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  • AMD bringt Athlon X4 845 mit Excavator-Kernen für den Desktop und neue APUs

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    Die finale Ausbaustufe von AMDs Bulldozer-Architektur kommt endlich für den Desktop - und zwar zunächst als Sockel-FM2+-Modell Athlon X4 845. Dazu kündigt der Hersteller heute neue Varianten seiner Kombiprozessoren der A10- und A6-Reihe an, die in der Hauptsache Taktupgrades bestehender Modelle darstellen. PC Games Hardware fasst zusammen.

    AMD erneuert ein vielleicht letztes Mal in größerem Umfang seine Prozessor-Modellpalette, bevor Ende des Jahres 2016 oder Anfang 2017 der Schritt zur von Grund auf neuen Zen-Architektur ansteht. Dabei gibt es gute und weniger gute Nachrichten. Die gute: Die vierte und endgültige Ausbaustufe der Bulldozer-Architektur mit dem Codenamen Excavator findet seinen Weg in gesockelte Desktop-Prozessoren. Zuvor waren diese Prozessoren nur in festverlöteter Form für den mobilen Einsatz (Codename: Carrizo) erhältlich.

    AMD Desktop Press Update Q1 2016   3 AMD Desktop Press Update Q1 2016 3 Die weniger gute Nachricht: Die einzige bislang damit angekündigte CPU ist der für den FM2+-Sockel gedachte Athlon X4 845. Schon am Namen erkenntlich: Dabei handelt es sich um ein Budget- und kein High-End-Modell und so sind lediglich zwei Module (vier Threads) vorhanden, also halb so viele wie in AMDs schnellsten CPUs vom FX-8320 bis zum FX-9590. Darüber hinaus büßt er, Athlon-X4-gemäß, die in das Carrizo-Die integrierte Radeon-Grafik ein - sie ist zwar vorhanden, wird aber deaktiviert. Außerdem muss er mit weniger Cache als seine Namensvettern auskommen und bindet PCI-Express-Steckkarten nur maximal mit acht Lanes an.

    Zusätzlich bringt AMD zwei Neuzugänge im Bereich der Kombiprozessoren. Der A10-7860K und der A6-7470K basieren allerdings noch auf älterer Technik, sind aber speziell in Sachen Grafikeinheiten etwas höher getaktet als ihre jeweiligen Vorgänger. Beide kommen mit nominell 65 Watt aus, während der Vorgänger des 7860K noch für 95 Watt spezifiziert war.

    Für das vorläufige Line-Up der neuen oder neu positionierten Prozessoren möchte AMD gern die folgenden Preise (ohne MwSt.!) sehen - ein Update mit den für Deutschland für Endkunden gültigen Euro-Preisen folgt sobald als möglich.

    • AMD FX 8370 Wraith: UVP $199.99 US
    • AMD FX 8370: UVP $189.99 US
    • AMD A10-7860K: UVP $117.99 US
    • AMD A8-7670K: UVP $105.99 US
    • AMD A8-7650K: UVP $95.99 US
    • AMD Athlon X4 870K: UVP $89.99 US
    • AMD Athlon X4 860K: UVP $79.99 US
    • AMD Athlon X4 845: UVP $69.99 US

    Auf die ebenfalls neu vorgestellten Wraith-Kühler gehen wir in einem gesonderten Artikel ein.

    AMDs Athlon X4 845 im Detail

    Wie anhand der Namensgebung und der Position in der obigen Preisliste ersichtlich, wird es beim Athlon X4 845 nicht um neue Rekorde im High-End-Bereich gehen, sondern darum, die FM2+-Modellpalette nach unten abzurunden. Dazu passt auch, dass der X4 845 ohne K-Suffix, also ohne freien Multiplikator ausgeliefert wird, sodass größere OC-Versuche von vornherein zum Scheitern verurteilt sein dürften - im Gegensatz zu den FX-Modellen für den Sockel AM3(+) sind FM2+-Rechenknechte i.d.R. kaum über den Systemtakt zu übertakten.

    AMD Desktop Press Update Q1 2016   10    updated AMD Desktop Press Update Q1 2016 10 updated Neue Features in AMDs Excavator Kernen (Quelle) Neue Features in AMDs Excavator Kernen (Quelle) Quelle: AMD Auf der Habenseite gibt es wie gesagt die Excavator-Architektur, von der ausgehend AMD die Pro-MHz-Leistung für die künftige Zen-Architektur um bis zu 40 Prozent erhöht haben will. Excavator ist dabei laut AMDs Präsentation zum Carrizo-Launch explizit auf niedrige Leistungsaufnahme, speziell den "15 Watt Design Point", hin optimiert. Im Athlon X4 845 bekommt er mehr als das Vierfache dessen zum Verbraten und darf maximal 65 Watt an elektrischer Leistung aufnehmen. Das genügt für 3,5 GHz Basis- und 3,8 GHz Turbo-Takt. Damit muss er im Gegensatz zu anderen Athlon X4 mit Steamroller-Innenleben wie etwa dem 860K allerdings nur die Hälfte an L2-Cache (nun 2 MiB fassend) und nur 8 PCI-Express-3.0-Lanes zu Anbindung von Steckkarten wie der Grafikkarte versorgen - was auch nötig ist, denn eine integrierte GPU ist zwar im Silizium vorhanden, wird beim Produkt Athlon X4 845 jedoch deaktiviert.

    Allerdings wurde der L1-Cache verdoppelt, was zusammen mit dem verkleinerten L2 laut der ursprünglichen Excavator-Vorstellung insgesamt Strom sparen und im Verbund mit anderen Maßnahmen wie einer optimierten Sprungvorhersage zu einer verbesserten Leistung pro Takt von 4-15 Prozent im Cinebench führen soll. Das auf der Feature-Liste stehende AVX2, welches AMD mit dem Excavator übrigens erstmalig unterstützt, dürfte allerdings nicht zu einer Verdoppelung der Rechenleistung führen, denn dafür hätte man auch die Register und Rechenwerke zwei Mal so breit auslegen müssen - und darauf gibt es bislang keine Hinweise. Wahrscheinlicher ist, dass die AVX2-Befehle serialisiert abgearbeitet werden.

    Auf die Frage, warum die ersten Desktop-Excvataroen als CPU und nicht als APU mit integrierter Grafik auf den Markt gebracht werden, zeigte sich AMD sehr zufrieden mit dem derzeitigen Kaveri-basierten Line-Up, doch man werde sehen, wie es weiterginge, sobald man den auf der CES angekündigten A10-7890K - in dieser Präsentation ohne offizielle Specs oder Datum - auf den Markt gebracht habe.

    AMD A10-7860K und A6-7470K im Detail

    AMD Desktop Press Update Q1 2016   8 AMD Desktop Press Update Q1 2016 8 Bei den beiden neuen Derivaten der Kaveri-Architektur (auf Produktebene inzwischen als "Godavari" bezeichnet, obwohl es sich um dieselbe Technik handelt), sind die Neuerungen weniger umfassend. Beide setzen auf die bekannten und bewährten Steamroller-Kerne: Ein Modul mit zwei Integer-Einheiten im A6 und derer zwei im A10. Die Taktraten für die CPU-Kerne liegen bei 3,6 respektive 3,7 GHz Basis- und 4,0 GHz Turbotakt für beide Modelle. Die integrierte Radeon-Grafikeinheit, beim A10-7860K eine R7 mit 8 Compute-Units, also 512 Shadereinheiten und eine R5 mit halb so vielen Rechenwerken, taktet mit 757 MHz beim A10 und 800 MHz, also etwas höher als beim A6. Beide sortiert AMD in dieselbe TDP-Klasse wie den X4 845, also nominellen 65 Watt ein. Das ist insbesondere beim A10 ein Fortschritt, durfte dessen vergleichbar flotter Vorgänger, der A10-7850K, doch noch 95 Watt schlucken. Gegenüber dem ebenfalls seit Längerem angebotenen und ebenfalls als 65-Watt-Version erhältlichen A10-7800 sind es lediglich 100 MHz auf Basis- und Turbotakt sowie 37 Extra-MHz bei der GPU-Frequenz. Auch der im Aufgebot relativ sinnlos erscheinende A10-7700K wird, wie die beiden anderen genannten Modelle, vom A10-7860K ersetzt. Der A10 bekommt dabei den kleinen Bruder des Wraith-Kühlers mit auf den Weg, welcher ebenfalls zu leiserem Betrieb verhelfen soll.

    Übrigens: In der Telefonkonferenz zur Vorstellung des CPU-Roadmap-Updates erwähnte AMD noch, dass auch für den Sockel AM1 ein neuer Prozessor erscheint: Der Athlon 5370 mit 2,2 GHz - der Athlon 5350 (zum PCGH-Test) musste noch mit 2,05 GHz auskommen.

    Einheitliche AMD-Plattform in Aussicht

    Bereits des Öfteren thematisiert, hat AMD im Zuge der neuen Prozessoren für's erste Quartal auch noch einmal bekräftigt, dass der geplante Umstieg auf den Sockel AM4 weiterhin auf der Agenda steht. Die nächste CPU- und APU-Generationen Summit- und Bristol-Ridge sollen allesamt auf dem AM4 beheimatet sein. Dieser soll dann ähnlich langlebig werden, wie es der venerable AM3(+) bis heute ist. Mit dem Gewirr von AM3(+), FM2(+) und AM1 solle dann Schluss sein.
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    Neue Boards für AM3+ und FM2+ mit M.2 und USB 3.1

    AMD Desktop Press Update Q1 2016   4 AMD Desktop Press Update Q1 2016 4 Da wir gerade von venerablen - manche sprechen auch von alten - Plattformen sprechen: AMD machte noch einmal deutlich, dass diese Boards weiterhin geupdated werden. Wer also noch bei AMDs AM3+ oder FM2 zuschlagen möchte, kann das nun auch inklusive moderner Schnittstellen wie USB 3.1 mit Typ-C-Steckern sowie M.2-SSDs tun. Diese werden über Zusatzchips realisiert.

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    Es gibt 22 Kommentare zum Artikel
    Von K12_Beste
    Weil er ein kleiner Intel-Fanboy ist, deswegen postet er das auch bei diesem Thema.
    Er will wie immer nur provozieren!
    Von Cleriker
    Interessiert mich jetzt aber schon! Warum findest du die attraktiver?
    Von iGameKudan
    Ich finde in diesem Preisbereich die Celeron-CPUs von Intel wesentlich attraktiver, aber das soll hier ja nicht das Thema sein.
    Von Oromis16
    Die Mail an AMD ist schon gestern raus - aber der entsprechende Supportmitarbeiter hielt es für eine verspätete Teilnahme an einer vor 2 Jahren beendete Aktion (fragt man bei denen wirklich so selten nach Teststellungen? ).
    Da drin steht in etwa: "Egal was neu ist, ich wills haben",…
    Von iGameKudan
    Naja, ob der 5370 den Sockel AM1 attraktiver macht...

    Interessanter finde ich da den Athlon X4 845. Wenn Carrizo wirklich so viel effizienter ist...
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AMD bringt Athlon X4 845 mit Excavator-Kernen für den Desktop und neue APUs
Die finale Ausbaustufe von AMDs Bulldozer-Architektur kommt endlich für den Desktop - und zwar zunächst als Sockel-FM2+-Modell Athlon X4 845. Dazu kündigt der Hersteller heute neue Varianten seiner Kombiprozessoren der A10- und A6-Reihe an, die in der Hauptsache Taktupgrades bestehender Modelle darstellen. PC Games Hardware fasst zusammen.
http://www.pcgameshardware.de/Bulldozer-Codename-238780/News/AMD-2016-Bulldozer-Excvataor-Athlon-X4-845-APU-1184933/
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