Intel HEDT: Aida 64 mit Alder-Lake-X-Unterstützung
Aida 64 ist ein Systemdiagnose- und Benchmarking-Tool, das aktuelle Hardware auslesen und testen kann. In der neuesten Beta-Version wird die vorläufige Unterstützung von Alder-Lake-X-Prozessoren angekündigt, was für eine neue HEDT-Plattform von Intel spricht. Lesen Sie im Folgenden dazu mehr.
Intels HEDT-Plattformen waren lange Zeit das Optimum für PC-Enthusiasten. Obwohl die Prozessoren oftmals noch nicht der neuesten Architektur entsprachen, die im Mainstream-Segment vorhanden war, boten sie doch einen guten Kompromiss für Nutzer, die eine hohe Spiele- mit einer noch höheren Anwendungsleistung kombinieren wollten. Intels bisher letzte HEDT-Plattform ist X299. Diese Plattform ist bereits seit 2017 auf dem Markt und lässt moderne Features wie PCI-E 4.0 und 5.0 vermissen und bietet mit dem Intel Core i9-10980XE einen 18-Kern-Prozessor, der von Intels wie auch AMDs aktuellen Chips in Spielen wie Anwendungen geschlagen wird.
Nun haben die Patch-Notizen zu einer neuen Beta-Version von Aida 64 die vorläufige Unterstützung einer neuen Plattform veröffentlicht. So soll das Systemdiagnose- und Benchmark-Tool neue Alder Lake-X Prozessoren unterstützen. Das X-Suffix wird von Intel in den letzten Jahren für die HEDT-Plattformen genutzt und da Intel mit Alder Lake auch neue Technologien wie PCI-E 5.0 eingeführt hat, wäre eine neue HEDT-Plattform mit DDR5-Speicher durchaus denkbar. Seitens Intels selbst gibt es bisher allerdings keine offizielle Ankündigung einer HEDT-Plattform für den Desktopbereich.
Denkbar wären Versionen von Intels Sapphire-Rapid-Prozessoren mit offenem Multiplikator und weniger Kernen im Vergleich zu den Serverchips, aber mehr Kernen als Alder-Lake-S. Ein Verzicht auf die Effizienzkerne erscheint für eine HEDT-Plattform als wahrscheinlich. Auch erste Gerüchte zu Sapphire Rapids-X könnten zutreffen und Alder-Lake-X müsste parallel dazu existieren. Intel hat dieses Konzept bereits zu Zeiten von Skylake-X genutzt und als Einstieg für den HEDT-Bereich Kaby-Lake-X veröffentlicht. Möglicherweise bieten die HEDT-Chips auch einen günstigen Einstieg für eine AVX-512-Unterstützung, die für den Mainstream-Sockel mittlerweile untersagt wurde. Eine neue HEDT-Plattform von Intel müsste auf jeden Fall mit AMDs Ryzen Threadripper 5000 Pro-CPUs konkurrieren und eventuell auch mit normalen Threadripper-5000-Chips, so AMD sie veröffentlicht.
Quelle: Aida64 & Toms Hardware

Auf Zen3-Basis wird man da aktuell wohl kaum was wiederbeleben so kurz vor dem Architektur-Wechsel und bis ein Threadripper-Update auf Basis von Zen4 kommt, wird absehbar auch einige Zeit verstreichen (vermutlich frühestens Mitte 2023).
AMD kann hier für Interessenten auf den aktuellen Threadripper Pro verweisen und wer nur mehr Rechenkerne benötigt, könnte zukünftig, sofern AMD das für sinnvoll erachtet, mit einem "billigen" 24-kernigen Ryzen bedient werden, sodass der Bedarf für ein explizites Produkt in dieser kleinen Nische (HEDT) nochmals geringer wird. Die haben nicht unbedingt einen Grund sich diesem Kostendruck auszusetzen und der Halo-Effekt in dieser extremen Nische könnte nicht kleiner sein, insbesondere da man schon einen Threadripper Pro etabliert hat, dessen Nutzung im professionellen Umfeld deutlich lukrativer ausfallen dürfte.
Intel dagegen kann das mit seinem deutlich größeren Volumen so "nebenher" fertigen, denn solange ADL-X nicht was ganz anderes werden wird, als bisher angenommen, ist das schlicht ein Ableger der kommenden Xeon W's.
Damit kommt AMD wohl nicht herum doch wieder reguläre Threadripper rauszubringen.
Das Segment selbst ist so oder so nicht lukrativ. Aber der Halo-Effekt ist eben doch zu wichtig um das Feld kampflos der Konkurrenz zu überlassen.
Das wird absehbar nur für einen kleinen, einstelligen Prozentbereich des Consumer-Marktes relevant sein.
Eine "Keule" könnte Intel aber dennoch auspacken, wenn sie zwei SPR-Tiles verwenden mit Blick auf HEDT und der Preis für den Über-Gaming-Enthusiasten keine Rolle spielt: Die Tiles könnte man wie bei SPR mit zwei HBM2-Stacks kombinieren. Verwendet man zwei 16 Gib-Stacks hätte man 32 GiB, die man komplett als RAM-Ersatz nutzen kann, d. h. man bräuchte keine DIMMs und hätte 400 - 600 GB/s Speicherbandbreite.
Bis auf diese theoretische Möglichkeit ist die Plattform aber nur für die relevant, die eine hohe Speicherbandbreite oder viele PCIe-Lanes benötigen.
Zwei Anmerkungen zum Artikel:
"Ein Verzicht auf die Effizienzkerne erscheint für eine HEDT-Plattform als wahrscheinlich." Das hat nichts mit Wahrscheinlichkeiten oder einer Wahl zu tun, sondern wäre ein direktes Resultat der Verwendung der SPR-Tiles, die über keine E-Kerne verfügen.
"AVX-512" ist wahrscheinlich auf so einem Design verfügbar. Auf ADL ist das deaktiviert, weil das voraussichtlich nicht (vollends) validiert wird, macht also dort Sinn. Bei Verwendung von SPR-Tiles ist AVX-512 essentieler Bestandteil des vorgesehenen Einsatzzweckes und hier gibt es auch keine E-Cores, deren Verwendung eine Deaktivierungt dieses Features erzwingen würde. (Für bspw. Gamer ist das Feature aber derzeit komplett irrelevant.)
wo das Preislich enden soll... Seit der Hochzeit sind die Preise für die Mainstream-OC Prozessoren & Mainboards
derart in die Höhe geschossen, dass mir bei dem Gedanken kotz-übel wird...
Das "Experiment" mit Intels Xeon W-3175X war schon erschreckend genug.
Und ich bezweifle stark, dass Intel da plötzlich ein "Gaming orientiertes" 6Ghz+ Modell rausbringt.
Selbst wenn HEDT wirklich ein Comeback feiert: es kommt zu spät. Raptor Lake ist nicht mehr weit weg und bringt nochmals mehr Performance und bis zu 24C/32T mit. Interessant wird nur wie viel P-Cores Alder Lake-X bekommt und wie die Taktraten ausfallen, 5 GHz+ All Core darf man wohl eher nicht erwarten wenn man sich den 12900K/KS so anschaut