Radeon Crossfire mit Vega: AMD reduziert Unterstützung für Multi-GPU-Setups
Jahrelang haben die Grafikkartenhersteller Multi-GPU-Setups beworben und hohen Entwicklungsaufwand betrieben. Das ändert sich nun: Nachdem Nvidia bereits bei SLI den Aufwand reduzierte, folgt nun auch AMD bei Vega. Crossfire geht zwar, steht aber nicht um Fokus des Supports.
Die Grafikkartenhersteller verabschieden sich zunehmend von Multi-GPU-Setups. Nachdem bei Nvidia bereits die Bemühungen unter der Pascal-Generation zurückgefahren wurden, reiht sich nun auch AMD nach eigenen Aussagen ein. In einem Interview bestätigte man, dass die Vega-10-ASICs zwar Crossfire beherrschen, aber man stellte bereits ins Aussicht, dass nicht mehr die Menge an Entwicklungszeit in das Feature fließen wird, wie es noch bei vergangenen Produkt-Launches der Fall war.
Ohne den intensiven Rückhalt insbesondere vom Treiberteam dürfte Crossfire dann auch schnell uninteressant werden, da das Zusammenspiel der beiden Grafikkarten mit Spielen maßgeblich davon abhängt, wie gut der Treiber abgestimmt ist. Das dürfte schlussendlich auch bedeuten, dass AMD auf eine Veröffentlichung einer potenziellen Dual-Karte mit zwei Vega-Chips auf einem PCB verzichtet, denn hierfür wäre maximaler Treiber-Support unerlässlich.
Die Abkehr von SLI und Crossfire in der Branche dürfte vor allem damit zu tun haben, dass dem Konzept hohe Aufwendungen seitens der Hersteller einem recht kleinen Markt an Nutzern gegenübersteht - auch nach all den Jahren des Versuchs, Multi-GPU-Systeme zu etablieren. In der Regel kommen die nur bei zahlungskräftigen Enthusiasten zum Einsatz, denen eine hohe Bildwiederholrate wichtiger ist als die damit einhergehenden Nachteile.
Insbesondere zuletzt gewannen Multi-GPU-Systeme etwas an Aufmerksamkeit, weil gerade sie es sind, die mit dem Aufkommen von UHD-Displays dafür sorgen, dass auch ausreichend Frames in aktuellen Spielen dargestellt werden. Aber auch das ist derzeit noch ein verhältnismäßig kleiner Enthusiasten-Markt. Die meisten Spieler setzen eher auf Mittelklassekarten wie die Geforce GTX 1060 oder Radeon RX 480.
Es wird doch CF nicht abgeschafft. Es wird einfach der Support (Erstellung von Profilen usw.) weiter zurückgefahren.
Verständlich bei der begrenzten Manpower, dass man sich auf das wesentliche konzentriert.
Ist das denn intelligent von AMD ? Jetzt wo Mining boomt? Und viele Miner wohl auch 1/2 GPU's zum spielen verwenden, ok ich hatte verstanden wenn sie wie Nvidia, 3 und 4 way CF abgeschafft hätten, aber komplett?
Generell find ich es schade, SLI stört eigentlich niemanden, dennoch fehlt einfach die Unterstützung bzw. der Wille auch etwas mehr über das ganze zu Berichten...
Ich bin sogar der festen Überzeugung, das SLI bzw Mutli GPU Systeme in Zukunft sogar sehr wichtig werden, wenn auch nicht unbedingt mit den aktuellen Technik.
Aber warum wird direkt der Fettstift herausgeholt wenn es etwas negatives über SLI zu berichten gibt...
Fakt ist bei SLI ist sind mehr Gerüchte im Umlauf als fundamentiertes Wissen!
Multi-GPU ist einfach nix, weil sich jeder Durchschnittsgamer ohne Fach-Kenntnisse einfach mal in den Rechner stecken kann/sollte. Wer es für sinnvoll hält, sein System mit einer gebrauchten zweiten Karte zu erweitern, hat meiner Meinung nach in den meisten Fällen eher wenig Erfahrungen mit SLI/CFX gesammelt, denn da kommt man meiner Erfahrung nach schnell an den Punkt an dem man feststellt, daß dies auf dem Papier bedeutend besser klingt als es in der Praxis ist. Und das ist nicht jeder bereit zu akzeptieren, da sehe ich dann schon die ersten die Support-Foren vollheulen, weil ihre 970er im SLI in 4k trotzdem keine 120 fps schaffen.
Solange man mit Multi-GPUs Probleme lösen konnte die mit Single-GPU nicht lösbar waren, hat man das gemacht. Und die Enthusiasten hats gefreut. Aber mittlerweile werden die Einzelkarten im Vergleich zu der am Markt verfügbaren Grafik immer stärker und die Nachteile von Multi-GPU im Vergleich immer größer. Und daher wollen sowohl nVidia als auch AMD nicht weiter in eine Technologie investieren, die sie nur Geld kostet aber aktuell keine Probleme mehr löst. Und da Spiele heute oft für alle Plattformen entwickelt werden und man die Unterschiede nicht zu groß werden lassen will, gibt es einfach keinen wirtschaftlichen Bedarf dafür.
Wenn die Konsolen mal 8k fähig werden, VR der nächsten Generation flächendeckend am Markt verfügbar wird usw...dann bekommt das Thema vielleicht nochmal einen neuen Schub. Aber aktuell ist es vernünftiger, es zurückzufahren und intern weiter an neuen Ansätzen zu forschen.