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  • Battlefield 1: Das ist am Singleplayer dieses Mal anders [Artikel der Woche]
    Quelle: EA

    Battlefield 1: Das ist am Singleplayer dieses Mal anders [Artikel der Woche]

    Die Kampagne von Battlefield 1 kommt vom kreativen Hirn und Autor hinter Spielen wie Gears of War 3 sowie Batman: Arkham Origins und fühlt sich sehr viel dramatischer, emotionaler und brutaler als seine Vorgänger an. DICE zeigt den 1. Weltkrieg in seiner ganzen Sinnlosigkeit und demonstriert, wie harmlose Chauffeure auf den Schlachtfeldern Frankreichs zu Monstern wurden. Battlefield 1 - die Kampagne im Fokus.

    Achtung: Wir gehen in diesem Special nicht auf die Grafik der Kampagne ein, weil auf der Twitchcon die Xbox-One-Version im Fokus stand. Wenn Sie die technische Qualität der PC-Version interessiert, empfehlen wir folgende Interviews und Analysen:
    Battlefield 1: Interview zur Zerstörungsphysik
    Battlefield 1: Benchmarks aus der Beta

    Werden Shooter mit Battlefield 1 noch ein Stückchen mehr erwachsen, auch wenn das Spiel erst ab 16 ist? DICE verabschiedet sich jedenfalls endgültig vom Pathos und dem Glorifizieren übermächtiger Elitesoldaten und zeigt die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des 1. Weltkriegs in einer rohen, sehr emotionalen Form. Sie werden ein bisschen wie in Mass Effect: Andromeda ins kalte Wasser geworfen und müssen funktionieren, um zu überleben. Battlefield 1 startet mit einem sanften Liebeslied: Doris Days "Dream a Little Dream of Me" schallt aus den Boxen, doch die Umgebung ist dominiert von Blut, Chaos und Morden der barbarischsten Sorte. Sie sind hier kein Elitekämpfer, der schon alles gesehen hat, sondern ein junger Kerl aus Queens, der mitten in die Hölle geworfen wird. Sie stehen regungslos da, während um Sie herum Menschen andere Lebewesen mit Bajonetten abstechen, mit Steinen erschlagen oder versuchen, den Feind mit bloßer Hand zu töten. Das fühlt sich sehr real an: Wenn man Ihnen ein Repetier- oder Maschinengewehr in die Hand drücken würde, würden Sie dann einfach morden, nur weil es irgendwelche Typen in ranghöheren Uniformen befehlen? Vermutlich nicht, viel eher würden Sie versteinern.

    Der Frontverlauf ist in diesen ersten Minuten der Kampagne nicht mehr zu erkennen, junge Männer massakrieren sich gegenseitig und enden letztlich tot im Schlamm des Schlachtfeldes. Bevor wir eingreifen, zeigt eine Einblendung, worum es geht: "Was folgt, ist ein Gefecht an der Front: Es wird nicht erwartet, dass Sie überleben". Und schon nach wenigen Minuten erfahren wir dann auch, was DICE damit meint: Wir töten einige Gegner, vielleicht zehn, vielleicht 15. Doch nach vier Minuten werden wir selbst von Flammen erfasst und verbrennen bei lebendigem Leibe. Harvey Nottoway, 1898 - 1918, wird eingeblendet. Harvey wurde nur 20 Jahre alt. Jetzt ist er tot und Sie respawnen nicht einfach, sondern schlüpfen in einen anderen Soldaten. "Denn das Leben eines Menschen zählte nicht viel in diesen Zeiten", wie es Campaign Lead Designer Eric Holmes auf der Twitchcon in San Diego ausdrückt.

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    Battlefield 1: Dramatischer Singleplayer-Trailer - Jetzt ansehen!

    "Ein Soldat war nie gleichzeitig Sniper, MG-Schütze, Panzerfahrer und Pilot"

    "Wenn wir uns das traditionelle Format einer Shooter-Kampagne anschauen, dann spielen Sie dort meistens einen Allrounder, der um die Welt reist und in jeder Disziplin ein Profi ist. Er ist der beste Sniper, der beste Pilot, der beste Panzerfahrer und ganz nebenbei noch ein Martial-Arts-Profi. Aber das ergibt gerade im Kontext des 1. Weltkriegs keinen Sinn, wo es nur sehr wenige Spezialeinheiten gab und die auch nicht wie James Bond ausgebildet wurden", erklärt der gebürtige Schotte, der vorher die Geschichte von Batman: Arkham Origins und Gears of War 3 geschrieben hat. "Wir haben uns also die Frage gestellt, wie wir den Soldaten in diesem Krieg gerecht werden können und deshalb ein Anthologie-Format entwickelt. Wir arbeiten im Zuge dessen mit fünf Protagonisten, die ihre individuelle Sichtweise auf lokale Probleme und Konflikte zeigen. Dabei fokussieren wir uns bewusst auf normale Figuren mit normalen Fähigkeiten. Der 1. Weltkrieg war ein sehr unorganisierter, man möchte fast sagen unprofessionell geführter Krieg. Es gab nur sehr wenige Spezialisten, man hat quasi permanent improvisiert.
    Wir haben uns beim Singleplayer stark vom Multiplayer inspirieren lassen
    So wird unser ehemaliger Chauffeur Danny Edwards plötzlich zum Fahrer eines Tonnen schweren Mark-V-Panzers, obwohl er noch nie am Steuer eines solchen Kolosses gesessen hat. Das ermöglicht uns, Geschichten rund um seine Crew zu erzählen, etwa, wie sie sich kennenlernen und als Team zusammenwachsen. Wir machen das auf sehr emotionale Art, weil der Junge natürlich Angst hat. Wir sprechen bei den Soldaten des 1. Weltkriegs von Männern im Alter von 20 bis 30 Jahren, die häufig mit völlig unzureichendem Training in die Schlacht geschickt wurden." Der Kampagnenabschnitt mit Danny lässt sich dabei sehr individuell spielen, wie Holmes betont: "Wir haben uns stark vom Multiplayer inspirieren lassen und von den taktischen Möglichkeiten. Sie können die Bord-Geschütze verwenden oder aussteigen, feindliche Stellungen flankieren, die Gegner töten und ihre Panzerabwehrwaffen benutzen, um einen feindlichen Tank zu zerstören. Oder aber eher schleichend vorgehen, die feindliche Panzerbesatzung überraschen, ausschalten und so einen zweiten Panzer erbeuten, der den Vorstoß erleichtert."

    Es gibt fünf in sich geschlossene Mini-Kampagnen, in der Sie u. A. auch italienische 'Shock-Trooper' spielen. Wilde Typen, die Granaten auf den Gegner werfen, ihn so in Deckung zwingen und zeitgleich zum Bajonett-Angriff übergehen. Es gibt fünf in sich geschlossene Mini-Kampagnen, in der Sie u. A. auch italienische "Shock-Trooper" spielen. Wilde Typen, die Granaten auf den Gegner werfen, ihn so in Deckung zwingen und zeitgleich zum Bajonett-Angriff übergehen. Quelle: EA

    Clyde Blackburn gegen den Roten Baron

    "Jeder Story-Abschnitt fungiert für sich als abgeschlossener Teil der Kampagne und dreht sich jeweils um ein Hauptaugenmerk der Battlefield-Serie", erklärt der Campaign Lead Designer. Clyde Blackburn etwa ist ein aufmüpfiger Amerikaner, der sich dem Royal Flying Corps anschließt und als einer der ersten Piloten die nagelneue Bristol F.2 fliegt. Ein bisschen wie im Film Der Rote Baron mit Matthias Schweighöfer steht er im Konkurrenzkampf mit seinem Freund und sieht den Krieg zunächst als eine Art Spielwiese, auf der er sich beweisen kann. Doch dann erlebt er, wie immer weniger seiner Kameraden nach Hause zurückkehren.
    Der 1. Weltkrieg war nicht bekannt für seine Happy-Ends.
    "Die Geschichte dreht sich zum einen um diese Freundschaft, die in Konkurrenz umschwingt und deren Grenzen getestet werden. Aber ebenfalls um den Luftkampf und die Technologie, die sich damals permanent veränderte. Die Briten waren sicher, mit der Bristol endlich die Entscheidung erzwingen zu können, doch das Kaiserreich war natürlich auch nicht untätig." Die beiden Freunde werden über Feindesland abgeschossen und wie der Trailer bereits verrät, werden Sie entscheiden müssen, ob Sie Ihren Freund mit einem Teil des Flügels erschlagen oder nicht. Er fleht darum, weil sein Bein zertrümmert ist und er die Gefangennahme mehr fürchtet als den Tod. "Ich möchte natürlich nicht zu viel verraten, aber der 1. Weltkrieg war nicht bekannt für seine Happy-Ends. Wir erzählen tragische Geschichten, die sicherlich nicht immer gut ausgehen werden, und Sie werden wohl die eine oder andere Träne vergießen. Aber ich glaube auch, das muss sich ein Videospiel im Jahr 2016 trauen."

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    Battlefield 1: Tom Wlaschiha spricht Lawrence von Arabien - Neuer Trailer
    Spielecover zu Battlefield 1 (2016)
    Battlefield 1 (2016)

    Twitchcon-Fazit: Battlefield 1

    DICE haderte bisher immer mit der Kampagne. In der Regel diente sie nur dazu, die technischen Fähigkeiten der Engine zu demonstrieren, das Schreiben packender Geschichten hatten die Schweden nicht im Blut. Doch das könnte sich ändern, denn nur wenige Sätze in Kombination mit der Atmosphäre und Musik reichen, um zu zeigen, wo Battlefield 1 bei der Kampagne hin will: Wir sollen mit diesen jungen Menschen mitfühlen und ihre Crew kennenlernen. Schauspielerisch ist das bereits ein ganz anderes Level als noch Battlefield 4: Ein Finch im Schade ist, dass die fünf Kampagnen in sich geschlossen sind. Panzer ist uns auf Anhieb sympathisch und ihn zu verlieren, wäre schon heftig. Witzig auch, wie er den Panzer mit "Our Lady" anspricht und uns mahnt, nicht zu fluchen, weil die Mark-Prototypen als sehr unzuverlässig und sensibel galten.

    Schade ist allerdings, dass die fünf Kampagnen in sich geschlossen sind und beliebig ausgewählt werden können. Es gibt also keinen alles überragenden Plot, der die Figuren zusammenführt. Das wiederum erlaubt den Entwicklern allerdings auch, Lawrence von Arabien einzubauen oder wenig traditionelle Rollen wie einen australischen Boten, der den Kampf tunlichst vermeiden sollte, weil er überleben muss, damit seine am Strand festgesetzte Einheit Unterstützung erhält. Es gab ja damals noch keinen Funk. Und wir begrüßen es, dass DICE nicht einfach die nächste Patriotismus-Nummer abzieht, sondern die Grausamkeit des Krieges in sehr bedrückender, durchaus unangenehmer Weise zur Schau stellt. Das hier ist mehr "Der Soldat James Ryan", weniger "Independence Day 2".

      • Von wollekassel Freizeitschrauber(in)
        Ich habe die 10 Stunden Trial (fast) herum und ich finde das Spiel sehr gut. Ich war zuerst skeptisch (die Karte aus der Beta ist definitiv eine der weniger guten), aber die Karten Amiens, Die Narbe von St. Quentin, Festung von Faw sind einfach der Hammer. Ich habe diese ausgiebig im Conquest-Modus gespielt und ich finde, dass man hier viel taktischer vorgehen muss, um am Ende als Sieger vom Schlachtfeld zu gehen. Suez-Kanal oder die Karte heißt ist auch schick, jedoch mit nur 3 Flaggen etwas kuscheliger. Amiens erinnert mich ein bisschen an Seine Crossing, ist aber wirklich ein Highlight: Die beiden zusammen liegenden Flagge an den beiden Brücken und die zerstörten Häuser gegenüber versprechen wirklich hitzige Multiplayergefechte. Ich freue mich riesig darauf. Werde mir auch die Ultimate Edition für EUR 120 holen - ja, es ist viel Geld, aber es ist mir wurscht. Dafür wieder 3-4 Jahre tägliches Zocken mit den Jungs aus dem Clan. Außerdem: Urlaub ist eingereicht und genehmigt (hab noch 24 Resturlaub für 2016, also erstmal schon von morgens bis abends BF 1 zocken).
      • Von ISancoI Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Auch wenn ich am Ende nur den MP spielen werde freue ich mich doch schon auf den Abend wo ich mir den SP gönne.
      • Von blubb3435 PC-Selbstbauer(in)
        Bin ziemlich enttäuscht vom Singleplayer. Die Prolog Mission war noch viel versprechend, aber danach kommt die obligatorische Stealth Mission mit
        Hollywood-Schalldämpfer, bei der der Gegner nicht hört wenn ich 3 Meter weiter seinen Kameraden mit dem Spaten erschlage.
        Später gibt's die obligatorische Sniper Mission, bei der sämtliche Gegner ganz neugierig auf ihre toten Kameraden zugehen, so dass man mit seinem
        Snipergewehr noch nicht einmal woanders hinzielen muss.
        Generell ist die KI sehr dumm, entweder laufen Feinde wie Zombies auf den Spieler zu oder bleiben einfach stehen, um sich vom Panzer überfahren zu lassen...!
        Gegnerische Panzer drehen einem regelmäßig die Breitseite oder gar die Rückseite zu.
        Die Modellierung und Animation der Charaktere sind unübertroffen, aber die schauspielerischen Einlagen sind sehr kurz. Eine tiefergehende Handlung oder
        längere Dialoge gibt es in den ersten zwei Missionen nicht.
      • Von TammerID Freizeitschrauber(in)
        Zitat
        Oder aber eher schleichend vorgehen, die feindliche Panzerbesatzung überraschen, ausschalten und so einen zweiten Panzer erbeuten, der den Vorstoß erleichtert


        Wenn ich sowas schon wieder lese. Als würde sowas funktionieren. Man wird einen Gegner leise töten und dann triggered man alle anderen, aber man kann ja schleichend vorgehen
      • Von KI_Kong Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Find ich gut gemacht, ist mal was anderes. Die Zerstörungsphysik ist ziemlich genial! Ich vermute nur, mit den 5 Kriegsgeschichten ist man viel zu schnell fertig.
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Battlefield 1 (2016)
Battlefield 1: Das ist am Singleplayer dieses Mal anders [Artikel der Woche]
Die Kampagne von Battlefield 1 kommt vom kreativen Hirn und Autor hinter Spielen wie Gears of War 3 sowie Batman: Arkham Origins und fühlt sich sehr viel dramatischer, emotionaler und brutaler als seine Vorgänger an. DICE zeigt den 1. Weltkrieg in seiner ganzen Sinnlosigkeit und demonstriert, wie harmlose Chauffeure auf den Schlachtfeldern Frankreichs zu Monstern wurden. Battlefield 1 - die Kampagne im Fokus.
http://www.pcgameshardware.de/Battlefield-1-2016-Spiel-54981/Specials/Singleplayer-Kampagne-1210208/
16.10.2016
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