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  • Intel NUC DN2820FYKH - das kann der Baytrail-Mini-Barebone für 120 Euro

    Next Unit of Computing, kurz NUC - darunter versteht Intel Mini-Barebones, die in eine Jackentasche passen. Wir haben uns eines dieser Modelle ins Testlabor kommen lassen und probieren aus, wofür so ein 120-Euro-Barebone-PC auf Basis von Intels neuesten Stromspar-CPUs mit Silvermont-Kernen zu gebrauchen ist.

    Der Intel NUC DN2820FYKH im Praxis-Test. Der Barebone kommt für rund 110 bis 120 Euro ins Haus und bringt ab Werk Gehäuse inklusive VESA-Mount-Platte, Mainboard, Prozessor und ein Funkmodul für WLAN, Bluetooth und Wireless-Display mit. Im Umkehrschluss bedeutet das für Sie, dass ein 2,5-Zoll oder M-SATA-Datenträger, ein SO-DIMM-Riegel sowie Tastatur, Maus, Display und ein Betriebssystem noch fehlen - um diese Bauteile müssen Sie sich also selbst kümmern. Wir haben das NUC ausprobiert und zeigen Ihnen im Video, wie Sie die Montage problemlos hinter sich bringen.

    Intel NUC DN2820FYKHIntel NUC DN2820FYKHQuelle: PC Games Hardware

    13:15
    Intel NUC DN2820FYKH - Montage und erste Eindrücke des Jackentaschen-PC

    Next Unit of Computing: Überblick

          

    Intel NUC DN2820FYKH  Celeron N2820  Silvermont  17Intel NUC DN2820FYKH Celeron N2820 Silvermont 17Quelle: PC Games HardwareDas NUC DN2820FYKH ist lediglich 5,4 Zentimeter hoch, 11,7 Zentimeter breit und 11,4 Zentimeter tief und damit vom Volumen her kleiner als eine Liter-Packung Milch (genau genommen circa ein dreiviertel Liter). Trotzdem beinhaltet das 120-Euro-Gerät jedoch ein komplettes PC-System inklusive Einbauschacht für einen 2,5-Zoll-Datenträger - ob Festplatte oder SSD ist lediglich eine Frage des Geldbeutels. Die noch etwas kleineren NUCs, deren Typbezeichnung das abschließende "H" fehlt, verfügen nicht über die 2,5-Zoll-Bucht, hier muss per Mini-PCIe erweitert werden. Ob Silvermont-basierte NUCs auch in diesem kleinen Format angeboten werden, ist derzeit unklar; unser Modell hat jedenfalls neben seinem einzelnen SO-DIMM-Steckplatz auch nur eine Mini-PCIe-Schnittstelle, die vom Wi-Fi-Modul Intel Wireless-N 7260BN belegt ist. Das Single-Channel-Speicherinterface verkraftet laut Datenblatt bis zu 8 GiByte DDR3-1066-RAM.

     NUC D54250WYKNUC DN2820FYKH
    BasisHaswellSilvermont
    Ca.-Preis330 Euro120 Euro
    CPUCore i5-4250UCeleron N2820
    Kerne2 (+ Hyperthreading)2
    Thermal Design Power15 Watt7,5 Watt
    Basistakt1,3 GHz2,13 GHz
    Turbo2,6 GHz2,4 GHz
    Real (unter Last meist anliegend)2,3 GHz2,4 GHz
    L2-Cache256 KiB pro Kern1.024 KiB (gemeinsam)
    L3-/LL-Cache3.072 kiB-
    BefehlssatzerweiterungSSE bis 4.2, AVX bis 2, AES, FMA3SSE bis 4.2, AES
       
    GrafikIntel HD Graphics HD 5000 (Iris)Intel HD
    Generation8 (Haswell)7 (Ivy Bridge)
    Ausführungseinheiten404
    APIsDirectX 11.1, OpenGL 4.2, OpenCL 1.2, Quicksync 2DirectX 11.0, OpenGL 4.0, (OpenCL 1.2 inoffz.), Quicksync 1
       
    AnschlüsseStrom (ext. Netzteil m. Schuko-Stecker, 65 Watt max.)Strom (ext. Steckernetzteil, 36 Watt max.)
     Kensington LockKensington Lock
     1x Audio (Headset/KH)1x Audio (Headset/KH)
     4x USB 3.01x USB 3.0, 2x USB 2.0
     Mini-HDMIHDMI
     Mini-Display-Port-
     Gbit-Ethernet (RJ45)Gbit-Ethernet (RJ45)
     2x SO-DIMM (DDR3L)1x SO-DIMM (DDR3L)
     2x Mini-PCIe1x Mini-PCIe
     1x SATA 6Gb/s (inkl. Standard-Stromanschl.)1x SATA 3Gb/s (propr. Stromanschl.)

    NUC DN2820FYKH Prozessor Celeron N2820 Dualcore

          

    Der fest auf dem Board verlötete, separat für unverschämte 107 US-Dollar offerierte Celeron N2820 basiert auf der Silvermont-Architektur, die Intel im letzten Jahr als Ablösung für die veralteten, vergleichsweise lahmen Atom-Prozessoren der ersten Generationen vorgestellt hat. Besonderes Merkmal der in 22-nm-Tri-Gate-Technik gefertigten CPUs ist die niedrige Leistungsaufnahme: Bei 2,13 GHz Nominaltakt und 2,4 GHz Boost-Takt sind die N2820 mit gerade einmal 7,5 Watt spezifiziert. Darin enthalten sind sämtliche wesentlichen System-Bestandteile, denn der N2820 ist ein System-on-a-Chip. Gerade einmal drei externe ICs befinden sich noch auf der Platine: Der Netzwerk-PHY (RTL8111GN) und der Audio-Codec (ALC283) stammen von Realtek, der IR-Sensorchip als LPC-Variante IT8607E von ITE.

    Hier kommt der Alternativtext rein


    Im N2820 arbeitet ein Dualcore-Modul mit einem gemeinsamen, 1 MiByte großen L2-Cache und einer - zumindest für den Integer-Teil - Out-of-Order-Architektur. Der Floating-Point-Part ist wie bei den älteren Atom-CPUs noch in-Order und daher ziemlich langsam - immerhin unterstützt er jetzt SSE4.2, allerdings noch kein AVX. Das von älteren Atom-CPUs bekannte Hyperthreading hat Intel bei Silvermont gestrichen. In unserer APU-Wertung erreicht der CPU-Teil des Celeron N2820 im Schnitt etwa 13 Prozent der Leistung eines Core i7-4770K und ist mit 57 Prozent der Leistung einer A4-5300-APU immer noch deutlich langsamer als AMDs Einsteiger-Modell. Der Bestfall ist das Packen mit 7-Zip, wo knapp 19 Prozent des Core i7-4770K erreicht werden, die Video-Konvertierung (per x86-CPU) mit x264 läuft nur ein Zehntel so schnell wie auf dem Spitzenreiter (hier steht außerdem statt AVX2 nur SSE4.2 zur Verfügung) und im außer Konkurrenz mitgetesteten, offenbar sehr floating-point-lastigen Cinebench R15, stehen mit 71 Punkten im Multicore-Test gar nur 9 Prozent zu Buche. Hier schlägt wohl der In-Order-Floating-Point-Teil durch.

    Für Spieler eignet sich so ein Prozessor aufgrund der allgemein niedrigen Leistung nicht, wohl aber als Wohnzimmer-PC für gelegentliches Surfen, Social-Networken oder den Einkaufsbummel im Netz. Bei Streaming-Video wird es dagegen schon knapp (siehe unten).

    NUC DN2820FYKH Grafik & Quicksync

          

    Celeron N2820 DetailCeleron N2820 DetailQuelle: PC Games HardwareDie Grafik basiert auf Ivy-Bridge-Technik und beherrscht DirectX 11.0, OpenGL 4.2 sowie (inoffiziell) OpenCL 1.2. Mit ihren nur vier Execution Units (zum Vergleich: die schnellsten Intel-IGPs verfügen über 10x so viele) laufen auch anspruchsarme Spiele mehr schlecht als recht, zumal die Taktung des Grafikkerns mit 313 MHz Basis und lediglich 756 MHz Boost-Takt auch keine Rekorde aufstellt. Das Rollenspiel The Elder Scrolls 5 Skyrim ist selbst in 1.366 x 768 mit niedrigen Details im Bereich von 10 bis 20 Fps (je nach Szenerie) zu rucklig.

    Youtube-Videos liefen im aktuellen Google Chrome-Browser oberhalb von 480p stotternd, die Wiedergabe von lokalem, H.264-codiertem Material gelingt jedoch bis hin zur Full-HD-Auflösung und mäßigen Bitraten flüssig. An der Wiedergabe unseres 4k-Clips mit einer Bitrate von rund 50 MBps scheiterte die integrierte Video-Einheit jedoch.

    Immerhin: Ein kürzliches Treiberupdate schaltet die Quick-Sync-Technik frei, welche es durch festverdrahtete Hardwareschaltungen erlaubt, Videos besonders schnell und effizient zu encoden. Wie wir beim Ausprobieren mit dem Programm Handbrake feststellten, überfordert die Datenrate von hochwertigem 4k-Material den Encoder dennoch, auch bricht mit der aktuellen Handbrake-Nightly das Encoding des Öfteren kommentarlos ab.

    NUC DN2820FYKH: Lautheit und Leistungsaufnahme

          

    Celeron N2820 Chip SizeCeleron N2820 Chip SizeQuelle: PC Games HardwareWas den Silvermont-NUC besonders macht, ist seine niedrige Leistungsaufnahme. Während wir beim Haswell-NUC mit Core i5-4250U schon im Leerlauf den Lüfter vernehmen konnten und uns unter Last schon akustisch gestört fühlten, bleibt die Silvermont-Version ruhig. Zwar läuft der Lüfter laut Tool-Auslesung angeblich mit 2.960 U/min, jedoch ist das winzige Radialgebläse selbst unter Last kaum zu hören. Unter Last dreht der Lüfter ebenfalls kaum auf und so herrscht weiterhin himmlische Ruhe in der Umgebung des NUC.

    Das Ganze hat natürlich auch seinen Grund: Die Leistungsaufnahme ist extrem gering. Im Leerlauf zeigt sich zwar noch, wie gut auch das Haswell-NUC idlen kann, denn der Silvermont-Prozessor benötigt hier lediglich ein Watt weniger. Unter Last entlocken wir dem Celeron-N2820-NUC jedoch maximal 14 Watt, während das Haswell-Pendant in der Turbo-Phase mit Grafiklast bis zu 39 Watt, danach noch bis zu 31 Watt (CPU-Maximallast) schluckt - also mehr als das Doppelte des Silvermont-NUCs. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass er dabei auch mehr als doppelt so schnell arbeitet. Im Linpack-Benchmark erreicht der Core i5-4250U laut HWMonitor-Auslesung maximal 18,2 Watt (es ist normal, dass unter Linpack die TDP überschritten werden kann) und setzt 58 GFLOPS (2,3 GHz, AVX2) durch. Der Celeron N2820 begnügt sich mit rund 3,9 Watt, kommt aber auch nur auf 4,2 GFLOPs (2,4 GHz, SSE 4.2).

    Fazit: Intel NUC DN2820FYKH

          

    Mit der neuen Silvermont-Architektur ist Intel zumindest von der zu langsamen Atom-Architektur vergangener Tage abgerückt. Die Leistung des Celeron N2820 im DN2820FYKH-NUC genügt dennoch nur für einfache Aufgaben auf dem Desktop wie im Web. Die Videowiedergabe gelingt bis 1080p flüssig, sofern die Daten lokal vorliegen, Streaming-Video bei Youtube ist mit 480p bereits an der Grenze der Leistungsfähigkeit, an (3D-) Spielen ist kaum zu denken. Doch das will der Einsteiger-NUC auch gar nicht leisten - auf der Packung beschreibt Intel sogar, dass die Wiedergabe lokaler Medien im Vordergrund steht.

    Was den NUC dennoch interessant macht, sind seine geringe Größe, die geringe Leistungsaufnahme, welche eine nahezu geräuschlose Kühlung ermöglicht sowie natürlich der günstige Einstandspreis von 110 bis 120 Euro, je nach Anbieter. Als Neben-PC kann er die komplette "Windows-Erfahrung" - ob nun gut oder schlecht, aber zumindest gewohnt (!) und mit allen bekannten Programmen - zum Beispiel am Fernseher im Wohnzimmer bieten und so auch ältere Fernseher in (kontrollierbare) Smart-TVs verwandeln.

    Für die Bereitstellung des Testmuster bedanken wir uns beim Online-Shop Jacob-Elektronik.de.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    AMD Zen ab 2017: Alles zu Release-Termin, CPU-Sockel, technische Daten [Update]
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    Es gibt 18 Kommentare zum Artikel
    Von Gast20140625
    Kein HD Youtube?Das kann ein 35 Dollar Chromecast aber besser. Konzept find ich auch super. Aber dann entweder zu lahm…
    Von CoreLHD
    OK, dass es nicht mal Full-HD wiedergeben kann ist schon recht arm. Aber die Leuter kaufen es ja anscheinend,…
    Von wolflux
    Ein Spielzeug das nicht zum spielen geeignet ist.In Youtube ,keine Full Hd Videos abspielbar, traurig, selbst mein…
    Von Gadteman
    Bin zwar nicht von der Redaktion, aber gebe darauf trotzdem Antwort: Das dürfte das BT/Wifi Modul sein, was u.a. auch…
    Von the shadow
    @PCGH-RedaktionKönnt Ihr sagen, wie das WLAN/Bluetooth Modul exakt heißt? Kann auf dem Bild leider nicht die genaue…
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CPU
Intel NUC DN2820FYKH - das kann der Baytrail-Mini-Barebone für 120 Euro
Next Unit of Computing, kurz NUC - darunter versteht Intel Mini-Barebones, die in eine Jackentasche passen. Wir haben uns eines dieser Modelle ins Testlabor kommen lassen und probieren aus, wofür so ein 120-Euro-Barebone-PC auf Basis von Intels neuesten Stromspar-CPUs mit Silvermont-Kernen zu gebrauchen ist.
http://www.pcgameshardware.de/CPU-Hardware-154106/Specials/Intel-NUC-DN2820FYKH-Test-1112342/
07.03.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/03/Intel_NUC_DN2820FYKH-pcgh_b2teaser_169.JPG
intel,cpu
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