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  • Die PCGH-CPU-Historie: Heute mit Sockel AM2, AM3 und F

    Im Verlauf dieser Serie möchten wir die wichtigsten CPU-Meilensteine seit Ende des letzten Jahrtausends vorstellen. Diese Woche: AMDs steinige Aufholjagd.

    Der Sockel AM2(+) bringt Anfangs wenig Neuerungen gegenüber dem Sockel 939 und das Fehlen eines integrierten Speichercontrollers für DDR1 und DDR2 nach Vorbild von Intels i915 oder VIAs PT880 zwingt Aufrüstwillige dazu, Mainboard, CPU und RAM zeitgleich auszutauschen. Viele nutzen die Gelegenheit und wechseln auf den zwei Monate später erscheinenden Core 2 Duo, AMD hat mögliche Vorteile aus der großen Sockel-939-Verbreitung verspielt. Der Sockel AM2(+) bringt Anfangs wenig Neuerungen gegenüber dem Sockel 939 und das Fehlen eines integrierten Speichercontrollers für DDR1 und DDR2 nach Vorbild von Intels i915 oder VIAs PT880 zwingt Aufrüstwillige dazu, Mainboard, CPU und RAM zeitgleich auszutauschen. Viele nutzen die Gelegenheit und wechseln auf den zwei Monate später erscheinenden Core 2 Duo, AMD hat mögliche Vorteile aus der großen Sockel-939-Verbreitung verspielt. Quelle: de.wikipedia.org Die Geschichte der "AM"-Sockel beginnt auf dem Höhepunkt der AMD-Geschichte, Athlon 64 X2 und FX sind das Maß der Dinge. Intels Netburst-CPUs haben, dank feinerer Fertigung, auf- aber nicht überholen können. Besonders bei Verlustleistung und Preis liegt AMD klar in Führung. So erstaunt es einige, dass am 23. Mai 2006 eine komplett neue Plattform vorgestellt wird, wo Modellpflege ausgereicht hätte.

    In der Tat scheinen sich die CPUs kaum von den bisherigen zu unterscheiden. Der neue "Windsor"-Kern für Athlon 64 X2 wird weiterhin in 90 nm mit zweimal 512 oder 1024 KiB L2-Cache gefertigt und bietet das gewohnte Featureset aus AMD64, SSE3 und Cool'n'Quiet. Die Taktraten steigen gegenüber "Toledo"/"Manchester" nur um 200 MHz auf 2,6 GHz für den 5000+ beziehungsweise 2,8 GHz für den FX-62. Die Virtualisierungstechnik AMD-V ("Pacifica") ist neu, nützt Endanwendern aber wenig. Ein ähnliches Bild bietet der Athlon 64 "Orleans" im Vergleich zu "Venice", auch der HT-Link bleibt bei 1000 MHz. Nur die neuen, sparsamen "EE" Ausführungen einiger CPUs erweitern die Produktpalette um Modelle mit einer TDP von 65 W statt 89 W beziehungsweise 35 W statt 62 W bei Single-Core-Modellen.

    Den Grund für den neuen Sockel AM2 und für das um 200 Punkte angehobene Quantispeedrating findet man erst im Interface der integrierten Northbridge: Der Speichercontroller arbeitet mit DDR2. Dieser ermöglicht höhere Taktraten als DDR1, wurde von AMD aber bislang wegen hoher Latenzen abgelehnt und tatsächlich sind die neuen CPUs in Benchmarks nur selten schneller, als ihre Vorgänger. Nur für Neukäufer ergeben sich Vorteile, denn zwei Jahre nach der DDR2-Einführung bei Intel verschieben sich Produktionskapazitäten und Preisgefüge langsam zu Ungunsten von DDR1.

    Auch im weiteren Verlauf des Jahres 2006 steigt die Leistung kaum, es bleibt beim Athlon 64 X2 5600+ mit 2,8 GHz und 2x 1 MiB L2-Cache. Gegen Intels neue Core 2 kann man die Technologie- und Leistungsführerschaft so nicht verteidigen und AMD muss ehemalige High-End-CPUs zu Mittelklassepreisen verkaufen – der 5600+ entspricht einem FX-62 ohne wählbaren Multiplikator.
    Der 'Sockel F' der 'Quad FX'-Systeme stellt im Server-/Workstationsegment den DDR2-tauglichen Sockel-940-Nachfolger dar und verwendet, wie Sockel 771 und 775, die LGA-Bauweise. Den Rückstand der K8-CPUs in Effizienz und Leistung konnte die als 'Quadfather' (angelehnt an 'godfather, englisch für 'Pate') entwickelte Plattform aber nicht kompensieren. Im Gegensatz zu Intels 'Skulltrail' durfte das Asus L1N64-SLI WS immerhin SLI mit viermal acht Lanes anbieten, ohne NF100-PCI-Express-Switches verbauen zu müssen. Der "Sockel F" der "Quad FX"-Systeme stellt im Server-/Workstationsegment den DDR2-tauglichen Sockel-940-Nachfolger dar und verwendet, wie Sockel 771 und 775, die LGA-Bauweise. Den Rückstand der K8-CPUs in Effizienz und Leistung konnte die als "Quadfather" (angelehnt an "godfather, englisch für "Pate") entwickelte Plattform aber nicht kompensieren. Im Gegensatz zu Intels "Skulltrail" durfte das Asus L1N64-SLI WS immerhin SLI mit viermal acht Lanes anbieten, ohne NF100-PCI-Express-Switches verbauen zu müssen. Quelle: xtremesystems.org Der neue Angriff auf das Enthusiast-Segment im November 2006 nutzt deswegen eine komplett andere Plattform. "Quad FX" besteht aus einem Dual-Sockel-Mainboard und einer Reihe passender Dual-Core-CPUs mit 2,6 GHz ("FX 70") bis 3,0 GHz ("FX 74"). Das Package verrät die Wurzeln dieses Schnellschusses: Der neue Name verbirgt leicht modifizierte Sockel-F-Opterons. Die Quad-FX-Plattform unterscheidet sich nur in der Unterstützung für günstigeren, schnelleren unbuffered RAM und Nvidias Nforce 680a SLI Chipsatz. Dieser ist ebenfalls keine Neuentwicklung, sondern besteht aus zwei Nforce 570 SLI, was neben SLI mit 32 Lanes (beim Nforce 590 SLI auch für Sockel AM2) vor allem eine hohe Zahl an USB und SATA-Ports mit sich bringt. In Verbindung mit den zweimal zwei Kernen und zwei Dual-Channel-DDR2-Controllern stellt Quad FX somit eine durchaus potente Plattform dar, zusätzlich verspricht AMD die Möglichkeit, in Zukunft auf zweimal vier Kerne aufrüsten zu können.
    Allerdings verdoppeln die beiden CPUs auch den Stromverbrauch und Quad-Core-optimierte Software ist knapp. Die Kunden bleiben lieber bei Dual-Core-CPUs oder kaufen wenn dann Intels Core 2 Quad. Von der Doppel-Quad-Core-Option wird man auch nie wieder hören.

    Mehr Erfolg haben "Brisbane" (Dual-Core) und "Lima" (Single-Core), die AMD im Dezember 2006 beziehungsweise Februar 2007 einzuführen beginnt. Beide werden im 65 nm Prozess mit ausschließlich 512 KiB L2-Cache pro Kern gefertigt. Neben einer verringerten TDP von 65 W beziehungsweise 45 W für die meisten Standard-Modelle profitiert AMD vor allem von der geringeren Größe der Chips. So kann man im Verlaufe des Jahres 2007 schrittweise die Einsteiger- und Mittelklasse bis in den Bereich des 5200+ (2,7 GHz) auf Chips mit niedrigeren Produktionskosten umstellen. Der Windsor bleibt parallel im Programm und bedient mit 2x 1 MiB L2-Cache die oberen Marktsegmente, zum Schluss mit maximal 3,2 GHz (aber auch 125 W TDP) als 6400+ "Black Edition". Dieser Namenszusatz wird die nächsten Jahre an Stelle von "FX" die schnellsten AMD CPUs zieren.

    Im Sommer 2007 erscheinen auf Brisbane-Basis zudem die ersten "Athlon X2" Prozessoren, "AMD Athlon" auf Basis von Lima werden 2008 folgen. Technisch gibt es keine Unterschiede zu den Modellen mit "64" im Namen, aber AMD schafft das sechs Jahre alte Quantispeed-Rating zugunsten eines abstrakten Namenscodes ab. In diesem wird "Athlon" nur noch der Name für Einsteiger-CPUs sein, die für Spieler mehrheitlich uninteressant sind – die Zukunft in der Mittel- und Oberklasse heißt "Phenom".

    Dieser erscheint, nach sehr vielen Verschiebungen, im November 2007 auf Basis des "Agena"-Kerns und stellt den größten Umbrüche seit Jahren dar, nach Meinung einiger sogar größer als die Einführung der K8 Architektur fünf Jahre zuvor. AMD spricht entsprechend von der "K10-Generation", die K8-Dual-Cores werden rückwirkend zu "K9". (Eine beliebte, inoffizielle Bezeichnung lautet "K8L" – diese wird aber auch für andere Projekte verwendet.)

    In der Tat hat AMD, nachdem K8 im Wesentlichen ein K7 mit integrierter Northbridge war, kaum einen Bereich unverändert gelassen. Die Integer-Einheiten, Sprungvorhersage, Befehlsbearbeitung und Speichercontroller erhalten nur kleine Optimierungen, aber SIMD-Einheit, Cache-Struktur, Cache-Verwaltung und damit auch die Verbindung zwischen den Kernen sind komplett neu. Die Crossbar, die alles miteinander verbindet, wird für vorerst vier Kerne erweitert.
    Hervorstechendes Merkmal ist der 2 MiB große L3-Cache, der allen Kernen gemeinsam zur Verfügung steht und somit zum schnellen Datenaustausch genutzt oder flexibel auf die einzelnen Kerne verteilt werden kann. Zusätzlich besitzt jeder Kern einen eigenen L1-Cache (weiterhin zweimal 64 KiB) und L2-Cache. Letzterer bleibt 512 KiB groß, ist aber mit der doppelten Bandbreite von 256 Bit angebunden. Die neue SIMD-Einheit unterstützt SSE4a, eine AMD eigene und letztlich erfolglose Erweiterung von SSE3, die weder zu SSSE3 noch SSE4 kompatibel ist. Vor allem aber ist die SIMD-Einheit 128 Bit breit ausgeführt, genau wie bei Intels Core 2.

    Ebenfalls überarbeitet wurde die Stromversorgung, die jetzt getrennt für Kerne und Northbridge regelbar ist, und die HyperTransport-Anbindung. Von den Spartechniken merkt man, aufgrund des deutlich größeren Chips, nur wenig (es bleibt bei 95 oder 125 W TDP), aber die 1,6 bis 2,0 GHz schnelle Verbindung von CPU und Chipsatz und damit auch Speicher- und PCI-Express-Controller macht sich positiv bemerkbar, wenn man das passende Board nutzt. Denn beide Funktionen erfordern den überarbeiteten Sockel AM2+. Ältere Platinen mit Sockel AM2 erlauben, sehr zur Freude von Aufrüstern, den Betrieb der neuen CPUs - aber nur mit reduziertem Featureset.

    Die aus den Neuerungen resultierende Pro-Taktleistung kann sich durchaus sehen lassen. Zwar gelingt es AMD nicht, Intels Core 2 Quad anzugreifen, aber wenn alles richtig funktioniert, müssen sich die Core 2 Duo endlich geschlagen geben. "Pro Takt" und "wenn alles richtig funktioniert" deuten es an: Die Phenom-Einführung Ende 2007 hat zwei Haken. Der erste sind die allgemein geringen Taktraten von anfangs nicht einmal 2 GHz, die dem nagelneuen "Phenom X4 9600" selbst in Multi-Thread-optimierten Anwendungen keine Chance gegen die mit über 3 GHz taktenden Athlon X2 oder Core 2 Duo lassen. Der zweite Haken schlägt weitaus größere Wellen und ist der Grund, warum AMD die Taktraten erst im März 2008 weiter steigert: "Errata 298"

    Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein für viele Anwender eigentlich harmloser Fehler im Translation Lookaside Buffer des L2-Cache. TLBs dienen dazu, Verknüpfungen zwischen virtueller Speicheradresse (mit der der Programmcode arbeitet) und realem Speicherort zwischen zu speichern, damit diese nicht bei jedem Zugriff aufs Neue geladen werden müssen. Bei den ersten Vertretern der K10-Architektur besteht jedoch ein kurzes Zeitfenster, in dem veraltete Einträge aufgerufen und genutzt oder weitergereicht werden können, bevor sie als veraltet markiert wurden. In diesem Fall drohen Fehler im Programmablauf, Abstürze und schlimmstenfalls Datenfehler. Die Wahrscheinlichkeit, mit typischen Desktopanwendungen das schmale Zeitfenster zu treffen und dann noch einen kritischen Fehler zu produzieren, ist aber minimal und Phenom-Kunden müssten sich eigentlich keine Gedanken machen.

    "Eigentlich" – denn AMDs erste Reaktion auf den Fehlers beschränkt sich auf einen Verkaufstop für K10-basierte Opterons. Damit ist bestätigt, dass ein schwerwiegender Fehler vorliegt, aber niemand weiß, worin er besteht und wann er auftritt. Aus der Ungewissheit entstehen in Gerüchteküchen und Internetforen die wildesten Spekulationen, Diskussionen und Flame-Wars. Statt die Wogen mit Informationen zu dämpfen, gießt AMD zusätzliches Öl ins Feuer, als nach einigen Wochen ein BIOS-basierter "TLB"-Fix auftaucht. Dieser deaktiviert den fehlerhaften TLB kurzerhand komplett, Leistungseinbrüche von bis zu 10% sind die Folge. Unter diesen Bedingungen ist letztlich kaum jemand bereit, den Phenom zu kaufen, bevor am 27. März 2008 die ersten Exemplare des fehlerbereinigten B3-Steppings erscheinen – kurz nachdem der Fehler erstmals öffentlich und vollständig dokumentiert wurde.

    Die B3-Varianten starten mit bis zu 2,5 GHz in Form des Phenom X4 9850 Black Edition, später folgt noch ein 2,6 GHz Modell. Doch der Leistungsschub reicht wieder nicht aus, um den Tiefpunkt in AMDs Geschichte zu beenden, denn in den vier Monaten Zwangspause hat sich der Markt verändert. Intels neue Core-2-Generation ist nicht wesentlich schneller und die Mittelklasse bleibt in Schlagdistanz des Phenoms, aber sie ist spürbar sparsamer. Beim Kunden haben es die ohnehin leistungshungrigen Phenom entsprechend schwer und 2008 wird für AMD zum zweiten Jahr in Folge, in dem CPUs nur über den Preis verkauft werden. Um die Position im unteren Marktsegment zu stärken und teildefekte Chips zu nutzen, ergänzt man die Phenom X4 Baureihe um den "Phenom X3" und "Athlon X2", bei denen einer ("Toliman") beziehungsweise zwei ("Kuma") der vier Kerne inaktiv sind, während man fieberhaft an einem Nachfolger arbeitet.

    Der Sockel AM3 unterscheidet sich vom AM2 nur in einzelnen Pins. Die eigentliche Neuerung - DDR3 - befindet sich gar nicht auf dem Mainboard, sondern in der CPU (Speichercontroller) und auf den RAM-Modulen. Das Retentionmodul der AM-Sockel kombiniert zwei Halteösen mit der mittleren Haltenase der Lösung von Sockel 754/939/940, so dass auch ältere Kühler halt finden. Ähnlich wie seinerzeit beim Sockel 478 ignorieren viele Kühlerhersteller die stabilen Ösen und zwingen stattdessen zur Entfernung des ganzen Moduls. Der Sockel AM3 unterscheidet sich vom AM2 nur in einzelnen Pins. Die eigentliche Neuerung - DDR3 - befindet sich gar nicht auf dem Mainboard, sondern in der CPU (Speichercontroller) und auf den RAM-Modulen. Das Retentionmodul der AM-Sockel kombiniert zwei Halteösen mit der mittleren Haltenase der Lösung von Sockel 754/939/940, so dass auch ältere Kühler halt finden. Ähnlich wie seinerzeit beim Sockel 478 ignorieren viele Kühlerhersteller die stabilen Ösen und zwingen stattdessen zur Entfernung des ganzen Moduls. Quelle: de.wikipedia.org Der "Phenom II" erscheint am 8. Januar 2009 mit neuem Namensschema auf Basis des "Deneb", ein in 45 nm und mit 6 MiB L3-Cache gefertigter, fehlerbereinigter K10-Prozessor. Mit dem zweiten Schub Prozessoren, die zwischen Februar und April folgen, ändert sich auch der Funktionsumfang leicht. Diese passen, im Gegensatz zu den ersten beiden Modellen, in den DDR3-Sockel "AM3". Zur Freude von Aufrüstern laufen die gleichen CPUs auch mit DDR2 Speicher in AM2(+) Mainboards.

    Leistungsvorteile ergeben sich jedoch nicht aus dem schnelleren Speicher (1-5%), sondern primär aus dem höheren Takt von 3,2 GHz, ab August auch 3,4 GHz – 1/3 mehr, als beim Phenom I. Am Leistungsthron der teuren Core i7 rüttelt das nicht, aber einen Vergleich mit den Sockel-775-Oberklasse-Quadcores muss AMD nicht mehr scheuen. Dank der neuen Fertigung bleiben auch nahezu alle Modelle unter der 125 W TDP Schwelle.

    Um zusätzliche Kunden anzusprechen, fächert AMD die neue Produktgeneration weiter auf, als jemals zuvor. Die Phenom II X4 auf Deneb-Basis gibt es als 900er Reihe mit 6 MiB L3-Cache und als 800er mit 4 MiB. Chips mit deaktivierten oder defekten Kernen und 6 MiB L3-Cache werden als "Heka"- oder "Callisto"-Kern bezeichnet und unter den Namen Phenom II X3 700 beziehungsweise Phenom II X2 500 vertrieben. Die zweite Produktlinie bildet der "Propus"-Kern, prinzipiell ein "Deneb" ohne L3-Cache. Er wird als "Athlon II X4 600" oder, in Form des Triple-Core "Rana", als "Athlon II X3 400" vermarktet. Dritter im Bunde ist "Regor". Diesem Dual-Core fehlt ebenfalls der L3-Cache, dafür sind die L2-Caches mit 1 MiB pro Kern doppelt so groß (bei einigen wenigen Modellen sind nur 512 KiB aktiv). Auf seiner Basis entstehen die "Athlon II X2 200" und, unter dem Codenamen "Sargas", sogar Single-Core-CPUs in der 100er Reihe.

    Unterhalb der Phenom II Topmodelle mit 125 W TDP liegen die Taktraten im Bereich zwischen 2 und 3 GHz. Zusätzlich erscheinen von einigen Modellen "e"-Varianten mit reduzierter Verlustleistung. Im Falle der Phenom II sinkt sie von 95 W auf 65 W, bei dem Athlon II sogar auf 45 W. Die Dual-Core-CPUs verbrauchen auch in der normalen Ausführung weniger Strom.

    Mit Deneb gelang der K10-Architektur der Durchbruch und AMD konnte wieder Erfolge verbuchen. Ein auf 7344.5MHz übertakteter AMD Phenom II X4 965 BE ist derzeit die der HWBot-Rekordhalter für AMD-CPUs. Mit Deneb gelang der K10-Architektur der Durchbruch und AMD konnte wieder Erfolge verbuchen. Ein auf 7344.5MHz übertakteter AMD Phenom II X4 965 BE ist derzeit die der HWBot-Rekordhalter für AMD-CPUs. Quelle: extreme.pcgameshardware.de Diese Produktpalette deckt Ende 2009 den gesamten Markt bis in die Oberklasse ab und bringt AMD endlich wieder steigende Absatzzahlen. Neben den weiterhin günstigen Preisen (gerade in der Einsteigerklasse) trägt auch der Unterbau der K10-Generation maßgeblich zum Erfolg bei. Die hauseigenen Chipsätze genießen nun auch in OEM-Kreisen den Ruf, unproblematisch und stabil sein und die integrierten Grafikeinheiten sind konkurrenzlos, denn Nvidia zieht sich zunehmend aus dem Chipsatzmarkt zurück und Intels GMA-Lösungen kranken an Treiberinkompatibilitäten und geringerer Rechenleistung. AMD minimiert dagegen die Verlustleistung der Chipsätze, was auch den leistungsfähigeren Phenom II im Kampf gegen Intels leicht effizientere Sockel-1366-Modelle zu Gute kommt, deren X58-Chipsatz den Plattformverbrauch in ähnliche Höhen treibt.

    Als Intel in der zweiten Hälfte 2009 eine günstigere Plattform für die Unter- und Mittelklasse einführt, kristallisiert sich ein weiterer Vorteil heraus. Die Grenze zwischen Sockel 1156 und 1366 verläuft quer durch den für deutsche Spieler attraktiven Leistungsbereich und zwingt die Käufer, sich zwischen Leistungspotential und Preis/Leistung zu entscheiden. AMDs AM3-Plattform kennt derartigen Sorgen nicht, hier laufen alle CPUs von der Unter- bis zur Oberklasse auf allen Platinen. Die Chipsätze sind sauber getrennt in eine Southbridge (SB700 oder SB750) mit nahezu allen Controllern und eine Northbridge, die gegebenenfalls die Grafikeinheit beherbergt, sonst aber als reine HT-Link<->PCI-Express-Bridge fungiert. Insbesondere Interessenten von Dual-GPU-Systemen freuen sich über die freie Kombinierbarkeit von CPU-Leistung und Anzahl der PCI-Express-Lanes.

    Dieses erfolgreiche Rezept wird auch 2010 wenig verändert. Genauer: Die Dual- Tri- und Quad-Cores treten auf der Stelle. AMD versucht die bekannten Produktkategorien erweitern, doch die Taktraten sind nur begrenzt steigerbar. 3,3 bis 3,4 GHz jetzt auch unterhalb der Phenom II X4 angeboten, doch diese können nur magere 100 MHz (Phenom II X4 970 Black Edition) zulegen und rutschen in die Mittelklasse ab. Dass 2010 trotzdem kein verlorenes Jahr für AMD wird, liegt weiterhin an Plattformvorteilen und an "Thuban".

    Im Frühjahr erscheinen die wenig veränderten Northbridges der 800er Serie und die SB850 Southbridge. Letztere ist, auch heute noch, die einzige Chipsatzkomponente mit sechs SATA III Ports (6 Gb/s), während Intel bis ins Frühjahr 2011 gar keine SATA III tauglichen Chipsätze liefern kann. Zudem unterstützt AMD auf allen PCI-Express-Lanes 2.0-Geschwindigkeit, so dass Mainboardhersteller in allen Preisklassen USB3-Controller mit voller Geschwindigkeit anbinden können. Bei Intel werden hierfür, genauso wie für SATA III, zusätzliche PCI-Express-Switches oder der teure X58-Chipsatz benötigt. Entsprechend positiv fällt das Preis/Feature-Verhältnis für AMD aus.

    Noch auffälliger sind die Vorzüge von "Thuban". Dieser bietet, ebenso wie Deneb, 6 MiB L3-Cache, 0,5 MiB L2-Cache pro Kern, SSE3 und anfangs 2,6 bis 3,2 GHz bei einer TDP von meist 125 W. "Turbo Core" erlaubt die automatische Übertaktung einer Hälfte der Kerne, wenn die andere Hälfte im niedrigsten Betriebsmodus läuft – was bei leistungshungrigen Multi-Core-Anwendungen aber nur selten der Fall ist. Hauptvorteil gegenüber Deneb sind die sechs statt vier Kerne. In Spielen bringt das zusätzliche Potential keinen Nutzen, doch in Anwendungen sind 20-25% Zuwachs möglich. Vor allem aber verkauft AMD den "Phenom II X6 1000" für 200 bis 300€ und tritt damit gegen Quad-Cores an, die deutlich weniger Reserven für die Zukunft versprechen. Mit diesem Kampfangebot schafft es AMDs drei Jahre alte K10-Architektur auch 2010 attraktiv zu bleiben, während man auf "Bulldozer" wartet.

    Mit dieser Architektur soll 2011, zum ersten Mal seit Einführung des ersten Athlons 1999, eine von Grund auf neu entwickelte CPU bei AMD erscheinen. Bis es soweit ist, betreibt AMD Modellpflege mit neuen Phenom II (X4 bis 3,6 GHz, X6 bis 3,3 GHz beziehungsweise bis 2,9 GHz bei 95 W TDP) und Verwirrung in Form des "Phenom" II X4 840 auf Propus-Basis, der sich als erste CPU nicht an die Verknüpfung von Kern und Klasse hält. Ebenfalls verwirrend sind Anfang 2011 die Gerüchte um die Bulldozer-Desktopvariante "Zambezi". 2010 hieß es offiziell, diese würde nur in den "Sockel AM3+" passen. Im Frühjahr 2011 tauchen aber vermehrt "Bulldozer-kompatible" AM3-Platinen auf und plötzlich scheint es, als würde sich "nicht unterstützen" nur auf einige Features beziehen. So endet dieses Kapitel der PCGH-CPU-Historie nicht mit dem Ende einer Plattform – sondern mit einem Fragezeichen zu deren Zukunft.

    Nächste Woche in der PCGH-CPU-Historie:
    Sockel 1366, 1156 und 1155 – Integration bei Intel.

    Bisher erschienen in der CPU-History-Serie:
    Die PCGH-CPU-Historie: Heute mit Sockel 775
    Die PCGH-CPU-Historie: Heute mit Sockel 754, 939 und 940
    Die PCGH-CPU-Historie: Heute mit Sockel 423 und 478
    Die PCGH-CPU-Historie: Heute mit dem Sockel A und Slot A von AMD

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    AMD Zen ab 2017: Alles zu Release-Termin, CPU-Sockel, technische Daten [Update]
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    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von LoRDxRaVeN
    Wow! Selten einen so guten und neutralen Artikel gelesen! Nichteinmal auf dem Phenom I wird herumgeprügelt, sondern…
    Von Idefix Windhund
    Na dann warten wir mal ab was Bulldozer bringt. Ich wäre auch auf ein paar Lieferbare AMD Fusion Boards für den HTPC…
      • Von LoRDxRaVeN Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Wow! Selten einen so guten und neutralen Artikel gelesen! Nichteinmal auf dem Phenom I wird herumgeprügelt, sondern die Situation wird so aufgerollt, wie sie wirklich war - das eben nicht die Leistung im Vergleich zum Core 2 das eigentliche Problem war. Diese Vorstellung hält sich ja bis heute vehement...

        An den über mir:
        Es sind doch einige Boards lieferbar?! Die Verfügbarkeit ist zwar alles andere als perfekt, dennnoch bekommt man aber Brazos-Boards...

        LG
      • Von Idefix Windhund BIOS-Overclocker(in)
        Na dann warten wir mal ab was Bulldozer bringt. Ich wäre auch auf ein paar Lieferbare AMD Fusion Boards für den HTPC Bereich zufrieden.
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Im Verlauf dieser Serie möchten wir die wichtigsten CPU-Meilensteine seit Ende des letzten Jahrtausends vorstellen. Diese Woche: AMDs steinige Aufholjagd.
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10.04.2011
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