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  • Battlefield 1 - Interview: So wirken Wetter und Zerstörungs-Engine auf das Gameplay
    Quelle: Electronic Arts

    Battlefield 1 - Interview: So wirken Wetter und Zerstörungs-Engine auf das Gameplay

    Ist das Wetter in Battlefield 1 nur ein atmosphärisches Mittel oder relevant fürs Gameplay? Wie kleinteilig ist die Zerstörungs-Engine und lässt sie sich taktisch einsetzen? Und warum sind Bajonettangriffe effizient, aber gefährlich? Senior Producer Aleks Grøndal hat viele Antworten auf unsere Fragen. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt

    Hinweis: Alle Screens entstammen aus einem stark komprimierten Youtube-Livestream und sind nicht sonderlich repräsentativ für das Spiel. Wir benutzen Sie allerdings, um die angesprochenen Gameplay-Elemente bildlich zu zeigen.

    PCGH: Wenn Sie nur ein Feature nennen müssten, was Battlefield 1 von Battlefield 4 unterscheidet, was wäre es neben dem Setting?

    Aleks Grøndal: Für mich ist es die Zerstörung und das Wetter. Wenn's nur eins sein darf, dann die Zerstörung, weil noch kein Battlefield vorher dieses taktische Niveau an Zerstörungswut geboten hat. Wir haben dieses System ja in Bad Company aufs Maximum getrieben, dann wieder ein bisschen zurückgefahren und geben jetzt wieder richtig Gas, weil wir Wege gefunden haben, diese spielerische Option nicht nur zu inszenatorischen Zwecken einzusetzen. Klar, es macht Spaß, wenn sich ein Dorf in ein Schlachtfeld verwandelt, alles kaputt geht, sich Rauchwolken über den Kampf legen. Aber uns ist es wichtig, Ihnen noch ein weiteres Tool an die Hand zu geben, um intelligent zu spielen. Wir nennen das Dynamic-Sandbox-System.
    Auch wenn dieser Mitschnitt aus einem Livestream grafisch nicht wiedergibt, wie Battlefield 1 wirklich aussieht, zeigt er ganz schön die Unterschiede der Wetterverhältnisse. Hier scheint die Sonne ... Auch wenn dieser Mitschnitt aus einem Livestream grafisch nicht wiedergibt, wie Battlefield 1 wirklich aussieht, zeigt er ganz schön die Unterschiede der Wetterverhältnisse. Hier scheint die Sonne ... Quelle: Electronic Arts

    PCGH: Beispiele. Wir brauchen Beispiele.

    Aleks Grøndal: Unsere Frostbite-Engine berechnet die Druckwelle und Intensität jeder Detonation, egal wo. Explodiert also ein Panzer, hinterlässt der einen Krater. Dort können Sie reinspringen und auf den Sani warten oder als Scharfschütze auf die Lauer gehen. Nehmen wir mal an, Sie wollen eine Fahne einnehmen, die am Rande des Dorfes in einem Haus befestigt ist. Der Feind wird sie gut bewachen, kann sich einigeln und Stellungen aufbauen. Sie hingegen rennen über offenes Feld und geben eine leichte Zielscheibe ab. Schlaue Squads werden sich aufteilen und einen Panzerfahrer bitten, in gewissen Abständen Schüsse zu platzieren, damit Sie sich von Krater zu Krater heranarbeiten können.

    PCGH: Klingt in der Theorie schlau, ist das auch im Spiel anwendbar? Battlefield 1 ist ja doch sehr chaotisch, ob der ganzen Explosionen und eben gerade auch Zerstörung.


    Aleks Grøndal: Das erfordert natürlich ein hohes Maß an Teamplay, ist insofern vielleicht eher etwas für Clans, weniger für Public-Server. Aber es zeigt die Möglichkeiten, die wir bieten. Die Zerstörungs-Engine lässt sich eben wirklich sehr gezielt einsetzen, wenn die Truppe harmoniert. Es wäre auch intelligent, mit einem Panzer vorzurücken, der die vorderste Hauswand zerstört, so das MG im Fenster vernichtet und dem Feind die Deckung nimmt. Generell ist das Demolieren gerade auch von Häusern jetzt sehr viel kleinteiliger, weil die Engine eben wirklich basierend auf den Parametern des Einschlagwinkels, der Distanz des Panzers und der Sprengstärke, also des Geschosstyps, berechnet, wie viel kaputt geht. Stellen Sie sich mit einem mittleren oder schweren Panzer vor ein Haus, können Sie es Stück für Stück auseinander nehmen. Irgendwann können die stützenden Wände das Obergeschoss nicht mehr tragen, der Komplex stürzt zusammen. Aber, und hier wird es spannend: Sie müssen sich schon genau überlegen, ob das wirklich sinnvoll ist.

    Dieses Bild zeigt ganz schön, was Grøndal im Interview aussagt: Panzer- und Luftschiff-Treffer haben das vordere Dach völlig zerstört, der hintere Teil ist noch voll in Takt. Auch die seitliche Hauswand wurde von direkten Treffern völlig demoliert, an der vorderen Wand sind nur Granaten eingeschlagen. Die Physik wirkt insgesamt bereits ziemlich homogen. Dieses Bild zeigt ganz schön, was Grøndal im Interview aussagt: Panzer- und Luftschiff-Treffer haben das vordere Dach völlig zerstört, der hintere Teil ist noch voll in Takt. Auch die seitliche Hauswand wurde von direkten Treffern völlig demoliert, an der vorderen Wand sind nur Granaten eingeschlagen. Die Physik wirkt insgesamt bereits ziemlich homogen. Quelle: Electronic Arts

    PCGH: Schließlich müssen wir diese Position anschließend verteidigen...


    Ist erst einmal alles kaputt, stehen Sie in der Verteidigerposition mit runtergelassenen Hosen da. Aleks Grøndal: Exakt. Die ganz schweren Geschütze aufzufahren und ein Haus völlig zu zerstören, sollte man nur machen, wenn es nicht anders geht. Können Sie die Fahne mit einem Sturmangriff oder Flankenmanöver nehmen, ist das natürlich deutlich besser. Ist erst einmal alles kaputt, stehen Sie in der Verteidigerposition mit runtergelassenen Hosen da. Übrigens ein lustiger Lerneffekt, den hier viele erst durchlaufen müssen, weil beim ersten Mal möchte man natürlich die Kanonenrohre sprechen lassen.

    PCGH: Der zweite Punkt war das Wetter. Ist das eher atmosphärisch wichtig oder spielerisch relevant?


    Aleks Grøndal, Senior Producer von Battlefield 1 ist begeistert davon, dass sich sein Team wieder wegbewegt von geskripteter Levelution-Zerstörung und insgesamt deutlich dynamischer operiert. Aleks Grøndal, Senior Producer von Battlefield 1 ist begeistert davon, dass sich sein Team wieder wegbewegt von geskripteter Levelution-Zerstörung und insgesamt deutlich dynamischer operiert. Quelle: PC Games Hardware Aleks Grøndal: Sie haben eventuell noch Paracel Storm, eine Karte von Battlefield 4, im Kopf. Dort zieht ein Sturm auf, der die Sichtweite drastisch sinken lässt und so das Gameplay massiv verändert. Allerdings war das hart geskriptet, sprich der Sturm kam immer nach der gleichen Zeit, mit der gleichen Intensität. Wir haben uns darauf hingesetzt und überlegt, wie wir dieses Erlebnis in Echtzeit transportieren und dynamischer machen können. Unsere E3-Karte "The St. Quentin Scar" (Die Narbe von St. Quentin) ist ein ganz anderes Erlebnis, je nach Wetterlage. Scheint die Sonne, ist es klassisches Battlefield und jeder Spieler hat optimale Gefechtsbedingungen. Regnet es, ist das ziemlich laut, man hört ihre Schritte also nicht so gut. Zieht jedoch Nebel auf, sinkt die Sichtweite auf unter drei Meter. Das erschwert massiv das Zielen auf Distanz, begünstigt aber natürlich Stealth-Strategien, wo Sie sich an die feindlichen Stellungen heranpirschen, vielleicht auch nur mit einem Mini-Kommando aus zwei Leuten oder gar als einsamer Wolf. Und es führt zu sehr viel mehr Nahkampf, insbesondere Bajonett-Angriffen.
    Und hier regnet es wie aus Eimern. Bei Platzregen hören Sie feindliche Schritte nicht so früh, können sich aber auch selbst länger anpirschen, ohne bemerkt zu werden. Und hier regnet es wie aus Eimern. Bei Platzregen hören Sie feindliche Schritte nicht so früh, können sich aber auch selbst länger anpirschen, ohne bemerkt zu werden. Quelle: Electronic Arts

    PCGH: Wie genau funktioniert der Charge, das Anrennen?


    Bajonett-Charge: Treffen Sie, spießen Sie das Opfer auf und es ist ein One-Hit-Kill. Aleks Grøndal: Es gibt zwei verschiedene Arten von Charge: Sie können zum einen eine Tür normal aufmachen oder sich mit Ihrem ganzen Körpergewicht dagegen werfen, etwa um eine Granate in den Raum zu werfen. Das ist eine beliebte Strategie zur Ablenkung, muss sich halt nur ein Spieler opfern. Einer durchbricht die Tür, alle Augen und Waffen sind auf ihn gerichtet, seine Kollegen brechen durchs Fenster rein und haben den Vorteil des Überraschungseffekts auf ihrer Seite. Und dann gibt es den Bajonett-Charge. Sie visieren dafür einen Gegner an und aktivieren diesen Charge, also eine Sprint-Animation. Die lässt sich nicht abbrechen! Verfehlen Sie also, hat der Gegner leichtes Spiel, Ihnen in den Rücken zu schießen. Treffen Sie, spießen Sie das Opfer auf und es ist ein One-Hit-Kill.

    PCGH: Werden wir auch Franzosen und Russen spielen können?

    Aleks Grøndal: Zumindest nicht zum Launch. Die französische Armee spielte so eine besondere Rolle im Ersten Weltkrieg, dass wir mehr Zeit brauchen, um ihr mit etwas Besonderem gerecht zu werden. Mehr kann ich noch nicht verraten. Sie ist aber ein Teil der Kampagne und wir haben mit dem Vereinigten Königreich, dem Deutschen Kaiserreich, Österreich-Ungarn, Italien, den Osmanen und Amerikanern ein sehr großes Multiplayer-Aufgebot.

    PCGH: Es gab auf einigen Webseiten und bei Communitys die Frage, wie weit ein Spiel in der Darstellung von Krieg gehen darf. In Battlefield 1 wird es Senfgas geben, ein chemischer Kampfstoff, der zu Verätzungen am ganzen Körper führt. Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema?


    Aleks Grøndal: Das ist natürlich ein Thema, über das wir auch intern sehr viel gesprochen und diskutiert haben. Zum einen setzen wir auf die Intelligenz unserer Spieler, die virtuellem von echtem Krieg unterscheiden können. Und wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf: Wenn Sie aus einem Kampfhubschrauber mit einer Hellfire-Rakete auf einen Menschen schießen, würde von dem in der Realität nicht viel übrig bleiben. Das sind Wenn man sich aber für ein Szenario in einem Spiel entscheidet, muss man das auch durchziehen. alles Waffen, gebaut, um Menschen zu töten. Jeder bei DICE ist gegen echten Krieg, wir sympathisieren damit nicht und wir wollen es auch nicht glorifizieren. Wenn man sich aber für ein Szenario in einem Spiel entscheidet, muss man das auch durchziehen. Wir nehmen uns schon viele kreative Freiheiten, aber die Gasmasken bringen durch ihre eingeschränkte Sicht ein, wie ich finde, sehr interessantes Gameplay-Element mit sich.

    PCGH: Danke für das Interview


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      • Von wollekassel Freizeitschrauber(in)
        Sie werden es trotzdem kaufen wg. BF4-Sucht. Die 100+ EUR plus für Jahre Spielspass lassen Sie sich nicht entgehen. Sie mögen die DLC blöd finden (ich übrigens möchte auch lieber weniger als mehr bezahlen), aber für digitale Kunst gebe ich gerne aus. Wir treffen uns
      • Von Gilli_Ali_Atör Software-Overclocker(in)
        Zitat von wollekassel
        BF zocken ist ein Hobby von mir - ich korrigiere, ggf. eine Sucht. Wenn das Spiel gut ist, dann kaufe ich es mir. Und wenn ich insgesamt dafür über Monate ca. EUR 100 + ausgeben muss - es ist mir egal. Weil ich BF4 mit 2 Soldaten auf LVL max gezockt habe und mich das neue Spiel interessiert. DLC Politik hin oder her: Ich bekomme meinen Spielspaß mit jeden Multiplayer-Gefecht zurück. Bitte nennen Sie mir ein vergleichbares Spiel wie Battlefield (Klassenwechseln, Squadplay, alle Vehicle benutzen, Zerstörung, Nemesis sein und Nemesis egalisieren), am Rechner süffisant grinsen oder fast ausrasten?! Liebe Fans und nicht Fans von BF, ist wisst schon, warum Ihr so seid. Der eine hat Spaß am Spiel, der andere am Hassen. Ich bin beim nächsten BF dabei. Während Ihr jammert, spiele ich schon.
        Gerade weil ich BF gerne spiele und mir das Spiel gewissermaßen am Herzen liegt, bin ich gegen die DLC-Politik von EA.
      • Von mowglie Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Couldbefunny
        Hallo zusammen,

        Ich habe schon einige Punkte in den letzten Wochen gesehen, die mir gut gefallen. Die Tür mit der Schulter aufbrechen, finde ich ziemlich cool! Ach die Nahkampfwaffen bekommen eine bessere Bedeutung. Ich bin gespannt!

        Eben, das ist genau das was ich meine. Sie arbeiten an solchen Dingen die die Immersion steigern sollten weil sich sowas der Community gut verkaufen lassen. Das man an einem Kieselstein hängen bleibt verkaufen sie als Feature und die Spielmechanik bleibt auf der Strecke...

        Bitte liebe Dice, macht nicht den gleichen Fehler wie beim BF4!
      • Von Couldbefunny Kabelverknoter(in)
        Hallo zusammen,

        Ich habe schon einige Punkte in den letzten Wochen gesehen, die mir gut gefallen. Die Tür mit der Schulter aufbrechen, finde ich ziemlich cool! Ach die Nahkampfwaffen bekommen eine bessere Bedeutung. Ich bin gespannt!

        Für die, die gerne Battlefield mit Leuten zusammen spielen, schaut euch doch mal die OPT-Community an, Deutschlands größte Battlefield Community.

        Wir spielen 32 vs 32 Schlachten und demnächst auch in Battlefield 1!

        Hier ein kleiner Vorgeschmack:

        OPT Community - Trailer 2016 - YouTube

        LG Couldbefunny
      • Von mowglie Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von denrusl
        Da es dazu nichts genaueres gibt, die Alpha-Spieler der E3 dazu keine negativen Äußerungen gemacht haben halte ich das so wie bei den BF teilen davor, die Beta wird es zeigen. Bei BF4 war es zu beginn schlimm das ist wahr, aber auch da trat relativ schnell Besserung ein.
        Du scheints einer der glücklichen zu sein der bereits von Beginn weg gut davon kam. Ich für meinen Teil empfand das Spiel erst nach erscheinen der 60hz Server als spielbar, die kamen Sage und Schreibe erst knapp 1,5 Jahre nach dem Launch des Spieles.

        Klar, wenn man als Alpha-Spieler unter von EA/Dice überwachten Laborbedingungen Hände ans BF1 legen kann ist es fürm ich nicht aussagekräftig wenn da noch nicht mit Kritik um sich geworfen wird. Die Beta wird es zeigen, da freue ich mich auf unabhängige Netcode Analysen, da gibt es ziemlich professionelle Kritiken zu diesem Thema.

        Trailer und Bilder können mir gestohlen bleiben, funktionieren muss das Spiel.
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Battlefield 1 (2016)
Battlefield 1 - Interview: So wirken Wetter und Zerstörungs-Engine auf das Gameplay
Ist das Wetter in Battlefield 1 nur ein atmosphärisches Mittel oder relevant fürs Gameplay? Wie kleinteilig ist die Zerstörungs-Engine und lässt sie sich taktisch einsetzen? Und warum sind Bajonettangriffe effizient, aber gefährlich? Senior Producer Aleks Grøndal hat viele Antworten auf unsere Fragen. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt
http://www.pcgameshardware.de/Battlefield-1-2016-Spiel-54981/Specials/Zerstoerungsphysik-Interview-1199011/
26.06.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/06/BF1_02-pcgh_b2teaser_169.JPG
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