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  • Thermalright HR-22 im Test: Was kann die Neuauflage des Kult-Kühlers? [Test der Woche]

    Der HR-02 war ein bekannter Kühler, doch erst der HR-02 Macho machte das Konzept durch seinen niedrigen Preis für alle interessant - mit der Folge, dass der Macho seit Mitte 2011 im Preisvergleich sich fast durchgehend auf Platz 1 der beliebtesten Kühler befindet. Nun tritt mit dem HR-22 ein Nachfolger für die High-End-Schiene an.

    Anmerkung: Dieser Artikel hatte die meisten Seitenaufrufe diese Woche. Aus diesem Grund veröffentlichen wir ihn heute erneut.Thermalright HR-22 im Test: Was kann die Neuauflage des Kult-Kühlers? (5)Thermalright HR-22 im Test: Was kann die Neuauflage des Kult-Kühlers? (5)Quelle: PCGH

    Der HR-22 tritt ein ruhmvolles, wenn auch schweres Erbe an: Die Serie brachte mit dem Macho einen der bisher erfolgreichsten Kühler überhaupt hervor. Nun, nachdem er ein gutes Jahr durch die Gerüchteküche geisterte, ist der der Nachfolger endlich erschienen.

    Thermalright HR-22 im Test: Aussehen und Eigenschaften

          

    Durch die Form des Radiators wird man sehr schnell an die Kühler der bisherigen HR-02-Serie erinnert. Das Konzept des Kühlkörpers ist das gleiche wie bisher auch: Die Heatpipes tragen einen sehr großen, weit nach hinten versetzten Lamellenblock. Diese unsymmetrische Bauweise des Kühlers bringt einige Vorteile: Zum einen ist der HR-22 so selbst mit hohen RAM-Modulen kompatibel, da er auf der Vorderseite selbst mit Lüfter bei kaum einen Mainboard über die RAM-Bänke geraten dürfte. Zum anderen bringt das Ungleichgewicht nach hinten den Kühler viel näher an den rückwärtigen Gehäuselüfter, der für einen zusätzlichen Luftstrom sorgt. Oder sogar für den einzigen - der HR-22 ist wie seine Vorgänger nämlich auf den (semi-)Passiv-Betrieb ausgelegt. Das bedeutet, dass der Kühler selbst keinen eigenen Lüfter nutzt, sondern nur den Luftstrom der Gehäuseventilatoren. Dementsprechend findet sich auch kein Luftquirl in der Packung.

    Der Kühler selbst besteht aus 32 Lamellen in voller Größe, auf der Unterseite schließen noch drei weitere der Kühlbleche an, welche nach hinten abgeschnitten sind. So kommt der HR-22 selbst großen Mainboard-Kühlern nicht in die Quere. Die Lamellen sind mit kleinen Öffnungen versetzt, welche die Luft verwirbeln und so für bessere Eigenschaften im Passiv-Betrieb sorgen sollen. Getragen wird das Ganze von acht Heatpipes - zwei mehr als bei den Vorgängern HR-02 und Macho. Im Gegensatz zu letzterem entfällt das Preisdiktat: Der Kühlkörper ist vollständig vernickelt, was ihm ein sehr hochwertiges Aussehen verleiht. Aber auch die makellose Verarbeitung unseres Testmusters trägt zu diesem Urteil bei.

    Thermalright HR-22 im Test: Einfache Montage

          

    Bei der Montage nutzt Thermaltake das bekannte, aber weniger verbreitete Montageset vom HR-02 beziehungsweise auch dem Archon X2. Dieses unterscheidet sich vor allem bei der Bodenplatte und dem Querblech von dem sonst typischen Thermalright-Montage-System. Statt freier Schrauben nutzt das Montagesystem bei der Intel-Backplate verschiebbare Stifte, deren Abstand zueinander sich je nach Sockel einstellen lässt. Das ermöglicht eine nochmals vereinfachte Montage im Vergleich zum anderen Montage-System von Thermalright, welches an sich schon zu den besseren der Branche zählt.

    Auf dem Querblech befindet sich eine große Schraube, mit der sich der Anpress-Druck des Kühlers steuern lässt. So lassen sich einige Zehntel-Grad mehr herausholen, da der isolierende Abstand zwischen IHS und Bodenplatte des Kühlers verringert wird. Genauso kann es aber vorkommen, dass das System bei zu hohem Anpressdruck nicht mehr startet oder einzelne RAM-Module nicht mehr angesprochen werden können. Nehmen Sie in diesem Fall etwas Druck von der CPU, indem Sie die Schraube lockern.

    Thermalright HR-22 im Test: Die Packungs-Beigaben

          

    Bestimmte Zubehörteile des HR-22 findet man nicht jeden Tag in einer Kühler-Packung, namentlich die "Fan Ducts". Dabei handelt es sich um Schläuche, die dazu dienen, den Kühlkörper rückseitig mit dem Gehäuselüfter zu verbinden. Der Kühler liegt so direkt im Ansaugbereich des Lüfters und erreicht so niedrigere Temperaturen. Insgesamt liegen dem Kühler zwei dieser Schläuche bei, eine gelber für 120-mm-Lüfter, ein roter für 140-mm-Lüfter. Die beiden Verbindungsstücke sind relativ kurz gehalten: Mit ihnen lassen sich Abstände von etwa 8 Zentimetern überbrücken.

    Auch wenn der HR-22 keinen Lüfter mitbringt, gibt es neben dem zur Montage auf allen aktuellen Sockeln notwendigen Zubehör noch ein vollständiges Kit zum Befestigen eines Lüfters. Dazu gehören zwei Klammern sowie vier klebende Gummiunterlagen zur Entkopplung. Als Wärmeleitpaste legt Thermalright eine Spritze Chill Factor 3 bei. Eine kleinere Abwertung gibt es für das Fehlen des Lüfters, den man für einen unverbindliche Preisempfehlung von 75 Euro sicherlich noch hätte beilegen können.

    Thermalright HR-22 im Test: So testen wir

          

    Für den Test montieren wir den Kühler auf einem P8P67, wo er einen Core i7-2600K kühlen muss. Die CPU erhält dabei 1,2 V. Für die Messung wird das System 15 Minuten lang mit Core Damage aufgeheizt, woraufhin wir mit Core Temp die Temperaturen der CPU-Kerne messen. Der Messerwert in der Testtabelle entspricht der Durchschnittstemperatur der Kerne, normiert auf eine Umgebungstemperatur von 20° Celsius. Die Temperaturmessung führen wir bei voller Lüfterdrehzahl durch, sowie auch bei 75 und 50 Prozent der Lüfterdrehzahl. Um die Eignung des Kühlers für die Übertaktung zu testen führen wir zudem eine vierte Messung bei voller Lüfterdrehzahl bei 1,35V CPU-Spannung durch. Normalerweise finden diese Messungen sowohl mit dem Referenz- als auch mit dem Standard-Lüfter statt. Da dem HR-22 dieser Lüfter fehlt, messen wir die Werte nur mit einem 140-mm-Referenzlüfter (Be Quiet Silentwings USC 140 mm). Da die Lautstärke einzig und allein vom Lüfter abhängt, den Sie mit dem den HR-22 zu verwenden gedenken, findet auch keine Lautstärkemessung statt. Die angegebenen Werte beziehen sich auch hier auf den Silentwings USC 140 mm. Als Wärmeleitpaste verwenden wir nicht das mitgelieferte Wärmeleitmittel, sondern die Alpenföhn Schneekanone von EKL.

    In diesem Test behandeln wir den HR-22 als normalen Luftkühler. Seine Semi-Passiv-Eigenschaften werden wir in einem separaten Artikel im Heft behandeln.

    Thermalright HR-22 im Test: Die Leistung

          

    Die Kühlleistung des HR-22 mit unserem 140-mm-Referenzlüfter ist sehr gut. Der Kühler hält die CPU mit unserem Referenzlüfter auf 1.030 U/min auf niedrigen 44,9° Celsius. Auf halber Drehzahl sind es immer noch nur 51,3° Celsius die unser Core i7-2600K erreicht. Die die Messergebnisse im Vergleich zu anderen Kühlern.

    DrehzahlThermalright HR-22EKL Alpenföhn Brocken 2Noctua NH-U14SThermalright HR-02 Macho Rev. A
    100%44,945,643,847,8
    75%46,548,846,148,5
    50%51,353,149,350,4
    100% (OC)53,752,650,654,4

    Thermalright HR-22 im Test: Fazit

          

    Der Thermalright HR-22 ist ein sehr leistungsfähiger Kühler, der ausgezeichnet verarbeitet ist. Der breite Lamellenabstand und große Kühlkörper ermöglicht Semi-Passiv-Kühlungen auch auf schnellen CPUs. Die beigelegten Fan Ducts unterstützen diese Funktion noch und sind sonst bei kaum einem anderen Kühler zu finden. Der HR-22 funktioniert aber auch wunderbar mit einem Lüfter. Schade ist allerdings, dass Thermalright bei einem hohen Preis von 75 Euro keinen der Luftquirle beilegt. Aber auch mit diesem Manko können wir den HR-22 ohne weiteres empfehlen. Der Kühler macht neugierig auf einen HR-22 Macho.

    ProduktHR-22
    Modellnummer-
    Hersteller, WebseiteThermalright, thermalright.com
    Preis/Preis-Leistungs-VerhältnisCa. € 75,-/ausreichend
    Link zum PCGH-Preisvergleichwww.pcgh.de/preis/1029404
    Ausstattung (20 %)2,90
    Enth. Lüfter/Anschluss/Entkopplung-/-/-
    Montierbare Lüfter*/Ausrichtung1 x 120 mm/vertikal
    Lüfterdrehzahl 100 % (Angabe/gem.)-/-
    Werkstoff/TechnikAlu, Kupfer/Heatpipes
    Heatpipes/Lamellenabstand8 x 6 mm/ca. 3 mm
    Wärmeleitmittel/Lüfterst./ExtrasSpritze/-/Schraubendreher
    Eigenschaften (20 %)3,03
    Sockelunterstützung (AMD)AM2(+), AM3(+), FM1/2(+)
    Sockelunterstützung (Intel)775, 115x, 1366, 2011
    Maße (B x T x H) und Gewicht mit Standardlüfter(n)150 x 120 x 161 mm, 1162 g
    Haltemechanismus (AMD/Intel)Verschraubung/Verschraubung
    Montageaufwand (AMD/Intel)Mittel/mittel
    Platinenausbau nötig (AMD/Intel)Ja/ja
    Gedrehte Montage möglich (AMD/Intel)Nein/ja
    Leistung (60 %)1,75
    CPU-Temp.**, Standardlüfter @ 100/75/50 %-/-/- °C
    CPU-Temp.**, Referenzlüfter @ 100/75/50 %44,9/46,5/51,3 °C (Ref.: 1 x 140 mm)
    CPU-Temp.**, Std.-/Ref.-Lüfter @ 100 % (OC)-/53,7 °C (Ref.: 1 x 140 mm)
    Lautheit (100/75/50 %)-/-/- Sone
    Schalldruck (100/75/50 %)-/-/- dB(A)
    Subjektive Lautstärke (100/75/50 %)-/-/-
    Note2,24
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    Es gibt 37 Kommentare zum Artikel
    Von Jooschka
    Ne All-in-One Wasserkühlung hat leider meist (für Silent-Fans) mehr Nachteile, als Vorteile! Vor allem die Lautstärke…
    Von derBoo
    Seid wann haben AIO Kühlung was mit Silent zu tun? Die sind alle laut! Und haben mit nem semi passiven Kühler ja nun…
    Von VVeisserRabe
    naja, beim Megahalems war auch kein Lüfter dabei, die meisten Leute kaufen sich ohnehin leisere Lüfter um die Beipack…
    Von jelais99
    Nee, das würde ich nicht tun. Denn die Gehäuselüfter transportieren die Luft aus dem Gehäuse heraus, dadurch entsteht…
    Von pizzazz
    Thermalright? - Ich hör da dauernd Dömelroid
      • Von Jooschka PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von jelais99
        Aber trotzdem finde ich solche Lösungen nicht optimal. Denn wenn man es wirklich silent möchte, dann greife ich doch lieber zu einer Wasserkühlung. Mittlerweile gibt es ja auch AIO Lösungen, die sich auch erweitern lassen und auch sonst recht gut sind.
        Ne All-in-One Wasserkühlung hat leider meist (für Silent-Fans) mehr Nachteile, als Vorteile! Vor allem die Lautstärke zählt zu den großen Schwächen!!!
        Aber es sind auch oft bekannte Probleme:
        Gespart wird als erstes beim Lüfter (dieser muss exakt dieselbe Wärme vom Radiator wegtragen, wie der Lüfter auf nem Luftkühler!! )
        Die integrierte Mini-Pumpe ist weder entkoppelt, noch sehr Vibrationsarm ---> Geräusche werden optimal übers Gehäuse weitergeleitet... der Resonanzkörper wächst auf ein vielfaches!!
        Radiator nicht entkoppelt
        und: eben NICHT einfach erweiterbar, da der Ausgleichsbehälter fehlt!

        Wenn dann ne richtige Wasserkühlung, mit vernünftiger Pumpe, entkoppelt per Gummiband o. Ä., und so viel Radiatorfläche, dass sehr langsam drehende Silent-Lüfter ausreichend kühlen!
        Aber ICH würde mir dann trotzdem noch nen Gehäuselüfter frontal auf's MB blasen lassen... der umliegenden Bauteile und Speichermedien wegen...

        Aber mit Luft-only kann man ein System auch schon extrem leise bekommen!
        Nen Haswell hat kaum abwärme für große Kühler --> mindestdrehzahl reicht oft aus
        Bei der Graka auf obere Mittelklasse setzen
        viele langsame Gehäuselüfter...
        Alles ein wenig undervolten, verschiedene Profile für Office, Video, Gamen anlegen und fertig!
        Dann wird's Maximal beim Zocken minimal lauter... muss aber nicht...
      • Von derBoo PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von jelais99
        Denn wenn man es wirklich silent möchte, dann greife ich doch lieber zu einer Wasserkühlung. Mittlerweile gibt es ja auch AIO Lösungen, die sich auch erweitern lassen und auch sonst recht gut sind.

        Seid wann haben AIO Kühlung was mit Silent zu tun? Die sind alle laut! Und haben mit nem semi passiven Kühler ja nun mal gar nix gemein.
      • Von VVeisserRabe Sysprofile-User(in)
        Zitat von Jeanboy
        Die Airduckts oder wie sie auch immer heißen sind doch reines Marketing.

        Wer bitte lässt den CPU-Kühler Lüfter weg, nimmt aber einen Gehäuselüfter?

        Dann schnallt man den Lüfter lieber an den CPU Kühler...


        naja, beim Megahalems war auch kein Lüfter dabei, die meisten Leute kaufen sich ohnehin leisere Lüfter um die Beipack Teile zu ersetzen
        und es macht durchaus Sinn die heiße Abluft der CPU direkt aus dem Gehäuse zu befördern
      • Von jelais99 PC-Selbstbauer(in)
        Nee, das würde ich nicht tun. Denn die Gehäuselüfter transportieren die Luft aus dem Gehäuse heraus, dadurch entsteht ein Unterdruck, der dabei unterstützt kalte Luft ins Gehäuse hineinzuziehen. Dieser Effekt geht zwar durch den Fandukt verloren, aber dennoch erreicht man, dass die Luft gezielt vom Kühler abtransportiert wird.
        Und wenn man sich die Ergebnisse bei Hardwareluxx anschaut, dann bringt es schon etwas:Thermalright HR-22 im Test

        Aber trotzdem finde ich solche Lösungen nicht optimal. Denn wenn man es wirklich silent möchte, dann greife ich doch lieber zu einer Wasserkühlung. Mittlerweile gibt es ja auch AIO Lösungen, die sich auch erweitern lassen und auch sonst recht gut sind.
      • Von pizzazz PC-Selbstbauer(in)
        Thermalright? - Ich hör da dauernd Dömelroid
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1102618
CPU-Kühler
Thermalright HR-22 im Test: Was kann die Neuauflage des Kult-Kühlers? [Test der Woche]
Der HR-02 war ein bekannter Kühler, doch erst der HR-02 Macho machte das Konzept durch seinen niedrigen Preis für alle interessant - mit der Folge, dass der Macho seit Mitte 2011 im Preisvergleich sich fast durchgehend auf Platz 1 der beliebtesten Kühler befindet. Nun tritt mit dem HR-22 ein Nachfolger für die High-End-Schiene an.
http://www.pcgameshardware.de/CPU-Kuehler-Hardware-255512/Tests/Thermalright-HR-22-Test-1102618/
05.01.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2013/12/thermalright_hr-22_01-pcgh.jpg
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