Online-Abo
  • Login
  • Registrieren
Games World
  • AMD A10-7870K: Die erste TFLOPS-APU im Test [Test der Woche]

    AMD hat seinen Kaveri-APUs der 7000er-Reihe einen eventuell letzten Refresh spendiert: Die unter dem Codenamen Godavari entwickelte APU A10-7870K gehört derselben Architektur-Familie an, leistet rechnerisch durch leicht erhöhte CPU- und merklich erhöhte GPU-Takte erstmals mehr als 1 TFLOPS. Wir prüfen, für welche Spieleransprüche der A10-7870K damit ausreicht.

    AMD A10-7870K im Test: Einleitung und Spezifikation

          

    Beim A10-7870K handelt es sich um den neuesten und bislang schnellsten Kombiprozessor von AMD. Der Zweimoduler wird im PCGH-Preisvergleich derzeit ab circa 136 Euro lieferbar geführt und beerbt das vormalige Flaggschiff, den A10-7850K sowohl was den Platz im AMD-Portfolio als auch was die Preisregion angeht.

    Käufer erhalten dafür einen Prozessor mit zwei Steamroller-Modulen und vier Integer Threads - von AMD gern als Vierkerner vermarktet - sowie einer integrierten Grafik mit GCN-1.1-Architektur, dem Technologie-Niveau der Radeon R9 290/390. Microsofts kommende Direct-X-12-Schnittstelle soll er mit Feature-Level 12_0 bewältigen und unterstützt daneben noch die rar genutzten AMD-Standards Mantle, True Audio sowie den mit Mantle-Genen ausgestatteten Open-GL-"Nachfolger" Vulkan. AMD bewirbt die Kaveri-Reihe inklusive des A10-7870K mit "HSA Features" - damit soll sich der Kombiprozessor also in Ansätzen für die gleichzeitige Verwendung von CPU- und GPU-Aufgaben eignen. AMD A10 7870K GPU z Quelle: PC Games Hardware Volle Kompatibilität zur HSA-1.0-Spezifikation gibt es allerdings erst mit der SoC-APU Carrizo. AMD betont ferner, dass mit DirectX 12 auch asynchrones Rendering möglich werden kann, bei der die integrierte Grafik Teile des Bildes an eine (beliebige) Grafikkarte liefert - etwa einzelne Einheiten in einem Strategiespiel. Selbst ausprobieren konnten wir das bisher nicht, auch erfordert es explizite Unterstützung durch jeden Spieletitel.

    Ein selten genannter Vorteil der AMD-APUs ist der Catalyst-Grafiktreiber. Da die APUs sich ihre grundlegende Grafikarchitektur mit den Desktop-GPUs aus gleichem Hause teilen, arbeiten sie prinzipiell auch mit demselben Treibercode und bieten dieselben Optionen: Antialiasing, anistroper Filter, VSync, ein OC-Panel, aber auch eine Tessellationsbegrenzung bieten viel Spielraum, um Optik und Performance an Ihre Vorlieben anzupassen.

    Anders als die dedizierten Spiele-Grafikkarten teilen sich die in acht sogenannten Compute-Units zusammengefassten 512 Shader-Einheiten dabei ein Leistungsbudget von nominell bis zu 95 Watt mit den CPU-Kernen sowie dem Cache. Ein Kombiprozessor ist also eine Rundum-Sorglos-Lösung, der keine separate Grafikkarte mehr benötigt. Natürlich kann er im Rahmen seiner technischen Möglichkeiten höchsten Einsteiger- bis maximal Mittelklasse-Modelle ersetzen, reicht für fast alle Anwendungen und auch für viele beliebte Spiele selbst in Full-HD-Auflösung noch aus. Wem die Leistung nicht ausreicht, kann dank PCI-Express 3.0-Support auch problemlos eine separate Grafikkarte zustecken. AMD bewirbt die asynchrone Crossfire-Kompatibilität mit der Radeon R7 250, was jedoch unweigerlich auch die von uns weidlich thematisierten Crossfire-Probleme nach sich zieht.

    Der A10-7870K taktet mit 3,9 GHz für die CPU- und bis zu 866 MHz für die GPU-Kerne. Ersteres sind 200 MHz, Zweites 146 MHz mehr als beim Vorgänger, prozentual sind das 5 respektive 20 Prozent Zuwachs. Der Fokus liegt also klar auf der Grafikleistung. Bei APUs wird diese jedoch in den allermeisten Fällen durch die Speichertransferrate bestimmt. AMD A10 7870K (HWMonitor) Luxmark 2.0 bei gleichzeitiger CPU- und GPU-Nutzung AMD A10 7870K (HWMonitor) Luxmark 2.0 bei gleichzeitiger CPU- und GPU-Nutzung Quelle: PC Games Hardware Das 128 Bit breite Dual-Channel-Interface bindet DDR3-Speicher an und arbeitet im Falle des A10-7870K bei vorhandenem AMP-Speicherprofil mit RAM-Modulen bis zu DDR3-2400 zusammen, wobei Dual-Ranked-Module noch einen kleinen Vorteil bringen - und so haben wir auch getestet.

    Die resultierende Transferrate von 38,4 Gigabyte pro Sekunde muss sich die integrierte Radeon R7-Grafik jedoch noch mit dem CPU-Kernen teilen. Apropos teilen: Bei gleichzeitig anliegender hoher Last genügt die TDP von 95 Watt - wie bei vielen APUs, auch von Intel - nicht für Grafik und CPU zugleich um mit maximalem Takt zu fahren. AMD priorisiert im Test mit dem Open-CL-Raytracer Luxmark 2.0, bei dem alle Compute-Units belastet werden, die Takte der GPU: Die 8 CUs halten ihre 866 MHz, die beiden CPU-Module arbeiten dann jedoch nur noch mit 3 GHz. Da die meisten Open-CL-Anwendungen und erst recht Spiele an der Grafikleistung hängen, ist das sinnvoll. Intels Core-Prozessoren hingegen reduzieren meistens zunächst den GPU-Takt.

    Da die Kaveri-Technik nicht neu ist, läuft der A10-7870K in Mainboards mit A88-, A78-, A68H und A58-Chips und braucht maximal ein UEFI-Update, um korrekt erkannt zu werden.

    Weiter Informationen zu AMDs Kaveri-APUs, der Technik sowie der Leistung von CPU und GPU-Part finden Sie in unseren jeweiligen: Artikeln:

    AMD A10-7870K im Test: So testet PCGH APUs

          

    Im heutigen Test prüfen wir unter anderem im Video, ob der A10-7870K für das derzeit beliebteste Steam-Spiel, Dota 2, in Full-HD ausreicht und messen nach, wieviel besser er sich in unserem speziellen APU-Parcours schlägt. Darin müssen sich die Kombiprozessoren mit ihrer integrierten Grafik einer Auswahl anspruchsvoller Titel stellen, welche wir allerdings in niedrigerer Auflösung und Detailstufe als üblich testen: 1.368 × 768 in niedrigen Details sowie als APU-Königsdisziplin 1.920 × 1.080 mit mittleren Details. Selbstverständlich tragen auch klassische Anwendungen zur Notenfindung bei, werden im Vergleich zu den Spielen jedoch weit geringer gewichtet.

    Die Anwendungs-Benchmarks (Gewichtung: 25%), bei denen nur die Leistung der CPU-Kerne zählt, sind im Einzelnen:

    • 7-Zip (Kompression)
    • x264 (Video-Transcoding)
    • Luxmark 2.0 (Open CL Raytracer)
    • Lightroom 5 (Bildbearbeitung)


    Bei den Spiele-Benchmarks (Gewichtung: 75%, 1/3 768p, 2/3 1080p) vertrauen wir auf folgende Titel:

    • Anno 2070
    • Battlefield 4
    • Bioshock Infinite
    • F1 2013
    • TES5 Skyrim
    • Tomb Raider
    • World of Warcraft (hier beide Tests in 1080p, einmal Detailstufe "mittel", einmal "gut"+4 MSAA)

    Parcours-Gewichtung: Insgesamt setzt sich die Gewichtung für die Leistungsnote wie folgt zusammen: 25 Prozent Anwendungen, 25 Prozent Performance in 1.366 × 768 und 50 Prozent Performance in 1080p. Unsere Leistungswertung erfolgt also mit klarem Fokus auf die Spiele-Leistung der integrierten Grafik mit vergleichsweise hoher Grafiklast. Für die Gesamtnote zählen neben den 60% Leistungsanteil auch noch die Ausstattung und die Eigenschaften - hierhin ist auch die Energieeffizienz, also die erreichte Performance pro Watt Leistungsaufnahme - enthalten.

    Die Testtabelle sowie die einzelnen Zwischen- und die Endnote für den A10-7870K finden Sie in der PCGH-Ausgabe 08/2015, welche ab heute am Kiosk Ihres Vertrauens ausliegt.

    AMD A10-7870K im Test: Testfeld und Benchmarks

          

    Asus A88X mit A10 7870K 1 Asus A88X mit A10 7870K 1 Quelle: PC Games Hardware Für unsere Auswahl an Benchmark-Probanden (das komplette Testfeld haben wir im vorigen Absatz beschrieben) entschieden wir uns natürlich für den direkten Vorgänger A10-7850K, den Vor-Vorgängern mit veralteter Richland- und VLIW-Technik A10-6800K sowie den derzeitigen APU-Preistipp, den rund 85 Euro teuren A8-7600. Aufseiten Intels haben wir als Repräsentant des einzig preislich vergleichbaren Modells den Core i3-4330 herangezogen.

    Bitte beachten Sie: In unseren neuen dynamischen Benchmarks haben Sie die Möglichkeit, zusätzliche APUs in den Benchmark einzublenden. Quasi dieselbe Grafik, aber mehr CPU-Power arbeitet im i5-4670K und im nominell schnellsten Haswell-Prozessor, dem i7-4790K - diese beiden zeigen als Vergleich, wie stark die integrierte Grafik auch flotte CPUs bremsen kann. Last but not Least kommt Intels neuester Streich dazu, der i7-5775C aus der aktuellen Broadwell-Generation, dessen CPU-Part wir bereits in einem eigenen Artikel auf den Zahn fühlten.

    Alle Intel-Modelle außer dem Core i3-4330 spielen in einer preislich nicht mit den AMD-Angeboten vergleichbaren Liga und dienen lediglich der Orientierung, dem Blick über den Tellerrand, wenn Sie so wollen.

    AMD A10-7870K Review

    AMD A10-7870K: Review (Auszug aus dem kompletten Benchmark-Parcours - siehe Text)

    • Anno 2070
    • Battlefield 4
    • Bioshock Infinite
    • F1 2013
    • Tomb Raider
    • TES5: Skyrim
    • World of Warcraft
    • Applications Index
    Info Icon
    Detail Settings 1080p: Medium Details, 768p: Low Details
    System 2× 8 GiB DDR3-RAM: 2.400 GT/s (AMD), 1.600 GT/s (Intel); Catalyst 15.5 Beta (May 27th), Intel 10.18.14.4222
    Game Anno 2070 (uplay): PCGH-Save „Gigantic City“
    • Benchmarks (1 von 2)

    • Produkte ein-/ausblenden

    4c/8t, 384 ALUs (1.150 MHz)
    33.2
    22
    2m/4t; 512 ALUs (866 MHz)
    23.5
    19
    2m/4t; 512 ALUs (720 MHz)
    22.9
    19
    2m/4t; 384 ALUs (720 MHz)
    20.6
    17
    4c/4t, 160 ALUs (1.200 MHz)
    15.0
    12
    2c/4t, 160 ALUs (1.150 MHz)
    14.9
    11
    0
    5
    10
    15
    20
    25
    30
    35
    40
    45
    50
    55
    Name
    1.920 × 1.080 (Average Fps)
    Minimum Fps

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews

    Neben unseren "normalen" Benchmarks haben wir dem A10-7870K auch in Dota 2, dem zurzeit beliebtesten Steam-Spiel auf den Zahn gefühlt. Laut Steam-Statistik ist der Defense-of-the-Ancients-Nachfolger der Titel, den die meisten Steam-User aktuell aktiv spielen. Das MOBA bietet dabei eine Grafik, die vom Stil her an Blizzards Warcraft-Universum erinnert was wenig verwundert, hat das Spiel seine Wurzeln doch in einer Mod für Warcraft 3. Grafisch gesehen handelt es sich dabei nicht um einen besonders anspruchsvollen Titel, sodass Sie ihn vermutlich eher nicht im regulären PCGH-Parcours für PCI-Express-Grafikkarten finden werden. Andererseits repräsentiert er jedoch unbestreitbar eine große Spielergruppe, die wir in unserem APU-Parcous bereits mit World of Warcraft abzudecken versuchen - heute wagen wir quasi den Quervergleich.

    Das Ergebnis sehen Sie in unserem Video.

    04:05
    Dota 2 vs. AMDs TFLOPS-APU: Reicht der A10-7870K für das beliebteste Spiel auf Steam?

    AMD A10-7870K im Test: Fazit

          

    AMD A10-7870K - die erste TFLOPS-APU AMD A10-7870K - die erste TFLOPS-APU Quelle: PC Games Hardware

    Der A10-7870K ist AMDs schnellste APU - das stand bereits vorher fest. Er kann sich aufgrund fehlender Speichertransferrate aber nur selten nennenswert vom A10-7850K absetzen. Beiden dicht auf den Fersen bleibt der A8-7600, welcher dank einer um 30 Watt geringeren TDP auch in der Praxis meist deutlich sparsamer arbeitet.

    Für alltägliche Aufgaben genügt der A10-7870K wie die meisten anderen aktuellen APUs vollends. Medienwiedergabe ist ebenfalls kein Problem nur bei HEVC/H.265-Inhalten müssen Sie mit hoher CPU-Last leben, da hier keine dedizierte Hardware-Beschleunigung vorhanden ist - die bietet erst die SoC-APU Carrizo.

    In Sachen Spieleleistung muss sich die integrierte Grafik A10-7870K nur Intels rund dreimal so teurem i7-5775C (und möglicherweise dem bislang von uns nicht getesteten i5-5675C) geschlagen geben. Alle anderen Sockel-1150-CPUs des Chipgiganten lässt er mühelos und meist überdeutlich hinter sich. In 1080p genügt die Leistung der A10-7870K-Grafik, um fast alle unsere Testspiele mit mittleren Details noch mit mehr als 30 Fps darzustellen - nur beim CPU-lastigen Anno 2070 verfehlt er diese Marke. Spiele mit weniger anspruchsvoller Grafikdarstellung wie Dota 2 bewältigt der A10-7870K sogar mit fast maximalen Details nahe der 60-Fps-Marke.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    AMD Zen ab 2017: Alles zu Release-Termin, CPU-Sockel, technische Daten [Update]
      • Von marvinj PCGH-Community-Veteran(in)
        Geanu, einfach mal manuell hand anlegen
        Boxed Kühler hab ich nie vberwendet, kann dir dazu leider keinen Tipp geben...
      • Von PCGH_Carsten Redakteur
        Nochmal zur Begründung: Mit geringer(er) Leistung muss man halt leben, wenn man weniger Kohle in ein Bauteil steckt, das ist ganz normal. Aber wenn Spiele überhaupt nicht starten, können wir solche Modelle in eher generell gehaltenen Artikeln eben nicht mehr empfehlen. Für Nutzer, die sich der Problematik bewusst sind und die sehenden Auges so etwas in Kauf nehmen, um zum Beispiel einen 60-Euro-5-GHz-Prozessor herauszuschlagen, 3DMark-2001-Rekorde oder andere, genau definierte Aufgaben anzugehen, mögen sie dennoch ein gangbarer Weg sein.
      • Von NeverSeenBytes Volt-Modder(in)
        Hatte ich auch zuerst vermutet; - aber -
        Zitat
        Core-i3- und AMD-FX-4xx0-Prozessoren dagegen starten bislang noch alle getesteten Programme.
        Zitat aus Carstens verlinktem Artikelabschnitt

        Die i3 u. FX4xxx bleiben dem Budgetgamer also (noch) als preisgünstige Option erhalten.
        - Greetz -
      • Von freieswort
        das verstehe ich, bei meiner frage dachte ich jedoch das smt prozessoren gemeint waren
      • Von PCGH_Carsten Redakteur
        Moin!
        Zitat von freieswort
        eine warnung, das ist mir neu, einen beleg bitte
        CPU Test: AMD und Intel - Benchmarks und Kauf-Tipps auch für APUs [Juni 2015]
        (linkt direkt auf den entsprechenden Abschnitt)
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games Hardware 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016
    PCGH Magazin 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1163451
A10 7870K
AMD A10-7870K: Die erste TFLOPS-APU im Test [Test der Woche]
AMD hat seinen Kaveri-APUs der 7000er-Reihe einen eventuell letzten Refresh spendiert: Die unter dem Codenamen Godavari entwickelte APU A10-7870K gehört derselben Architektur-Familie an, leistet rechnerisch durch leicht erhöhte CPU- und merklich erhöhte GPU-Takte erstmals mehr als 1 TFLOPS. Wir prüfen, für welche Spieleransprüche der A10-7870K damit ausreicht.
http://www.pcgameshardware.de/A10-7870K-CPU-260724/Tests/Test-Benchmarks-1163451/
05.07.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/06/A10-7870K_1200-pcgh_b2teaser_169.JPG
tests