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  • Act of Aggression angespielt: Echtzeitstrategie für richtige Profis

    Wenn EA keine Lust auf C&C: Generals 2 hat, dann übernehmen eben die Act of War-Macher den Job und liefern ein richtig anspruchsvolles RTS-Erlebnis. Unsere Erfahrungen mit Act of Aggression.

    Die Sonne geht auf und unsere Tanklaster zuckeln langsam von der Raffinerie los zur großen Basis der US-Streitkräfte. Auf den eilig angelegten Schotterpisten kommen sie nur langsam voran und sind im Echtzeit-Strategiespiel Act of Aggression ein gefundenes Fressen für den Feind. Der besteht hier allerdings nicht aus ein paar Turban-Trägern mit alter russischer Technik, sondern einem Drogenkartell, das der US-Armee mit Exo-Skelett-Anzügen, Tarn-Panzern und Drohnen im Stil von Call of Duty: Advanced Warfare weit überlegen ist. Ein paar Global Hawks zischen heran, klinken ihre Raketen aus und jagen den Konvoi zur Hölle.

    Act of Aggression ist der spirituelle Nachfolger zu Act of War, einem Spiel, das 2005 den RTS-Markt ganz schön umgekrempelt hat. Es war der erste Strategietitel mit physikalisch berechneter Zerstörungs-Engine in Echtzeit. Schon damals hatten Scharfschützen oder Bazooka-Einheiten in Gebäuden keine Chance, denn mit Panzern oder Helikoptern ließen sich leicht ganze Straßenzüge in ein Flammeninferno verwandeln. Schon damals wurde jeder Schuss und jede Rakete ballistisch berechnet, Artillerie-Feuer schlug also auch mal weit neben dem eigentlichen Ziel ein. Die Sidewinder-Raketen aus der Einleitung jedoch vernichten die dringend benötigte Öl-Lieferung zum Bau neuer Kampfpanzer, deshalb lautet die erste Lektion: Nachschub-Linien sichern, notfalls mit allem, was Sie haben.

    Mehr Realismus, mehr Mikromanagement

    Act of Aggression setzt sehr stark auf Mikromanagement, so müssen Sie beispielsweise Munitions-Trucks aufs Schlachtfeld schicken, um Ihre Artillerie nachzuladen. Kampfhubschrauber wie der amerikanische Hughes AH 64 E Apache verfügen zudem wie in der Realität "nur" über vier AGM Hellfire Panzerabwehrlenk-Raketen sowie 19 ungelenkte Hydra-Raketen. Sind die abgeschossen, muss der Helikopter zurück zur Basis, auftanken und aufmunitionieren. Für das Auftanken muss allerdings das Rohstoff-Lager entsprechend gefüllt sein, Sie müssen ergo erst Öl in einer Raffinerie zu Benzin veredeln und in der Basis abliefern. Angenommen, Sie sinken während eines Gefechts auf null Kapazitäten an Benzin, dann können die Stahlvögel nicht mehr starten. Das ist nicht nur realistisch, sondern auch ein sehr cleverer Kniff, wie Creative Director Alexis le Dressay im Gespräch mit PC Games Hardware verrät: "In den meisten RTS-Titeln ist es sehr schwer, sich aus der Umklammerung einer Belagerung zu lösen. Sie kämpfen immer mit dem Rücken an die Wand", erörtert er. "Was aber, wenn Sie es schaffen, mit ein paar Helikoptern oder leichten Kampfeinheiten durch den Belagerungsring zu brechen und die Versorgungslinien des Gegners angreifen? Dann muss der Teile seiner Truppen abziehen, sonst geht ihm bald das Benzin aus."

    01:00
    RTS: Act of Aggression - Fetter Teaser-Trailer
    Spielecover zu Act of Aggression
    Act of Aggression

    Drei Fraktionen, vier Ressourcen, autarke Basen

    Prinzipiell gibt es vier verschiedene Ressourcen, drei davon sind natürlicher Art: Aluminium und Benzin wird für quasi jede Fahrzeugklasse benötigt, Diamanten für Hightech-Waffen und die vierte Ressource - Geld - brauchen Sie, um so eine große Armee auch unterhalten zu können und in der Forschung weiterzuentwickeln. Nicht ganz politisch korrekt dürfen Sie übrigens Kriegsgefangene nehmen und gegen regelmäßige monetäre Zahlungen am Leben lassen. Spannend: alle Materialien werden in dem Depot gelagert und gelten immer nur für die jeweilige Basis. Es gibt also kein globales Rohstoff-Konto wie in den meisten anderen Titeln. Haben Sie in der Hauptbasis noch 3000 Einheiten Benzin und in einem Stützpunkt gehen die Vorkommen zur Neige, müssen Sie einen Konvoi losschicken. Die Benzin-Laster sind nur sehr schwach gepanzert und recht langsam, müssen also weiträumig mit Infanterie, Panzern und Luftabwehr-Fahrzeugen geschützt werden. Lediglich das Kartell, eine multilaterale Organisation aus Drogenbossen und privaten Militärkonzernen, verfügt über Tank-Hubschrauber, die sie mit Drohnen-Jägern und AC130-ähnlichen fliegenden Waffenfestungen in der Luft komplettieren. Beim Fraktionssystem verteilen sich ohnehin die Rollen auf interessante Art. Die europäische Armee setzt vor allem auf verdeckt operierende Spezialkommandos namens Chimera und setzt stark auf schnelle, leicht gepanzerte Fahrzeuge, lautlos operierende Helikopter und günstige Infanterie in Massen. Die US-Army wiederum operieren mit nur leicht weiterentwickeltem Equipment der heutigen Zeit, weil in der Geschichte eine Weltwirtschaftskrise das Weiße Haus zum Handeln zwingt und die Militärbudgets drastisch gekürzt werden.

    Fazit: Act of Aggression

    Entwickler Eugen Systems gilt als eines der besten Strategie-Studios Europas und testet gerne neue Systeme. Act of Agression ist zwar nicht so radikal neu wie Ruse, aber das braucht es auch nicht für ein exzellentes Echtzeitstrategie-Erlebnis. Es reichen kleine Kniffe, wie autarke Ressourcen-Kontos pro Basis, um das Spiel dynamischer und weniger berechenbar zu machen. Auch technisch können die die Franzosen mit ihrer weiterentwickelten IrisZoomEngine in der Version 5 glänzen. Die Explosionen sind herrlich voluminös und die Umgebung reagiert physikalisch korrekt auf Einschläge. So werden beispielsweise umstehende Autos von der Druckwelle eines Artilleriegeschosses umhergewirbelt oder gehen vier Häuser weiter die Fensterscheiben zu Bruch. Spannend auch, wie Eugen seine Erfahrungen aus Wargame: Red Dragon und Ruse in den Nachfolger zu Act of War einfließen lässt. Sobald Sie nämlich das Echolon-Satelliten-Zentrum bauen, dürfen Sie sehr weit rauszoomen und können Ihre Luftwaffe aus einer deutlich erhöhten Vogelperspektive effizienter koordinieren.

  • Act of Aggression
    Act of Aggression
    Developer
    Eugen Systems
    Release
    02.09.2015

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    Es gibt 16 Kommentare zum Artikel
    Von sft211
    Hat das Spiel was von Call to Arms ? finde ich zumindest, Mikromanagement hört sich auch sehr nach Men of War Assualt…
    Von Gordon-1979
    Endlich der Nachfolger von Act of War: High Treason , für mich besser als C&C (außer Generals + Zero Hour)EA bringt…
    Von hanfi104
    Ich habe zwar mehr auf das klassischere C&C Gameplay gehoft, wie noch im ersten AoW, aber so bringt das auch mal eine…
    Von XD-User
    Das ist schade.Also wie der Titel es schon sagt, da EA es ja nicht gebacken bekommt, ein vernünftiges oder halbwegs…
    Von Andrej
    Nicht früher als 2015
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Act of Aggression
Act of Aggression angespielt: Echtzeitstrategie für richtige Profis
Wenn EA keine Lust auf C&C: Generals 2 hat, dann übernehmen eben die Act of War-Macher den Job und liefern ein richtig anspruchsvolles RTS-Erlebnis. Unsere Erfahrungen mit Act of Aggression.
http://www.pcgameshardware.de/Act-of-Aggression-Spiel-54720/Specials/Vorschau-1133508/
31.08.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/08/AoA_02-pcgh_b2teaser_169.jpg
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