Intels neue Overclocking-CPUs im Kurztest: Core i5-655k und Core i7-875k

CPU

Hersteller:
k.A.

Intels neue Overclocking-CPUs im Kurztest: Core i5-655k und Core i7-875k

Marc Sauter, Stephan Wilke
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28.05.2010 06:01 Uhr
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Neu
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Mit dem Core i5-655k und dem Core i7-875k bietet Intel erstmals Prozessoren mit freiem Multiplikator an, die keine Extreme Editions sind. PC Games Hardware macht den Overclocking-Test.
K-CPUs

Im September 2009 stellte Intel erstmals seine Lynnfield-Prozessoren in Form der Core i5-7x0und Core i7-8x0 vor (PCGH-Test), im Januar 2010 folgten die Clarkdale-CPUs alias Core i3-5x0 und Core i5-6x0 (PCGH-Test). Allen gemeinsam ist der feste Multiplikator, einzig die Extreme Editions für den Sockel 1366, darunter der Core i7-980X (PCGH-Test), bieten einen offenen Multiplikator.

Core i5-655k und Core i7-875k
Heute nun stellt Intel offiziell die seit Langem in der Gerüchteküche gehandelten K-CPUs vor, den Core i5-655k und den Core i7-875k. Beide Prozessoren finden im Sockel 1156 eine Heimat und entsprechen fast 1:1 den bereits bekannten CPUs Core i5-650 und Core i7-870. Einziger Unterschied: der offene Multiplikator, welcher Overclocking in gewisser Hinsicht erleichtert. Hinzu kommen im Falle des Core i5-655k weitere Speicherteiler (DDR3-800/1066/1333/1600/1866/2133/2400/2666) und das frische K0-Stepping. Die Daten im Überblick:

Name Core i3-530 Core i5-650Core i5-655kCore i5-750 Core i7-870Core i7-875k
Codename Clarkdale Clarkdale Clarkdale Lynnfield Lynnfield Lynnfield
Architektur Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Westmere (32 nm) Nehalem (45 nm) Nehalem (45 nm) Nehalem (45 nm)
Kerne physisch/logisch 2/42/42/44/44/84/8
Hyperthreading (SMT) Ja Ja Ja Nein Ja Ja
Taktfrequenz2,93 GHz3,2 GHz3,2 GHz2,67 GHz2,93 GHz2,93 GHz
Turbo-Modus Nein Ja Ja Ja Ja Ja
Offener MultiplikatorNein NeinJa Nein Nein Ja
SteppingC2C2K0B1B1B1
GPU Ja Ja Ja Nein Nein Nein
L2-Cache 2 x 256 KiByte 2 x 256 KiByte 2 x 256 KiByte 4 x 256 KiByte 4 x 256 KiByte 4 x 256 KiByte
L3-Cache 4 MiByte 4 MiByte 4 MiByte 8 MiByte 8 MiByte 8 MiByte

Freier Multiplikator = einfacheres Overclocking?
Vorneweg: Nur durch einen offenen Multiplikator ist eine CPU nicht unbedingt leichter zu übertakten. Allerdings vermeiden Sie durch das reine Anheben des Multiplikators die Abhängigkeiten, welche die übliche Methode - also Overclocking via BCLK - mit sich bringt. Steigern Sie den BLCK, steigen zudem die Frequenzen des Uncore-Bereichs, der Speichertakt und der QPI. Erhöhen Sie schlicht den Multiplikator, geht einzig der reine CPU-Takt nach oben - um die passende Chipspannung müssen Sie sich aber natürlich trotzdem kümmern. Jedoch erzielen Sie das maximale Potenzial einer CPU respektive der Infrastruktur ohnehin nur, wenn Sie auch den Uncore-Bereich, den QPI und den Arbeitsspeicher übertakten. Auch ist die absolute Frequenz der CPU oft höher, wenn BLCK und Multiplikator zusammenspielen - nur durch einen höheren Multiplikator werden Sie eine CPU in der Regel nicht voll ausfahren können. Um den freien Multiplikator wirklich sinnvoll einsetzen zu können, benötigen Sie mindestens eine potente Wasserkühlung - vielleicht ist Ihnen aber nur zu aufwendig, mit BLCK und Co. zu spielen, und Sie wollen schlicht einige hundert MHz mehr aus der CPU heraus holen.

Benchmarks: Core i5-655k und Core i7-875k
Um herauszufinden, wie sich die beiden K-CPUs mit alltagstauglichen Settings schlagen, geben wir beiden Modellen rund 10 Prozent mehr CPU-Spannung und prüfen, wie hoch sich die Prozessoren übertakten lassen. Die Leistung gibt Dragon Age Origins und 7-Zip wieder, zudem zeigen wir die Leistungsaufnahme auf.

Die Kompressorkühlung im Einsatz (1)Die Kompressorkühlung im Einsatz (1) [Quelle: ]Core i5-655k mit Kompressorkühlung
Um das Overclocking-Potenzial des Core i5-655k auszureizen, setzen wir auf eine einstufige Kompressorkühlung. Mit dieser Anlage ist es möglich, den Prozessor auf Minusgrade herabzukühlen: Ohne Gegenlast sind -50 °C am Evaporator möglich. Bei einer CPU-Spannung von 1,55 Volt erreichen wir bereits auf Anhieb über 5,0 GHz, nach etwas Feintuning stießen wir für eine CPU-Z-Validierung bis 5.246 MHz vor, ehe das System abstürzte. Der mehrere Minuten dauernde Multi-Threaded-Benchmark Wprime 1024M lief auch noch bei 5 GHz durch. Interessantes Detail: das für diesen Test verwendete Asrock P55 Pro mit BIOS 2.3 ließ im BIOS nur die Wahl zwischen den Speicherteilern für DDR3-800/1066/1333.

Maximaltakt des kompressorgekühlten i5-655k bei 1,55 Volt Maximaltakt des kompressorgekühlten i5-655k bei 1,55 Volt [Quelle: ]

Fazit: Intel K-CPUs
Der Core i5-655k und der Core i7-875k leisten nicht mehr als bisherige CPUs und lassen sich zudem nicht zwingend besser übertakten als ein i5-650 oder i7-870. In gewisser Hinsicht ist das Übertakten aber zumindest einfacher. Der offene Multiplikator ist in erster Linie für Extrem-Übertakter interessant, Spieler und Anwender profitieren kaum. Der Core i5-655k kostet laut Listenpreis 40 Dollar mehr als der Core i5-650 (176 zu 216 USD), der Core i7-875k dagegen ist mit 342 USD deutlich günstiger als der Core i7-870 für 562 USD - vermutlich wird der i7-870 bald günstiger oder wird von Intel EOL gesetzt.

Core i5-655k im PCGH-Preisvergleich (228 Euro, Stand: 28.05, 9 Uhr)
Core i7-875k im PCGH-Preisvergleich (342 Euro, Stand: 28.05, 9 Uhr)

Auf der DVD der PCGH 07/2010 finden Sie übrigens ein Overclocking-Video eines Core i5-655k - inklusive BIOS-Settings, Spannungen abgreifen, Benchmarks und mehr. An dieser Stelle möchten wir Sie ebenfalls auf das große Overclocking-Special im Heft hinweisen, das am 2.6. im Handel erscheint.

 
Moderator
30.05.2010 19:01 Uhr
Zitat: (Original von PCGH_Marc;1860456)
@ basic123

Naja - das sind rund 10% mehr Takt, SMT bringt wenns gut läuft noch mal 20%. Ergo +30% ohne OC, dazu ein freier Multi, mehr RAM-Teiler und ein tendenziell besserer IMC für höhere RAM-Frequenzen. 340€ minus 140€ für einen gebrauchten 750er ... warum nicht?


Sind 200€ um eine CPU auszutauschen, deren Leistung (insbesondere mit ein bißchen OC) vermutlich ausreichend ist, bis der schnellste Lynnfield überhaupt (wie weit auch immer es geht) für <<200€ erhältlich ist.
Endresultat: Verkaufs"streß", einen (nutzlosen) 750er weniger, etwas weniger Geld und vor allem etwas weniger Leistung.
Freizeitschrauber(in)
30.05.2010 10:38 Uhr
sind die jetzt schon lieferbar?
PC-Selbstbauer(in)
29.05.2010 23:06 Uhr
Zitat: (Original von PCGH_Marc;1860838)
Ich schau mal ob ich in Taiwan günstig einen schießen kann


Ich habe vor kurzen aus Japan ein ES eines Xeon DP günstig erstanden.
Die Richtung stimmt also. Vielleicht hast du glück.
Lötkolbengott/-göttin
28.05.2010 21:36 Uhr
Ich schau mal ob ich in Taiwan günstig einen schießen kann
Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
28.05.2010 20:22 Uhr
Zitat: (Original von XE85;1858446)
also irgendwas ist das schief gelaufen - 3 655K werte und nur einer des 875K ???



also der Test von THG ist wieder mal typisch - man übertaktet die i7 deutlich weiter und schließt dann natürlich daraus das intel Prozssor super druper gut ist weil er mit 40% überttaktung schneller ist als der 1090T mit 20% übertaktung - und diese ständigen Lästerein gegen AMD in den FAzits könnten sie sich auch sparen

mfg


Lustig ist im Fazit, dass es um CPUs im unteren und mittleren Preissegment ging.
Für 95% aller User ist ein 875k aber teurer als teuer.

Zitat: (Original von PCGH_Marc;1860585)
Nach meiner Definition reicht mein i5-750 @ 3,6 GHz nicht mal für alles. Etwa GTA4 samt Mods oder extrem BC2 mit viel Physik oder SupCom bei 4 on 4 oder Left 4 Dead mit Unmengen an Infizierten. Es kommt auf die Spiele und die Fps-Ansprüche an.


Dann wird es Zeit, dass du dir Gedanken über ein Upgrade machst.

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