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  • Batman: Arkham Knight - Warum das Spiel im zweiten Anlauf rockt: Ein Kommentar von Raffael Vötter

    Batman Arkham Knight maxed & downsampled (2400p resized @ 1600p, Gameworks an, keine Filmkörnung und keine Farbverschiebung) (30) Quelle: Raffael Vötter

    Nach über vier Monaten Quarantäne ist Batman: Arkham Knight nun wieder auf Steam erhältlich. Die Entwickler hatten für die Wiederveröffentlichung viele Verbesserungen versprochen, angesichts des bisherigen User-Feedbacks wurden diese aber nicht vollständig umgesetzt. PCGH-Redakteur Raffael Vötter hatte im zweiten Anlauf trotzdem viel Spaß - und erklärt hier, warum.

    Vorweg: Hierbei handelt es sich um einen Kommentar von Raffael Vötter, eine bewusst subjektive und in Teilen polarisierende Kolumne, und nicht um einen klassischen PCGH-Artikel. Diese einzelne Meinung wird nicht unbedingt von allen Redakteuren geteilt.

    Wall of text incoming! Ich habe Batman: Arkham Knight eine zweite Chance gegeben. Um ehrlich zu sein ist's die erste echte, denn nach dem Launch-Debakel habe ich keine ernsthaften Spielabsichten verfolgt. Wie kommt's? Erstens hat das Spiel gute Bewertungen bekommen - als Gesamtwerk, nicht auf die viel gescholtene Technik reduziert. Zweitens hat mich seit dem Release die Grafik fasziniert, sowohl Thema als auch Umsetzung und Techlevel. Drittens habe ich keine Angst vor den Hardware-Anforderungen, da ich einen Haufen Kohle in meinem Gehäuse versenkt habe, um damit auch schlecht programmierten Spielen entgegenzutreten. Viertens spielt der Titel an Halloween, was gerade jetzt und bei Batman sowieso wie die Faust aufs Auge passt.

    Es rockt. Ich bin, mit einer kleinen Pause, unerwartet fünf Stunden in Gotham versackt. Und später noch einmal vier Stunden. Wobei ich etwas Wichtiges dazu sagen muss: Wer mich kennt, weiß, dass ich eine "Grafikhure" bin, insofern kommt eine große Motivation, das Spiel weiterzuzocken, für mich aus dem Feuerwerk, das die Entwickler hier abfackeln. Ich bin wirklich schwer beeindruckt, wie fantastisch Batman: Arkham Knight aussieht. Definitiv erste Liga, ich musste sogar immer wieder an Techdemos wie Atis Toyshop denken – Technologie-Demonstrationen, die nicht nur Spiel geworden sind, sondern sogar besser als einst dargestellt. Der verbesserte PC-Regen kommt beim Autofahren mindestens genauso cool wie beim Gleiten und der Abperleffekt an Charakteren setzt dem Ganzen die Krone auf. Auch klasse: Die Stadt ist semi-zerstörbar, wenn man mit dem Batmobil durchbrettert. Dazu gibt's eine geniale Wasserdarstellung (Wellengang), bisher ungesehene Kleidungsphysik - die Stoffe an Charakteren bewegen sich etwa so, wie man das erwarten würde -, Parallax Mapping für ausgesuchte Mauern und der Gameworks-Rauch ist sowieso ein Hingucker. Auch die Beleuchtung passt wie die Faust aufs Auge, vor allem das nächtliche Gotham mit dem riesigen, hell strahlenden Vollmond und der sporadisch durchs Bild zuckenden Blitze versprüht eine düster-schöne Atmosphäre. Dazu gibt's schicke, allerdings recht exzessive Linseneffekte - ich mag sie, allerdings dürfte das manchen Leuten sauer aufstoßen. Doch damit nicht genug, das Spiel bietet auch noch Liebe zum Detail, die vielen kleinen Assets im GCPD, Bruce Waynes Büro und weiteren Innenarealen sind sowohl detailliert als auch vorhanden, was nicht selbstverständlich ist. Allein die Farbverschiebung (Chromatic Abberration) und die Filmkörnung (Film Grain) sind banane – wie gut, dass man diese optischen Nervensägen im Grafikmenü abschalten kann. Zwar entfaltet sich die volle Pracht des Spiels erst in Bewegung, ich habe trotzdem die besten Impressionen für Sie in die Bildergalerie gepackt (unbedingt im Vollbild bzw. vergrößert ansehen!):

    Hatte ich schon das großartige Art Design erwähnt? Gegen Gotham City mit seiner verspielten, von gleißenden Lichtern durchzogenen und fantastisch detaillierten Gotik-Architektur wirken Echtstadtsimulatoren wie GTA 5 und Watch Dogs einfach nur langweilig. Die schrägen Vögel, denen Batman im Laufe der Story über den Weg fliegt, gleitet und prügelt, passen hinsichtlich Kreativität und Detailreichtum optimal dazu. Die exzellente deutsche Vertonung inklusive vieler bekannter Stimmen erinnert derweil positiv an die Batman-Filme von Christopher Nolan, während die Inszenierung mit rasanter Action und diversen Überraschungen aufwartet, die ich hier aber nicht ausplaudern möchte.

    Ich habe Batman: Arkham Knight übrigens nach etwas Tweakerei in 3.840 × 2.400 Pixeln mittels Downsampling gespielt. Auf diese Weise ist's schön glatt und flimmerarm, der feine Content wird sauber dargestellt. Dank kühn übertakteter Grafikkarte (GTX Titan X @ 1.450/4.207 MHz) bin ich draußen bei 30 bis 45 Fps unterwegs, drinnen meist bei 50 bis 60 - es sei denn, es handelt sich mal wieder um eine Fabrik mit bildfüllendem Gameworks-Rauch, der die Bildrate auf 20 absaufen lässt. Streaming-Probleme, sichtbar nachladende Texturen? Nö. Abstürze oder sonstige Probleme? Nö. Gelegentliches Pop-Up ist beim Fliegen über die Stadt zu sehen, das zeigt aber jedes Spiel, denn das liegt in der Natur eines jeden Level-of-Detail-Systems. Leider habe ich die Hauptspeicherbelegung nicht protokolliert, aber es war definitiv eine Menge. Allein beim Grafikspeicher weiß ich Bescheid: 6 von 12 GiByte wurden gegen Ende der Spielsessions belegt. Das ist eine Menge Holz, allerdings sind es die genannten Schmankerl wert.

    Fazit? Ganz klar: Geben Sie dem Spiel trotz der negativen Schwingungen eine Chance. Das muss nicht jetzt sein, zum Vollpreis und mit alter Grafikkarte – obwohl Arkham Knight an Halloween spielt und somit ein perfekter Zeitvertreib wäre. Mein Tipp ist, auf den Weihnachts-Sale von Steam zu warten, dort das Spiel etwas günstiger einzusacken, eine High-End-GPU sowie etwas Arbeitsspeicher unter den Baum zu legen und dann über die Feiertage Gotham zu säubern. Bis dahin: Happy Halloween! Raff over and out.

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    01:26
    Batman: Arkham Knight - Video zu den September-DLCs
    Spielecover zu Batman: Arkham Knight
    Batman: Arkham Knight
  • Batman: Arkham Knight
    Batman: Arkham Knight
    Publisher
    Warner Bros. Interactive
    Developer
    Rocksteady Studios
    Release
    23.06.2015

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    Es gibt 158 Kommentare zum Artikel
    Von Kinguin
    Ich wollte lediglich sagen,dass für viele Menschen Gaming nur ein Hobby für nebenbei ist,nicht Scholdarrs Aussage…
    Von Leob12
    Naja, im Grunde stimmt das schon dass die allermeisten Spieler aus unserer Sicht eher anspruchslos sind. Allerdings…
    Von Kinguin
    Ich denke eher die meisten Kunden haben einfach keine Lust sich noch großartig in Spiele reinzufuchsen,also nach…
    Von Scholdarr
    Das Problem ist aber, dass scheinbar ein Großteil der Kunden inzwischen völlig anspruchslose Zombies sind, zumindest…
    Von Grestorn
    Ob Star Citizen oder auch Divinity über einen normalen Publisher Vertrieb erfolgreich wäre, lassen wir mal…
      • Von Kinguin
        Zitat von Leob12
        Naja, im Grunde stimmt das schon dass die allermeisten Spieler aus unserer Sicht eher anspruchslos sind. Allerdings gibts ja auch genug Spiele die eben nichts für Anfänger sind bzw Spiele in welche man sich erst einarbeiten muss und trotzdem massig Kohle abwerfen. WoT, LOL, CS oder was es da nicht sonst so alles gibt wären da Beispiele. Nur sind es halt keine 60€ Vollpreisspiele.
        Ich wollte lediglich sagen,dass für viele Menschen Gaming nur ein Hobby für nebenbei ist,nicht Scholdarrs Aussage grundsätzlich verneinen.Spiele wie LoL ziehen auch verdammt viele "Casuals" an,das merkst du ganz schnell wenn man sich damit mal auseinandersetzt.Das Spiel folgt dem Prinzip "Easy to Learn,Harder to Master" , ist aber eben nochmal eine eigene Gruppe für sich.

        Zitat von Leob12

        Der Markt ist sicher auch abseits der Casual Gamer vorhanden, man muss halt nur eine Nische finden und die muss gar nicht so klein sein. Nur ist es aus wirtschaftlicher Sicht die einfachere, profitablere und sicherere Variante eine Fortsetzung rauszubringen. Die Leute kaufen das halt eher. Ziemlich schade eigentlich, mittlerweile besteht der Markt der größeren Spiele wirklich nur noch aus Fortsetzungen oder "Ablegern" oder Reboots. Innovation bleibt meist völlig auf der Strecke und das Motto ist "mehr/größer = besser".
        Innovationen sind ziemlich schwer heutzutage.Was du meinst ist mehr Abwechslung im Triple A Segment.^^ Und genau deshalb muss man eben abseits des großen Marktes schauen,es gibt genug schöne Titel,nur gehen diese teilweise unter. (ja auch hier)Diese absurde "Größer = Besser " Mentalität ist auch nur wieder so ein Trend,wie der MMO/HacknSlay/Moba Trend.Hier versucht man ein Erfolgsrezept zu kopieren,welches wunderbar bei der Masse ankommt,in diesem Falle sowas wie Fallout 3/Skyrim.

        PS: Ab wann spricht man eigentlich genau von einem Casual Gamer?
      • Von Leob12 Volt-Modder(in)
        Naja, im Grunde stimmt das schon dass die allermeisten Spieler aus unserer Sicht eher anspruchslos sind. Allerdings gibts ja auch genug Spiele die eben nichts für Anfänger sind bzw Spiele in welche man sich erst einarbeiten muss und trotzdem massig Kohle abwerfen. WoT, LOL, CS oder was es da nicht sonst so alles gibt wären da Beispiele. Nur sind es halt keine 60€ Vollpreisspiele.
        Der Markt ist sicher auch abseits der Casual Gamer vorhanden, man muss halt nur eine Nische finden und die muss gar nicht so klein sein. Nur ist es aus wirtschaftlicher Sicht die einfachere, profitablere und sicherere Variante eine Fortsetzung rauszubringen. Die Leute kaufen das halt eher. Ziemlich schade eigentlich, mittlerweile besteht der Markt der größeren Spiele wirklich nur noch aus Fortsetzungen oder "Ablegern" oder Reboots. Innovation bleibt meist völlig auf der Strecke und das Motto ist "mehr/größer = besser".
      • Von Kinguin
        Zitat von Scholdarr
        Das Problem ist aber, dass scheinbar ein Großteil der Kunden inzwischen völlig anspruchslose Zombies sind, zumindest wenn man sich mal so anschaut, was für große Spiele so rauskommen...


        Ich denke eher die meisten Kunden haben einfach keine Lust sich noch großartig in Spiele reinzufuchsen,also nach einem harten Arbeitstag oder wenn sie generell erschöpft nach Hause kommt.
        Für diese Leute ist halt Gaming etwas Seichtes,die wollen nur den Kopf abschalten und Spaß haben.Und diese Leute machen eben die Mehrheit aus,genau die will man ansprechen,weil man dort das große Geld sieht.
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Grestorn
        Der Kunde steuert letztlich das Angebot, nicht der Publisher. Das wurde schon x mal bewiesen.
        Das Problem ist aber, dass scheinbar ein Großteil der Kunden inzwischen völlig anspruchslose Zombies sind, zumindest wenn man sich mal so anschaut, was für große Spiele so rauskommen...
      • Von Grestorn BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von turbosnake
        Deswegen haben zB Star Citizen oder Divinity: Original Sin auch einen Puiblisher gefunden?
        Ob Star Citizen oder auch Divinity über einen normalen Publisher Vertrieb erfolgreich wäre, lassen wir mal dahingestellt. Ob SC überhaupt sein Ziel erreicht oder erfolgreich wird, ist auch völlig offen (ich habe es übrigens gebacked).

        Sicher ist aber eines: So lange sich ein Spielprinzip gut verkauft, werden die Publisher darauf setzen. Ein Spielprinzip, das am Markt scheitert, wird zumindest eine zeitlang eher gemieden. Ist das wirklich sonderlich überraschend? Der Markt steuert selbst wohin die Reise geht, die Publisher reagieren nur.

        Sicher ist Innovation gefragt, und jeder Publisher versucht sich immer mal wieder an etwas neuem, unerprobtem. Erfolgreiche, save bet Spiele müssen aber letztlich auch die weniger erfolgreichen Experimente quersubventionieren. Ein Publisher, der nicht experimentiert, steht aber irgendwann ohne erfolgreiche Serien da, denn jede Serie verbraucht sich irgendwann. Das wissen auch die Publisher.
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Batman: Arkham Knight
Batman: Arkham Knight - Warum das Spiel im zweiten Anlauf rockt: Ein Kommentar von Raffael Vötter
Nach über vier Monaten Quarantäne ist Batman: Arkham Knight nun wieder auf Steam erhältlich. Die Entwickler hatten für die Wiederveröffentlichung viele Verbesserungen versprochen, angesichts des bisherigen User-Feedbacks wurden diese aber nicht vollständig umgesetzt. PCGH-Redakteur Raffael Vötter hatte im zweiten Anlauf trotzdem viel Spaß - und erklärt hier, warum.
http://www.pcgameshardware.de/Batman-Arkham-Knight-Spiel-54131/News/Kommentar-1176199/
30.10.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/10/batmanakmaxeddownsampppkwz-pcgh_b2teaser_169.jpg
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