Radeon RX 480: Das PCB kann 600 Ampere ab und ist "Overkill" [Update]
Das PCB der Radeon RX 480 hat es ganz offensichtlich in sich. Jede der sechs GPU-Phasen kann bis zu 100 Ampere über die Leitungen jagen - bei insgesamt 600 Ampere hätten sogar Extrem-Übertakter ihren Spaß. Lediglich der 6-Pin-Stromstecker limitiert das Design. Letzten Endes merke man am PCB-Design nicht, dass es sich um eine günstige Mittelklasse-Grafikkarte handelt.
Update vom 01.07.16:
Im PCGHX-Forum kam häufig die Frage auf, warum AMD beim Referenzdesign der Radeon RX 480 nur einen 6- statt 8-Pin-Stromstecker einsetzt. Der Grund dafür liegt in der Produktphilosophie der Grafikkarte: AMD möchte vor allem Besitzer alter GPUs abholen, die nicht unbedingt ein aktuelles beziehungsweise gutes Netzteil besitzen. Mit einem 6-Pin-Stecker soll eine möglichst große Kompatibilität gewährleistet werden, ohne dass Interessenten ein neues Netzteil kaufen müssten. Näheres erfahren Sie im folgenden Audio-Interview mit AMD.
Originalartikel vom 30.06.16:
Nachdem sich der Youtube-Kanal Actually Hardcore Overclocking bereits das PCB der Geforce GTX 1080 angesehen hatte, folgte unlängst die Radeon RX 480. Auf dem Papier kommt die AMD-Grafikkarte mit einer zusätzlichen VRM-Phase daher, sprich einem 6+1- statt 5+1-Design für GPU und Speicher. Zusätzlich hat die RX 480 aber auch noch mehr "Bumms" pro Phase, da deutlich stärkere MOSFETs eingesetzt werden. Insgesamt handle es sich um ein "extremely overpowered" PCB. An anderer Stelle fällt das Wort "Overkill". Gegenüber aktuellen Referenzdesigns von Nvidia sei die RX 480 "beastly".
Die sechs Phasen für die GPU werden auf der sogenannten High-Side mit MOSFETs ausgestattet, die bei 25 °C Gehäusetemperatur 66 Ampere zur Verfügung stellen können, bei 70 und 125 °C 54 beziehungsweise 40. Damit sind die MOSFETs bei höheren Temperaturen stärker als jene der R9 Fury X. Mit einem Widerstand von 6 Milliohm statt 4,2 sind sie lediglich etwas ineffizienter. Auf der Low-Side können die MOSFETs hingegen je nach Temperatur 66 bis 100 Ampere zur Verfügung stellen. Das sind insgesamt 600 Ampere, die in der Praxis selbst bei den Lastspitzen im Millisekundenbereich niemals erreicht werden dürften. Zum Vergleich: Das (beschnittene) PCB der Geforce GTX 1080 ist auf maximal 250 Ampere ausgelegt, jenes der GTX 1070 noch weiter beschränkt.
Die einzelne VRM-Phase für den GDDR5-Speicher wird auf der Radeon RX 480 von drei MOSFETs flankiert und ist ebenfalls mehr als ausreichend dimensioniert. Der Spannungs-Controller soll derweil zu den schnellsten auf dem Markt gehören und extrem schnelle Lastwechsel erlauben. Lediglich der einzelne 6-Pin-Stromanschluss limitiert das Referenzdesign der RX 480, was in Anbetracht des ansonsten starken PCBs schon als "schade" angesehen werden kann.

Sprenkleranlage einbauen.
Die kühlt alles wieder auf 35 Grad runter!
Oder Schaltschrank belüftung
Gegen geschmolzene Isolierungen hilft nur eins: Starren Kupferdraht nehmen, direkt ohne Isolierung
@Jobsti84
Danke für deine Klasse ausführungen. Ich habe an sich Elektriker gelernt (genauer Industrie Elektriker) allerdings ist dies schon ne Ewigkeit her (~14 Jahre) dass ich im Beruf gearbeitet habe. Allerdings ist mir noch in Erinnerung geblieben, dass in der Ausbildung, die Faustregel galt; Pro 0.1mm2 Druchschnitt (Kupferkabel) maximal 1A Belastung.
Und natürlich wurde uns auch beigebracht, dass nicht die Belastung des Kupfers das Problem darstellt, sondern die Qualität der Isolierung.
Ich selbst musste schon in einem grösseren Elektronikschrank (wie gesagt Industrie Elektriker und damals habe ich in einem Stahlwerk gearbeitet) unzählige Kabel erneuern, weil durch die Hitze bei den Verlegten, die Isolierung derart Warm wurde, dass sie spröde wurde und an verschiedenen Stellen anfing zu brökeln. Zum Glück gab es nie einen Kurzschluss deshalb und schon gar keinen Brand. Eigentlich hatte ich in der ganzen Zeit nie einen Kabelbrand gesehen, allerdings eine Menge geschmolzene Isolierungen...
Eigentlich eine schöne Zeit, finde es bis heute noch immer Schade, dass ich nicht in diesem Beruf weiterarbeiten kann (zu lange aus dem Job und ich habe jetzt zu viel Verantwortung und Pflichten, welche mich daran hindern meinen jetzigen gut bezahlten Job an den Nagel zu hängen...).
sofern die Schutzschaltung vom Netzteil nicht schnell genug greift.
150°C erreichen wir bei circa 60A die über die Leitung gehen, also guten 720W.
Bei einem Kurzschluss schaut das anders aus, da reichen uns bereits ca. 45W aus bei der 60cm CU Strippe,
bzw. zum Glühen dann über den Daumen 200W, was jedes Netzteil Problemlos schafft.
Bis da die OCP greift ist der ganze Rechner abgefackelt.