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  • Intel im PCGH-Interview: SLI für Intel-Chipsätze, Larrabees Grafik-Fähigkeiten, Nehalem mit acht Kernen

    Die Cebit wurde von der PCGH-Redaktion für ausgiebige Interviews genutzt. Pressesprecher Martin Strobel und Product Marketing Engineer Olaf Höhne von Intel äußern sich heute zu Themen wie Larrabee und Nehalem.

    45nm-Prozessoren: Die Liefersituation soll sich bald verbessern. 45nm-Prozessoren: Die Liefersituation soll sich bald verbessern. PCGH: Die preiswerten Wolfdale- und Yorkfield-Prozessoren sind bei unseren Leser besonders beliebt, derzeit aber nur schwer zu bekommen. Wann wird sich die Verfügbarkeit verbessern?
    Olaf Höhne: Bei den Yorkfield-Prozessoren haben wir ja das Extreme-Modell, das gut verfügbar ist. Wir werden zudem noch diesen Monat größere Stückzahlen ausliefern. Beim Wolfdale hat die Nachfrage nach 45-Nanometer-Produkten schlicht und einfach unsere Prognose übertroffen. Wir sind im Grunde von dem Erfolg, den wir durch die Produkte mit der Hafnium- und High-k-Gate-Technik hatten, selber positiv überrascht worden - das spiegelt sich hier wieder. Für die neuen Modelle sollten wir im zweiten Quartal genug Kapazitäten haben, um die Nachfrage im Markt zu befriedigen.
    Martin Strobel: Aktuell haben wir ja für die 45-Nanometer-Produkte die Entwicklungsfabrik D1D in Oregon und eine neue Fabrik in Arizona, die wir letztes Jahr im Oktober eröffnet haben. Zwei weitere stehen noch aus, die eine in New Mexico, die andere in Israel. Wenn dann diese vier Fabriken voll laufen, wird es endgültig keine Engpässe mehr geben.

    PCGH: Die Händler wurden regelrecht überrannt, oft waren die Chips sofort abverkauft...
    Olaf Höhne: Ja, das ist kein Wunder, bei den Werten und dieser Leistungszunahme, die man gesehen hat, dann noch die Detailverbesserungen, das treibt natürlich die Nachfrage.
    Martin Strobel: Selbst ich als Pressesprecher habe Anfragen von Endkunden bekommen. Aber man muss auch sehen: Wir stehen am Anfang der Lieferkette, wir können nur sagen "Der Prozessor wird jetzt von uns ausgeliefert", aber wann der letztlich wirklich auf der Ladentheke oder in einem Komplett-Rechner erhältlich ist, darauf haben wir keinen Einfluss.
    Olaf Höhne: Manche Hersteller nutzen den neuen Prozessor eventuell auch für die Einführung einer neuen Produktlinie. Dafür brauchen sie dann vielleicht auch neue Gehäuse, die auf dem Seeweg aber wesentlich länger für die Lieferung brauchen. Solche Faktoren kommen auch immer noch hinzu.

    Olaf Höhne: 'Wir würden SLI definitiv machen, aber es liegt an Nvidia, nicht an uns.' Olaf Höhne: "Wir würden SLI definitiv machen, aber es liegt an Nvidia, nicht an uns." PCGH: Wann wird es SLI für Intels Chipsätze geben?
    Olaf Höhne: Die einzigen, die das im Grunde bestimmen können, sind die Leute bei Nvidia. In den Bereichen, wo sie kein Konkurrenzprodukt haben, zum Beispiel im Mobile- und Workstation-Segment, geben sie uns die Lizenz. Im Desktop-Bereich meinen sie, eine Konkurrenz anbieten zu können und entsprechend wollen sie uns dort keine Lizenz geben. Bitte schön, sollen sie machen. Wir können das nicht beeinflussen. Wir würden SLI definitiv machen, aber es liegt an Nvidia, nicht an uns.

    PCGH: Wird Intel auch mal Grafikkarten rausbringen?
    Martin Strobel: Von unserer Seite wurde in diesem Bereich nichts angekündigt.

    Martin Strobel: 'Derzeit gibt es keine Ankündigung in Bezug auf neue dedizierte Grafikkarten.' Martin Strobel: "Derzeit gibt es keine Ankündigung in Bezug auf neue dedizierte Grafikkarten." Quelle: Bild: Intel PCGH: Know-How wäre ja da...
    Martin Strobel: Grafikwissen ist vorhanden, das ist richtig, vor allem durch die Chipsätze. Für Grafikkarten braucht man aber noch weit mehr Ingenieure und mehr Programmierer, vor allem für die Treiber. Dedizierte Grafikkarten haben wir zwar vor Jahren schon einmal produziert, aber derzeit gibt es keine Ankündigung in Bezug auf neue dedizierte Grafikkarten.
    Olaf Höhne: Es ist übrigens erstaunlich, wie viele Treiber-Downloads wir noch für unsere i740-Karten verzeichnen.

    PCGH: Nun sollen CPU und GPU ja zusammenwachsen. Wenn wir an Prozessoren mit 8 oder gar 16 Kernen denken, liegt es doch nahe, die Parallelität und Number-Crunching-Fähigkeiten von GPUs mit der allgemeinen Leistung von CPUs zu kombinieren. Das Larrabee-Projekt soll ja auch in diese Richtung gehen, oder?
    Olaf Höhne: Larrabee ist ein massiv parallelisierter Kern und daher für den Number-Crunching-Bereich optimal geeignet.
    Martin Strobel: Larrabee ist ja so konzipiert, dass wir damit drei Bereiche ansprechen: Wissenschaftliche-technische Anwendungen, Finanzanwendungen und eben auch Visualisierung. Ray Tracing ist da ein Beispiel, weil das einer der Algorithmen ist, die sich wunderbar parallelisieren lassen. Da wird wirklich Pixel für Pixel berechnet und es besteht eine Unabhängigkeit zwischen den einzelnen Pixeln. Das lässt sich wunderbar auf mehreren Recheneinheiten aufteilen.

    PCGH: Wie genau wird Larrabee aussehen? Könnte dabei eine Grafikkarte quasi als "Abfallprodukt" anfallen?
    Martin Strobel: Im Detail haben wir uns dazu noch nicht festgelegt. Wir werden 2008 aber die ersten öffentlichen Demos zu sehen bekommen, ich weiß nicht, ob schon auf dem IDF in Shanghai oder erst später beim IDF in San Francisco. Larrabee wird 2008 aber auf jeden Fall ein Thema.

    PCGH: Die nächste Leserfrage: Wie ist der Stand der Dinge bei Nehalem, speziell den Achtkern-Varianten. Wann kommen die Topmodelle?
    Olaf Höhne: Wir haben ja ein "Tick-Tock"-Modell. Nachdem der Shrink auf 45 Nanometer abgeschlossen ist, kommt im zweiten Halbjahr 2008 der Wechsel zur Nehalem-Architektur. Hier sind wir "on-Track". Die Nehalem-Prozessoren werden bis zu acht Kerne haben und Support für Simultaneous Multithreading. Somit kann man bis zu 16 Threads gleichzeitig auf einer CPU ausführen.

    PCGH: ... auch als Hyper Threading bekannt...
    Olaf Höhne: Ich bin immer etwas hin- und hergerissen, ob ich von Hyper Threading sprechen soll oder nicht. Hyper Threading hat eine kleine negative Nuance, was natürlich auch mit dem damaligen Software-Support zusammenhängt, doch dieser hat sich ja seit der Einführung der Zweikern-Prozessoren stark verbessert. Jetzt gibt es glaube ich kaum einen Hersteller, der nicht zumindest daran arbeitet, dass sein Applikation multithreaded arbeitet. Da wird auch Hyper Threading eine ganz andere Dimension erreichen. Zudem haben wir eine Menge Erfahrungswerte gesammelt, die eingearbeitet werden, dann gibt es noch mehr Gates und so weiter. Entsprechend kann einiges mit Simultaneous Multithreading gehen.

    Nehalem: Im zweiten Halbjahr kommen die neuen CPUs mit bis zu acht Kernen. Nehalem: Im zweiten Halbjahr kommen die neuen CPUs mit bis zu acht Kernen. PCGH: Wann sollen diese Nehalem-CPUs für "normale" Anwender auf den Markt kommen, wann können die meisten Endanwender und Spieler damit rechnen?
    Martin Strobel: Auf einzelne Produktgruppen haben wir uns noch nicht festgelegt. Generell ist der Nehalem für das zweite Halbjahr 2008 angekündigt und mehr Details gibt es von unserer Seite dazu noch nicht.

    PCGH: Werden bis dahin weitere Vierkern-Prozessoren unter 300 Euro erscheinen?
    Martin Strobel: Wir haben ja seit Jahren eine relativ stabile Preispolitik. In unserer Preisliste haben wir bestimmte Preispunkte, die etabliert sind und die wir auch beibehalten. Innerhalb dieser Preispunkte werden wir dem Markt immer wieder neue Produkte zur Verfügung stellen.

    PCGH: Zum Schluss noch eine Frage zum Wettbewerber: Nimmt Intel den Rivalen AMD nach den Verläufen der letzten Monate überhaupt noch als Konkurrenten wahr?
    Olaf Höhne: Es ist fahrlässig, wenn man sich in einer guten Situation zur Ruhe setzt. Nichts ist wichtiger als Flexibilität und das Interesse an allen Konkurrenten.

    PCGH: Was würde passieren, wenn AMD einen starken Partner bekommen oder zum Beispiel übernommen würde?
    Martin Strobel: Ich sag‘s mal so: Konkurrenz ist vorhanden, Konkurrenz belebt das Geschäft und wir werden die Konkurrenz nicht aus den Augen lassen. Es mag momentan Übernahmespekulationen bei AMD geben, aber es sind eben auch nur Spekulationen. Sicherlich haben wir Strategen im Unternehmen, die sich Gedanken machen, wie sich der Markt entwickelt. Müssen wir auch, weil wir ein sehr kapitalintensives Geschäft betreiben. Wir müssen gucken, dass unsere Fabriken ausgelastet sind, und dass die Produkte, die wir am Markt haben, auch konkurrenzfähig sind. Der nächste Punkt ist der, dass wir im klassischen x86-Markt, der bisher Server-, Desktop- und Mobile-Rechner beinhaltete, zwar weiterhin Wachstumschancen sehen. Aber es gibt für Intel auch neue Märkte mit neuen Wachstumschancen, und dort haben wir plötzlich ganz andere Konkurrenten - gegen die treten wir beispielsweise mit unserem Silverthorne, dem Atom-Prozessor, an.

    PCGH: Wir danken für das Gespräch.

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    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    CPU-Tests 2017: Benchmark-Bestenliste - Leistungsindex für Prozessoren [Januar]
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Exklusiv-Interview mit Intel
Die Cebit wurde von der PCGH-Redaktion für ausgiebige Interviews genutzt. Pressesprecher Martin Strobel und Product Marketing Engineer Olaf Höhne von Intel äußern sich heute zu Themen wie Larrabee und Nehalem.
http://www.pcgameshardware.de/CPU-Hardware-154106/News/Exklusiv-Interview-mit-Intel-635875/
12.03.2008
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