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  • Phenom II X6 im Praxis-Test: Diese Spiele profitieren von sechs CPU-Kernen

    AMDs Phenom II X6, Codename Thuban, leistet in diversen Spielen deutlich mehr als sein Vierkern-Vorgänger Phenom II X4. PC Games Hardware zeigt entsprechende Spiele samt Benchmarks und Verlaufsdiagrammen auf.

    Thuban


    Im Test des Phenom II X6 1090T und 1055T zeigte sich, dass AMDs neuer Thuban-Prozessor die Kraft seiner sechs Kerne nahezu ausschließlich in massiv parallelisierten Anwendungen nutzen kann - einzig Anno 1404 zeigt ein leichtes Plus auf.

    Da auf unseren Testrechnern zum Teil über drei Dutzend aktuelle und ältere Spiele installiert sind, haben wir uns auf die Suche begeben: Welche Titel profitieren von sechs Kernen, wann ist ein Hexacore bei gleichem Takt schneller als ein Quadcore? Zuvor fragten wir Sie "Phenom II X6: Welche Spiele-Benchmarks wünschen Sie sich?" und trafen unter anderem auf Basis Ihrer Wünsche eine Auswahl. An dieser Stelle sei gesagt, dass wir einige Titel von vornherein ausgeschlossen haben, da diese unseren Tests zufolge selbst mit vier statt drei Kernen nicht (merklich) schneller laufen [oder wir sie im Thuban-Artikel bereits verwendet haben - also Anno 1404, CoD MW2, CMR Dirt 2 und Dragon Age Origins].

    Crysis 2: Grafikkarten-Killer, aber kein Profit durch mehr als vier Kerne Crysis 2: Grafikkarten-Killer, aber kein Profit durch mehr als vier Kerne Quelle: y33H@ Gaming auf dem Thuban: Der "Ausschuss" und die Kandidaten
    Darunter fallen unter anderem Crysis/Warhead, Supreme Commander 1/2, Assassin's Creed 1/2, NfS Shift, Starcraft II (Beta), Empire Total War, WoW, viele Source-Engine-Titel und Spiele auf Basis der Unreal Engine 3 (wie Mass Effect 2), die drei Stalker-Teile, diverse Gamebyro-Spiele (Fallout 3 etwa), World in Conflict und Drakensang. Left 4 Dead 1/2 und Ghostbusters haben wir erneut getestet, allerdings erwiesen sich sechs Kerne als nutzlos. Der FSX skaliert zwar mit mehr als vier Herzen, allerdings lässt sich dies nicht in Zahlen dokumentieren, da hier "nur" das Streaming profitiert - es werden mehr Landschaftsdetails dargestellt.

    Zu den am meisten gewünschten Spielen zählten Battlefield Bad Company 2, Metro 2033, ArmA 2 und Grand Theft Auto 4. Diese und weitere Titel haben wir für Sie geprüft - zum Teil mit großem Erfolg. Bei entsprechender Nachfrage werden wir vielleicht noch mehr Spiele testen, die in naher Zukunft erscheinen.

    Gaming auf dem Thuban: Testmethodik
    Um herauszufinden, wo sich der Sprung von vier auf sechs Kerne lohnt, deaktivierten wir auf einem Phenom II X6 1090T die "Turbocore"-Technologie und benchten diverse Spiele. Einmal mit vollen sechs Kernen bei 3,2 GHz und einmal mit vier Kernen bei 3,2 GHz. Ersteres entspricht dem 1090T ohne TC, letzteres entspricht praktisch einem Phenom II X4 955 BE. Neben einer aktuellen 890FX-Platine, dem Asus Crosshair IV Formula, kommt eine flotte Radeon HD 5870/1G samt Catalyst 10.3b zum Einsatz - insgesamt 4 GiByte DDR3-1333 sind Standard.

    Neben relativ praxisnahen 1.680 x 1.050 Pixeln und maximalen Details samt 16:1 AF mussten sich die sechs Kerne noch in 800 x 600 Pixeln ohne AA/AF beweisen - dieses Setting mag zwar realitätsfremd sein, dennoch zeigt sich oft erst ohne bremsende Grafikkarte, was eine CPU zu leisten imstande ist. So auch dieses Mal.

    Metro 2033: Unser 'Cursed'-Benchmark mit einer explodierenden Granate Metro 2033: Unser "Cursed"-Benchmark mit einer explodierenden Granate Quelle: PC Games Hardware Gaming auf dem Thuban: Metro 2033
    Entgegen diverser anders lautender Gerüchte ist CPU-PhysX doch multithreaded. Wie Sie unserem exklusiven Interview zu Metro 2033 entnehmen können, nutzt Entwickler 4A Games eine entsprechende PhysX-Version, die auf Wunsch der Prozessor berechnet. Das Spiel selbst bietet "Erweiterte PhysX-Effekte", dies resultiert in ein paar zusätzlichen Partikeln wie umherspritzendem Putz (bei Schüssen auf Wände) oder mehr Trümmern bei Explosionen. Einzig in Kämpfen mit vielen Granaten und heftigem Sperrfeuer sinkt die Leistung (bei Berechnung auf der CPU) drastisch - exakt diesen Fall haben wir mit einer leicht abgeänderten Version unseres "Cursed"-Benchmarks (Anleitung und Video) provoziert. Innerhalb von 40 Sekunden werfen wir fünf Granaten, die entstehenden Partikel und Trümmer stressen die CPU enorm - allerdings nicht nur einen, sondern alle Kerne.

    Gaming auf dem Thuban: Metro 2033 (1.920 x 1.200) Gaming auf dem Thuban: Metro 2033 (1.920 x 1.200) Quelle: PC Games Hardware In den meisten Fällen ist Metro 2033 jedoch stark GPU-limitiert, insbesondere mit den beiden zusätzlichen DirectX-11-Optionen (Tessellation sowie erweitertes Depth of Field) und 4x Multisampling-AA. Ohne diese Aufwertungen schlagen sogar in 1.920 x 1.200 samt 16:1 AF die massiven Physik-Berechnungen durch, sechs Kerne sind im Mittel immerhin knapp 16 Prozent schneller als vier. In 800 x 600 Pixeln mit 4:1 AF erreichen wir dagegen ein Leistungsplus von satten 41 Prozent (bei 50 Prozent mehr Kernen wohlgemerkt)! Dies kommt der Aussage der Entwickler, wonach Metro 2033 im Falle eines nicht vorhandenen GPU-Limit, linear mit weiteren Kernen an Fps zulegt, sehr nahe - erfreulich.

    Wie Sie dem Verlauf entnehmen können, sinkt nach Explosion der ersten Granate die Bildrate immer weiter, bis sie bei gut 10 Fps stagniert. Der Sechskerner arbeitet die PhysX-Last vergleichsweise flott ab, der Vierkerner erholt sich nur quälend langsam - die Bildrate bleibt niedrig. Die von den Entwicklern (und Nvidia) propagierte Multithreaded-Tauglichkeit von CPU-PhysX erweist sich in Metro 2033 als richtig.

    Die Verlaufsdiagramme beider Settings finden Sie in der Galerie, die Benchmarks in Balkenform am Ende dieses Artikels.

    Gaming auf dem Thuban: Verlauf von Battlefield Bad Company 2 (1.680 x 1.050) Gaming auf dem Thuban: Verlauf von Battlefield Bad Company 2 (1.680 x 1.050) Quelle: PC Games Hardware Gaming auf dem Thuban: Battlefield Bad Company 2
    Der derzeit äußerst populäre Multiplayer-Shooter Bad Company 2 ist laut unserem exklusiven Technik-Interview mit Entwickler Dice stark multithreaded programmiert, genauer gesagt die zugrunde liegende Frostbite-1.5-Engine. Auch hier gilt ähnlich wie in Metro 2033: Oft bremst der Pixelbeschleuniger, folglich verpufft die CPU-Leistung im Grafiklimit. Dennoch zeigt sich in der aktuellen (zum Testzeitpunkt) Version in 1.680 x 1.050 Pixeln eine Abhängigkeit vom Prozessor. In unserem Benchmark "Crack The Sky" (Anleitung und Video) beweist "Destruction 2.0" auf Basis der Havok-Engine, wie zerstörerisch eine Gatling-Gun sein kann - explodierende Gastanks und Co stressen den Prozessor extrem.

    Im Mittel kann sich der Hexacore praktisch keinen nennenswerten Vorsprung erarbeiten, die wichtigen Min-Fps aber steigen von 48 auf 58 Bilder pro Sekunde (zum Zeitpunkt der Explosion der beiden Gastanks, kurz darauf knickt der Quadcore bei der Zerstörung des Turmes ebenfalls ein). Ohne bremsende Einstellung, also in 800 x 600 Pixeln, kann der Sechskerner seine Rechenleistung ausspielen und schlägt den Quadcore um beachtliche 21 Prozent!

    Die Verlaufsdiagramme beider Settings finden Sie in der Galerie, die Benchmarks in Balkenform am Ende dieses Artikels.

    Grand Theft Auto 4 (hier ein Bild von jay.gee) Grand Theft Auto 4 (hier ein Bild von jay.gee) Quelle: forum-3dcenter.org Gaming auf dem Thuban: ArmA2, GTA 4 und Resident Evil 5
    Nicht direkt ein Spiel, aber dennoch in der Lage, mit mehr als vier Kernen an Fps zuzulegen, ist der integrierte "Fixed"-Benchmark von Resident Evil 5. Diesem lassen sich Worker-Jobs zuweisen, daher skaliert die verwendete MT-Framework-Engine nach oben: Plus 15 bis plus 16 Prozent sind erwähnenswert. Die integrierten Benchmarks von Armed Assault 2 zeigen nur einen sehr geringen Leistungsgewinn bei unspielbaren Fps auf. Grand Theft Auto 4 profitiert seit dem Patch 1.0.6.0 aufgrund der detaillierten Schatten und den Scheinwerfer-Schatten nun deutlich mehr von einer schnellen Grafikkarte, selbst mit 100 Prozent Sichtweite (Benchmark-Anleitung und Video). Möglicherweise könnten wir ein Fps-Plus messen, wenn die Taktfrequenz unserer CPU niedriger läge - der X6 1035T mit 2,6 GHz aber ist nicht für den Endkunden-Markt gedacht, daher haben wir auf eine Simulation verzichtet.

    Gaming auf dem Thuban: Fazit
    Ja, selbst aktuelle Spiele sind bereits in der Lage, aus einem Hexacore drastische Leistungsgewinne zu ziehen - inbesondere Metro mit dem viel gescholtenen CPU-PhysX und Bad Company 2 mit Havok stechen hervor, beide Male gibt die Physik den Ausschlag zugunsten des Sechskerners (selbst bei einem bereits eintretenden Grafiklimit!). Ob wir in Zukunft weitere Spiele sehen werden, die mit sechs Kernen an Leistung zulegen? Warten wir es ab. Die Zeichen aber stehen angesichts der noch recht lange aktuell bleibenden "Next-Gen"-Konsolen nicht schlecht. Im Gegenteil, Metro 2033 und Bad Company 2 sind beides Cross-Plattform-Entwicklungen - und davon profitieren auch PC-Spieler.

    Eine wichtige Anmerkung zum Schluss: Der minimale Fps-Wert, den Fraps in der "FRAPSLOG.txt" am Ende einer Messung ausgibt, entspricht nicht immer zwingend dem minimalen Fps-Wert, den das Programm in die dazugehörige CSV-Datei schreibt, welche im "benchmarks"-Unterordner liegt! Leichte Abweichungen sind möglich, da Fraps nur einmal pro Sekunde einen Wert in der CSV-Datei hinterlegen kann. Wie stark die Diffenrenz ausfällt, ist von Spiel zu Spiel und von Benchmark zu Benchmark verschieden.

  • Es gibt 107 Kommentare zum Artikel
    Von PCGH_Marc
    Weil wir wohl im Herbst umstellen und da ist es "alt" - davon ab ist es lange nicht so populär oder hat sich so gut…
    Von Groove_C
    Warum denn??? ArmA II: Operation Arrowhead ist doch nicht so alt
    Von PCGH_Marc
    Ich lese mit, ja. Aber bitte erwartet nicht immer eine Antwort."Einfach" einen Bench mit fünf Kombinationen machen,…
    Von Groove_C
    Einfach ein Bench von PCGH machen lassen mit Patch 1.09/1.59.Mit i5-760 @ 3.2Mit i7-980 @ 3.2 SMT ein + SMT ausMit i7…
    Von Groove_C
    Marc, ich weiss nicht, ob du meine Posts liest, aber ich wollte mal fragen ob jemand bei euch mal ArmA II/ArmA II:…
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Sechs Kerne für ein Gamer-Hallelujah?
AMDs Phenom II X6, Codename Thuban, leistet in diversen Spielen deutlich mehr als sein Vierkern-Vorgänger Phenom II X4. PC Games Hardware zeigt entsprechende Spiele samt Benchmarks und Verlaufsdiagrammen auf.
http://www.pcgameshardware.de/CPU-Hardware-154106/Tests/Sechs-Kerne-fuer-ein-Gamer-Hallelujah-746325/
29.04.2010
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2010/04/GTAIV.jpg
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