Arma 3 Alpha im Test: Starke Grafik, verbesserte Animationen und üble KI - Unser erster Eindruck zum Taktik-Shooter
Vor einigen Monaten überzeugten die ersten Screenshots zu Arma 3 mit einer tollen Optik und großer Weitsicht. Alle Fans der Serie können sich seit ein paar Tagen selbst ein erster Bild von der Militärsimulation machen, denn Bohemia Interactive bietet die Alpha-Version von Arma 3 bei Steam an. Was sich hinter dem Angebot versteckt und was unser bisheriger Eindruck zu Arma 3 ist, erfahren Sie in unserem PCGH-Special.
In diesem Artikel
Arma 3 Alpha im PCGH-Test (25)
Der Shootermarkt ist derzeit voll von actiongeladenen, kurzweiligen Titeln, die dem Spieler vor allem schnelle Reaktionen und sicheres Zielen abverlangen. Dabei erfüllen Black Ops 2, Battlefield 3 oder Crysis 3 eher die Wünsche an ein Popcorn-Actionkino, als realistische Kriegshandlungen wiederzugeben. Alle Fans einer echten Militärsimulation mussten sich eine lange Zeit gedulden, immerhin erschien nach Arma 2 im Jahr 2009 kein guter Titel mehr aus diesem Genre.
Vor einiger Zeit kündigte Bohemia Interactive mit Arma 3 den Nachfolger des erfolgreichen Spieles an und verzückte Spieler wie Presse mit Screenshots, die eine starke Grafik zeigten. Nun wurde die Alpha-Version des Titels etwas heimlich auf Steam veröffentlicht. PC Games Hardware hat sich den Titel mal etwas genauer angeschaut und vor allem geprüft, ob der angekündigte Grafikschub auch in der Alpha-Version von Arma 3 zu sehen ist. Darüber hinaus haben wir uns mit den Verbesserungen und Neuerungen des Titels beschäftigt und auch einige negative Punkte gefunden.
Arma 3 Alpha: Inhalt des Steampaketes - Lohnen sich die 25 Euro?
Für die meisten PC-Spieler erscheint es etwas merkwürdig, dass Bohemia Interactive die Arma 3 Alpha für einen Preis von 25 Euro anbietet. Sind Alpha- und Beta-Versionen normalerweise nicht umsonst? Sollen die Fans jetzt auch noch dafür zahlen, den Entwickler bei der Arbeit zu unterstützen? - Hinter dem Angebot von Bohemia Interactive steht aber keine Abzocke oder eine unverschämte Preispolitik, eher sogar ein Service an die Fans.
Mit dem Angebot kaufen Sie Arma 3, haben allerdings schon jetzt einen Zugang zur Alpha-Version, können verfrüht auf die Beta zugreifen und sogar in Kürze drei Freunde zum Alpha-Test einladen. Sie erhalten beim Release also den Vollpreistitel, dürfen allerdings schon jetzt erste Erfahrungen mit dem Spiel machen.
Zuviel dürfen Sie in der Alpha aber nicht erwarten, eine Kampagne oder echte Missionen sind natürlich noch nicht vorhanden. Viel mehr bietet Ihnen das Spiel vier "Showcases", in denen Sie einen ersten, schnellen Blick auf den Titel werfen können. Zur Auswahl stehen ein Infanterie-Einsatz, eine Unterwasser-Mission, ein Helikopter-Flug sowie eine Spritztour mit einem stark gepanzerten Wagen.
In den Showcases sollen vor allem die Neuheiten von Arma 3 gezeigt werden und sie sind ideal, um sich mit Engine, Steuerung und Spieldesign vertraut zu machen. Tutorials stellen die kleinen Missionen allerdings nicht dar, Anfänger werden sich an manchen Missionen schwer tun. Selbst als alte Operation Flashpoint- und Arma-2-Hasen mussten wir hin und wieder ins Gras beißen.
Nach gut einer Stunde dürften Sie mit den vier Showcases durch sein, danach können Sie sich entweder im Multiplayer, der bei unserem Test ziemlich oft zusammenbrach, oder im mitgelieferten Editor austoben. Vor allem letzterer ist ein starkes Tool, um Arma 3 auf Herz und Nieren zu prüfen: Hier können Sie die acht Fahrzeuge testen oder sich an den unterschiedlichsten Waffen erfreuen.
Gerade in den nächsten Tagen erscheinen sicherlich auch die ersten spannenden Missionen der Community, immerhin hat Bohemia Interactive schon bei der Alpha an eine Mod-Untersützung gedacht. Die zwei Koop-Missionen im Multiplayer-Modus werden also nicht lange die einzigen Aufträge in Arma 3 bleiben. Der Entwickler überbrückt mit dem Sandkasten des Editors und dem Mod-Support geschickt die Wartezeit bis zum Release von Arma 3.
Starke Grafik, überarbeite Animationen und die verbesserte Physik-Engine - Das hat uns an Arma 3 Alpha gefallen
Die Arma 3 Alpha zeigt vor allem, dass die Serie grafisch einen riesigen Schritt nach vorne machen wird. Die Real Virtuality-4-Engine zaubert eine richtig gute Optik auf den Bildschirm, das DirectX 11-Spiel überzeugt dabei vor allem mit seiner unglaubliche Weitsicht. Über 10 Kilometer soll der Spieler blicken können, auf der kleinen Insel Stratis reichten uns allerdings schon zwei Kilometer für eine fantastische Aussicht. Die Hügelketten in weiter Ferne sind mit Details dargestellt, man kann Bäume oder Sträucher auch aus einiger Entfernung gut erkennen.
8-fach -Antialiasing und Anisotropische Filter sorgen für scharfe Kanten auch auf weite Sicht. Eine dynamische Beleuchtung für schöne Schatteneffekte. Arma 3 ist rein optisch meilenweit von seinem Vorgänger entfernt und kann sich mit aktuellen Top-Titeln wie Battlefield 3 oder Crysis 3 messen. Nach unserem Eindruck fällt die Alpha-Version hier allerdings in den Detailaufnahmen etwas ab: Gräser und Blätter sehen zwar fantastisch aus, allerdings wirken manche Texturen, vor allem an den Gebäuden, noch zu matschig. Die nur teilweise dargestellte Tessellation, beispielsweise auf der Weste der Soldaten, hilft da nur bedingt. Aber natürlich ist es nicht fair, die Grafik einer Alpha mit einem fertigen Spiel zu vergleichen.
Die Screenshots zu Arma 3 scheinen also nicht gefälscht zu sein, der Titel hat das Potenzial eine beeindruckende Optik auf den Bildschirm zu zaubern. Auch wenn die Grafik in der Alpha-Version noch nicht final sein dürfte, fordern gerade die Ultra-Einstellungen ihren Tribut: Kollegen berichteten, dass selbst mit einer GTX Titan bei großen Schlachten die FPS-Zahl in die Tiefe ging.
Bei der deutlich schwächeren GTX 460 waren bei Ultra-Einstellungen knapp 10 FPS das höchste der Gefühle, erst bei Standard-Einstellungen lief das Spiel einigermaßen flüssig. Die Entwickler haben ihr Versprechen wahr gemacht: Arma 3 läuft vermutlich auf allen Rechnern, auf denen auch Arma 2 lief. Einer recht niedrigen Mindestvoraussetzung steht ein Hardware-Hunger im Ultra-Setting gegenüber, den nur die wenigsten PCs stillen können. Besonders bei Schlachten, niedrigen Helikopterflügen oder zahlreichen Explosionen benötigt Arma 3 eine gute Hardware.
Die Engine kann allerdings nicht nur grafisch überzeugen, sondern liefert mit der neuen Physik-Unterstützung eine solide Basis für die Militärsimulation. Getötete Feinde müssen keine Sterbeanimation mehr durchlaufen, sondern fallen dank Ragdoll-Effekten endlich korrekt zu Boden. Boote wippen stimmungsvoll in den Wellen auf und ab, Fahrzeuge reagieren korrekt auf Kollisionen und Erschütterungen.
Darüber hinaus konnten wir erstaunlich wenige Clipping- oder Physik-Fehler während des Spielens entdecken. Natürlich war die Arma 3 Alpha auch davon nicht befreit, aber die Real Virtuality-4-Engine macht schon jetzt einen solideren Eindruck als der Vorgänger aus Arma 2. Objekte wie Häuser, Steine oder Autos vermitteln in Arma 3 den Eindruck einer echten physischen Präsenz, während im Vorgänger häufig klar wurde, dass der Spieler nur einer leeren Hülle gegenüber stand.
Neben der Grafik dürften vor allem die verbesserten Animationen die größte Veränderung in Arma 3 sein. Die Laufbewegungen sehen sehr realistisch aus, die Übergänge zwischen Stehen und Liegen gehen flüssig von der Hand und Ziel- sowie Schussanimation überzeugen. Der Realismus der Bewegungen hat sich deutlich verbessert, alles wirkt weicher und flüssiger als noch in Arma 2. Die Schwimmbewegungen in der Tauchmission fallen dabei nicht ab, insgesamt machen die Animationen in Arma 3 einen sehr runden Eindruck und wirken gut getroffen.
Sollten Sie übrigens ein Problem mit den drei Standard-Haltungen (Stehen, Knien, Liegen) haben, dann hat Bohemia Interactive eine sehr gute Neuerung verbaut: Wenn Sie "Strg" (Standard-Einstellung) gedrückt halten, dann können Sie mit den Bewegungstasten zwischen unzähligen Haltungen wechseln.
Das bietet vor allem beim Suchen von Deckungen einen riesigen Vorteil, da Sie nun in Deckung gehen können, gleichzeitig aber auch ihre Ziele erkennen können. Sprinten, über Gegenstände steigen, sich liegend zur Seite rollen oder um eine Ecke lehnen komplettieren die Bewegungsmöglichkeiten des Spielers.
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Es ist natürlich nachvollziehbar das Verlage und Redaktionen schauen müssen "wie der Wind weht" um das Interesse der breiten Masse anzusprechen, jedoch könnten man hier etwas Einfluss erwarten um die Spieler zum Nachdenken anzuregen. Schliesslich bietet Arma das, was bei anderen Titeln (in Teilen auch von der PCGH) kritisiert wird. Eine engagierte Community (gleich nach dem Release der Alpha schon zahlreiche Addons/Mods), Langlebigkeit der Titel und der Community, das die Titel bezahlbar sind, vielfältige Grafikeinstellungen (u.a. auch Downsampling), kein Zwang EA-Software zu installieren - welche man besser nur in einer Sandbox laufen lässt, die Möglichkeit selber (auch Multiplayer) Spielmodi/Missionen zu entwerfen, usw...
Ein Grafikkarten-Chart in differenzierten Grafikeinstellungen/Auflösungen wäre wünschenswert.
Bei Reviews zu großen Titeln wie der Crysis 3 Beta (oder besser "Call of Crysis") ist sowas wie selbstverständlich dabei.
Allerdings dürfte ArmA als reines PC Game von euch mehr Beachtung, schon allein wegen der sehr fordernden Hardwareanforderungen, verdienen.
Hat PCGH mal überlegt einen solchen Titel in die Benchmarks aufzunehmen?
Ich hoffe meine Enttäuschung ist zu erkennen, das hier Spieletiteln der Vorzug gegeben wird, welche meist in erster Linie für unglaublich veraltete Spielkonsolen gemacht werden.
Wenn man euch beim Namen nimmt sollte man dass erwarten dürfen, schliesslich heisst ihr ja nicht "KonsolenGames für PC-Hardware".
Grüße
Was erwartest du von PCGH?
Der Brüller ist das Review Video was auf Youtube rumgeistert.
Der Praktikant der es erstellt hat kennt anscheinend nur BF und CoD.
Die andauernde heulerei wegen der KI wird sich auch so schnell nicht ändern wenn man ansonsten nur die standard Shooter kennt.
Woher soll man auch wissen das die KI sich auf die FPS auswirkt da sie nicht gescriptet ist. Sobald halbwegs intelligente KI auf der Map ist muss diese ja schließlich irgendwie berechnet werden.
Woher soll man wissen das man die KI von ganz dumm bis hin zu "ich kriech dir in die Hose und du merkst es erst wenn du schon längst tot bist" stufenlos einstellen kann.
Bei ArmA3 wird wie im Vorgänger auch meist nur die gute Grafik genannt.....daß ist das worauf ArmA reduziert wird.
Kaum einer der die Reihe seit OFP spielt reduziert das Spiel auf die Grafik....sie ist ein nettes feature, mehr auch nicht.
Aber woher soll das einer wissen der beim ArmA spielen als erstes nach der Taste zum Springen fragt? Es wird sich "Null" mit dem Spiel auseinander gesetzt und selbst die die es besser wissen sollten (Presse oder Magazine) sind da nicht besser.
Beispiel ist das oben genannte PCGH Video. Da ist der Kommentator wirklich der Meinung das ein ganz neues feature welches in A3 zum ersten mal seiner Meinung nach auftaucht das neigen nach Links und Rechts ist. Setzen, Sechs!
OFP/ArmA lebt von seinem MP und vorallem seiner Community. Ohne die ganzen Modder und Missioneditoren wäre ArmA nichts. Selbst der hochgelobte Rocket mit seinem DayZ wäre ohne Vorarbeit der Community nicht in der Lage gewesen DayZ zu realisieren.
My 2 Cents
Und PCGH macht exakt den gleichen Fehler wie alle anderen.
Wie wärs, wenn ihr die KI Soldaten mal auf mindestens .80 stellt?
Ihr werdet sehr schnell sehen, dass die Kritik an der KI lächerlich ist.
Die KI reagiert deutlich schneller, wird definitiv nicht mehr verfehlen oder euch übersehen wenn ihr 3m vor ihnen steht und euch flankieren und in Gebäuden festsetzen.
Naja, das ist nochmal ne ganz andere Sache. Da stirbst du nämlich nur einmal.
Aber ansonsten hast du das Spiel ganz gut beschrieben.
Vorab: Die Releasestrategie von Bohemia ist VORBILDLICH und gehört fleißig kopiert. Alle Enthusiasten (oder Sparfüchse), die jetzt für 25 Euro die Alpha gekauft haben, helfen brav bei der Entwicklung und Arma3 hat endlich die Chance in ein paar Monaten als der am wenigsten-verbuggte BI Titel der Menschheitsgeschichte auf den Markt zu kommen. Ich würde mich riesig darüber freuen. Bedeutet aber auch, das bitte jeder brav reported
Zur KI: Die Gegner-KI ist in puncto Zielsicherheit hart bis übermenschlich -für mich als Zivilisten. Ich würde jeden Soldaten, der nicht in der Lage ist, aus 100m Entfernung einen Treffer auf ahnungslose Ziele abzugeben, aus meiner Armee werfen. Sterben ohne zu ahnen, woher der Schuss kam? So muss das sein. Wer in einen Hinterhalt fällt, ist selbst dafür verantwortlich.
Kurzum: Es IST hart, keine Frage, aber alles lösbar. Ich robbe mit meinen Mates bei Arma2 stundenlang durch Waldgebiete, um nicht entdeckt zu werden, ich benutze das Fernglas so oft wie sonst nie in einem "Spiel" und ich passe verdammt noch mal genau auf was ich tue. Vor dem ersten Schuss wird von allen Seiten ausgekundschaftet und sich vorbereitet. Das ist Krieg. Und mit entsprechender Sichtungs- und Planungsphase ist jedes Szenario ohne Verluste lösbar -auch bei diesen KI-Schützen.
Wer auf sowas nicht steht, sollte weiter CoD spielen.