
http://www.pcgameshardware.de/Call-of-Duty-Infinite-Warfare-Spiel-56591/Tests/Kampagne-Singleplayer-angespielt-1212446/
04.11.2016
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