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  • AMD Project Quantum - Ein Mini-PC der Superlative: Dual-Fijis für 60 Fps in "12K" [Artikel der Woche]

    AMDs Luxus-Prototyp eines optisch freischwebenden Aluminium-Cases mit raffinierter Wasserkühlung und gleich zwei R9-Fury-Chips könnte der Einstieg der Kalifornier in den Komplett-PC-Markt sein, ist aber auch ein Kniefall vor Intel, der richtig weh tut. Weil die eigenen CPUs zu schwach auf der Brust sind, verwendet man zumindest aktuell lieber einen Intel Core i7-4790k. Ein PC, groß wie zwei übereinander gestapelte Xbox One, mit 17,8 TFLOPS Grafikleistung? Das klingt spannend, vor allem für gut betuchte Gamer, die Star Wars: Battlefront in "12K" auf einem Multi-Monitor-Setup spielen wollen. Von Ryan Southardt und Benjamin Kratsch.

    Anmerkung: Dieser Artikel hatte in der abgelaufenen Woche die meisten Seitenaufrufe bei unseren Usern gehabt und war entsprechend extrem populär. Aus diesem Grund veröffentlichen wir ihn heute erneut.

    AMD muss reagieren, wenn sie sich in den Markt zurückkämpfen wollen. CEO Dr. Lisa Su will vermehrt auf High-End umbauen und sich aus weniger profitablen Märkten zurückziehen. Basierend auf der letzten Finanzpressemitteilung für das erste Quartal 2015 sind die Umsätze um 26,2 Prozent eingebrochen, auf 1,03 Milliarden US-Dollar. Das ist weniger als die ohnehin schon pessimistisch eingeschätzten 1,5 Milliarden, von denen Analysten ausgegangen sind. Im zweiten Quartal sahen die Zahlen mit weniger als einer Milliarde USD Umsatz noch katastrophaler aus. Bereits 2014 musste der Konzern einen Verlust von 403 Millionen US-Dollar abschreiben. Die Fury(-X)-Karten sind zwar ständig ausverkauft, dennoch dominiert Nvidia den Markt, das zeigen auch die Steamstatistiken aus 2015: Nur 28,6 Prozent aller Steam-Nutzer haben eine AMD-GPU, Nvidia hält dagegen 52 Prozent Marktanteil, der Rest entfällt auf integrierte Intel-Lösungen. Außerdem ist das Unternehmen zu langsam mit seiner Prozessorentwicklung, was sich sogar an Project Quantum zeigt. Denn AMD verwendet in seinem Prototyp eines Komplett-PCs im futuristischem Aluminium-Gehäuse nicht etwa eine hauseigene CPU, sondern einen Core i7-4790k im Zusammenspiel mit Dual-Fijis.

    Project Quantum: 17,8 TFLOPS-GPU-Power treffen auf Kniefall vor Intel

          

    "Unsere Aufgabe ist es, tolle Produkte zu entwickeln. Manchmal ist dafür auch ein Bauteil der Konkurrenz nötig", so Dr. Lisa Su in einem Presse-Statement. Ein hartes Eingeständnis der eigenen Fehler, denn AMD hat seit der Kaveri-Familie in 2014 keine neue Generation mehr für den Desktop-Markt veröffentlicht. Aber auch ein notwendiger Schritt, eine langsame CPU bremst Multi-GPUs stark aus, vor allem in Spielen, die noch auf DirectX 11 basieren und nicht Mantle- oder DX12-optimiert sind. Die Zen-CPU-Familie wird erst fürs späte 2016 erwartet, Kunden werden also später zwischen Zen und Intel entscheiden können. Doch was macht Project Quantum eigentlich so spannend? Der Formfaktor im Zusammenspiel mit der Performance und sehr guten Kühlung. Der PC ist etwa so hoch wie zwei übereinandergestapelte Xbox One, aber deutlich schmaler. Der Formfaktor ist mit 25 × 15 Zentimeter also vergleichbar mit Steam Machines, die Rechenleistung aber nicht: Die beiden Fiji-Pro-Chips, wie sie ansonsten für die R9 Fury (non X) verwendet werden, bringen es auf 17,8 TFLOPS an Leistung. Um das mal in Relation zu stellen: AMD hatte auf der Comic Con ein Setup für Dirt Rally, in dem drei 4K-Monitore von der gleichen Konfiguration betrieben wurden und auf konstanten 60 FPS liefen. "12K", das sind 1,5 Milliarden Pixel, die pro Sekunde berechnet werden müssen. Durchaus beeindruckend!

    Wie ist der PC aufgebaut und wie wird er gekühlt?

          

    Die Bauteile sind kein Zauberwerk, AMDs Ingenieure mussten allerdings die Ports auf dem Asrock-Mainboard umsetzen. Interessant ist die Wahl einer Intel-CPU. Die Bauteile sind kein Zauberwerk, AMDs Ingenieure mussten allerdings die Ports auf dem Asrock-Mainboard umsetzen. Interessant ist die Wahl einer Intel-CPU. Quelle: PC Games Hardware AMDs Ingenieursteam um Thermal Architect Ali Merrikh musste sich eine Menge einfallen lassen, um die Komponenten auf engstem Raum effizient zu kühlen. Die Basis liefert ein handelsübliches ITX-Motherboard von Asrock in Form des Z97E-ITX/ac, bei dem die hinteren IO-Verbindungen herausgetrennt wurden, es blieben also nur die USB-3.0- sowie der Ethernet-Port. Der 8-Pin-Adapter für die CPU-Energie wurde auf die Rückseite verlagert, um die Kabelführung zu vereinfachen. Die GPUs sitzen über dem Mainboard, allerdings verwendet AMD kein klassisches Single-GPU-Grafikkartendesign, stattdessen sind beide Chips auf einer Platine vereint. Wahrscheinlich handelt es sich um das Design, welches für die kommende "R9 Fury X2" verwendet wird, bloß eben mit zwei beschnittenen GPUs, um so etwas Strom zu sparen und die Kühlung nicht zu überfordern.

    Das Wasser wird von unten nach oben gepumpt, dort von einem massiven 180-Millimeter-Raditor gekühlt und fließt wieder nach unten. Das Wasser wird von unten nach oben gepumpt, dort von einem massiven 180-Millimeter-Raditor gekühlt und fließt wieder nach unten. Quelle: AMD Das obere - und untere Case werden durch eine Aluminium-Konstruktion in der Mitte verbunden, die von Außen kaum sichtbar ist. Da zudem rote LEDs unter den Lüftergittern sitzen, die auf dem poliertem Aluminium reflektieren, sieht es aus, als würde das obere Stück freischweben. Dort wiederum ist ein 180 Millimeter-Radiator von Enermax untergebracht, der laut Merrikh mit einem entsprechenden Lüfter leiser arbeitet als mehrere 120 Millimeter-Varianten und zwei große Wasserblöcke kühlt. Das Wasser wird von unten nach oben gepumpt, dort vom Radiator gekühlt und Etwas unschön ist das gigantische Netzteil als einziger Schönheitsmakel Etwas unschön ist das gigantische Netzteil als einziger Schönheitsmakel Quelle: AMD fließt dann wieder nach unten. Die Lautstärke des Prototyps lässt sich allerdings nicht einschätzen, dafür ist es auf so einer Messe schlicht zu laut. Da es sich aber nicht um eine Kompakt-Wasserkühlung handelt, sollte vor allem die Pumpe deutlich leiser arbeiten können als bei der R9 Fury X.

    Das einzige Minus im Design könnte das Netzteil sein, denn das wird nicht im eigentlichen Gehäuse untergebracht, sondern muss extern platziert werden. Geschätzt 700 bis 800 Watt unter Volllast müssen eben erst einmal umgewandelt werden. Immerhin verwendet AMD dafür ein zum Design passendes, zweites Gehäuse, das durch einen ordentlichen Sleeve mit dem eigentlichen Rechner verbunden wird. Die Kabel sieht man also nicht.

    02:52
    Project Quantum: AMDs Power-Zwerg im Video vorgestellt

    Comic-Con-Fazit: Coole Kühlung, brachiale Power, wird teuer

          

    Project Quantum ist aktuell noch ein Prototyp, wird aber wohl Ende 2015, Anfang 2016 im Markt erscheinen. Die größte Herausforderung für AMD wird die Fertigung, denn das Kühlungskonzept ist sehr komplex und der PC relativ klein, da ist viel fummelige Handarbeit gefragt. Da das gesamte System aus Aluminium besteht, dürfte der Preis mit Dual-Fijis und High-End-CPU von Intel oder AMD im Bereich jenseits der 3.000 Euro liegen. Laut AMDs Marketing-Manager Peter Ross geht es vor allem darum zu zeigen, was machbar ist auf engstem Raum. Project Quantum sollten Sie insofern auch als Zukunftsstudie verstehen, denn gerade die Multi-GPU-Lösung auf einer Platine ist sehr, sehr spannend. AMD schielt natürlich hier auf die Entwicklung von LiquidVR, das System wäre in vielen Titeln bereit, 90 oder sogar 120 Fps in 4K-Auflösung mit der nächsten Oculus-Display-Generation zu liefern. Davon ist auszugehen, denn Chief Technology Officer John Carmack hat PC Games Hardware erst vor ein paar Monaten im Interview verraten, das 120-Hz-Displays die Zukunft von VR sein werden. Sollte Geld bei Ihnen keine Rolle spielen, könnten Sie aber auch drei 4K-Fernseher ins Wohnzimmer stellen und sich eine "LCD-Kinoleinwand" für The Witcher 3 sowie Star Wars: Battlefront bauen und Project Quantum ins TV-Rack stellen.

    So stellt sich AMD das Project Quantum am heimischen PC vor So stellt sich AMD das Project Quantum am heimischen PC vor Quelle: PC Games Hardware

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    AMD Radeon Catalyst Treiber Download: Crimson 16.11.5 Hotfix
      • Von MaxRink Software-Overclocker(in)
        Zitat von freieswort
        das ist sicher eine reiche privatschule, das kann/will sich keine öffentliche schule leisten

        oder diese öffentliche schule liegt in einem villenviertel
        Für bestimmte Schulbereiche normal, Gestaltung und Medientechnik an TGs in Bw beispielsweise
      • Von freieswort
        das ist sicher eine reiche privatschule, das kann/will sich keine öffentliche schule leisten

        oder diese öffentliche schule liegt in einem villenviertel
      • Von Rotavapor Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Thaiminater
        Also ich kann nur von meiner Schule sprechen aber hier hat jedes Klassenzimmer 30 Macbook Pros und das mal 50 Klassenzimmer ergibt das schon ne Halbe Schiffsladung

        BTT: Das Ding ist schon schnieke als Wohnzimmer Pc da kannst dann wirklich auf 4k im Wohnzimmer zocken
        Super da weiß man sofort dass die Steuergelder gut angelegt worden sind. 150 Macbooks, also 150x mindestens 500€ zuviel gezahlt. Ehrlich gesagt würde ich mal gerne euren Schulleiter sprechen und mit ihm zu erklären wie man Verantwortungsvoll mit dem Geld der Gemeinschaft umgeht.
      • Von bschicht86 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von LTB

        Kaufen würde ich es mir trotzdem nicht, 3k€ zum PC-Spielen ist mir zu viel.
        Warum nicht? PCGH hat auch einen 3k-PC im Angebot und Quantum dürfte schneller als dieser sein. Wenn Quantum bei 3k rauskommt, würd ich den jedenfalls vorziehen, da der optisch auch etwas mehr hergibt.
      • Von Thaiminater Software-Overclocker(in)
        Zitat von freieswort
        kauft doch kein schwein, da es hier doch nur um das design geht, wenn dass das kriterium ist würde apple doch schiffsladungen an einem tag verkaufen, außerdem kann das ja jeder hersteller herstellen wenn er nur wollte, wird untergehen wie die titanic

        Also ich kann nur von meiner Schule sprechen aber hier hat jedes Klassenzimmer 30 Macbook Pros und das mal 50 Klassenzimmer ergibt das schon ne Halbe Schiffsladung

        BTT: Das Ding ist schon schnieke als Wohnzimmer Pc da kannst dann wirklich auf 4k im Wohnzimmer zocken
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AMDs Luxus-Prototyp eines optisch freischwebenden Aluminium-Cases mit raffinierter Wasserkühlung und gleich zwei R9-Fury-Chips könnte der Einstieg der Kalifornier in den Komplett-PC-Markt sein, ist aber auch ein Kniefall vor Intel, der richtig weh tut. Weil die eigenen CPUs zu schwach auf der Brust sind, verwendet man zumindest aktuell lieber einen Intel Core i7-4790k. Ein PC, groß wie zwei übereinander gestapelte Xbox One, mit 17,8 TFLOPS Grafikleistung? Das klingt spannend, vor allem für gut betuchte Gamer, die Star Wars: Battlefront in "12K" auf einem Multi-Monitor-Setup spielen wollen. Von Ryan Southardt und Benjamin Kratsch.
http://www.pcgameshardware.de/AMD-Radeon-Grafikkarte-255597/Specials/Project-Quantum-Mini-PC-Dual-Fiji-Fury-1165268/
25.07.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/07/ProjectQuantum_05-pcgh_b2teaser_169.jpg
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