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  • Battlefield 1 auf der E3 gespielt: Der Himmel brennt
    Quelle: DICE

    Battlefield 1 auf der E3 gespielt: Der Himmel brennt

    Wir haben Battlefield 1 auf der E3 gespielt, liefern unsere Impressionen vom Conquest-Modus aus Los Angeles und verraten Ihnen, wie Sie mit einem Luftschiff ein komplettes französisches Dorf namens St. Quentin einäschern und mit einem Mark-1-Tank durch die Mauern eines Hauses brechen können, um Sniper auf die brutale Art zu entsorgen. Battlefield 1 im Hands-On-Test auf der GTX 1080. Von Benjamin Kratsch / Ryan Southardt.

    Battlefield 4 hatte seine völlig absurden Battlefield-Momente, Battlefield 1 führt diese Tradition fort und lässt dabei mächtig die Muskeln der Frostbite-Engine spielen. Kaum hatten wir uns in The Novo nahe des Staples Center einen Rechner mit GTX 1080 gesichert und unsere Finger auf die Logitech G810 Orion Spectrum gelegt, da rumpeln wir auch schon im Mark-1-Tank der Briten los. Das Rumpeln dürfen Sie wörtlich verstehen, denn die Zufahrtsstraßen des kleinen französischen Dörfchens St. Quentin sind nicht nur eng, sie sind auch völlig durchweicht und unsere Ketten wühlen sich nur schwer durch den Matsch. Es sieht beeindruckend aus, wenn der braune Schlick nach vorne geschossen wird und an den Seiten rausspritzt, insbesondere aus der Cockpit- oder einer der beiden Seitenperspektiven. Der Mark 1 ist zwar nicht ganz so langsam wie in der Realität, die Kolosse krochen dank 27 Tonnen Kampfgewicht und schwacher 106-PS-Motoren nämlich nur mit maximal 6 km/h über die Schlachtfelder, aber ein Vergleich zum M1 Abrams ist das natürlich nicht.

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    Battlefield 1: Offizieller Gameplay-Trailer zeigt wechselnde Schlachtfelder
    Spielecover zu Battlefield 1 (2016)
    Battlefield 1 (2016)


    Spannend ist aber vor allem die schlechte Wetterlage: "Jede Schlacht wird sich anders anfühlen, weil sich das Wetter dynamisch ändert", erklärt Patrick Bach, der mittlerweile zum General Manager von DICE aufgestiegen ist. "Wenn Sie bei strahlender Sonne kämpfen, ist das ein ganz anderes Gefühl als bei Nebel, Nieselregen oder richtigem Platzregen. Scharfschützen können bei Nebel nur begrenzt operieren, Jede Schlacht in Battlefield 1 wird sich anders anfühlen Infanterie kann sich deshalb freier bewegen." Damit hat er Recht, in der Tat ist die Sichtweise bei sehr trübem Wetter kaum vorhanden und da der Mark 1 über keinerlei digitale Zielvorrichtung oder Radar verfügt, feuern wir mehr oder minder blind in die Wallachei.

    Daran ist aber noch nichts Besonderes, das macht die Szene nicht zum Battlefield-Moment. Wohl aber ein Soldat mit Stielhandgranate. Das Ding explodiert direkt an der Front des Panzers, es lässt einen mächtigen Schlag, wir befürchten schon, die Kette wäre gerissen - Panzer haben nämlich jetzt deutlich mehr Trefferzonen als noch in Battlefield 4. Doch der Mark 1 hält, Zeit für Rache: Der Granatwerfer flüchtet in ein nahestehendes Bauernhaus, wir reißen unseren Stahlkoloss rum, preschen durch die Hauswand und erwischen den Lümmel. Doch dann gibt's einen Funkspruch: "Get the Fuck out there, it's going down", schreit ein US-Kollege via Headset zu uns rüber. Soll heißen: "Hau da ab, das Ding kommt runter." Nur wovon spricht er? Oh, vom brennende Zeppelin über uns.

    Der Himmel brennt: Ein Zeppelin zeigt die Zerstörungskraft der Frostbite-Engine

    Die Zerstörung in Battlefield 1 ist deutlich kleinteiliger als noch in Battlefield 4. Wir reißen nicht geskriptet eine Wand ein, das Mauerwerk fällt nun eher dynamisch zusammen und wir hinterlassen ein Loch, das in etwa der Form unseres Panzers entspricht. Auch fallen zahlreiche Steine und Putz auf den Stahlkörper und vermischen sich mit dem Wasser vom Regen zu einer Art Schlammgrütze. Doch das ist alles nichts dagegen, was danach passiert. Wir öffnen die Klappe nach oben, springen aus dem Mark 1, gefolgt von zwei Kollegen, und rennen raus aus dem Haus, schon alleine um zu sehen, was da genau mit diesem Zeppelin passiert. Der Himmel brennt förmlich, die Der Zeppelin-Absturz ist nicht geskriptet. britische Luftwaffe hat mit ihren Sopwith Camels und Bristol F.2Bs die Hülle des Luftschiffes des Deutschen Kaiserreichs penetriert und das Wasserstoffgas explodiert jetzt in einem gewaltigen Feuerball und Partikelhagel. Zunächst fallen nur kleine Teile zu Boden, der Koloss der Lüfte senkt sich jedoch schnell ab und kracht nach wenigen Sekunden unkontrolliert auf jene Straße, in der wir gerade noch mit unserem Mark 1 unser Unwesen getrieben haben.

    Spannend daran: Der Absturz ist nicht geskriptet, es handelt sich dabei nicht um einen Levelution-Moment, wie Producer Alexander Grondal bekräftigt: "Die Frostbite-Engine berechnet physikalisch korrekt, wo der Zeppelin aufschlägt, was wiederum von seiner letzten Position auf der Karte abhängt". Das können wir verifizieren, in den zahlreichen Test-Matches schmiert der Zeppelin in der Tat immer wieder woanders ab. Dort wo er runtergeht, bleibt kein Stein auf dem anderen, was den Schlachtverlauf und den Punkt rund um die Flagge massiv verändert. Normalerweise ist eine davon in einer Kirche mit Turm, der komplett dem Erdboden gleich gemacht wird. Das Stahlgerippe verbrennt jedoch nicht und bildet eine Art Käfig rund um die Absturzstelle, wodurch sich zumindest dezente Deckung ergibt und ein anderes Layout. Anders als das AC-130-Gunship aus Battlefield 4 lässt sich der Zeppelin frei steuern, braucht allerdings sehr, sehr lange zum Wenden. Zudem ist das Luftschiff zwar prinzipiell gut ausgerüstet, aber nicht so übermächtig wie die AC-130. Die Truppen in den Gondeln müssen schon sehr genau zielen, um effektiv Punkte zu holen und Flaggen zu schützen.

    Battlefield 1: "Wir nehmen uns die nötige kreative Freiheit"

    DICE hat viel Recherche betrieben, ist mit allen Flugzeugtypen im Spiel mitgeflogen, hat alle Waffensounds original aufgenommen, aber Grondal bemüht sich gar nicht erst zu verschweigen, dass sich sein Team auch viele kreative Freiheiten nimmt: "Doppeldecker waren zwar in der Tat sehr wendig, aber nicht ganz so schnell und vor allem stabil wie in Battlefield 1." In der Realität hätten Sie das Flugzeug Das Entwicklerteam nimmt sich viele kreative Freiheiten heraus. permanent ausbalancieren müssen, weil die Körper der Maschinen noch nicht so aerodynamisch perfektioniert waren wie heute und daher im Windstrom stark hin und schwer schwankten. "Hohe Abschusszahlen waren damals selten, weil es anders als in Filmen häufig gezeigt sehr schwer war, mit einem drehbaren Lewis-Maschinengewehr auf britischer oder einem MG 08/15 auf deutscher Seite einen Flieger vom Himmel zu holen."

    Womit er Recht hat, der legendäre Manfred von Richthofen, der in der Kampagne eine Rolle spielen wird, kam in fast drei Jahren auf "nur" 90 Abschüsse. Im Internet gibt es eine detaillierte Liste mit all seinen Opfern und in der Tat schaffte der Rote Baron nur in wenigen Einsätzen mehr als zwei Abschüsse. "Diese Waffen waren ja starr verbaut, der Pilot musste also im perfekten Winkel fliegen, um überhaupt zu treffen, gleichzeitig aber auch dem Feuer des Bordschützen ausweichen, die in Doppeldeckern meist hinten absicherten". DICE hat viel in Archiven gewühlt, Bücher gelesen und mit Historikern gesprochen, denn alle Parteien des Ersten Weltkriegs waren sehr kreativ in ihrer Kriegsführung, auch wenn dieses Wort im Kontext des gezielten Mordes an Menschen wohl mit Vorsicht zu gebrauchen ist.

    Panzerzug, Schlachtschiff und Zeppelin dienen als sogenannte 'Giganten', die voll steuerbar sind und deren Waffen sich mitunter von mehreren Squads von Spielern bemannen lassen. Panzerzug, Schlachtschiff und Zeppelin dienen als sogenannte "Giganten", die voll steuerbar sind und deren Waffen sich mitunter von mehreren Squads von Spielern bemannen lassen. Quelle: DICE

    Diese "Kreativität" zeigt sich auch in unserem Hands-On: Es gibt beispielsweise eine Anti-Panzerkanone, das Tankgewehr 1918. Als unser Squad von einem deutschen Scharfschützen dezimiert wird, der sich in einer Windmühle versteckt hält, penetrieren wir mit einem gezielten Schuss die Mauer und treffen mit Glück den Sniper. Generell ist es interessant, wie effizient die Infanterie in Battlefield 1 arbeitet. Insbesondere, wenn Sie Support respektive Versorgungssoldat spielen, haben die Waffen eine hohe Kadenz und sobald ein Flieger zu tief geht, können Sie ihm sehr schnell, sehr viel Schaden zu fügen. Das ist positiv für die Balance, mit der Battlefield 4 lange Zeit zu hadern hatte, weil insbesondere die Kampfhubschrauber in der Hand eines fähigen Duos aus Pilot und Gunner viel zu mächtig waren. Trotzdem schränkt Sie DICE nicht ein, denn wenn Sie einen exzellenten Flieger im Team haben, kann der Sie als Bordschütze in Position bringen und Sie eröffnen das Feuer auf Squads im Graben oder durchlöchern mit der Lewis problemlos die Holztore französischer Stallungen.

    Battlefield 1: E3-Fazit

    Unser positiver Ersteindruck von der Weltpremiere bestätigt sich auf der E3, DICE macht hier wirklich bisher so ziemlich alles richtig. Die technische Ebene ist beeindruckend, weil man sich nicht einfach nur auf dickere Partikeleffekte verlässt, sondern Wetterbedingungen einen sehr starken spielerischen Einfluss haben. Die Zerstörungsengine ist klasse gelungen, die Balance scheint zu halten, wobei wir dafür nach nur wenig Spielzeit natürlich nicht die Hand ins Feuer halten würden. Und ja, Battlefield 4 hatte einen miserablen Start wegen seines Netcodes, aber mit Star Wars: Battlefront hat DICE bewiesen, dass Sie auch ohne größere Probleme launchen können.

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      • Von GeneralGonzo Freizeitschrauber(in)
        *Sabber* Kann mal einer nen Tuch reichen, zum Säubern der Tastatur!

        Ich denke, dass wird doch ein 1st day Kauf.
      • Von Hemacher Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Bin schon so heiß drauf das Game zu zocken.
        Werde aber wohl ein Hardware Upgrade starten müssen
      • Von drstoecker BIOS-Overclocker(in)
        Absoluter Pflichtkauf! Bin schon gespannt auf die beta!
      • Von Redbull0329 PCGH-Community-Veteran(in)
        Ist gekauft Endlich wieder mit dem Squad das Schlachtfeld unsicher machen.
      • Von Staazvaind Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Oberst Klink
        Immerhin mal ein neues Szenario. Abgesehen davon eben das Übliche. Bin mal gespannt ob man den Netcode dieses mal gleich so programmiert hat, dass das Spiel von Anfang an was taugt.

        Ich verstehe aber was du meinst. Ich würde mir, statt der immer besser werdenden Grafik, auch mal wieder mehr "Spiel" wünschen. Ich habe immer öfter den Eindruck, dass die Spiele zwar schöner werden, dafür aber auch immer leerer. Es fehlt einfach zu oft an Athmosphäre. Als die grafischen Möglichkeiten noch bescheiden waren, mussten die Entwickler ihre Spiele auf andere Weise mit Leben füllen, was ihnen meist ganz gut gelungen ist. Heute verlassen sie sich zu sehr auf die Grafik und vernachlässigen den ganzen Rest. Und ganz ähnlich sehe ich es so auch bei den Filmen. Die platzen heute förmlich vor CGI-Effekten, bieten aber allerhöchstens noch eine öde, einigermaßen erträgliche Handlung.
        als basis wird bf4's engine-stand dienen, daher dürfte es am pc recht ok werden, aber ich frag mal nach

        edit:

        yep, bf4 netcode + verbesserungen.

        zitat auf diese frage: "Yeah, and then some (improvements) "

        habe vorgeschlagen es zu twittern, wollte die frage offiziell stellen und durfte feststellen:
        mein twitter wurde gehacked... NICE... schon das zweite mal *grummel* und das mit nem übelst
        sicherem passwort.

        nachtrag: aha, bin angeblich aus versehen wegen spam geblockt worden, obwohl von meinem account nichts ausging...
        lol
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Battlefield 1 (2016)
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http://www.pcgameshardware.de/Battlefield-1-2016-Spiel-54981/Specials/E3-Vorschau-1198524/
14.06.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/06/BF_02-pcgh.jpg
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